Giancarlo De Cataldo

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Der König von Rom: Thriller, Suburra und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Giancarlo De Cataldo

Giancarlo De Cataldo wurde im Jahr 1956 in Taranto geboren und gehört heute zu den Bestseller-Autoren Italiens. Neben seiner Tätigkeit als Schrifsteller arbeitet er als Richter im Berufungsgericht in Rom und schreibt zudem regelmäßig für verschiedene italienische Zeitungen und Magazine. Sein Debüt "Romanzo criminale" wurde 2002 veröffentlich und erschien wenige Jahre später auch in deutscher Sprache.

Alle Bücher von Giancarlo De Cataldo

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Giancarlo De CataldoSuburra
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Suburra
Suburra
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Erschienen am 25.02.2015
Giancarlo De CataldoDer König von Rom: Thriller
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Der König von Rom: Thriller
Der König von Rom: Thriller
 (5)
Erschienen am 11.03.2013
Giancarlo De CataldoIch weiß um deine dunkle Seele
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Ich weiß um deine dunkle Seele
Ich weiß um deine dunkle Seele
 (3)
Erschienen am 15.04.2008
Giancarlo De CataldoDie Nacht von Rom
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Die Nacht von Rom
Die Nacht von Rom
 (2)
Erschienen am 30.08.2016
Giancarlo De CataldoDer Vater und der Fremde
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Der Vater und der Fremde
Der Vater und der Fremde
 (1)
Erschienen am 21.02.2017
Giancarlo De CataldoKokain: Crime Stories
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Kokain: Crime Stories
Kokain: Crime Stories
 (1)
Erschienen am 02.09.2013
Giancarlo De CataldoSchmutzige Hände: Politthriller
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Schmutzige Hände: Politthriller
Schmutzige Hände: Politthriller
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Erschienen am 15.10.2012
Giancarlo De CataldoKokain
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Kokain
Kokain
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Erschienen am 02.09.2013

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Neue Rezensionen zu Giancarlo De Cataldo

Neu
W

Rezension zu "Die Nacht von Rom" von Giancarlo De Cataldo

„Ein gigantisches Fresko einer globalen Niederlage"
WinfriedStanzickvor einem Jahr



Als Papst Franziskus im März 2015 an eigentlich erst 2025 wieder stattfindendes außerordentliches Heiliges Jahr mit den Worten „Das ist die Zeit der Barm¬herzig¬keit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesell¬schafts¬bereiche hinein¬tragen. Vorwärts!““ ankündigte, da stöhnten die Römer auf, würden doch statt der 13.4.Millionen Touristen im Jahr 2014 möglicherweise fast 33 Millionen über die Stadt herfalle-.

Wie soll man sie alle unter¬bringen, wie verkös¬tigen, wie trans¬portieren, wie ihren Müll entsorgen, wo doch all das mit den fast drei Millionen Römern kaum gelingt? Die Infra¬struktur Roms ist ein ewiges Provi-sorium, und seit der Regierung der 5- Sterne Bürgermeister eine Katastrophe.
Doch nicht wenigen Leute kommt diese Ansage des Papstes sehr gelegen. Ein schon in früheren Zeiten eingeschworene Gruppe von Politi¬kern, Unter¬nehmern, vatika¬nischen Würden¬trägern und Clan-führern ehren¬werter Gesell¬schaften wittert lukrative Geschäfte.
Von ihnen erzählen Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini in ihrem Thriller  „Die Nachht von Rom“ den der Folio-Verlag jetzt in der Über-setzung von Karin Fleischanderl dem deutsch¬sprachigen Publikum präsentiert. Die beiden Autoren, Richter der eine, Jour¬nalist der andere, sind mit den realen Vorgängen bestens vertraut und können deren fiktionale Dar¬stellung deshalb so aufbe¬reiten, dass manche Schlüssel¬figur und mancher Skandal als Anspie¬lung verstanden wird.
Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini haben ein ebenso viel¬schich-tiges wie span¬nendes, amü¬santes wie de¬primie¬rendes Porträt der ewigen Stadt am Tiber gezeich¬net. Trotz Chaos und Verfall strotzt sie vor Vitalität und Über¬lebens¬willen, Initiative und Geschäfts¬tüchtig¬keit. Um sich in der öffent¬lichen Unord¬nung durch¬zu¬schlagen, helfen Improvi¬sations¬talent, Egoismus und Rück¬sichts¬losig¬keit, und wer besonders viel davon mitbringt, kann es mit Geschick, Geschenken und Gewalt bis an die Spitze schaffen.

Wie in seinen früheren, allein verfassten Büchern geht es Giancarlo De Cataldo um eine gnadenlose Kritik an den politischen Zuständen in der italienischen Gesellschaft. Sein Kollege Camilleri hat seine Thriller in einer Kritik in Italien als „ein gigantisches Fresko einer globalen Niederlage, einer Niederlage nicht nur seiner Protagonisten, sondern unserer Gesellschaft insgesamt“ bezeichnet.

Da stimmt wohl.


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W

Rezension zu "Der Vater und der Fremde" von Giancarlo De Cataldo

Erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Männer
WinfriedStanzickvor einem Jahr



Dieses neue in Italien schon im Jahr 2010 erschienene Buch des italienischen Erfolgsautors Giancarlo De Cataldo ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Doch auch in diesem kleinen schon älteren Werk zeigt er sich als meisterlicher Beobachter seiner Zeit, in seiner für ihn typischen kritischen und unbestechlichen Art.

Es erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Männer, die sich normalerwiese nie begegnet wären. Doch der Sohn des subalternen Justizbeamten Diego , Giacomo, und Yusuf, der Sohn von Walid besuchen dasselbe Therapiezentrum. Beide Jungen sind behindert, und so kommen Diego und Walid miteinander ins Gespräch. Sein treffen sich in Cafes, wobei Diego diese neue Bekanntschaft vor seiner Frau geheim hält. Obwohl für ihn völlig unklar ist, wer sich hinter Walid verbirgt, der reiche orientalische Geschäftsmann oder ein krimineller Drahtzieher von Clans aus dem Nahen Osten, ist Diego von diesem Mann völlig fasziniert. Durch ihn und seine bedingungslose Freundschaft öffnet sich Diego ein völlig anderes Leben und lässt ihn in ein ihm bisher unbekanntes Rom eintauchen.

Doch dann ist Walid plötzlich über Nacht verschwunden und Diego findet sich im Visier der Staatspolizei wieder.
Der Krimikritiker der Zeit, Tobias Gohlis hat einmal zu den Büchern von Giancarlo de Cataldo geschrieben, man sollte sie gelesen haben, wenn man verstehen will, was in Italien los ist. Auch dieser frühe Roman gehört zu dieser Sozialgeschichte dazu.



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SalanderLisbeths avatar

Rezension zu "Die Nacht von Rom" von Giancarlo De Cataldo

Italienische Verhältnisse
SalanderLisbethvor 2 Jahren

Hinter den abgedunkelten Scheiben des schwarzen Audi A6 beobachtete Sebastiano Laurenti, wie die Stadt im Chaos versank. Rom brannte. Vor fünf Tagen hatte die Stadt kapituliert. Lahmgelegt von einem wilden Streik der Verkehrsbetriebe. Erstickt von nicht abtransportiertem Müll. Verpestet vom Gestank der Müllsäcke, die die wütenden Römer an den Straßenecken angezündet hatten. Die Dinge hatte ein Mädchen aus Tor Sapienza ins Rollen gebracht, sie hatte zwei Schwarze angezeigt, die sie vergewaltigt hätten. Die Bewohner der Vorstädte waren sofort auf die Barrikaden gestiegen. Rom brannte. (Auszug Seite 9)

Als Papst Franziskus im Frühjahr 2015 das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausruft, wittern viele Römer das große Geschäft, das sich mit Millionen von Touristen verdienen lässt. Bauunternehmer, Immobilienhaie und das organisierte Verbrechen setzen alles dran, öffentliche Aufträge zu manipulieren, um von dem Pilgerboom zu profitieren. Korrupte Kommunalpolitiker halten die Hand auf und auch der Vatikan hat seine Finger im Spiel.

Der Obermafiosi Samurai, ein faschistischer Kriminelle mit einem Faible für alles Japanische, zieht vom Gefängnis aus Tee trinkend die Fäden. Zwischen seinem Erben, dem smarten, eleganten Sebastiano Laurenti und dem skrupellosen Fabio Desideri entbrennt ein Krieg über seine Nachfolge. Müllberge und Straßenschlachten werden von der Mafia als Druckmittel benutzt und Chaos bricht in der italienischen Metropole aus. Den wenigen Aufrichtigen wird das Leben schwer gemacht. Alle Fraktionen sägen am Stuhl des Römer Bürgermeisters Martin Giardino, der unter anderem wegen seiner peniblen Art, nur ‚Der Deutsche‘ genannt wird.

Anfänglich hatte ich mit dem realitätsnahen Mafiathriller meine Schwierigkeiten. Ich fand ihn sehr sperrig und anstrengend zu lesen. Nicht nur wegen der Vielzahl an Protagonisten, die das Autorenduo De Cataldo und Bonini auflaufen lässt, erfordert er höchste Aufmerksamkeit. Eine hilfreiche Auflistung aller wichtigen handelnden Personen ließ mich immer wieder zum Anfang zurückblättern. Vielleicht lag es auch an der Übersetzung, hin und wieder stolperte ich über holprige Sätze und mir unbekannte Wörter wie zum Beispiel ‚Maulfürze‘ oder ‚die Finanz war ihm auf den Fersen‘. Eventuell handelt es sich auch um in Österreich gebräuchliche Ausdrücke, denn der Band wurde von Karin Fleischanderl für den Wiener Folio-Verlag übersetzt.

Der rasante Politthriller ist eigentlich mehr eine informative Reportage über die Verstrickungen von Mafia, Politik und katholischer Kirche. Dazu passt, dass es keine Anführungszeichen bei der direkten Rede gibt. Das fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber dadurch verstärkt sich die Wirkung einer nüchternen Chronik, und die Botschaft über Italiens bittere, grausame Realität wird eindringlich dargestellt. Aber mehr und mehr zog mich die fesselnde Geschichte in den Bann und der nüchterne, knappe Stil und die protokollartige Wiedergabe begannen mich zu faszinieren. Was dem Autorenduo perfekt gelingt, sind die einzelnen Milieu-Beschreibungen und die Darstellung der engen Verflechtungen zwischen denen aus den Palästen, die aus der Zwischenwelt, die von der Straße und dem Chor. Das sind die einzelnen Überschriften über der Liste der wichtigen handelnden Personen am Anfang des Buches.

Die vielen Charaktere sind gut ausgearbeitet, die teilweise klischeehafte Überzeichnung sicher gewollt und daher verzeihbar. Der eloquente Sebastiano Laurenti, eigentlich kein schlechter Kerl, ist nur durch ein böses Schicksal in diese Lage gekommen und denkt ständig über seinen Ausstieg nach. Er verliebt sich in die schöne, ehrgeizige Stadträtin Chiara Visone. Die redegewandte, charmante Parteichefin war früher mit dem altgedienten, linken Parteikommunisten Adriano Polimeni liiert. Er ist einer der wenigen ‚Guten‘ und versucht zusammen mit Monsignor Giovanni Daré dem Bösen die Stirn zu bieten. Auch andere Figuren wie der schmierige Politiker Temistocle Malgradi, der sich als angeblicher Vertrauter des Bürgermeisters verdingt oder der koksende Baulöwe Danilo Mariani mit seinen fettigen Haaren konnte ich mir gut vorstellen.

– Auf wie viel kommen wir?
– Die Bürojungen bekommen tausend im Monat. Die Vorsitzenden der Ausschüsse mitunter drei-, viertausend. Hängt davon ab. Dazu kommen die Extras für die schwierigen Beschlüsse. Nun, wie ich schon sagte, nur ein paar Trottel von den Cinque Stelle werden dagegen sein, aber wir arbeiten daran. Jabba, wenn du willst, kannst du die Liste der Bauarbeiten vorlesen. (Seite 83
)

Rom ist der Schauplatz dieses Mafia-Thrillers und da kennen sich die beiden Autoren Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini gut aus. Sie sind vertraut mit den politischen Hintergründen in Rom und wissen Bescheid über die Machenschaften hinter den Kulissen. De Cataldo  hat sich als Richter an einem Römer Schwurgericht mit dem Organisiertem Verbrechen auseinandergesetzt, Bonini arbeitet als investigativer Journalist einer Tageszeitung.

De Cataldo hat schon in einigen Werken die italienischen Verhältnisse beschrieben, sein Kriminalroman ‚Romanzo criminale‘ wurde mehrfach erfolgreich verfilmt. Die Nacht von Rom ist die Fortsetzung des erfolgreichen Thrillers Suburra, bei dem die beiden Autoren schon zusammen gearbeitet haben. In Suburra  beschäftigten sie sich intensiv mit der Korruption in Italien. Allerdings ist der vorliegende Politthriller mit knapp 300 Seiten schmaler und nicht ganz so komplex, daher für Laien in italienischer Politik leichter zu konsumieren.

In einem Interview bestreitet De Cataldo augenzwinkernd, dass seine Figuren auf realen Vorbildern beruhen. Doch wer sich mit dem italienischen Polittheater auskennt, wird die ein- oder andere Anspielung erkennen. Der Autor gibt weiter zu, dass es in der Wirklichkeit im kriminellen Bereich nicht ganz so schlimm gekommen sei. Auch das Heilige Jahr sei bis jetzt erstaunlich sauber verlaufen, was man Papst Franziskus zu verdanken hat. Der in der Realität inzwischen inhaftierte Mafiosi Massimo Carminati bezeichnete sich einmal in einem abgehörten Gespräch als Figur der „Zwischenwelt“, in der sich alle träfen. Denn auch die Leute in der Oberwelt brauchten mal jemand aus der Unterwelt, der Dinge für sie erledigt, die sonst keiner machen kann.

In Die Nacht von Rom werfen die beiden Insider in kurzen, knappen Kapiteln ein Schlaglicht auf Italien. Wer sich nur ein wenig mit der aktuellen Politik in Italien auskennt, wird an der spannenden Mischung aus Fiktion und Realität seine Freude haben. Mir fehlte ein bisschen die Spannungskurve, aber den Vorgänger Suburra würde ich auf jeden Fall noch gerne lesen.

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Zusätzliche Informationen

Giancarlo De Cataldo wurde am 01. Januar 1956 in Taranto (Italien) geboren.

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