Gian Carlo Ronelli Goweli - Die unbefleckte Empfängnis

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Inhaltsangabe zu „Goweli - Die unbefleckte Empfängnis“ von Gian Carlo Ronelli

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  • Rezension zu "Goweli - Die unbefleckte Empfängnis" von Gian Carlo Ronelli

    Goweli - Die unbefleckte Empfängnis

    Feuerfluegel

    16. January 2012 um 21:30

    Im Großen und Ganzen muss ich leider sagen, gefällt mir der zweite Teil der Trilogie leider nicht mehr so gut, wie der erste. Schnelle Sprünge zwischen den Charakteren hindern den Leser daran, sich länger und ausführlicher mit einer Figur beschäftigen zu können. Der emotionale Tiefgang bleibt auf der Strecke und kann man sich zu Beginn noch mit Neenah als Figur identifizieren, gerät sie mit der Zeit immer blasser. Auch wenn der wissenschaftliche Teil des Romans deutlich kürzer gerät, als in Teil Eins – was mir natürlich sehr gut gefällt – missfällt es mir etwas, dass der Action-Faktor absolut im Fokus der Handlung steht und kaum Raum für Gefühle oder Nähe zu den Figuren zulässt. Der Prolog dagegen war wirklich wunderbar geschrieben. Hier erfährt man einiges über Neenah, über ihre Vergangenheit, ihre Gefühle und erahnt einige Dinge, die im späteren Verlauf des Romans noch von großer Wichtigkeit werden. Ihr Leben im Kloster ist bemerkenswert dicht und atmosphärisch geschildert und ihre Interaktion mit Christine, einer anderen Ordensschwester ist authentisch und mitreißend geschrieben. Außerdem fährt der Autor in diesem Teil einige interessanten Aspekte auf, die den Roman dennoch lesenswert machen können. Anders als bei „Der letzte Engel“ springt der Leser zwischen den Zeiten. In der Gegenwart (2010) folgt der Leser wieder dem mürrischen, starken, aber dennoch charismatischen FBI-Agenten Mark Grimley, der alles daran setzt Neenah zu helfen. Denn er weiß, auch sie scheint eng mit seinem Schicksal und dem Schicksal des Goweli-Buches zusammen zu hängen. Außerdem wird ihm ein junger FBI-Agent zur Seite gestellt, der auf Grund seiner – sagen wir – Zwangsneurosen, seinem Ordnungswahn und seines Nachnamens (mehr will ich hier nicht verraten) für einige heitere Augenblicke sorgt. Denn der Autor spart auch hier wieder nicht mit seinem hintergründigen Humor. Die andere Zeitlinie liegt in der Zukunft (2040) und hier folgt der Leser dem jungen und interessanten Jonathan, dessen Schicksal ebenso mit Goweli und Neenah verbunden ist. Auch er versucht Neenah zu retten und muss sich dafür einigen Gefahren stellen. Er wird irgendwann zur Schlüsselfigur des Ganzen und daher ist es etwas schade, dass auch er zu einer Art Action-Held mutiert und durchgehend sehr blass bleibt. Jegliche Nebenfiguren wirken austauschbar, haben zwar einen Namen und das ein oder andere Merkmal, an das man sich erinnern kann, tauchen aber so schnell auf, wie sie meistens auch wieder von der Bildfläche verschwinden und bleiben daher reizlos und inhaltsleer. Mir als Leser, war es realtiv egal, ob der Charakter, lebt oder stirbt. Denn keiner von ihnen entwickelte sich oder machte eine große Wandlung durch. Nur das Ende verhieß wieder etwas mehr Spannung. Denn plötzlich werden die Fäden der Gegenwart und der Vergangenheit zusammengeführt und ergeben einen runden Abschluss. Lange Zeit weiß der Leser nicht, wie beides zusammenhängt, aber als er es endlich erfährt muss man vor dem Autor den Hut ziehen, denn er erschafft ein Ende, das ohne ein zeitliches Paradoxon oder größeren logischen Brüchen auskommt. Dennoch denke ich, dass die Lösung des Problems im Großen und Ganzen etwas zu einfach geraten ist und ein bisschen zu sehr, an die Lösung aus dem ersten Teil erinnert. Auch wenn das Ganze teilweise fast schon dramatisch anmutete, wollte es mich nicht so richtig mitreißen. Fazit: Was Charaktertiefe und Entwicklung angeht, erinnert der Roman eher an einen mittelmäßigen Action-Streifen im Fernsehen. Die schnellen Perspektivenwechsel verhindern den Tiefgang und die Nähe zu den Figuren. Dennoch hat er einige angenehm interessante Aspekte zu bieten, die zu einem logischen Ende zusammengeführt werden. Der Roman kann durchaus auch als Einzelroman gelesen werden, was, wie der Autor in einem Nachwort anmerkt, durchaus beabsichtigt gewesen ist. Außerdem sollte sich niemand an den wenigen Seitenzahlen stören, denn die Seitenzahl wurde auf Grund des Formats verringert. In einem herkömmlichen Format hätte das Buch ca. doppelt so viele Seiten oder mehr.

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