Gert Chesi Voodoo in Afrika

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Inhaltsangabe zu „Voodoo in Afrika“ von Gert Chesi

§B§Die mit den Göttern tanzen ... §§S§Von Besessenen und Fetischen, von Riten und Zauberern: Gert Chesi schöpft aus 40-jähriger Recherche und Erfahrung.§Nach seinem Erinnerungsbuch Afrika im Herzen legt Gert Chesi wieder einen großen Bild-Text-Band zu einem aktuellen Afrikathema vor. Es geht um Funktion und Bedeutung jener Bräuche, Gesellschaftsstrukturen und Geisteswelt, die man in Europa meist unter dem Begriff Voodoo zusammenfasst.§Besessenheitskulte und Geistheiler, Hexenglaube und rituelle Tänze haben in Afrika lange Tradition, sind nur aus dieser und aus dem heutigen sozialen Umfeld zu verstehen. Chesi kennt die Menschen persönlich, die er während geheimnisvoller Zeremonien in Trance beobachtet, wenn Gottheiten von ihnen Besitz ergreifen, er befragt sie danach, was sie in diesen Momenten erfahren, lässt Magier und Voodoo-Priester zu Wort kommen und uns wenigstens durch einen Spalt in deren Welt schauen. Nicht zuletzt mit Hilfe seiner Kamera, die dank seiner Freundschaften hautnah dabei sein darf. So brachte Gert Chesi aus seiner zweiten Heimat Afrika wahre Sensationen in Schwarzweiß und Farbe mit, Bilder voll Schönheit und Grausamkeit, voll Wildheit und Grazie. §Doch die Bilder sind nicht Selbstzweck. Jahrelang arbeitete der Forscher und Journalist an den Texten. "Ich weiß heute viel mehr als vor zwanzig Jahren, als ich mein erstes Voodoo-Buch herausgebracht habe. Und ich möchte meine sehr intime Kenntnis der äußeren und inneren Vorgänge an die sogenannte westliche Welt weitergeben, denn weder schockierte oder besserwisserische Ablehnung noch romantisch verklärte, vom Geheimnis faszinierte Bewunderung wird dem Phänomen gerecht, und der Missbrauch, der im Namen des Voodoo mit leichtgläubigen, von unserer Zivilisation enttäuschten Menschen getrieben wird, kann sogar eine echte Gefahr bedeuten."
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    Voodoo in Afrika
    Varuna_Holzapfel

    Varuna_Holzapfel

    17. January 2016 um 11:12

    Ein weiterer Bildband zum Thema Voodoo-Religion, mit ausdruckstarken Fotos, die, trotz der Intimität, die rituelle Handlungen und "Besessenheit" mit sich bringen, den fotografierten Menschen ihre Würde lassen. Chesis Begleittext beschränkt sich nicht einfach nur darauf, die Bilder zu erklären, sondern er versucht dem Einfluss der westlichen Errungenschaften auf die westafrikanische Kultur nachzugehen, wobei er natürlich sein Hauptaugenmerk darauf richtet, wie die Voodoo-Tradition sich unter diesem Einfluss gewandelt hat. Hierbei vergleicht er öfters seine schon weiter zurückliegenden Erfahrungen, die er beim ersten Kontakt mit diversen Voodoo-Praktizierenden in Westafrika machte, mit dem, was er heute erleben konnte. Man bekommt einen Eindruck davon, wie sehr der westafrikanische Voodoo es schafft, eine Brücke zu schlagen, zwischen alter (westafrikanischer) Tradition und moderner (westeuropäischer) Zeit, ohne die afrikanische Tradition zugunsten einer westlich orientierten Lebens- und Denkweise aufzugeben. Chesi lässt die Menschen selber zu Wort kommen, zeichnet den einen oder anderen Lebensweg nach und vermittelt einem so, in wie weit die Tradition des Voodoo auch das alltägliche Leben der Menschen und damit auch der westafrikanischen Gesellschaft beeinflusst, auch wenn es zwischen den Traditionen einzelner Ethnien Unterschiede gibt und sich grade auch die gebildeten Afrikaner gerne von ihrem spirituellen Erbe lossagen, da ihnen immer noch unterschwellig vermittelt wird, dieses magische (prälogische) Denken sei primitiv. Doch selbst den konvertierten Christen oder Muslimen ist magisches Denken nicht fremd und so kommt es, dass nicht nur diese offiziell "bekehrten" Menschen immer noch großen Respekt vor dem Glauben ihrer Ahnen haben (und auch auf Voodoo-Zeremonien zu finden sind), sondern das auch der Voodoo selbst sich aus dem Fundus der großen Weltreligionen bedient. Daher findet man an den Wänden einzelner Voodoo-Tempel auch die Abbildung von christlichen Heiligen, oder hinduistischen Gottheiten, oder man setzt bei der Herstellung von Fetischen auch auf die (geschriebene) Macht des (Koran) Wortes. So sind es eigentlich zwei Bücher in einem; einerseits die Fotos, die die Kraft des Voodoo auf ihre Weise ausdrücken und für sich alleine sprechen und andrerseits die eher ethnologische Betrachtungsweise der (nicht nur positiven) Auswirkungen einer technisierten, individuumskonzentrierten Kultur auf eine eher naturverbundene, bei der die Gemeinschaft und das gemeinsame Erleben im Vordergrund steht. Ein faszinierendes und ehrliches Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der bereit ist, sich vorurteilsfrei mit der reichen spirituellen Tradition Westafrikas zu beschäftigen.

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