Gertrud Münchmeyer

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Die Kinder von Santa Elena

Die Kinder von Santa Elena

 (1)
Erschienen am 01.01.1944

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Rezension zu "Die Kinder von Santa Elena" von Gertrud Münchmeyer

Abenteuer in Guatemala
Buchgespenstvor 4 Jahren

Heli und Günther haben ihre Eltern verloren, doch statt eines trübsinnigen Daseins bei ihrem strengen Onkel, nimmt die beste Freundin ihrer Mutter sie auf, die mittlerweile in Guatemala lebt. Den Kindern steht eine aufregende Zeit in diesem fremden Land bevor. Unbekannte Gefahren und exotische Dinge stellen vor allem Heli mit ihrer Ängstlichkeit vor eine große Herausforderung. Doch in Inez und der wilden Matea findet sie gute Freundinnen. Günther dagegen fällt es schwer sich den Regeln auf der Finca unterzuordnen. Als Ältester gehört er nirgendwo dazu und es fällt ihm schwer seinen Übermut und seine Abenteuerlust zu zügeln. Seine wilden Streiche machen ihm und den anderen das Leben schwer. Dann begeht er einen verhängnisvollen Fehler und nichts ist mehr so wie es war.

Ein Kinderbuch aus dem Jahr 1944 mit großartigen Zeichnungen. Auch wenn es aus den 40ern ist, trägt diese Geschichte kein NS-Gedankengut in sich. Deutsche sind die Hauptfiguren, aber keine Schlüsselwörter der Zeit fallen, keine Handlung weist in diese Richtung. Es ist einfach eine spannende Abenteuergeschichte, die zu Unrecht vergessen wurde. Günthers ungestümes, arrogantes Verhalten (das eindeutig dem Trotz und der Sturheit eines Kindes und keiner Ideologie geschuldet ist) bringen ihn nicht nur stets in Schwierigkeiten, sondern schließlich auch in Lebensgefahr. Die Missachtung der Einheimischen und ihrer Kulte erweist sich als fatal.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Frakturschrift ist für mich kein Problem – ja, sie verleiht dem Buch das gewisse Etwas – das Flair der Vergangenheit. Unwillkürlich fragt man sich, wie das Buch den Krieg überstanden hat. Wer damit die Schrecken um sich herum vergessen konnte, indem er sich weit weg, auf eine Kaffeepflanzung in Guatemala träumte. Diese alten Bücher führen mir immer vor Augen, dass auch in den düsteren Kriegszeiten Träume überlebt haben. Welche Geschichte dieses Buchexemplar hat, werde ich nie erfahren, aber ich werde es bewahren, denn diese Bücher und die Geschichten sind so viel mehr als ein zusammengehefteter Stapel bedrucktes, brüchiges Papier.

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