Zur Zeit der Französischen Revolution in Paris: Eine kurzweilige Geschichte über eine junge Frau, die seit ihrer frühesten Kindheit an Angststörungen leidet. Dies hindert sie allerdings nicht, in den (katholischen) Karmel einzutreten, einem Frauenkloster. Die Revolutionisten - und das ist die geschichtliche wahre Begebenheit - zwangen die Nonnen dann entweder auszutreten und "freie Bürger" zu werden, oder sich der Guillotine zu stellen. In geschlossener Einheit entschlossen die tapferen Nonnen sich für den Märtyrertod - nur die ängstliche Protagonistin verliert den Anschluss. Als die Nonnen singend in den Tod gehen und ihre gesungenes Gebet nicht vollenden können, dringt vom Pöbel auf das Ende des Liedes - die ängstliche Novizin stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Liebe und ihrer Freiheit.
Die 16 Karmeliterinnen, die damals tatsächlich ums Leben kamen, bleiben in dem Buch ein wenig in Erinnerung.
Die Geschichte gelang auch ins Theater: die Oper "der Opfergang einer Nonne"
Gertrud von le Fort schafft es, sehr empfindsam und katholisch, eine gefühlsvolle und mitreissende Darstellung eines Einzelschicksales darzustellen, zugleich aber ein Reizthema anzuschneiden (Glaube versus Freiheit, Angst versus Ganzhingabe)
Gertrud von le Fort
Alle Bücher von Gertrud von le Fort
Die Letzte am Schafott
Insel-Bücherei, Nr. 580: Gedichte
Hymnen an die Kirche
Die Letzte am Schafott
Neue Rezensionen zu Gertrud von le Fort
„Wie traumhaft wird der Tag – wie taghaft sind die Träume!“ (S.10)
Zum Inhalt:
Auf den Seiten des 580. Bandes der Insel-Bibliothek kommt eine Lyrikerin zu Wort deren glaubensinhaltliche Sinnsuche sich in ihrem gesamten schriftstellerischen Schaffen kennzeichnend niederschlägt. So auch in dem vorliegenden Gedichtband, welcher in 7 lose textuelle Bündel über 40 Gedichte vereint. Intensivstes Streben nach christlich religiöser Klarheit, einer einenden Vision und die Auseinandersetzung mit den Schwächen, Ängsten und Herausforderungen der menschlichen Existenz in einer allzuoft hoffnungslos scheinenden Zeit – siehe den geschichtlichen Kontext zweier Weltkriege – ist der lyrische Nährboden dem die Texte entwachsen. Geprägt von kräftigen Bildern und einer feinen, über manche Strecken beinahe als filigran zu bezeichnenden Sprachführung begleitet dieser rote Faden den Leser durch die Lektüre des Buches.
„Mich ruft zuweilen eine Stille,
Die alles Tönen überschweigt.“ (S.74)
Fazit:
Gertrud von le Fort lehnt sich in ihrem lyrischen Werk u.a. an Hölderlin an, was ihre Werke entsprechende polariseren lässt, zumal noch die glaubensphilosophischen Implikationen hinzukommen, denen sich der Leser nicht von vorne herein verschließen sollte. Manches mal sind die Anspielungen auf zeitgeschichtliche Ereignisse, die die Autorin immer wieder zu ihrem Schaffen inspieriert haben, erst nach einer entsprechenden Recherche zu verstehen. Dies ist jedeoch auch einer der Gründe für die Lektüre ihrer Werke: die Auseinandersetzung mit Zeitgeist und dem Niederschlag desselben im Textuellen. Keine leichte Lektüre, aber auf jeden Fall einen Leseabstecher wert.
Zum Buch:
Der kleine Band des Insel-Verlages reiht sich unter seinesgleichen nahtlos ein. Fadenheftung, Druck und Bedruckstoff lassen keine Wünsche offen und geben den Texten einen gediegenen buchbinderischen, sowie typografischen Kontext. Nicht nur an den lyrisch interessierten, auch für den bibliophilen Leser gerichtet, so könnten man das Buch umschreiben.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
4 Bibliotheken
1 Leser*innen







