Gertrude Stein Q. E. D

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Inhaltsangabe zu „Q. E. D“ von Gertrude Stein

Adele, Mabel, Helen: Drei junge Frauen, die einander in Boston und New York kennengelernt haben, treffen sich, als ihre Beziehungen bereits bis aufs äußerste gespannt sind, in Italien wieder. Gertrude Steins erster Roman beschreibt die Geschichte eines erotischen Dreiecks.

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  • Dreiecksbeziehung aus Liebe, Abhängigkeit und Fehlbarkeit

    Q. E. D
    Farbwirbel

    Farbwirbel

    „Ruhig Kleines“ antwortete Helen, „ach, Du dummes Kind, begreifst Du denn nicht, daß Du das einzige auf der Welt bist, was mir überhaupt irgend etwas wirklich oder lohnend erscheinen läßt.“ S. 59 Dieses schmale Büchlein ist ein wirklich tolles, nachdenklich stimmendes Buch. Gertrude Steins erstes Werk „Q.E.D.“ behandelt ein hinlänglich modernes Thema. Die Hauptperson ist Adele, aus deren Innenperspektive der Leser am meisten erfährt. Sie ist eine moralisch integre, aufbrausende und nachdenkliche Frau, die ihre Unabhängigkeit liebt. Adele macht eine Kreuzfahrt zusammen mit ihrer Freundin Mabel und einer Freundin von Mabel, Helen. Zuerst wird Adele als eine Monolog an Monolog haltende, selbstbewusste Frau dargestellt und erst langsam erhält sie vor allem durch Helen Kontra. Die beiden lernen sich besser kennen und verstehen sich, auch wenn sie sich nicht wirklich mögen, ausgezeichnet. Mabel wird dabei etwas außen vor gelassen. „Nicht die einfachen moralischen Leidenschaften, die gehören eindeutig dazu, aber mein Hauptargument ist eigentlich ein Protest gegen die Tendenz so vieler von euch, sich nur auf etwas einzulassen um der Erfahrung willen. Ich glaube fest, daß man etwas um einer Sache tun soll oder um eiber bestimmten künftigen Wirkung willen, was das legitime Ergebnis jeder Erziehung ist. Aber Erfahrung für den schänigen Zweck, sie einfach gehabt zu haben, ist für mich ebenso trivial wie unmoralisch.“ - S. 13f Nachdem die Kreuzfahrt vorbei ist, halten die drei weiterhin Kontakt und Adele wird sich langsam ihrer Gefühle für Helen bewusst, weshalb die Zwei sich geheimen Treffen hingeben. Nicht ahnend, in welcher Verbändelung Helen und Mabel zueinander stehen, verliebt sich Adele in Helen. „Liegt dir wirklich noch etwas an mir?“ fragte Adele schließlich. Helen war ärgerlich und ließ die Arme fallen. „Du bist unmöglich“, antwortete sie. „Nie zuvor in meinem Leben habe ich jemanden mehr als eine Chance gegeben, und du, du hast siebenmal siebzig gehabt und bist nicht besser als zu Beginn. Sie küßte sie resigniert. „Du hast es geschafft, mich umzubringen“, sagte sie traurig, „und jetzt setzt du alles daran, dich selbst umzubringen. Leb wohl, ich komme heut abend nochmal kurz zu dir.“ - S. 83 Problembeladen wird ihre Beziehung durch Helens Abhängigkeitsverhältnis zu Mabel. Mabel ist, wie man es wohl modern ausdrücken würde, die Sugarmommy von Helen. Mabel wird stetig misstrauischer gegenüber Adele und auch wenn es viele Unterbrechungen des Kontaktes von Adele und Helen gibt, so wird Mabel eifersüchtig und versucht, zu intervenieren. Dabei lernt Adele die Massivität der Abhängigkeit von Helen kennen. Sie versucht, diese aus den Fängen Mabels zu erretten, doch erscheint dieses Unterfangen Hoffnungslos. „Ach, es ist einfach Prostitution“, sagte sie bitter zu sich selbst. „Wie eine stolze Frau, und Helen ist eine stolze Frau, sich derart erniedrigende Unterwerfung gefallen lassen und derart gemeine Lügen erzählen kann, dem Luxus zuliebe, das läßt mich völlig ratlos. Scheint mir, ich würde lieber verhungern oder wenigstens für meinen Lebensunterhalt arbeiten. Und doch, man weiß nicht, wenn man sehr in Bedrängnis wäre. Man hat gut reden, wenn man alles hat, was man will, und Unabhängigkeit obendrein. Ich weiß nicht, wenn ich stark unter Druck wäre, könnte ich es vielleicht auch tun, um mein Auskommen zu haben, aber es ist doch eine Zumutung.“ - S. 95 Das Werk wurde erst post mortem veröffentlicht, ist aber wohl mit vielen autobiographischen Passagen bestückt. Gertrude Stein selbst soll dabei in Adele wieder gespiegelt werden. Steins Schreibstil hat mich tatsächlich an Jane Austen erinnert, auch wenn sie vermutlich nicht begeistert wäre von diesem Vergleich (?). Die gedanklichen Monologe und die Einbindung des Briefkontakts sprechen dafür. Mir hat die Schreibweise sehr gefallen. Tatsächlich hat das Buch die Vorfreude auf ein weiteres Buch Steins erweckt. Ich persönlich konnte viele Zitate finden, die mich selbst betreffen und die in ihren Formulierungen nicht treffender sein könnten. „Du hast kein Recht, deinen Schmerz unablässig als Waffe einzusetzen!“ - S. 72

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    parden

    parden

    06. February 2016 um 19:30