Giacomo Casanova

 3,7 Sterne bei 49 Bewertungen

Lebenslauf

Giacomo Casanova - der große Dandy des Ancien Régime, Frauenheld, Soldat der Republik Venedig, Kardinalsekretär in Rom, Lotterieeinnehmer des französischen Königs, Geheimagent der venezianischen Inquisition. Er frönte den Sinnenfreuden wie kaum ein anderer: er liebte die Frauen, das Essen und die Reisen. Phantasievoll schlug sich dieser Bonvivant in den verschiedenen Berufen durch, seine Abenteuer führten ihn von Italien bis England, von Spanien über Frankreich und Deutschland bis nach Rußland - ein weltmännischer Libertin, der sich bei Hofe ebenso zu Hause fühlte wie im philosophischen Gespräch mit Voltaire, Rousseau und Winckelmann.Im Alter (Casanova wurde 1725 in Venedig geboren und starb 1798) sah er sich einsam und ohne Kredit und verfaßte im böhmischen Dux jene Lebenserinnerungen, die in ihrer schonungslosen Offenheit in der europäischen Literatur bis heute ihresgleichen suchen.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Giacomo Casanova

Cover des Buches Casanova zur Nacht (ISBN: 9783847740414)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Casanova zur Nacht" von Giacomo Casanova

Bellis-Perennis
»Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Hauptstreben; etwas Wichtigeres gab es für mich niemals.«

Anlässlich der 300. Wiederkehr des Geburtstags von Giacomo Casanova (1725-1798) hat der Verlag „AB Die andere Bibliothek“ die Memoiren des Lebemanns und Verführer neu aufgelegt. Also, nicht alles, was Casanova zu Papier gebracht haben soll, denn er soll rund 1.800 Doppelseiten voll gekritzelt haben. Der Verlag hat die mehrbändige Autobiografie gekürzt, 33 sinnliche Abenteuer heraus gepickt und Stefan Zweigs Essay über den Homme des Femmes vorangestellt. 

»Leidenschaftlich, gefährlich, verlumpt, rücksichtslos, amüsant, gemein, unanständig, frech, ludrig, immer aber spannungsvoll und unvermutet« (Stefan Zweig). 

Leider habe ich wenig Neues erfahren. Und ob die ausgewählten 33 Abenteuer so sinnlich sind, wie behauptet wird, mag auch im Auge des Betrachters liegen. Zudem sind die Kriterien, nach denen die 33 Nächte (die auch immer wieder Tage sind), ausgewählt wurden. 

Casanova ist jedenfalls ein Kind seiner Zeit, in der Müßiggang und Sinnesfreuden für alle jene, nicht um ihr tägliches Brot ringen müssen, an der Tagesordnung steht. 

»Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Hauptstreben; etwas Wichtigeres gab es für mich niemals.« 

Casanova war neben dem großen Verführer, auch Abenteurer und Diplomat, Hochstapler und Intrigant, Alchimist und Freimaurer, Theologe, Komödiendichter, Ökonom, Philosoph und vieles anderes mehr.  

Ob sein „Stehvermögen“ stellenweise nicht doch dem Reich der Fantasie und Wünsche zuzurechnen ist? Ohne die noch nicht erfundenen blauen Pillen, scheint manches ein Wunschtraum zu sein. Aber wer weiß das schon? Mit dem Extrakt der Spanischen Fliege hat man ja schon länger experimentiert. 

Wenn man das damalige Frauenbild ohne das Wissen von heute betrachtet, kann diese Lektüre vielleicht sogar anregend finden, ein Klassiker der erotischen Literatur ist sie jedenfalls. Heute, wo erotische und/oder pornografische Schriften für fast jeden frei erhältlich sind, wirkt das Werk ein wenig altbacken. Um 1821 bei ihrer Erstveröffentlichung durch den renommierten Verlagsbuchhändler Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823) erregten die Memoiren von Casanova natürlich Aufsehen. 

Fazit:

Dieser gekürzten Autobiografie, die anlässlich seines 300. Geburtstages erschienen ist, gebe ich 3  Sterne.

 

Cover des Buches Casanova zur Nacht (ISBN: 9783847740414)
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Rezension zu "Casanova zur Nacht" von Giacomo Casanova

dunkelbuch
33 sinnliche Abenteuer.....

Sein Name ist ein Synonym für die Kunst der Verführung und der Liebe: Giacomo Casanovas Leben war spektakulärer als die meisten Fiktionen. Unbefangen erzählt er in diesem Band von Bekanntschaften, die von Schauspielerinnen, Adligen bis hin zu Nonnen reichen. Gewandt bewegt er sich durch das Europa des 18. Jahrhunderts, von den schillernden Seiten bis in die Abgründe, zwischen gesellschaftlichen Konventionen und heimlichen Grenzüberschreitungen. 

»Leidenschaftlich, gefährlich, verlumpt, rücksichtslos, amüsant, gemein, unanständig, frech, ludrig, immer aber spannungsvoll und unvermutet« – Stefan Zweig.

Cover des Buches Aus meinem Leben (ISBN: 9783596902859)
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Rezension zu "Aus meinem Leben" von Giacomo Casanova

Kopf-Kino
"Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier."

Mein Leben ist mein Stoff, mein Stoff ist mein Leben.

Seine Liebesabenteuer machten ihn zur Legende; oftmals wird er zu Unrecht darauf reduziert. Casanova entwarf im Alter von 64 Jahren die Niederschrift seiner Memoiren und blickte auf ein spannendes Leben zurück. Beginnend mit seiner Abstammung und Geburt im Jahre 1725, beschreibt er sowohl das aristokratische als auch das bürgerliche Leben des 18. Jahrhunderts und erzeugt dadurch ein ausführliches Gesellschaftsbild. Da er im Laufe seines Lebens - das keinesfalls geradlinig, sondern von Gefängnisstrafe und ständiger Flucht geprägt ist - auf viele Herrschern und bedeutende Zeitgenossen, wie bspw. Katharina die Große oder Voltaires, stieß, stellen seine Schriften ebenfalls ein kulturgeschichtliches Zeugnis dar.

Ich habe diese Erinnerungen nicht für die Jugend geschrieben; denn diese muss in der Unwissenheit erhalten werden, damit sie nicht zu Fall komme.

Wer eine Aneinanderreihung von lüsternen Szenen erwartet, wird enttäuscht sein. Die Affären sind aus heutiger Sicht eher prüde umschrieben. Im Vordergrund scheint Casanovas Suche der Schönheit abseits der Norm zu liegen, seine Verführungskünste entspringen rhetorischer Natur: das Ohr der Frauen als Spielfeld.

Indem ich mir die genossenen Freuden ins Gedächtnis zurückrufe, erneuere ich sie und genieße ihrer zum zweiten Mal; der Leiden aber, die ich ausgestanden habe und die ich jetzt nicht mehr fühle - ihrer lache ich.

Es ist eine Freude, diesem faszinierenden Lebenskünstler, der mit Verschwendungssucht und ohne eigenes Vermögen immer wieder leichtfüßig auf die Beine kommt, wenn er fällt, zuzuhören, seinen heiteren schwungvollen Schilderungen der Affären zu genießen und mit ihm zu bangen, wenn er über existentiellen Krisen und Dunkles sinniert. Seine Probleme und Ansichten wirken überraschend modern, seine Schicksalsschläge berühren, seine Lebensfreude und Leichtigkeit sind ansteckend.

Nicht immer jedoch wirkt Casanova sympathisch: Betrügereien und rücksichtsloses Verhalten stoßen beim Lesen manchmal sauer auf, manchen Casanova aber gleichzeitig menschlich.

Einen Dummkopf betrügen heißt, den Verstand rächen.

Was konnte dieser Mann schreiben! Schade, dass er sich zeitlebens lediglich der Autobiographie widmete. Seine Sprache zeugt von einem kühnen Geist, sein Schreibstil wirkt formvollendet, was gewiss nicht jedermans Geschmack ist, da sie einer anderen Zeit entspringt.

Leider schleichen sich nebst großartigen Passagen auch langweilige, allzu detaillierte ein. Letztendlich ziehe ich der Gesamtbewertung – schweren Herzens - 2 volle Punkte ab, da ich die Fischer-Ausgabe leider nicht empfehlen kann. Da diese keine Gesamtausgabe ist, musste natürlich erheblich gekürzt werden – hier wurde der Text jedoch regelrecht zerstückelt, sodass der Leser manche Szenen und längere Passagen nicht oder viel zu spät einzuordnen weiß. Hier fehlt leider viel zu viel, um dem Verlauf gut und logisch folgen zu können, was ich sehr ärgerlich finde. Es scheint, als hätte man an den falschen, entscheidenden Stellen massiv gekürzt und das Hauptaugenmerk auf Nebensächlichkeiten gerichtet. Schade, schade.

Casanovas Werk möchte ich somit keinesfalls, sondern die Ausgabe kritisieren. Ob die Reclam-Ausgabe besser gekürzt wurde, kann ich nicht sagen – ich möchte lediglich von dieser abraten.

Grundsätzlich lohnt sich der Blick in Casanovas Leben. Seine Autobiographie möchte ich wärmstens empfehlen.

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Zusätzliche Informationen

Giacomo Casanova wurde am 01. April 1725 in Venedig (Italien) geboren.

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in 126 Bibliotheken

auf 6 Merkzettel

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

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