Giancarlo De Cataldo

 3,8 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Romanzo Criminale, Der König von Rom und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Giancarlo De Cataldo wurde im Jahr 1956 in Taranto geboren und gehört heute zu den Bestseller-Autoren Italiens. Neben seiner Tätigkeit als Schrifsteller arbeitet er als Richter im Berufungsgericht in Rom und schreibt zudem regelmäßig für verschiedene italienische Zeitungen und Magazine. Sein Debüt "Romanzo criminale" wurde 2002 veröffentlich und erschien wenige Jahre später auch in deutscher Sprache.

Alle Bücher von Giancarlo De Cataldo

Cover des Buches Romanzo Criminale (ISBN: 9783746627977)

Romanzo Criminale

(20)
Erschienen am 20.02.2012
Cover des Buches Der König von Rom (ISBN: 9783746632315)

Der König von Rom

(6)
Erschienen am 19.01.2018
Cover des Buches Suburra (ISBN: 9783852566603)

Suburra

(4)
Erschienen am 25.02.2015
Cover des Buches Ich weiß um deine dunkle Seele (ISBN: 9783404922888)

Ich weiß um deine dunkle Seele

(3)
Erschienen am 15.04.2008
Cover des Buches Richter (ISBN: 9783608939897)

Richter

(3)
Erschienen am 24.05.2013
Cover des Buches Schmutzige Hände (ISBN: 9783746629414)

Schmutzige Hände

(3)
Erschienen am 24.06.2013
Cover des Buches Suburra (ISBN: 9783453438569)

Suburra

(4)
Erschienen am 08.08.2016
Cover des Buches Schwarz wie das Herz (ISBN: 9783852569024)

Schwarz wie das Herz

(3)
Erschienen am 23.08.2024

Neue Rezensionen zu Giancarlo De Cataldo

Cover des Buches Schwarz wie das Herz (ISBN: 9783852569024)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Schwarz wie das Herz" von Giancarlo De Cataldo

Gwhynwhyfar
Aufrecht geht er durch das Leben, auch wenn ihm genau das Tiefschläge versetzt

«Ein Schwarzer, der nach Wein stank, einen unverständlichen Dialekt sprach und an seinem gelben, schweißnassen T-Shirt zerrte. Der erste Klient seit einer Woche. Ich hatte jedoch überhaupt keine Lust, mich noch einmal mit einem Schwarzen auseinanderzusetzen, der nichts auf die Reihe brachte. Ich war zu müde, zu deprimiert, zu angeödet.»


Anwalt Valentino Bruio hat gewaltige Probleme: Die Anwaltskammer droht ihm mit Ausschluss, er ist pleite und hat gerade einen schwarzen Immigranten abgewiesen, der seinen Sohn vermisst. Er hat diese Loser-Klientel einfach satt. Als er aber erfährt, dass dieser Mann getötet wurde, die schwarze Community für Bruios Honorar sammelt, sieht er sich genötigt, Nachforschungen zu betreiben. Dabei lernt er die bezaubernde Giovanna Alga-Croce kennen. Kommissar Giacomo Del Colle ermuntert Bruio, er soll unbedingt in den Fall ermitteln, er könne dort weitermachen, wo er als Polizist nicht dürfe. Und er wird dem Anwalt im Laufe der Geschichte immer weiterhelfen.


« – Hör zu Bruio, der Junge hat infolge eines abgekürzten Verfahrens sechs Jahre bekommen und bei der Voruntersuchung meinen Klienten beschuldigt. Bring ihn zum Schweigen, dann machen wir einen Deal.

 – Wir machen einen Deal?

 – Klar. Wenn er redet, ist mein Mandant im Arsch. Sorg dafür, dass er schweigt, und wir haben alle was davon.

 – Diaspro …

 – ja, mein Lieber.

 – Leck mich am Arsch.»


Mit der Hilfe von Freunden aus der schwarzen Community Roms beginnt Bruio die Fäden zusammenzuführen. Eine Spur führt ihn in die Villa der mächtigen Familie Alga-Croce. Der vermisste Sohn des Toten sei angeblich im Internat, für das die Familie Alga-Croce zahlt, um dem intelligenten Kind ein besseres Leben zu bieten. Patriarch Noè öffnet Bruio den Blick auf Machtgier und grenzenlose Amoralität der Oberschicht. Seine Zuneigung zur Tochter des Hauses, Giovanna, aber stellt Bruio vor ein Dilemma. Irgendwann ist auch noch der andere Schwarze tot, der für die Familie Alga-Croce arbeitet. Korruption, Rassismus und schmutzige Überheblichkeit durchzieht den Roman, er gibt Einblick in die italienischen Gesellschaftsstrukturen. Anwalt Bruio ist ein zynischer Erzähler, einer der sich selbst unfähig und unattraktiv mit Übergewicht beschreibt, «von etwas abgehangener Eleganz»; nur liegen ihm die Frauen zu Füßen. Aufrecht geht er durch das Leben, auch wenn ihm genau das Tiefschläge versetzt. Der Typ, der die Gerechtigkeit vertritt, mit allen Mitteln – denn die steht im Mittelpunkt, nicht das Gesetz, Kumpanei oder unseriöse Geldangebote. Seine Lieblingsbar ist das Sun City, die seinem südafrikanischen Freund Rod gehört. Und klar, am Ende weiß Bruio, wo der Junge steckt und warum die beiden Männer sterben mussten. 


Richter Giancarlo De Cataldos hat «Schwarz wie das Herz» vor 35 Jahren herausgebracht, endlich ins Deutsche übersetzt. Die italienische Erstausgabe von 1989 wurde vom Autor im Jahr 2006 und 2016 überarbeitet und inhaltlich angepasst. Übersetzt wurde die letzte Fassung. Bruio, ein Typ, der außer seinem Studienabschluss in Jura nichts auf die Reihe bringt. Zahlungsunfähige Klienten, ein wirres Privatleben, überschuldet, und nun soll er vielleicht auch noch seine Anwaltslizenz verlieren. Bruio ist geradlinig, unbestechlich und keinesfalls machthungrig – das Gegenteil seiner Kollegen. Die Geschichte ist noch genauso aktuell wie beim Erscheinen, eher noch aktueller, denn ich nehme an, dass die schwarze Community in Rom sich wesentlich erweitert hat. Provokativ, mit beißendem, schwarzem Humor, politisch inkorrekt, spannender Krimi aus Rom.



Giancarlo De Cataldo, geboren 1956 in Taranto, lebt und arbeitet als Richter am Berufungsgericht in Rom. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen und Drehbücher für Film und Fernsehen; ständiger Mitarbeiter italienischer Tageszeitungen und Magazine; Herausgeber von Krimianthologien, auf Deutsch: «Ich weiß um deine dunkle Seele» (2006); «Denn dein ist das Böse» (2009).

Cover des Buches Die Nacht von Rom (ISBN: 9783852567006)
W

Rezension zu "Die Nacht von Rom" von Giancarlo De Cataldo

WinfriedStanzick
„Ein gigantisches Fresko einer globalen Niederlage"



Als Papst Franziskus im März 2015 an eigentlich erst 2025 wieder stattfindendes außerordentliches Heiliges Jahr mit den Worten „Das ist die Zeit der Barm¬herzig¬keit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesell¬schafts¬bereiche hinein¬tragen. Vorwärts!““ ankündigte, da stöhnten die Römer auf, würden doch statt der 13.4.Millionen Touristen im Jahr 2014 möglicherweise fast 33 Millionen über die Stadt herfalle-.

Wie soll man sie alle unter¬bringen, wie verkös¬tigen, wie trans¬portieren, wie ihren Müll entsorgen, wo doch all das mit den fast drei Millionen Römern kaum gelingt? Die Infra¬struktur Roms ist ein ewiges Provi-sorium, und seit der Regierung der 5- Sterne Bürgermeister eine Katastrophe.
Doch nicht wenigen Leute kommt diese Ansage des Papstes sehr gelegen. Ein schon in früheren Zeiten eingeschworene Gruppe von Politi¬kern, Unter¬nehmern, vatika¬nischen Würden¬trägern und Clan-führern ehren¬werter Gesell¬schaften wittert lukrative Geschäfte.
Von ihnen erzählen Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini in ihrem Thriller  „Die Nachht von Rom“ den der Folio-Verlag jetzt in der Über-setzung von Karin Fleischanderl dem deutsch¬sprachigen Publikum präsentiert. Die beiden Autoren, Richter der eine, Jour¬nalist der andere, sind mit den realen Vorgängen bestens vertraut und können deren fiktionale Dar¬stellung deshalb so aufbe¬reiten, dass manche Schlüssel¬figur und mancher Skandal als Anspie¬lung verstanden wird.
Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini haben ein ebenso viel¬schich-tiges wie span¬nendes, amü¬santes wie de¬primie¬rendes Porträt der ewigen Stadt am Tiber gezeich¬net. Trotz Chaos und Verfall strotzt sie vor Vitalität und Über¬lebens¬willen, Initiative und Geschäfts¬tüchtig¬keit. Um sich in der öffent¬lichen Unord¬nung durch¬zu¬schlagen, helfen Improvi¬sations¬talent, Egoismus und Rück¬sichts¬losig¬keit, und wer besonders viel davon mitbringt, kann es mit Geschick, Geschenken und Gewalt bis an die Spitze schaffen.

Wie in seinen früheren, allein verfassten Büchern geht es Giancarlo De Cataldo um eine gnadenlose Kritik an den politischen Zuständen in der italienischen Gesellschaft. Sein Kollege Camilleri hat seine Thriller in einer Kritik in Italien als „ein gigantisches Fresko einer globalen Niederlage, einer Niederlage nicht nur seiner Protagonisten, sondern unserer Gesellschaft insgesamt“ bezeichnet.

Da stimmt wohl.


Cover des Buches Der Vater und der Fremde (ISBN: 9783852567181)
W

Rezension zu "Der Vater und der Fremde" von Giancarlo De Cataldo

WinfriedStanzick
Erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Männer



Dieses neue in Italien schon im Jahr 2010 erschienene Buch des italienischen Erfolgsautors Giancarlo De Cataldo ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Doch auch in diesem kleinen schon älteren Werk zeigt er sich als meisterlicher Beobachter seiner Zeit, in seiner für ihn typischen kritischen und unbestechlichen Art.

Es erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Männer, die sich normalerwiese nie begegnet wären. Doch der Sohn des subalternen Justizbeamten Diego , Giacomo, und Yusuf, der Sohn von Walid besuchen dasselbe Therapiezentrum. Beide Jungen sind behindert, und so kommen Diego und Walid miteinander ins Gespräch. Sein treffen sich in Cafes, wobei Diego diese neue Bekanntschaft vor seiner Frau geheim hält. Obwohl für ihn völlig unklar ist, wer sich hinter Walid verbirgt, der reiche orientalische Geschäftsmann oder ein krimineller Drahtzieher von Clans aus dem Nahen Osten, ist Diego von diesem Mann völlig fasziniert. Durch ihn und seine bedingungslose Freundschaft öffnet sich Diego ein völlig anderes Leben und lässt ihn in ein ihm bisher unbekanntes Rom eintauchen.

Doch dann ist Walid plötzlich über Nacht verschwunden und Diego findet sich im Visier der Staatspolizei wieder.
Der Krimikritiker der Zeit, Tobias Gohlis hat einmal zu den Büchern von Giancarlo de Cataldo geschrieben, man sollte sie gelesen haben, wenn man verstehen will, was in Italien los ist. Auch dieser frühe Roman gehört zu dieser Sozialgeschichte dazu.



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Zusätzliche Informationen

Giancarlo De Cataldo wurde am 01. Januar 1956 in Taranto (Italien) geboren.

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