Gert Möbius Halt dich an deiner Liebe fest. Rio Reiser

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Inhaltsangabe zu „Halt dich an deiner Liebe fest. Rio Reiser“ von Gert Möbius

„Wenn es bei Rockmusik um etwas geht, dann um Ekstase.“ Rio Reiser In diesem sehr persönlichen Buch beschreibt Gert Möbius das Leben seines Bruders, des großen Musikers und Exzentrikers Rio Reiser. Sichtbar werden eine überraschende Persönlichkeit mit all ihren Brüchen und Verzweiflungen und zugleich ein Panorama deutscher Musik- und Politikgeschichte. Nie zuvor konnte man Rio Reiser so nah erleben, denn dieses Buch enthält neben zahlreichen persönlichen Dokumenten, aus denen Gert Möbius erstmals zitiert, auch Auszüge eines Tagebuches, das Rio Reiser in den Jahren 1972 bis 1974 führte, sowie zahlreiche bislang unveröffentlichte Fotos. Mit den Anarchohymnen »Keine Macht für Niemand« und »Macht kaputt, was euch kaputt macht« wurde die Band Ton Steine Scherben zum Sprachrohr der linken Szene, wo sich Alternative, Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer sammelten und neue Daseinskonzepte ausprobierten. Gert Möbius schildert in diesem Buch anhand von persönlichen Aufzeichnungen und Tagebüchern Rio Reisers die wilden Jahre, in denen die Welt auf den Kopf und wieder zurückgestellt wurde. Er zeigt aber auch die sensible und verletzliche Seite des Künstlers. Denn Rio Reiser litt an der Liebe und deren Vergehen und stürzte sich in immer neue erotische Abenteuer, deren Scheitern wir seine schönsten Liebeslieder verdanken.

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    Halt dich an deiner Liebe fest. Rio Reiser
    TochterAlice

    TochterAlice

    10. September 2017 um 12:57

    hätte R.R. gemacht, wenn er König von Deutschland wär...Nicht nötig, denn auch so war Rio Reiser einer der ganz Großen in Deutschland, auch wenn er trotz Ton-Steine-Scherben, trotz des Agit-Pop der 1970er und 1980er ein eher leiser Poet war, einer dessen wahre Größe man erst erkennt (manchmal zumindest), wenn man seine wunderbaren Texte in eher leise Töne kleidet.Ja, hier erzählt Gert Möbius von Rio Reiser, Rios großer Bruder. Aber er erzählt auch viel von sich, finde ich. Ein bisschen zu viel. Denn ehrlich gesagt, auch wenn das jetzt ein bisschen fies klingt: ich bin hier wegen Rio, ich möchte ihn im Mittelpunkt des Buches haben und zwar durchgehend. Auch wenn die Kindheits- und Jugendschilderungen aus der Berliner Familie interessant sind, danach interessiert mich wirklich Rio, sein Werdegang, sein Denken und tun. Und da hatte ich ein bisschen mehr auf seinen Bruder gebaut, wobei ich natürlich nicht richtig enttäuscht bin, denn interessant ist es auf jeden Fall, Rio (also Ralf, wie er wirklich hieß) aus der Perspektive von jemandem zu sehen, der immer in seinem Leben zugegen war. Toll sind natürlich die Fotos, die nicht in jeder Zeitung waren, ich hätte mir aber ein Glossar und auch eine Zeittafel gewünscht. Irgendwie hilft mir das bei Sachbüchern immer, wenn ich mal nachschlagen kann und nicht gleich googeln muss.Etwas für wahre Rio-Verehrer, für Fans von Ton-Steine-Scherben und für die, die immer noch überlegen, was sie machen würden, wenn sie König(in) von Deutschland wären!

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    Halt dich an deiner Liebe fest. Rio Reiser
    seschat

    seschat

    09. December 2016 um 15:53

    Rio Reiser (1950-1996), der eigentlich Ralph Christian Möbius hieß, war ein Ausnahmekünstler der deutschen Musikszene. Er hat mit seinen eingängigen sowie tiefsinnigen bis aufrührerischen Texten den Weg für heutige deutschsprachige Musiker wie Xavier Naidoo, Adel Tawil etc. geebnet. Bekannt wurde der talentierte Autodidakt Rio Reiser (u.a. Cello, Klavier und Gitarre) erst Anfang der 70er Jahre mit seiner (Protest-)Band Ton, Steine, Scherben, die damals von der heutigen Grünenpolitikerin Claudia Roth gemanagt wurde. Anarcholieder wie "Macht kaputt, was euch kaputt macht" entstammen dieser Zeit. Nach der Trennung der Band im Jahre 1985 startete Rio eine Solokarriere, um Schulden abzubauen. Nun wurde aus Rio ein linksradikaler Mustersänger gemacht. Unvergängliche Hits wie "Junimond" oder "König von Deutschland" ließen den Rubel rollen. Doch trotz finanziell abgesicherter Verhältnisse war Rio alles andere als glücklich, denn der bekennende homosexuelle, introvertierte Künstler fühlte sich immerfort unverstanden und ungeliebt. Große mediale Würdigungen blieben ihm zeit seines Lebens verwehrt. Der ehemaliger Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer zog sich sich ins Private zurück und schrieb abgesehen von vereinzelten Auftritten Tagebuch. Jene Tagebücher hat der Autor des Buchs, Rios älterer Bruder Gert Möbius, als Grundlage für diese Biografie genutzt. Aus diesen in die Erzählung eingestreuten Einträgen geht auch Reisers leichtfertiger Umgang mit Drogen (vor allem Alkohol und Zigaretten hervor). Beherrschende Momente Rios Schilderungen sind seine innerliche Zerrissenheit und seine Einsamkeit. In vielem war er seiner Zeit voraus und dachte ausnahmslos vorurteilsfrei. Gert Möbius' Buch lebt von Rios Tagebucheinträgen, krankt aber gleichzeitig auch daran. Denn viel zu häufig treten Wiederholungen auf bzw. der Bezug zur Gesamtdarstellung ist nicht immer ersichtlich. Zudem hatte ich Schwierigkeiten mit dem Erzählstil, der nicht nur einmal an für mich uninteressanten Passagen, wie Rios Theaterphase, ausführlich wurde und andere nur stiefmütterlich behandelte. Ich hätte z. B. sehr gern mehr über die Entstehung von Rios Liedern erfahren und über seine Auffassung von Staat und Politik. Auch ein wirkliches Konzept fehlte. Was ich allerdings recht spannend fand, waren die einzelnen Schilderungen zu seinem innigen Verhältnis zur Bibel. Davon habe bisher nichts gewusst. Darüber hinaus empfand ich die reiche Bebilderung des Texts mit einigen bisher unveröffentlichten Fotos als sehr passend. Letztendlich bleibt festzuhalten, dass sein überraschender Tod mit gerade einmal 46 Jahren eine große Lücke hinterlassen hat und er wie viele Künstler vor ihm erst nach dem Ableben Ruhm und Ehren erfahren hat. Ich finde seine Lieder zeitlos und originell. Durch sie kann man in Rios (Künstler-)Seele blicken. FAZITEine solide Biografie über einen Großen seiner Zunft, bei der eindeutig Potential verschenkt wurde.

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