Giacomo Girolamo Casanova Chevalier de Seingalt Aus meinem Leben

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Inhaltsangabe zu „Aus meinem Leben“ von Giacomo Girolamo Casanova Chevalier de Seingalt

'Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Hauptstreben; etwas Wichtigeres gab es für mich niemals.' Giacomo Girolamo Casanova (1725–1798), dessen Name zum Typ wurde, war aber nicht nur ein ›Casanova‹, er war Abenteurer und Diplomat, Hochstapler und Intrigant, Alchimist und Freimaurer, Theologe, Komödiendichter, Ökonom, Philosoph und vieles mehr. Seinen Ruhm als der große Verführer verdankt er seinem umfangreichen Memoirenwerk, das allerdings nicht allein aus ›Stellen‹ besteht. Diese Auswahl präsentiert den ganzen Casanova und damit das aufregende Bild einer Epoche, die mit der Französischen Revolution zu Ende ging.

Casanova - nicht nur ein Typus, sondern ein hervorragender Autor

— Faidit

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  • "Aus meinem Leben" - Ausschnitte aus den Erlebnissen Casanovas

    Aus meinem Leben

    sternblut

    09. June 2016 um 21:38

    Denken wir heute an Casanova, so steigt in uns das Bild des "Weiberhelden" auf - eines lebendigen Don Juan. Dass er aber mehr gewesen ist, ein vielschichtiger Charakter, der in seinem Leben viel erlebt hat und dessen Gedanken nicht weniger vielschichtig sind als der Mensch selbst. Um sich die Zeit zu vertreiben, schrieb Casanova eine mehrteilige Autobiographie auf Schloss Duchcov, die uns zeigt, was wirklich hinter ihm steckt.Die vorliegende Reclam-Ausgabe ist eine übersetzte Auswahl aus der großen Biographie Casanovas. Leider hab ich keinen Vergleich zu dieser, weil ich sie (noch) nicht gelesen habe, aber das ist ja für dieses Buch auch nicht weiter von "Bedeutung". Was natürlich bei einer solchen Ausgabe immer vorhanden ist, sind Vorrede und Nachwort von Verlag und/oder Übersetzer/Herausgeber. Ich persönlich finde es hier auch unabdingbar, da gerade die Auswahl wesentliche Elemente des Lebens von Casanova herausschneidet (möglicherweise). Da es sich um eine Autobiographie handelt, kann in diesen beiden Bereichen nicht nur erklärt werden, wie die Auswahl getroffen wurde, sondern auch nicht angesprochene Punkte, die in der Forschung behandelt werden, vorgestellt werden können. Da das Buch aus der Sicht Casanovas geschrieben ist, ist es natürlich subjektiv und dem Leser werden möglicherweise die Gedanken der anderen Personen nicht klar. Das kann in diesen Bereichen durch Quellenlektüre ergänzt werden. Solche Versuche gibt es auch hier, besonders im Nachwort. Finde ich tatsächlich eine schöne und vor allem neutrale Ergänzung.Ansonsten besteht das Buch aus 16 Kapiteln, die (wie gesagt) eine Auswahl aus der Autobiographie Casanovas darstellen. Was ich ein bisschen schwierig fand war die Relation zwischen den Kapiteln, gerade auch was die Seitenzahl anbelangt. Ich finde gut, dass die meisten Kapitel ungekürzt übernommen wurden, allerdings finde ich es etwas störend, wenn ein Kapitel beinahe 100 Seiten umfasst (das ist ca 1/5 des Buches!), während andere gerade 10 Seiten haben. Da bin ich einfach der Meinung, dass das Gleichgewicht besser sein sollte. So kann ich jetzt wahnsinnig viel über seine Flucht aus den Bleikammern (klar, da hat er wohl auch ein eigenständiges kleines Werk verfasst und ist ja auch irgendwo spannend), aber habe nur sehr geringe Informationen beispielsweise über die Viscioletta. Das finde ich einfach schade und ist auch nicht wirklich aufzuwiegen. Da muss man dann eben doch die Originalfassung lesen, wenn man mehr wissen möchte. Einerseits ist man sich ja solcher Kürzung bewusst wenn es eine Auswahl ist, aber da hätte ich dann doch ein bisschen mehr erwartet, zumal man hier manchmal das Problem hat, dass es Lücken gibt, die man auch durch die kurzen Infoblöcke am Anfang der Kapitel nicht ausgefüllt bekommt. Schwierig.Was mir inhaltlich ein bisschen gefehlt hat, sind Informationen zu seinem Aufenthaltsort während des Schreibens. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das Werk wirklich abgeschlossen wäre. Zwar hat man ein zwei Bemerkungen à la "Ich langweile mich hier, deswegen erfreue ich mich am Schreiben", aber was ihm dort eigentlich wiederfahren ist, wie er auf das Schloss gekommen ist... die Infos, die mich eigentlich am meisten interessiert haben... die fehlen völlig. Da bin ich schonmal sehr gespannt, ob sich da vielleicht in der Gesamtausgabe etwas findet. Sprachlich finde ich das Buch wirklich toll. Auch hier - klar - es ist eine Übersetzung und damit eine Bearbeitung. Trotzdem kommt schon so das ein oder andere sprachlich rüber. Es ist sehr bildhaft und plastisch, also da kann man ihm wirklich nichts schlechtreden. Besonders nett fand ich den Kontrast zwischen der eigentlichen Biographie und der Nachrede, die natürlich wesentlich neutraler und wissenschaftlicher geschrieben ist. Eine schöne Abgrenzung. Doch, der Stil hat mir wirklich sehr gefallen. Nicht nur wegen der Bildhaftigkeit, sondern auch, weil man wirklich einen Einblick zu bekommen scheint. Man ist eigentlich "live" dabei. Schön fand ich auch, dass viele fremdsprachlichen Ausschnitte aus Gedichten oder Sprüchen, seien sie auf Latein oder Italienisch, in der Originalsprache mit zusätzlicher Übersetzung gedruckt sind. So kann man selbst entscheiden, ob man sich das auch mal im Original anschauen (oder eben die lateinischen Redewendungen mal sieht) oder gleich die Übersetzung lesen möchte. Es gibt dem Buch auch auf Deutsch etwas von seiner Originalität und zeigt die Bildung und vor allem die literarische Kenntnis, die Casanova besaß. Das Cover seinerseits finde ich ebenfalls hübsch gemacht. Es ist eine Rötelzeichnung darauf abgebildet (wer nicht weiß was das ist - keine Sorge, ich musste es auch eben erst googlen xD), die etwa um 1750 angefertigt werden soll. Demnach muss Casanova zu dieser Zeit etwa 25 Jahre gewesen sein. Dazu ist der Schriftzug schlicht gehalten, aber farblich passend. Am unteren Rand ist die üblich gelbe Leiste des Reclam-Verlags. Ich persönlich mag diese Cover ja generell mehr als die einfachen gelben, die sie sonst haben. Es ist auf die Person angepasst und für mich deswegen ein bisschen hübscher einfach. Man kann sich gleich ein Bild machen und hat nicht nur ein einfaches gelbes Heftchen im Regal stehen. Mit gefällt es auf jeden Fall sehr.Für mich ist "Aus meinem Leben" von Casanova ein Buch mit schöner Sprache, bildhaftem Inhalt, aber eben auch einer möglicherweise willkürlich wirkender Auswahl. Die Relation zwischen den Kapiteln hat mich wesentlich gestört, ebenso wie die Sprünge, die dazwischen teilweise herrschen. Trotzdem ist es ein schöner Einblick in das Leben eines wirklich vielschichtigen Menschen. Es lohnt sich also in gewisser Weise schon - nur darf man eben kein ganzheitliches Werk erwarten. Dafür muss man dann vermutlich eben doch die Gesamtausgabe in die Hand nehmen. Schade, dass es mir für meine Bachelorarbeit jetzt nicht weiterhelfen konnte (wegen der fehlenden Informationen zu Schloss Duchcov, der Bibliothek und seiner dortigen Tätigkeit).

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    • 5
  • Casanova - nicht nur ein gewisser Männer-Typus...

    Aus meinem Leben

    Faidit

    Casanova - nicht nur ein gewisser Männer-Typus, sondern ein hervorragender Autor! Erstaunt haben mich schon nach den ersten Zeilen die Intelligenz, der Tiefgang und die philosophischen Einwürfe dieses Mannes, bei dem ich nur Körperbetontheit und oberflächliche Jagd nach Befriedigung fleischlicher Gelüste vermutete. Doch diesem Klischee wirkt der Autor und Protagonist schnell entgegen. Er könnte sogar zur Emanzipation der Frau beigetragen haben, wären seine Bücher nicht so lange verboten gewesen. Casanova hat sehrwohl erkannt, dass seine eigene Lebensfreude von der seiner jeweiligen Partnerin abhing. Der Respekt vor der Frau, die er als gleichberechtigt betrachtet, ist stets vorhanden. Man erhält interessante Einblicke in die Denkweise und Gefühlswelt eines Mannes. Er spricht sehr offen über das, was ihn bewegt. Allerdings ist er auch mitunter einer Frau derart verfallen, dass dies schon selbstzerstörerisch ist. Es soll ja auch Frauen geben, die nicht nur lieb, anmutig und selbstlos, sondern nur auf sein Geld aus sind. Emotional im Spiel einer solchen Frau gefangen, vergisst er sich dann doch und wehrt sich mit Gewalt. Beim Lesen des Buches glaubt man fast, Casanova während einer Plauderei gegenüber zu sitzen. Dabei werden so einige voyeuristische Gelüste des Lesers befriedigt, wobei Casanova zwar erotische Szenen genau beschreibt, aber nie in platte Pornografie und derbe Sprache abtriftet. Für historisch Interessierte des 18. Jahrhunderts ein unbedingtes Muss.

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    • 2

    Postbote

    18. July 2014 um 16:23
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