Vom Ende aller Illusionen über das Leben handelt diese berühmte Kurzgeschichte Tolstois. Meisterhaft gelingt es ihm, sich in die Innenperspektive eines Sterbenden zu versetzen. Dieser Sterbende verliert nich nur Schritt für Schritt jede Hoffnung auf ein Weiterleben, sondern sieht sein ganzes Leben als gescheitert an, obwohl er an der Oberfläche in jeder Hinsicht Erfolg hatte. Der große Gert Westphal hat der Geschichte die passende Stimme gegeben.
Gert Westphal
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Frau Seidenman ist schön und sie ist Polin und Jüdin. So gerät sie ins Visir der Politik und die Deutschen nehmen auch sie in Gefangenschaft. Aber es gibt Menschen, die ihr helfen wollen, genauso wie es Menschen gibt, die ihr schaden wollen und die es als ihre Pflicht ansehen, Frau Seidenman für immer zu vernichten. Dieses Buch kommt relativ Leise daher, aber die Worte und Sätze entfalten eine solche gewaltige Spannung, dass man sich dem Buch kaum entziehen kann. Andrzej Szczypiorski wechselt die Perspektiven und dringt so auch ins Innere des Bösen ein. Das Buch geht unter die Haut und kommt ohne Effekthascherei aus, sondern beobachten und schildert nur.
Klappentext:
„Erschöpft von seiner Arbeit an der Universität begegnet Andrei Wassiljewitsch Kowrin eines Tages einem schwarzen Mönch, der ihm überdurchschnittliche Talente bescheinigt. Im neuerweckten Glauben, ein Genie zu sein, läuft sein Leben von nun an auf Hochtouren. Er heiratet die schöne Tanja und sieht einer glänzenden Universitätslaufbahn entgegen. Weil allerdings nur Kowrin den Mönch sieht, leiten Ehefrau und Schwiegervater folgenschwere Maßnahmen ein. Anton Tschechow schafft in seiner Geschichte, gelesen von Gert Westphal, einen Protagonisten zwischen Größenwahn und Wahnsinn – und stellt dabei die Frage aller Fragen: Was macht ein gutes Leben aus?“
Selbstredend ist diese Geschichte ein absoluter Klassiker und das Hörbuch hier lebt eindeutig durch die markante Stimme von Synchronsprecher und Schauspieler Gert Westphal. Die Geschichte selbst ist typischer Tschechow-Stil. Wer seine Werke kennt, schreckt vor keinem anderen seiner Werke zurück und weiß was ihn erwartet. Tschechow zeigt mit diesem Werk eindeutig auf, dass der Mensch immer nach mehr und höheren Sphären strebt. Was er dann daraus macht, ist immer so eine Sache und was ist, wenn es alles sowieso nur eine Illusion ist? Man fragt sich in diesem Hörbuch immer und immer wieder ob Kowrin wirklich nur „spinnt“ oder ob es den Mönch tatsächlich gibt. Die Novelle ist voll von philosophischen Gedankengängen - typisch für Tschechow. Der schwarze Mönch wird zum Sinnbild für die Halluzinationen von Kowrin und man „lebt“ mit ihm mit wie sein Leben wohl mit seiner neuen Lebenseinstellung weitergehen wird. Das Ende sagt dann schlussendlich alles aus. Sprecher Gert Westphal hat hier einem Klassiker bestens neue Töne eingehaucht und eine Geschichte lebendig gemacht, die wohl nie an Stärke verlieren wird. Auch wenn ich kein Fan von Tschechow bin, so ist doch dieses Werk immer wieder ein spezieller Genuss. 4 sehr gute Sterne hierfür.
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