Erbsenzählen

von Gertraud Klemm 
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Scharfsinniger, kluger Blick auf Beziehung mit Altersunterschied und Gesellschaft. Sprachlich ohne Punkt und Komma. Anstrengend.

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Inhaltsangabe zu "Erbsenzählen"

Gertraud Klemm durchleuchtet scharfzüngig und bitterböse, aber auch humorvoll unsere heutigen Zustände. Kein Blatt nimmt sie vor den Mund, wenn sie die verschiedensten Lebensentwürfe von den Nachkriegskindern bis zur Generation Z aus ganz unterschiedlichen Milieus schonungslos auseinandernimmt.
Wie kann man in einer von Regeln und Normen durchdrungenen Welt frei leben? Vor nicht weniger als dieser Frage steht die fast 30-jährige Annika, die sämtliche beruflichen und privaten Erwartungshaltungen von sich fernhält. Sie hat ihren sicheren Job geschmissen und lehnt sich mehr kellnernd als studierend nonchalant gegen die unsägliche Erbsenzählerei auf. Karriere, Ehe, Kinder, Eigenheim – das sind für sie belanglose Statussymbole, die andere von der Soll- zur Haben-Seite aufsummieren.
Immer wieder durchbricht Annika die Schranken der neoliberalen Leistungs- und traditionellen Wertegesellschaft und entzieht sich den vorgegebenen Lebensentwürfen. Aber wie lassen sich Ideal und Wirklichkeit miteinander vereinbaren, wenn die Gefühlswelt zu ihrem fast doppelt so alten Partner Alfred durcheinandergerät oder sie die »Stieftussi« für dessen 13-jährigen Sohn Elias spielen und Verantwortung übernehmen muss?
Ein Roman über die Ökonomie von Liebe und Sexualität, über die Fallstricke der Freiheit und die Kunst, keine Entscheidungen zu treffen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783990590065
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Droschl, M
Erscheinungsdatum:11.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Petriss avatar
    Petrisvor einem Jahr
    Bitterböse und gut beobachtet!

    Aufmerksam auf die Autorin wurde ich mit ihrem ersten Roman „Muttergehäuse“, eine autobiografisch inspirierte Geschichte über Mutterschaft, Adoption und ab wann man als „richtige“ Mutter gilt. Sehr berührend und menschlich, aber auch bitterböse und ironisch rechnet sie mit der Gesellschaft ab.

    Und diesen spitzen Ton führt sie auch hier gekonnt wieder weiter. Ich würde sogar sagen, noch verfeinerter und noch treffender. Die Geschichte selbst ist alltäglich. Eine junge Frau mit einem wesentlich älteren „Freund“, der im Kulturbereich tätig ist. Sie, obwohl sie auf die 30 zugeht, noch immer eine Suchende. In diesem Setting wird beobachtet, wie das Landleben im Speckgürtel von Wien abläuft, wie man als Frau sofort in die Rolle der Zuständigkeit fürs Stiefkind gedrängt wird und auch, wie zwiespältig die Beziehung zu einem wesentlich älteren Mann ist. Ganz überzeugt wirkt sie ja nie und so betrügt sie ihn auch einige Male.

    In diesem Rahmen wird beobachtet, kommentiert und erzählt. Spitz, kritisch und ironisch. Der Mensch mit all seinen Schwächen, Eitelkeiten und Rollen steht im Mittelpunkt.

    Mir hat dieser kleine, feine Roman wieder wunderbar gefallen. Vieles kommt mir bekannt vor, bei vielen Dingen musste ich lachen. Wie lächerlich manches wirkt, wenn es einfach staubtrocken beschrieben wird. Allerdings fand ich die Protagonistin ziemlich unreif und auch arrogant. Ich denke, dass das Absicht der Autorin war, sie sucht nicht nach Sympathie für ihre Protagonisten*innen.

    Ein Buch, das man schnell gelesen hat und das sich auf alle Fälle lohnt. Österreichs Autorinnen gefallen mir immer besser. Neben Judith Taschler und Vea Kaiser gehört inzwischen auch Gertraud Klemm zu meinen Lieblingsautorinnen. 

    Kommentare: 2
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    SinjeBs avatar
    SinjeBvor einem Monat
    Kurzmeinung: Scharfsinniger, kluger Blick auf Beziehung mit Altersunterschied und Gesellschaft. Sprachlich ohne Punkt und Komma. Anstrengend.
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    Summit503s avatar
    Summit503vor 14 Tagen

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