Ghayath Almadhoun

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Lebenslauf

Ghayath Almadhoun, 1979 in einem Flüchtlingslager in Damaskus als Kind eines palästinensischen Vaters und einer syrischen Mutter geboren, studierte arabische Literatur an der Universität Damaskus und wanderte 2008 nach Schweden aus. Seine Gedichte werden in viele Sprachen übersetzt und für Preise nominiert. Der Dichter und Filmemacher lebt abwechselnd in Stockholm und Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ghayath Almadhoun

Cover des Buches Ein Raubtier namens Mittelmeer (ISBN: 9783716027684)

Ein Raubtier namens Mittelmeer

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Erschienen am 09.02.2018
Cover des Buches Kontinentaldrift (ISBN: 9783884236895)

Kontinentaldrift

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Erschienen am 22.09.2023

Neue Rezensionen zu Ghayath Almadhoun

Cover des Buches Ich habe dir eine abgetrennte Hand gebracht (ISBN: 9783792002940)
dunis-lesefutters avatar

Rezension zu "Ich habe dir eine abgetrennte Hand gebracht" von Ghayath Almadhoun

dunis-lesefutter
Das syrische Dilemma

Auf dieses Buch war ich sehr neugierig verbindet, es doch Prosa und Lyrik in Texten über politisch immer noch hoch aktuelle Themen, den Krieg in Syrien und die Lebenssituation im Nahen Osten. Der Almahoun ist 1979 in einem Flüchtlingslager in Damaskus als Kind eines palästinensischen Vaters und einer syrischen Mutter geboren. Er wanderte 2008 nach Schweden aus und lebt heute abwechselnd in Stockholm und Berlin.


Seine Texte werfen einen Blick auf die Lebensrealität vieler arabischstämmiger Menschen. Ausgezehrt, verletzt und getötet. Durch Kriege die Anderen nutzen, kämpfen sie sich Stück für Stück aus den Trümmern, leben in Lagern und sehnen sich nach Europa, das ihnen Diskriminierung gibt, und Ehre nimmt. „Als wir in Syrien waren, träumten wir von der Rückkehr nach Palästina. Jetzt träumen wir von der Rückkehr nach Syrien, damit wir den Traum von der Rückkehr nach Palästina fortsetzen können.“

Er kehrt dabei oft die Logik um und führt die Realität ad absurdum. Herauskommt Poesie, die sich wie Prosa anfühlt.


Die Lektüre steckt voller starker Emotionen, dominiert von Wut und Wehmut, Anklage und Unverständnis.„Wir lieben dich, Europa. Wir lieben deine Kunst und hassen deine Kolonialgeschichte, wir lieben dein Theater und hassen deine Konzentrationslager,“… „Wir lieben deinen zivilisatorischen Fortschritt, deinen Säkularismus, deine gerechten Gesetze und die Menschenrechte auf deinem Territorium, und wir hassen deinen Rassismus, deine Doppelmoral, deinen hochmütig Blick und deine blutige Geschichte.“


Almahoun arbeitet mit starken Bildern und Metaphern, doch am Ende setzt sich für mich eine Art poetische Biografie seiner inneren Zerrissenheit zusammen.

Das Buch ist also Poesie in dem sich Kunst, Politik, Geschichte und die Klage einer Generation von Männern breitmacht, die auf der Suche sind und denen man das finden schwer macht. Sehr beeindruckend und berührend. Eine große Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach außergewöhnlichen Texten sind.

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