Gianfranco Calligarich

 3,7 Sterne bei 100 Bewertungen
Autor*in von Der letzte Sommer in der Stadt, Wie ein wilder Gott und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gianfranco Calligarich (1939-2024), geboren in Asmara, Eritrea, stammt aus einer Triestiner Familie. Er wuchs in Mailand auf, bevor er nach Rom zog, wo er als Journalist und Drehbuchautor arbeitete. 1994 gründete er das Teatro XX Secolo. Sein größter Erfolg, der Roman »Der letzte Sommer in der Stadt«, erschien 1973 und wurde in zwanzig Sprachen übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der letzte Sommer in der Stadt (ISBN: 9783552076426)

Der letzte Sommer in der Stadt

(97)
Erscheint am 17.03.2026 als Gebundenes Buch bei Zsolnay, Paul.
Cover des Buches Wie ein wilder Gott (ISBN: 9783442775958)

Wie ein wilder Gott

Erscheint am 16.04.2026 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Gianfranco Calligarich

Cover des Buches Der letzte Sommer in der Stadt (ISBN: 9783552076426)

Der letzte Sommer in der Stadt

(97)
Erscheint am 17.03.2026
Cover des Buches Wie ein wilder Gott (ISBN: 9783552075108)

Wie ein wilder Gott

(2)
Erschienen am 19.08.2024
Cover des Buches Der letzte Sommer in der Stadt (ISBN: 9783442773176)

Der letzte Sommer in der Stadt

(1)
Erschienen am 13.09.2023
Cover des Buches Wie ein wilder Gott (ISBN: 9783442775958)

Wie ein wilder Gott

(0)
Erscheint am 16.04.2026
Cover des Buches Der letzte Sommer in der Stadt (ISBN: 9783863525453)

Der letzte Sommer in der Stadt

(0)
Erschienen am 30.04.2022

Neue Rezensionen zu Gianfranco Calligarich

Cover des Buches Der letzte Sommer in der Stadt (ISBN: 9783552072756)
R

Rezension zu "Der letzte Sommer in der Stadt" von Gianfranco Calligarich

raganiuke
Melancholisch

Gianfranco Calligarichs Buch "Der letzte Sommer in der Stadt" erschien bereits 1973 wurde aber einige Jahre lang nicht mehr aufgelegt. Die Sprache ist dann auch zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, man kommt aber dennoch schnell in die Stimmung, die der Autor vermittelt und findet sich im Rom der 70er Jahre wieder, wo man den (Anti-)Helden Leo im titelgebenden Sommer in der Stadt begleitet.

Leo verlässt seine Heimatstadt Mailand, um am Meer zu leben und taumelt in Rom von einem Nichts zum anderen, arbeitet manchmal ein wenig, hängt aber mehr herum, feiert, verbringt Zeit mit Freunden und trinkt. Es sieht so aus, als würde er von der seltsamen Arianna aus dem Sumpf gezogen werden, die ihm eines Tages über den Weg läuft. Calligarich lässt seine Hauptfigur allerdings nicht in ein stereotypes bequemes und vielleicht glückliches Leben stolpern sondern zieht ihn weiter durch Bars in der Nacht und die Plätze Roms am Tage, wobei er die Atmosphäre der Stadt und den vergeblichen Kampf mit dem Leben spürbar werden lässt, die Figuren bleiben aber trotzdem irgendwie fremd, vielleicht auch, weil das Lebensgefühl jener Zeit heute so weit weg zu sein scheint.

Cover des Buches Wie ein wilder Gott (ISBN: 9783552075108)
dracomas avatar

Rezension zu "Wie ein wilder Gott" von Gianfranco Calligarich

dracoma
"Zerstören oder zerstört werden!"

Die Erforschung des dunklen Kontinents durch die Europäer im 19.Jahrhundert – ein spannendes und vielschichtiges Thema! Die Forschungsreisen von Livingstone und Stanley bieten faszinierenden Lesestoff; der italienische Afrikaforscher Vittorio Bottego (1860 – 1897) dürfte dagegen wenig bekannt sein, und mit diesem Roman schließt der Autor eine Lücke.

Calligarich baut die Reisen Bottegos in eine Rahmenhandlung an: der Präsident der Geographischen Gesellschaft in Rom blickt am Ende seines Lebens zurück und sieht auf der gegenüberliegenden Garagenmauer wie auf einer Projektionsleinwand das Leben Bottegos und seine eigene Verwicklung darin vorüberziehen.

Bottego erscheint als abenteuerlustiger, mutiger junger Mann, dem es im Italien seiner Heimat zu eng wird. Er strebt nach Ruhm und Ehre, aber auch danach, ein besonders intensives und einzigartiges Leben zu führen. Die kolonialistischen Bestrebungen Europas kommen ihm hier entgegen. Bottego hat zwar vorrangig keine politischen, sondern wissenschaftliche Ambitionen, aber er kann sich schon allein aus finanziellen Gründen dem Zeitgeist der imperialistischen Expansion nicht entziehen. Daher führen seine Expeditionen in die italienischen Kolonien Eritrea, Äthiopien und Somalia, und er verpflichtet sich zur massenhaften Abschlachtung von Elefanten, um mit dem Elfenbein seine Expeditionskosten zu decken. In Afrika gebärdet er sich „wie ein wilder Gott“, der lokale Herrschaftsstrukturen missachtet und mit großer Grausamkeit seine Karawanen vorantreibt. „Zerstören oder zerstört werden!“ ist sein Motto. Da ist Bottego das Kind seiner Zeit; schließlich bezeichnet der italienische König Umberto seinen „Amtsbruder“, den Kaiser von Äthiopien, als „afrikanischen Affen“. Aus Unkenntnis gerät Bottego in das Fadenkreuz der politischen Entwicklung und der komplizierten imperialistischen Gemengelage, was ihn schließlich das Leben kostet. Dennoch kann er Erfolge verbuchen mit der Entdeckung der mächtigen Ströme Juba und Omo, die ihn mit ihrer Wildheit wie wilde, archaische Götter anmuten. Eine geglückte Doppelbödigkeit des Titels „Wie ein wilder Gott“! 

Aber: Die Abenteuer selber reihen sich nur aneinander und ähneln sich. Dörfer werden überfallen und niedergebrannt, dann wieder wird verhandelt und getauscht. Deserteure werden erschossen, Askaris verletzt, die Ruhr und andere Krankheiten dezimieren die Karawane. Ein Abenteuer nach dem anderen wird aufgezählt, statt dass sie gestalterisch durchdrungen werden. 

Diese fehlende Durchdringung stört vor allem bei dem zentralen Problem des Kolonialismus. Bottegos Entdeckungen interessieren den italienischen Staat nicht; er ist interessiert an Eroberungen, an einer Ausweitung seines Kolonialbesitzes und an Prestigegewinn im europäischen Konzert. Es gibt aber, so der Autor, durchaus Gegner dieser Politik, aber sie kommen nicht zu Wort. Um was geht es nun dem Autor? Möchte er mit seiner Figur das Scheitern der kolonialen Politik zeigen? Statt einer reinen Aufzählung der Ereignisse hätte ich mir eine gestalterische Durchdringung des Stoffes gewünscht, die die leider eher flache Aufzählung zu einem Roman gestaltet hätte.

Trotzdem habe ich das Buch gerne und mit großem Interesse gelesen, und es ist Calligarich anzurechnen, dass er diese historische Figur des Bottego dem Vergessen entrissen hat.


 

 

 

 

 

Cover des Buches Wie ein wilder Gott (ISBN: 9783552075108)
yellowdogs avatar

Rezension zu "Wie ein wilder Gott" von Gianfranco Calligarich

yellowdog
Ein Leben im Extrem

Zwar ist dieser neue Roman von Gianfranco Galligarich ganz anders als sein Erfolgsroman "Der letzte Sommer in der Stadt", aber das schriftstellerische Geschick und ein gewisser Ton sind vorhanden.
Thema ist der Afrikaforschers Vittorio Bottego (1860 bis 1897).
Um die Geschichte Bottegos zu erzählen, nutzt der Autor die Reflexionen eines 70jährigen im Jahr 1933. Der bedenkt nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das Bottegos.
Der Erzähler stützt sich auf dessen Tagebücher. Direkt characterdriven ist der Roman nicht.

Galligarichs erzählerischer Einfallsreichtum erinnert mich latent an den portugiesischen Literaturnobelpreisträger Jose Saramago, stilistisch ist er aber zugänglicher. Der Text ist gut lesbar, hat aber auch immer wieder ausdrucksstarke Beschreibungen mit ausgezeichneten Formulierungen. dabei ist neben dem Weg der Karawanen in Afrika der Schauplatz Italien genauso wichtig.

Ein bemerkenswertes Buch!

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