Gert Scobel

 4.3 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Gert Scobel

Gert Scobel wurde 1959 in Aachen geboren und studierte Philosophie und Theologie in Frankfurt am Main und in Kalifornien. Danach arbeitete er parallel in der Forschung des Max-Planck-Instituts und als freie Mitarbeiter bei der FAZ und dem WDR. Von 1995 bis 2007 war er einer der Moderaten der 3 Sat-Sendung Kulturzeit und von 2001 bis 2003 beim ARD Morgenmagazin. Weitere Moderationen auf öffentlichen Sendern folgten. Im Jahre 2005 wurde Scobel für die Moderation von Kulturzeit und delta mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet und wurde er „Kulturjournalist des Jahres“. Seit 2006 promoviert er am Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Universität Zürich bei Ingolf U. Dalferth zum Thema Pluralismus

Alle Bücher von Gert Scobel

Gert ScobelDer Ausweg aus dem Fliegenglas
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Der Ausweg aus dem Fliegenglas
Der Ausweg aus dem Fliegenglas
 (4)
Erschienen am 23.05.2012
Gert ScobelWie Niklas ins Herz der Welt geriet
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Wie Niklas ins Herz der Welt geriet
Wie Niklas ins Herz der Welt geriet
 (3)
Erschienen am 06.10.2008
Gert ScobelWeisheit
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Weisheit
Weisheit
 (2)
Erschienen am 20.04.2017
Gert ScobelDer fliegende Teppich: Eine Diagnose der Moderne
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Der fliegende Teppich: Eine Diagnose der Moderne
Gert ScobelWarum wir philosophieren müssen
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Warum wir philosophieren müssen
Warum wir philosophieren müssen
 (0)
Erschienen am 25.10.2012
Gert ScobelWie Niklas ins Herz der Welt geriet
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Wie Niklas ins Herz der Welt geriet
Wie Niklas ins Herz der Welt geriet
 (0)
Erschienen am 01.09.2010

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Neue Rezensionen zu Gert Scobel

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Rezension zu "Der fliegende Teppich: Eine Diagnose der Moderne" von Gert Scobel

Gert Scobel: Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne
101844vor einem Jahr

Verlag: Fischer

Erschienen: April 2017

Seiten: 367

Format: Taschenbuch

Preis: 16,99

Genre: Sachbuch


Der Autor: *12.05.1959 in Aachen

Journalist, TV-Moderator, Philosoph und Autor

2005 Adolf-Grimme-Preis für die Moderation von Kulturzeit und Delta

2006 Promotion zum Thema Pluralismus

Werke: 2012 Warum wir philosophieren müssen

2010 Der Ausweg aus dem Fliegenglas

2008 Weisheit: Über das, was uns fehlt


Das Buch:

Der Klappentext ist aktuell und bedürfnisorientiert gestaltet. Der Begriff des "Fiktiven Realismus" stellt ein interessantes Paradoxon dar und macht gemeinsam mit weiteren spannenden Fragestellungen neugierig auf den Inhalt. Der Verlag verspricht klare Worte, eine Diagnose der modernen Welt und eine überraschende, augenöffnende Analyse unserer Zeit.


Das Buch ist in fünf Kapitel, Epilog, Dank und Nachweise gegliedert. Die Überschriften der Kapitel sind Schlagworte und unterteilen sich in einzelne Themenabschnitte. Dabei fliegt ein Teppich als roter Faden, kontinuierlich durch den Text.

Gert Scobel gelingt es schon zu Beginn, seine*n Leser*innen mittels eines kleinen Kniffs mit auf die Reise zu nehmen. Das Vorwort gibt einen ersten Einblick in die folgenden Themen und reizt mit neuen Thesen, wie zum Beispiel, dass die Welt keinen Boden hat und es fliegende Teppiche gibt.


"Der moderne Mensch ist als soziales Wesen ebenso frei

wie als denkendes, forschendes und nach Vorstellungen handelndes Wesen.

Das trifft den Kern der Idee vom fliegenden Teppich."


Der Inhalt ist genau das, was der Titel verspricht: Eine Diagnose der Moderne. Gert Scobel behandelt Themen wie Realität, Fiktion, Erkenntnis, Konsum, Aufklärung, Nationalismus und filtert aus ihnen die Prinzipien der Moderne. Dazu beginnt er bei verschiedenen großen und interessanten Denkern der Vergangenheit und schlägt die Brücke bis ins Jahr 2016. Begriffe und Theorien sind ausführlich und anschaulich erklärt. Die Beispiele bzw. Exkurse muten teilweise etwas weitschweifig an und fordern ein konzentriertes Lesen. Dieses wird in der Folge belohnt, durch ein umfassendes Verständnis der These des Autors.

Die Struktur des Inhaltes lässt ein sinnvolles Schema erkennen. Anhand von Beispielen wird verdeutlicht, was den Menschen ausmacht, was ihn antreibt und was sein Ziel ist. Nachfolgend werden Bezüge zum modernen Menschen sowie Analogien zum vertiefenden Verständnis hergestellt. In der Schlussfolgerung fügt der Autor dann alles zusammen und überlässt es seinen Lesern, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Seinen Terminus des Fiktiven Realismus erklärt Gert Scobel gründlich und zugänglich. Die Begründungen sind nachvollziehbar und gut gewählt.


"Wir müssen reale Erfahrungen mit realen Fiktionen machen -

um auf diese Weise mitten ins Herz der Dinge zu geraten

und ihre Wirklichkeit gegebenenfalls zu verändern."


Scobel bedient sich einer klaren, nüchternen und direkten Sprache. So "fallen" zum Beispiel Planeten und "verrotten" und "kompostieren" verstorbene Menschen. Trotzdem versteht er es, nach einem erschütterndem Kapitel, behutsam das nächste einzuleiten. Das vermittelt den Eindruck, er habe beim Verfassen des Buches kontinuierlich die Leser vor Augen gehabt.


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Rezension zu "Der Ausweg aus dem Fliegenglas" von Gert Scobel

Rezension zu "Der Ausweg aus dem Fliegenglas" von Gert Scobel
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Der Jesuitenschüler und bekannte Fernsehjournalist Gert Scobel zählt mit seinen intellektuellen, aber immer verständlichen Sendungen insbesondere auf 3 sat zu den meiner Meinung nach wichtigsten Intellektuellen und Denkern in diesem Land. Selten nimmt er ein Blatt vor den Mund und bekennt sich nicht nur offen zu dem wichtigen Stellenwert der Kultur in einer zunehmend verflachenden Medienlandschaft, sondern immer wieder auch zu seinem kritischen Glauben, den er mit Argumenten der Vernunft und der Aufklärung vertritt.

In dem hier vorliegenden Buch hat er das auf über 400 Seiten getan und damit ein wohl lange schon geplantes Projekt zum Abschluss gebracht. „Wie wir Glauben und Vernunft in Einklang bringen können“ ist sein Thema, zu dem auch andere Theologen und Philosophen in den vergangenen Jahren wichtige Beiträge geleistet haben. Die umstrittene Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. und etliche Beiträge von Jürgen Habermass seit 2001 gingen in diese Richtung.

Viele Menschen, so Scobel, denken, Glaube und Vernunft seien entgegen gesetzte Welten, zwischen denen es keine Aussöhnung gibt. Doch Scobel kann auf anspruchsvolle und dennoch immer unterhaltsame Weise nachweisen, dass viele der bekannten Konflikte zwischen der Wissenschaft und der Religion auf falschen Annahmen oder auf Missverständnissen beruhen. Und so, sagt er, gleichen wir Menschen nicht selten einer Fliege, die im Glas gefangen ist: „Da sie die durchsichtige Wand nicht sieht, fliegt sie bis zu Ermattung immer wieder gegen dieselbe Stelle.“

Aus diesem Dilemma will Scobel Ausweg zeigen und tatsächlich gelingt es ihm auf eine Erkenntnis bringende und vergnügliche Art, dennoch immer mit hohem Anspruch, alte und grundlegende Konflikte im Streit Gott, Glauben und Vernunft anzusprechen und sie zu lösen.

Allen Menschen, die mit den alten Fragen noch nicht fertig sind, die sich noch abmühen mit ihrem Glauben, kann ich dieses wirklich schwergewichtige Buch nur empfehlen.

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Rezension zu "Der Ausweg aus dem Fliegenglas" von Gert Scobel

Rezension zu "Der Ausweg aus dem Fliegenglas" von Gert Scobel
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Zwei Welten prallen aufeinander

Gert Scobel, studierter Philosoph und Theologe, ist durch seine Sendung scobel in Deutschland sehr bekannt geworden. Er unterhält sich in dieser Sendung mit Wissenschaftlern und bekannten Persönlichkeiten zu verschiedenen Themen, die jedoch immer einen Aktualitätsbezug aufweisen und perfekt in die heute Zeit passen. Und genauso ist es auch bei diesem Buch!

Im Zeitalter der Globalisierung und der fortschreitenden Wissenschaften zeichnet sich in der Gesellschaft immer deutlicher ein Bild ab: die Unvereinbarkeit von Glaube und Vernunft, Religion und Wissenschaft, Gott und Urknall, Schöpfung und Evolution. Doch sind Glaube und Vernunft wirklich unvereinbar? Nein, sagt Gert Scobel und sagt weiter, dass die Vorstellung der Unvereinbarkeit ganz einfach auf Fehlannahmen beruht.

Und genau dies vergleicht er mit der Situation der Fliege, die im Glas gefangen ist: da sie die durchsichtige Wand nicht sieht, fliegt sie bis zur Ermattung immer wieder gegen dieselbe Stelle. Anhand vieler Hilfsmittel zeigt er uns, wie wir Glaube und Vernunft vereinen können – oder weiter metaphorisch gesprochen: wie wir die Fliege aus dem Glas helfen können.

„Der Ausweg aus dem Fliegenglas“ ist aber nicht nur Hilfestellung, sondern auch Anweisung, denn Scobel macht deutlich, dass wir die alten Probleme und Konflikte begraben müssen, um erfolgreich an der Lösung von neuen (interdisziplinären) Problemen zu arbeiten. So lassen sich viele Erkenntnisse aus dem Buch ziehen!

Das in zwei Teile untergliederte Buch – der erste Teil heißt Vernunft, der zweite Glauben – lässt sich vorzüglich in kleinen Etappen lesen, wozu ich dringend rate, da es sich keinesfalls in einem Zug runterlesen lässt, denn das vorgestellte Material ist unheimlich umfangreich und trotz der wunderbaren Vorstellung und Erläuterung nicht leicht zu verdauen. Aber dennoch lohnt sich jede einzelne investierte Minute.

Gert Scobel schreibt sehr schön, wenn auch schnörkelig und teilweise sehr abschweifend, sodass oft sehr lange und überladene Sätze entstehen, die man dann auch zweimal lesen muss, um wirklich dahinter zu kommen, was Scobel dem Leser mitteilen will. Auch eine leichte Spannung wird dadurch erzeugt, dass der Leser wissen will, was Scobel zur Vernunft und zum Glauben sagt.

Insgesamt ist „Der Ausweg aus dem Fliegenglas“ ein sehr gelungenes, wenn auch teils anstrengendes Buch, das den Versuch, Vernunft und Glaube endlich zu vereinen, darstellt. Scobel gehört zweifelsohne zu den großen Intellektuellen und zeigt, dass wir das aufgeben müssen, woran wir so lange geglaubt haben: die Unvereinbarkeit von Vernunft und Glauben!

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Gert Scobel wurde am 12. Mai 1959 in Aachen (Deutschland) geboren.

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