Gert Hofmann

 3,5 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor*in von Die kleine Stechardin, Der Kinoerzähler und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gert Hofmann

Gert Hofmann wurde 1931 in Limbach / Sachsen geboren. Nach dem Studium in Leipzig und Freiburg lehrte er an mehreren Universitäten im Ausland Literaturwissenschaft, bis er sich als freier Autor in Erding bei München niederließ. Sein Werk wurde unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und zuletzt mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Vier Wochen nach Abgabe des Manuskripts für seinen letzten Roman Die kleine Stechardin starb Gert Hofmann 1993 in Erding.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gert Hofmann

Cover des Buches Die kleine Stechardin (ISBN: 9783423084802)

Die kleine Stechardin

 (13)
Erschienen am 01.04.1999
Cover des Buches Der Kinoerzähler (ISBN: 9783446273269)

Der Kinoerzähler

 (4)
Erschienen am 01.10.2021
Cover des Buches Vor der Regenzeit, (ISBN: 9783351015442)

Vor der Regenzeit,

 (1)
Erschienen am 01.01.1989
Cover des Buches Das Glück (ISBN: 9783446162778)

Das Glück

 (1)
Erschienen am 01.01.1992
Cover des Buches Der Blindensturz (ISBN: 9783423119924)

Der Blindensturz

 (0)
Erschienen am 01.10.1994
Cover des Buches Der Blindensturz : Erzählung. (ISBN: 9783472866046)

Der Blindensturz : Erzählung.

 (0)
Erschienen am 01.01.1985
Cover des Buches Die Denunziation (ISBN: 9783499148910)

Die Denunziation

 (0)
Erschienen am 01.01.1982

Neue Rezensionen zu Gert Hofmann

Cover des Buches Das Glück (ISBN: 9783446162778)
gsts avatar

Rezension zu "Das Glück" von Gert Hofmann

Trennungsgeschichte
gstvor 7 Monaten

„Als der Vater ans Packen ging, war es schon lange hell. Die Vögel trieben sich im Garten rum und fraßen uns die Würmer weg.“ So beginnt Gert Hofmanns „Familienroman“ Das Glück und so beginnt jener denkwürdige letzte Tag, bevor – am Abend – der Lastwagen kommt und den Rohrstuhl und den Bücherkoffer und die wenigen Kisten und Kästen und den Vater und den Sohn abholt, um sie nach Rußdorf (oder „nach Berlin“ oder „nach irgendwo“) zu bringen; zu Hause jedenfalls ist kein Platz mehr, vor allem für den Vater nicht, seit die „Ehe mit eurer Mutter nach langem Leiden dahingegangen ist“ und der Neue, Herr Herkenrath, sich für den Abend angekündigt hat, „um das alles hier und eure Mutter zu übernehmen“.
 Der zehnjährige Ich-Erzähler berichtet manchmal arglos und manchmal mit wunderbarer List von den Tücken des Um- und Auszugstages und warum Eltern manchmal so entsetzlich und Schwestern so doof sein können. Und warum das Familienleben manchmal ein löchriger Käse ist.

Dieser Klappentext hat mich vor ca. 20 Jahren zum Kauf dieses Buches animiert. Nur reichte die Zeit zum Lesen nie. Nun widme ich mich endlich meinen ungelesenen Büchern, auch den älteren. Doch was erfrischend angekündigt wird, langweilte mich bald. Denn dieser eine Tag ist 287 Seiten lang! Auf denen lernte ich einen Mann kennen, der davon träumt ein Schriftsteller zu sein, doch nichts zustande bringt. Die paar verkauften Seiten wurden jedes mal groß gefeiert. Das Geld zum Leben verdiente die Mutter.
Der kindliche Ich-Erzähler beobachtet ohne jegliches Gefühl, was sich vor seinen Augen so abspielt: Das Schweigen der Eltern, die Lethargie des Vaters, der sich selbst bemitleidet und die Mutter, die sich für Herrn Herkenrath schön macht. Durch die indirekte Erzählweise wird das ganze Dilemma, in dem sich jedes einzelne Familienmitglied befindet, sehr deutlich.

Trotzdem hat mir das Buch so gar nicht gefallen! Ich entwickelte einen regelrechten Zorn auf den mitleidheischenden Vater. Zwar gab es auch immer wieder kurze Episoden, die mir zumindest ein Grinsen aufs Gesicht zauberten, aber die Ausführlichkeit, in der hier erzählt wird, ärgerte mich ebenso, wie die Eltern, die ausschließlich an sich denken und das Elend der Kinder übersehen.

Gert Hofmann (1931 bis 1993) schrieb Hörspiele, in denen Sprach- und Gesellschaftskritik im Vordergrund standen, und erzählte in seinen Romanen mit Vorliebe von seelisch und körperlich beschädigten Protagonisten.

Kommentare: 1
Teilen
Cover des Buches Die kleine Stechardin (ISBN: 9783423084802)

Rezension zu "Die kleine Stechardin" von Gert Hofmann

Rezension zu "Die kleine Stechardin" von Gert Hofmann
Ein LovelyBooks-Nutzervor 12 Jahren

Tolles Buch, über die Zeit, über Lichtenberg und einen Buckel

Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Die kleine Stechardin (ISBN: 9783446176843)
M

Rezension zu "Die kleine Stechardin" von Gert Hofmann

Rezension zu "Die kleine Stechardin" von Gert Hofmann
MissSophievor 13 Jahren

Wenn man mal darüber hinwegsieht, daß die Beziehung eines erwachsenen (nach damaligen Verhältnissen sogar schon: alten) Mannes zu einer zu Beginn der Handlung gerade Zwölfjährigen erstmal ein bißchen Überwindung beim Einfühlen in die Figuren kostet, erwartet einen hier doch eine sehr einfühlsam beschriebene Romanze zwischen einem ganz großen Geist und einem jungen Mädchen, das in dem mißgestalteten Lichtenberg nicht nur die Kuriosität sondern auch den sehr verletzlichen Menschen sieht. Interessant ist der Einblick in die historischen Verhältnisse des provinziellen Universitätsstädtchens, tragisch wirkt es oft, wie die Göttinger mit ihrem großen Gelehrten umgehen und ihre Engstirnigkeit immer wieder zu Tage tritt. Ziemlich gewöhnungsbedürftig ist der oft sprunghafte innere Monolog, der häufig im Roman gewählt wird, wobei man tatsächlich ab und zu das Gefühl hat, der Lichtenbergschen "Denke" nahezukommen. Insgesamt nicht immer ganz leserfreundlich, aber doch ein lohnenswertes Buch.

Kommentieren
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 45 Bibliotheken

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks