Gian Domenico Borasio

 4.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Über das Sterben, Selbst bestimmt sterben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gian Domenico Borasio

Gian Domenico Borasio wird im Jahr 1962 in Novara, Italien geboren. Er studierte Medizin an der Universtiöt in München. Er war einer der Gründer des interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin in München. Im Jahr 2004 wurde schleißlich am Klinikum Großhaden eine Station für Palliativmedizin eröffnet. In den Jahren 2006 - 2011 war er Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Universität München. Seit März 2011 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Universität Lausanne und Leiter des Dienstes Palliativpflege am Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, außerdem arbeitet ar als Professor an der Universiät in Lausanne. In seinem Buch "Über das Sterben" setzt sich Borasio mit dem schwierigen Thema "Tod" auseinander. Er beleuchtet Aspekte von der Sterbehilfe bis zur Patientenverfügung.

Alle Bücher von Gian Domenico Borasio

Gian Domenico BorasioÜber das Sterben
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Über das Sterben
Über das Sterben
 (16)
Erschienen am 27.08.2013
Gian Domenico BorasioSelbst bestimmt sterben
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Selbst bestimmt sterben
Selbst bestimmt sterben
 (2)
Erschienen am 11.11.2016
Gian Domenico BorasioPatientenverfügung
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Patientenverfügung
Patientenverfügung
 (0)
Erschienen am 19.11.2011
Gian Domenico BorasioGut sterben - wie geht das?: Gedanken und Erfahrungen eines Palliativmediziners
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Gut sterben - wie geht das?: Gedanken und Erfahrungen eines Palliativmediziners
Gian Domenico BorasioÜber das Sterben
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Über das Sterben
Über das Sterben
 (0)
Erschienen am 01.06.2012
Gian Domenico BorasioEvidenz und Versorgung in der Palliativmedizin
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Evidenz und Versorgung in der Palliativmedizin

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Gian Domenico Borasio

Neu
W

Rezension zu "Selbstbestimmt sterben" von Gian Domenico Borasio

Ein hilfreicher und kompetenter Ratgeber
WinfriedStanzickvor 4 Jahren


 

 

"Was uns allen zu wünschen ist, ist ein nüchterner und gelassener Blick auf die eigene Endlichkeit. Dies erfordert eine ruhige und wiederholte Reflexion, am besten im Dialog mit den Menschen, die uns am nächsten stehen. Das passiert leider im Leben eher selten, und wenn, dann oft sehr spät. Nehmen wir uns die Zeit dafür."

So postulierte der 1962 geborene Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin an der Universität Lausanne und Lehrbeauftragte für Palliativmedizin an der TU in München, Gian Domenico Borasio, in seinem Buch "Über das Sterben. Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen" .

 

Viele Menschen haben im letzten Jahr zu diesem Buch gegriffen, weil sie sich danach sehnen, mit dem eigenen Tod und dem eigenen Sterben anders umgehen zu lernen. Vielen Menschen geht es durchaus so, dass sie eine klare Haltung zu ihrer eigenen Endlichkeit haben, sei sie nun religiös- spirituell geprägt oder nicht. Doch es fällt ihnen schwer darüber zu sprechen, besonders mit den ihnen nahestehenden Menschen. Manchmal haben sie es auch schon versucht, und sind von der Abwehr, die ihnen entgegenprallte so erschrocken, dass sie denken, sie müssten dieses Thema in Zukunft mit sich allein ausmachen.

Dabei ist der Tod genau wie die Geburt, der er korrespondiert, ein Ereignis, für das es von der Natur festgelegte Abläufe gibt, in die der Mensch möglichst wenig störend eingreifen sollte. Doch ohne echte Kommunikation, dem Gespräch zwischen allen Beteiligten kann es nicht zu der wirksamen medizinischen, psychosozialen und auch spirituellen Betreuung werden, als die sie von ihrer Idee her gedacht ist.

Doch wenn der Sterbende und seine Angehörigen erst in diesem letzten Stadium ihre Kommunikation über das Sterben und den Tod beginnen, ist es oft zu spät. Da ist dann nichts aufgeschrieben über die Erbregelungen, es liegt keine Vorsorge- und Patientenvollmacht vor. Sich darum zu kümmern, wenn man noch bei bester Gesundheit ist, oder allerspätestens, wenn ernste Krankheitssymptome auftreten, das kann man lernen. Dieses Buch ist eine ermutigende und anschauliche Hilfestellung dafür.

 

 



Borasio will vorsichtig und sensibel eines der größten gegenwärtigen Tabus brechen, das Schweigen über den eigenen Tod und die Angst, endlich einmal darüber zu reden. Er geht selbst mit gutem Beispiel voran, und behandelt auch die umstrittenen ethischen Themen der Sterbehilfe.

 

Dies wird in seinem neuen, hier vorliegenden Buch ausführlich beschrieben. Borasio hat die sich in der letzten Zeit rasant entwickelnde Debatte um die verschiedenen Formen der Sterbehilfe und ihre moralischen und rechtlichen Implikationen, ausführlich diskutiert und mit Fallbeispielen beschrieben. Insofern ist es mehr noch als das erste Buch, für alle Menschen, die akut und latent von dem Thema betroffen sind, ein hilfreicher und kompetenter Ratgeber, der aber niemals jemandem die eigene Entscheidung abnehmen will.

Er beschließt sein Buch mit einem Appell an jeden Einzelnen:

„Selbst bestimmt sterben –das müssen wir alle. Selbstbestimmt sterben- das können wir erreichen, wenn wir es wollen. Aber zunächst müssen wir herausfinden, was das für jeden von uns ganz konkret bedeutet. Die Antworten werden höchst unterschiedlich sein, und sie können sich mit der Zeit für jeden Einzelnen auch verändern. Jeder von uns ist ein Stück weit selbst verantwortlich dafür, dass wir eine Gesellschaft bekommen, in der ‚selbstbestimmtes Sterben‘ weit mehr bedeutet, als das Recht, sich selbst zu töten oder töten zu lassen. In der jeder Mensch bis zu seinem Tod gleich geachtet wird, unabhängig von seinem ökonomischen oder sonstigen Leistungspotential. Und in der es für jeden Menschen möglich sein kann, jenes Ziel zu erreichen, das Rainer Maria Rilke so unvergleichlich formuliert hat:

'O Herr, gib jedem seinen eignen Tod.
Das Sterben, das aus jenem Leben geht,
darin er Liebe hatte, Sinn und Not.'"

 

Kommentieren0
7
Teilen
varietys avatar

Rezension zu "Über das Sterben" von Gian Domenico Borasio

Rezension zu "Über das Sterben" von Gian Domenico Borasio
varietyvor 6 Jahren

Das Buch handelt vom Thema, das uns alle betrifft - und das wir wohl am liebsten am weitesten weg verdrängen: den Tod. Der Autor schafft es, in klaren und deutlichen Worten verschiedene Aspekte davon darzulegen, damit man sich mit ihnen auseinandersetzen kann: Sterbebegleitung, Ort des Sterbens, Bedürfnisse beim Tod, Meditation, Ernährung, Patientenverfügung, Hospiz, Schmerzen usw.
Mir persönlich hat das Kapitel über die Unterschiede und Problematiken der Palliativmedizin und der Hospizarbeit weniger gefallen, weil es mich nicht im gleichen Masse betroffen machte wie andere.

Kommentieren0
6
Teilen
Claris avatar

Rezension zu "Über das Sterben" von Gian Domenico Borasio

Rezension zu "Über das Sterben" von Gian Domenico Borasio
Clarivor 6 Jahren

Sterben und sterben lassen...

Die Anzahl der Besprechungen zu diesem Buch zeigt das hohe Interesse am Thema „ Sterben“. Wussten wir doch über lange Zeit nicht, wie und ob man überhaupt an das Thema herangehen sollte.

Mit der von Cicely Saunders in den sechziger Jahren ins Leben gerufenen Hospizbewegung in England begann sich im Leben der Menschen das Sterben zu verändern. Nicht mehr abgeschoben in entlegenen Räumen wie über lange Jahre üblich sollte der Tod stattfinden, sondern in freundlicher Umgebung und von liebevollen Menschen betreut wollte man das Lebensende erleichtern helfen.

Inzwischen hat sich die Hospizbewegung weiter verbreitet. In vielen Ländern gibt es Hospize, in denen der Mensch seinen Bedürfnissen gemäß im Endstadium des Lebens seinem Tod entgegen gehen darf. Parallel zur Hospizbewegung entwickelte sich die Palliativmedizin, eine das Sterben begleitende und erleichternde Medizin. In zahlreichen Krankenhäusern gibt es inzwischen Palliativstationen, wo dem Sterbenden in seinem letzten Lebensabschnitt mit den zuweilen erbärmlichen Qualen Erleichterung geboten wird.

Gian Domenico Borasio ist einer von vielen Palliativmedizinern, der mit seinem hier vorliegenden Bericht über das Sterben sachlich, nüchtern und doch mit viel Empathie Auskunft gibt. Sein Werk ist nach Kapiteln geordnet, in denen medizinische, sozialpsychologische und rechtliche Fragen angesprochen werden.
Borasio bringt eine gut strukturierte Zusammenfassung der Bedingungen, die Voraussetzung für einen sanften Tod sein können.
Nach seiner Auffassung gibt es einmal den rein physiologischen Vorgang des Sterbens. Es gibt aber darüber hinaus die viel bedeutenderen Aspekte des mental-gefühlsmäßigen Eingehens auf die Bedürfnisse des Sterbenden. Hier setzt Borasio an und zählt die vielen Möglichkeiten der Sterbebegleitung auf. Dazu gehört die menschlich- einfühlsame Gesprächshilfe des Arztes oder Hospizhelfers, zu der selbstverständlich ganz vordringlich die Medikamentenversorgung bei den vielfältig auftretenden Beschwerden eines Sterbenden gehört. Insbesondere die Angst -und Schmerzbekämpfung steht hier im Vordergrund des Interesses.

Tabus über das Sterben gibt es immer noch in einer unübersehbaren
Vielzahl von Fällen. Diese zu beseitigen und das Gespräch mit dem Sterbenden
und auch den Angehörigen zu ermöglichen gehört zu den Anliegen Borasios.

Wenn man das Buch gelesen hat, wünscht man sich sehr, dass man die entsprechenden Hilfen und Möglichkeiten, wenn es Zeit ist, auch für sich nutzen könnte. Doch gibt es nach wie vor nicht genügend Anlaufstellen für das letzte Stadium des Lebens, dem wir unweigerlich alle entgegen gehen.

Gian Domenico Borasio leistet mit seinem Buch einen wichtigen Schritt in Richtung Aufklärung über das individuelle Sterben und die damit verbundenen Voraussetzung für einen guten Tod. Mögen es viele Mediziner, Politiker und Betroffene lesen, damit jeder von uns in Würde und Frieden sterben darf.

Kommentieren0
9
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 35 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks