Gert Heidenreich

 4.1 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Thomas Gottschalk, Im Dunkel der Zeit und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gert Heidenreich

Sortieren:
Buchformat:
Im Dunkel der Zeit

Im Dunkel der Zeit

 (4)
Erschienen am 01.11.2008
Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk

 (5)
Erschienen am 01.04.2006
Die andere Heimat

Die andere Heimat

 (3)
Erschienen am 01.04.2015
Der Fall

Der Fall

 (3)
Erschienen am 07.04.2017
Das Fest der Fliegen

Das Fest der Fliegen

 (3)
Erschienen am 01.12.2011
Der Geliebte des dritten Tages

Der Geliebte des dritten Tages

 (2)
Erschienen am 01.01.2002
Mein ist der Tod

Mein ist der Tod

 (2)
Erschienen am 24.07.2015
Belial oder Die Stille

Belial oder Die Stille

 (1)
Erschienen am 01.10.1997

Neue Rezensionen zu Gert Heidenreich

Neu
Daphne1962s avatar

Rezension zu "Die andere Heimat" von Gert Heidenreich

Im Hunsrück 1843
Daphne1962vor 3 Jahren


Die andere Heimat von Gert Heidenreich gelesen

Hunsrück, 1843. Zeit des Hungers und der Freiheitsträume, also eine düstere Zeit. Die Menschen damals hatten auch schon den Wunsch nach einem besseren, einem einfacherem Leben. Wo man genug zu Essen
auf dem Teller hat. Da ging es ihnen nicht besser, als den Menschen in der heutigen Zeit.

Jakob Simon will nach Brasilien auswandern, doch alles kommt anders - der Traum von der neuen Welt bleibt unerfüllt und ungelebt. Die Geschichte erzählt von den Sehnsüchten der Menschen aber auch von ihrer Verzweiflung. Vom Mut in ein Land gehen zu wollen, von dem sie bisher nur gelesen haben und ihrer Heimatliebe  und den Menschen, die sie verlassen müssen.

Gert Heidenreichs Buch "Die andere Heimat " spielt im Hundsrück.  Mitte des 19. Jahrhundert. Die Ernten sind schlecht, Krankheiten beherrschen die Menschen. Das Wetter spielt verrückt. Die Menschen sterben früh. Die Familie des Schmied Johann Simon steht hier im Mittelpunkt, sie leidet zudem noch unter der schweren Krankheit seiner Frau, die sie immer wieder nach Luft ringen lässt. Gustav, der Älteste, ist ein großer und kräftiger Mann und soll die Schmiede eines Tages übernehmen, wenn Simon nicht mehr kann.

Der jüngste Sohn Jacob ist ein Träumer, er verbringt mehr Zeit mit seinen Büchern, als ihm gut tut. Durch sie erfährt er auch von dem Land Brasilien, in das er auswandern will. Die Hoffnung hält ihn aufrecht. Doch es kommt alles anders. Sein Bruder Gustav geht nach Brasilien und nimmt Jacobs große Liebe Jettchen mit.

Kommentieren0
7
Teilen
M

Rezension zu "Der Fall" von Gert Heidenreich

Krimi, philosophische Überlegung und Gesellschaftskritik
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Krimi, philosophische Überlegung und Gesellschaftskritik

Da ist diese Runde schwerreicher Leute, die sich in diesem feinen Schloss an der Loire treffen. Die, einer nach dem anderen, vor Ort eintreffen (Gelegenheit im Übrigen für Heidenreich, diese Personen dem Leser flüssig und eingehend vorzustellen).

Leute, die alles erreicht haben.
Erfolg, Karriere, Schwarzgeld.
Menschen, die auf die finanziellen Regeln der Gesellschaft nichts geben, außer dass es sie einen guten Steuerberater kostet, der die Schlupflöcher, auch die nicht legalen, für sie findet.

Doch die Geister, die man rief, wird man so schnell nicht los.
Vor allem, wenn einer der Berater nicht unbedingt bereit ist, sich damit zufrieden zu geben, durch seine Einkünfte „nur“ im oberen Drittel der Gesellschaft sich anzusiedeln.

Eigentlich müsste die illustre Runde das gut verstehen. Doch wenn einer an den eigenen Kuchen will, dann kann es schon einmal einen „Fall“ geben (im wahrsten Sinne des Wortes).
Männer fürs Grobe hat man ja.

Aber auch bei denen ist Vorsicht geboten. Dumm sind die nicht und Reichtum erkennen die schon, wenn sie ihn sehen. Und Lust auf einen gedeihlichen Betrag hat man auch, wenn man für seine dreckigen Aufträge ganz gut bezahlt wird.

Gier ist überall und auf jeder Ebene und weit verbreitet der „moderne“ Grundantrieb, so stellt es Heidenreich dem Leser ohne moralinsauren Zeigefinger vor die Augen.

In all dies gerät der pensionierte, weniger Lebens- denn menschensatte ehemalige Kriminalkommissar Alexander Swoboda hinein.

Eigentlich will er nur malen. Ungestört.
So ungestört, dass er mit aller Kraft versucht, diesen schreienden Körper zu ignorieren, der von der Klippe an der französischen Küste gestoßen wird. Wenn da nicht die alten Reflexe wären, wenn da nicht diese Schüsse wären, die gezielt nun auf ihn abgefeuert werden.

Und am Ende, als er alles überstanden glaubt, wird er erschossen.

Bevor es hinüber gehen kann in das „große Licht“ (den Grenzfluss zum Tod hat er bereits per Fähre überquert), hält ihn ein Junge auf.
So einfach wird er das Geschehen um den Fall nicht loswerden. Denn der „Fall von der Klippe“ ist nicht nur ein „Kriminal-Fall“, sondern auch ein „Lebens-Fall“, eine offene Rechnung, die Swoboda nicht ignorieren darf, will er frei für die nächste Ebene werden.

Moralische und philosophische Überlegungen sind es, die Heidenreich hier in ruhigen Worten mit einfließen lässt. Die es auch braucht, um den Leser das Befremdliche der Situation schmackhaft zu machen, diese „Ermittlungen aus dem Jenseits“ mit ihren mythologischen (der Fährmann) und inneren Bildern (das Gespräch quasi mit sich selbst in „reiner Form“).

Denn es sind verschiedene Ebenen und auch Themen, die Heidenreich (mit sprachlich hoher und intensiver Qualität) in seinem Roman verarbeitet (wobei es schon störend aus dem Lesefluss herausreißt, dass er sich hier und da wie ein „guter alter Geschichtenerzähler“ an den Leser wendet. „Mitten in unserer Verwirrung wenden wir uns von den Toten ab und der diesseitigen Welt zu“.).

Da ist die Frage der Misanthropie, des „Genug-Habens“ von den Menschen, die Swoboda sicherlich nicht alleine betrifft angesichts der Zustände auf der Welt und in der nächsten Nachbarschaft.

Da ist die Frage nach dem, was ein Leben abrundet oder abschließt, innerlich frei macht.

Da ist der Spiegel für die Gier der Gesellschaft, die auf allen Ebenen der Figuren nur mehr Eurozeichen in und vor den Augen zu haben scheint. Eine Haltung, die vom „Club der Trinker“ (jenen Reichen auf dem Schloss) bis zum einfachen Hausangestellten reicht.

Und ganz nebenher bietet Heidenreich einen zunächst sonnenklar scheinenden Kriminalfall (Auftrag, Motiv, Mörder wirken bekannt), der doch noch seine Wendungen nehmen wird und nicht vorschnell abgehakt werden sollte.

Vielfache Themen, in Teilen zu viele, sprachlich glänzend und dicht vorangetrieben (mit einigen Irritationen der Einbeziehung der Leser), verschiedene Ebene und überzeugende Personen machen diesen ganz anderen Kriminalroman mit seinem melancholischen, jenseitigen Ermittler zu einer durchaus interessanten Lektüre, die allerdings den Kriminalfall eher nach hinten stellt im Reflektieren der verschiedenen Themen im Buch.

Kommentieren0
3
Teilen
Alexandra_Luchss avatar

Rezension zu "Der Fall" von Gert Heidenreich

Swobodas letzter Fall?
Alexandra_Luchsvor 4 Jahren

Eigentlich möchte Swoboda (mal wieder) die Klippen von Les Petits Dalles in wunderschöner Morgensonne zeichnen. Er ist gerade auf dem Weg zu seinem angestammten Platz, als er oben auf den Klippen einen Mord beobachtet. Schneller als geahnt, kommt der unfreiwillige Zeuge ins Visier des Mörders und wird tödlich getroffen. Das verhagelt Swoboda ganz schön den Tag, hält ihn aber nicht davon ab diesen letzten Kriminalfall seines Lebens… beziehungsweise Todes… zu ergründen.
Die Idee, dass der pensionierte Kriminaler Swoboda in seinem eigenen Mordfall ermittelt, hat mich von Anfang an begeistert. In meiner Vorstellung bot das Stoff für skurril-witzige Episoden oder spannende „Erlebnisse“ des frisch Verblichenen. Die eigentliche Umsetzung der Abschnitte unseres jenseitigen Protagonisten war dann völlig unerwartet sehr künstlerisch und philosophisch, manchmal aber leider auch schleppend und etwas ziellos. Irgendwie gibt es für mich bei „Der Fall“ eine ganze Menge für und wider. Die Idee hat mich wie gesagt schon vor der ersten Seite überzeugt und mir auch während des Lesens gut gefallen. Die Themen waren dabei noch deutlich Abwechslungsreicher als zuerst vermutet. Neben Kunst und Kultur lernen wir auch noch eine ganze Menge über Steuerbetrüg, Schwarzgeld und Finanzhaie. Zusätzlich hat die Geschichte tolle Charaktere, wie dem toten Swoboda und dem raffgierigen Buchhalter Rakowski, zu bieten. Soweit wäre die Sache eigentlich ziemlich klar und „Der Fall“ ohne Bedenken zu empfehlen. Leider hängt da noch ein kleines „aber“ in der Luft. Da wäre allem voran der Schreibstil des Buches zu nennen. Eigentlich bin ich bekannt dafür, dass ich es etwas komplizierter und schnörkeliger mag. Meine eigenen Sätze haben Bandwurmpotential und ich mag es auch mal Schwafelig. Der Stil von „Der Fall“ hat mir aber echte Probleme bereitet. Die Sätze sind lang und schachtelig, das bringt manchmal einen sehr feinen Humor, hat mich aber auch manchmal einfach überfrachtet. Denn jeder Satz scheint mit einer unübersichtlichen Menge an Informationen angereichert, dass ich zum Teil den Überblick verloren habe. Da kommen Namen von Landstrichen, Straßen, Personen, Speisen und Weinen, der Hintergrundmusik und des Künstlers vom Stillleben an der Wand wild in jeden sich bietenden Winkel des Satzes. Wer sich in französischer Geographie besser auskennt und Speisen und Getränke besser einzuordnen weiß wird das vermutlich flott überlesen, ich war zum Teil einfach irritiert. Der zweite Teil des kleinen „abers“ ist die Spannung, die durch diesen etwas sperrigen Schreibstil leider nicht so recht aufkommt. Die spannenden Abschnitte werden durch viele gestelzte Zwischenstücke immer wieder ausgebremst, manchmal passt das atmosphärisch, manchmal ist es einfach ein bisschen ungünstig.
Unterm Strich ist „Der Fall“ mit 3 von 5 Sternen für mich ein klares Unentschieden. Tolle Aspekte werden von größeren Kritikpunkten zwar gebremst, haben mir aber die Lesefreude nicht völlig verhagelt. Ich glaube das Buch könnte Lesern von anspruchsvollen Krimis immer noch gut gefallen, wenn man sich auf die besondere Sprache und Atmosphäre einlässt und dann die Qualitäten des Buches besser genießen kann.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 53 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks