Gianna Molinari

 3.8 Sterne bei 25 Bewertungen
Gianna Molinari

Lebenslauf von Gianna Molinari

Preisgekrönte Schweizerin veröffentlicht vielversprechendes Debüt: Die 1988 geborene Schweizer Autorin hat Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und Neuere Deutsche Literatur an der Universität Lausanne studiert. Ihren Debütroman „Hier ist noch alles möglich“ veröffentlichte die Schriftstellerin, die seit 2015 als Programmassistentin der Solothurner Literaturtage tätig und Mitbegründerin der Kunstaktionsgruppe „Literatur für das, was passiert“ ist, im Jahr 2018. Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die als Nachtwächterin einer Verpackungsfabrik jeden Abend Ausschau nach einem Wolf, der in das Gelände eingedrungen sein soll, hält. Dabei wird die Suche nach dem Raubtier zur Suche nach sich selbst. Gianna Molinari war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa 2012 am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt neben dem Publikumspreis des 17. MDR-Literaturwettbewerbs bei den „Tagen der deutschen Literatur“ 2017 in Klagenfurt den 3sat-Preis. Mit ihrem Debütroman "Hier ist noch alles möglich" schafft Molinari es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018.

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Hier ist noch alles möglich

Hier ist noch alles möglich

 (25)
Erschienen am 13.07.2018

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Rezension zu "Hier ist noch alles möglich" von Gianna Molinari

Hier ist noch alles möglich
Wuestentraumvor 21 Tagen

Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt, die wohl kurz vor der Schließung steht. Es sind nicht mehr viele Mitarbeiter anwesend. Sie bezieht ein Zimmer auf dem Fabrikgelände. Der Koch erzählt ihr, dass er einen Wolf auf dem Gelände gesehen hat. So heben sie eine Grube aus, um den Wolf zu fangen. Die junge Frau richtet ihr Leben völlig nach ihrer Arbeit aus. So wohnt sie ja bereits auf dem Fabrikgelände, führt viele interessante Gespräche mit den Mitarbeitern und beginnt eine Obsession bezüglich der Suche nach dem Wolf. Alles andere, was außerhalb der Fabrikmauern passiert, die Realität, bleibt außerhalb ihres Sichtfeldes. Jede Nacht dreht sie ihre Runden und sucht den Wolf. Dabei verfällt sie in immer tiefere interessante Gedankengänge, manchmal sinnvoll, manchmal verwirrend. So erscheint ein Photo von einer jungen Frau bei einem Banküberfall, welches ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. War sie diese Frau oder ist alles nur Einbildung?

Gianna Mollinari gelingt es in diesem Buch, mich zu fesseln, eine Spannung zu erzeugen, die mich das Buch nicht mehr aus de Hand legen ließ. Zwischen den Zeilen andeutend kamen viele interessante wie auch verwirrende Dinge zutage, doch trotzdem zweifelte ich nicht an dem Verstand der Protagonistin, sondern schloss sie in Herz. Man erfuhr über sie so gut wie nichts und trotzdem war sie mir so sympathisch. Die Zeit während der Nachtwache verschwamm zwischen Realität und Träumerei, was dem Roman den eigentlichen Irrwitz verlieh und mich begeisterte.

Der Schreibstil war für mich besonders und einnehmend. Er hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman ist speziell, er wird sicher polarisieren. Mir hat er geraden wegen seiner tollen Sprache, der sympathischen Protagonistin und seiner Verwirrung stiftenden Geschichte super gefallen.

Fazit:

Ein nicht alltäglicher Roman. Einer, der manchmal verwirrt. Mit tollem Schreibstil und interessanter Geschichte hat mich dieser Roman begeistert.

 

 

Kommentare: 2
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Rezension zu "Hier ist noch alles möglich" von Gianna Molinari

Auf seltsame Art ein tolles Buch
leserattebremenvor 2 Monaten

Die Protagonistin des Romans arbeitet als Nachwächterin in einer Fabrik, die kurz vor der Schließung steht. Ein Wolf wurde vom Koch gesichtet, sie und ihr Kollege Clemens heben eine Grube aus um ihn zu fangen und bewachen nachts das Fabrikgelände, auf dem die Erzählerin auch lebt. Sie schließt eine leichte Freundschaft zu Clemens und dem Mitarbeiter Lose, der aber die Fabrik verlässt um am Flughafen zu arbeiten, schließlich geht es mit der Fabrik offensichtlich zu Ende. Doch auch der Wolf scheint sich nicht mehr blicken zu lassen und so warten sie weiter.
Es ist schwer, die Handlung des Romans „Hier ist noch alles möglich“ zusammenzufassen, denn es passiert wirklich nicht viel. Dennoch schafft es die Autorin Gianna Molinari durch ihre nüchterne und klare Sprache, einen mit dieser Geschichte zu faszinieren. Die Protagonistin bleibt seltsam farblos, obwohl wir die ganze Geschichte aus ihrer Perspektive wahrnehmen, erfahren wir wenig über ihre Intention und Gefühle. Auch über ihre Vergangenheit und Pläne wissen wir nichts, die Geschichte findet völlig im Moment statt. Dass man als Leser so wenig über sie erfährt, führt auch zu Zweifeln an der Wahrheit der wenigen Dinge, die wir über sie erfahren. Als ein Phantombild von einem Bankraub auftaucht, das ihr ähnlich sieht, ist es nicht nur ihr Kollege Clemens, der skeptisch wird. Auch mir als Leserin ging es so. Könnte sie es denn nicht gewesen sein? Was weiß ich schon über sie, ihren Charakter, ihre Absichten? Aus dieser Spannung speist sich der gesamte Roman, der einen in eine seltsame Zwischenwelt entführt, nichts scheint wirklich real, aber auch nicht phantastisch. Es bleibt wenig, woran man sich als Leserin oder Leser festhalten kann, kaum Handlung, ein unklarer Charakter, ein düsterer Ort. Dennoch beschreibt Mollinari alles so fesselnd und sprachlich virtuos, das man kaum aufhören kann zu lesen und sich gerne in ihre seltsames Szenario begibt.
Mir hat „Hier ist noch alles möglich“ trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Plots und des fast fadenscheinigen Personals sehr gut gefallen, alle ist wohl durchdacht und gut zusammengefügt, um einen als Leser faszinieren zu können. Es sehr gelungener Roman, der seinen Lesern durchaus etwas abverlangt, was ich sehr gut finde. 

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Rezension zu "Hier ist noch alles möglich" von Gianna Molinari

Wenig überzeugend
wbetty77vor 2 Monaten

Eine junge Frau beginnt ihre Arbeit als Nachtwächterin in einer Fabrik, welche kurz vor der Schließung steht. Sie bezieht ein geräumiges Zimmer in den Fabrikhallen. Nur noch wenige Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Der Koch behauptet auf dem Gelände einen Wolf gesehen haben. Die Nachtwächterin hält die Augen nach dem Wolf offen und baut zusammen mit einem Kollegen eine Fallgrube. Wird der Wolf in diese Falle tappen?

Die Fabrik, in der die junge Frau ihre Arbeit als Nachtwächterin aufnimmt, wird nur noch kurze Zeit existieren. Dort werden Verpackungen hergestellt, doch das Geschäft rentiert sich nicht mehr. Die Nachtwächterin freundet sich mit einigen der verbliebenen Mitarbeitern an. Auf dem Gelände soll sich ein Wolf herumtreiben. Einige Jahre zuvor fiel ein Mann vom Himmel, dessen Identität nie geklärt wurde. Die junge Frau denkt über den Wolf nach. Sie denkt darüber nach, wie ein Mann vom Himmel fallen kann und fragt sich, wer er war. Sie denkt nicht darüber nach, wohin sie nach der Schließung der Fabrik gehen soll.

Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen. Besonders die Ich-Erzählerin blieb mir fremd. Ich habe keinen Zugang finden können. Die eigene Denkweise der Protagonistin kam mir häufig zu gewollt vor. Streckenweise habe ich Seiten nur überflogen, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll. Sprachlich gut geschrieben, fehlt für mich das gewisse Etwas an der Erzählung, das mich fesselt, das mich berührt. Ob „von hier aus noch alles möglich ist“ bleibt fraglich, denn Zukunftsvisionen kommen in dem Roman nicht vor.

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