Hier ist noch alles möglich

von Gianna Molinari 
3,7 Sterne bei22 Bewertungen
Hier ist noch alles möglich
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Positiv (15):
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Faszinierend und verwirrend zu gleich- was ist da eigentlich passiert?

Kritisch (4):
sar89s avatar

Leider konnte mich das Debut gar nicht packen.

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Hier ist noch alles möglich"

Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer Suche nach sich selbst und zur Frage nach den Grenzen, die wir ziehen, um das zu schützen, woran wir glauben.

„Gianna Molinari nimmt uns an Bord einer literarischen Forschungsreise zu den Terrae Incognitae der Gegenwart, nimmt uns vom vermeintlich sicheren Ufer mit ins offene Meer.“ Ruth Schweikert

„Manche Bücher sind wie Inseln. Leser betreten sie nur kurz, aber lang genug, dass sie ihre rätselhafte Schönheit, ihren sprachlichen Bewuchs, ihre Bewohner nicht mehr missen möchten. Hier ist noch alles möglich ist genau so ein Buch.“ Saša Stanišić

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351037390
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:13.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Faszinierend und verwirrend zu gleich- was ist da eigentlich passiert?
    Auf seltsame Art ein tolles Buch

    Die Protagonistin des Romans arbeitet als Nachwächterin in einer Fabrik, die kurz vor der Schließung steht. Ein Wolf wurde vom Koch gesichtet, sie und ihr Kollege Clemens heben eine Grube aus um ihn zu fangen und bewachen nachts das Fabrikgelände, auf dem die Erzählerin auch lebt. Sie schließt eine leichte Freundschaft zu Clemens und dem Mitarbeiter Lose, der aber die Fabrik verlässt um am Flughafen zu arbeiten, schließlich geht es mit der Fabrik offensichtlich zu Ende. Doch auch der Wolf scheint sich nicht mehr blicken zu lassen und so warten sie weiter.
    Es ist schwer, die Handlung des Romans „Hier ist noch alles möglich“ zusammenzufassen, denn es passiert wirklich nicht viel. Dennoch schafft es die Autorin Gianna Molinari durch ihre nüchterne und klare Sprache, einen mit dieser Geschichte zu faszinieren. Die Protagonistin bleibt seltsam farblos, obwohl wir die ganze Geschichte aus ihrer Perspektive wahrnehmen, erfahren wir wenig über ihre Intention und Gefühle. Auch über ihre Vergangenheit und Pläne wissen wir nichts, die Geschichte findet völlig im Moment statt. Dass man als Leser so wenig über sie erfährt, führt auch zu Zweifeln an der Wahrheit der wenigen Dinge, die wir über sie erfahren. Als ein Phantombild von einem Bankraub auftaucht, das ihr ähnlich sieht, ist es nicht nur ihr Kollege Clemens, der skeptisch wird. Auch mir als Leserin ging es so. Könnte sie es denn nicht gewesen sein? Was weiß ich schon über sie, ihren Charakter, ihre Absichten? Aus dieser Spannung speist sich der gesamte Roman, der einen in eine seltsame Zwischenwelt entführt, nichts scheint wirklich real, aber auch nicht phantastisch. Es bleibt wenig, woran man sich als Leserin oder Leser festhalten kann, kaum Handlung, ein unklarer Charakter, ein düsterer Ort. Dennoch beschreibt Mollinari alles so fesselnd und sprachlich virtuos, das man kaum aufhören kann zu lesen und sich gerne in ihre seltsames Szenario begibt.
    Mir hat „Hier ist noch alles möglich“ trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Plots und des fast fadenscheinigen Personals sehr gut gefallen, alle ist wohl durchdacht und gut zusammengefügt, um einen als Leser faszinieren zu können. Es sehr gelungener Roman, der seinen Lesern durchaus etwas abverlangt, was ich sehr gut finde. 

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    wbetty77s avatar
    wbetty77vor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ich habe keinen Zugang zu der Erzählung finden können. Die Hauptfigur blieb immer auf Distanz und nichtssagend.
    Wenig überzeugend

    Eine junge Frau beginnt ihre Arbeit als Nachtwächterin in einer Fabrik, welche kurz vor der Schließung steht. Sie bezieht ein geräumiges Zimmer in den Fabrikhallen. Nur noch wenige Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Der Koch behauptet auf dem Gelände einen Wolf gesehen haben. Die Nachtwächterin hält die Augen nach dem Wolf offen und baut zusammen mit einem Kollegen eine Fallgrube. Wird der Wolf in diese Falle tappen?

    Die Fabrik, in der die junge Frau ihre Arbeit als Nachtwächterin aufnimmt, wird nur noch kurze Zeit existieren. Dort werden Verpackungen hergestellt, doch das Geschäft rentiert sich nicht mehr. Die Nachtwächterin freundet sich mit einigen der verbliebenen Mitarbeitern an. Auf dem Gelände soll sich ein Wolf herumtreiben. Einige Jahre zuvor fiel ein Mann vom Himmel, dessen Identität nie geklärt wurde. Die junge Frau denkt über den Wolf nach. Sie denkt darüber nach, wie ein Mann vom Himmel fallen kann und fragt sich, wer er war. Sie denkt nicht darüber nach, wohin sie nach der Schließung der Fabrik gehen soll.

    Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen. Besonders die Ich-Erzählerin blieb mir fremd. Ich habe keinen Zugang finden können. Die eigene Denkweise der Protagonistin kam mir häufig zu gewollt vor. Streckenweise habe ich Seiten nur überflogen, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll. Sprachlich gut geschrieben, fehlt für mich das gewisse Etwas an der Erzählung, das mich fesselt, das mich berührt. Ob „von hier aus noch alles möglich ist“ bleibt fraglich, denn Zukunftsvisionen kommen in dem Roman nicht vor.

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    AnnieHalls avatar
    AnnieHallvor 24 Tagen
    Ein faszinierendes Debüt

    Hier ist noch alles möglich ist ein Roman von Gianna Molinari und 2018 im Aufbau Verlag erschienen.

    Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt.. Die Fabrik steht vor der Schließung, viele Mitarbeiter bereits gegangen, doch die Frau geht gewissenhaft ihrer Aufgabe nach, denn ein Wolf wurde auf dem Gelände gesehen. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang und kontrolliert die Zäune, hebt sogar eine Fallgrube aus. Doch der Wolf taucht nicht auf. Gibt es ihn tatsächlich oder verrennt sie sich in der Suche?

    Gianna Molinari erzählt die faszinierende Geschichte einer jungen Frau, die ihr Leben nach ihrem neuen Job ausrichtet. Sie wohnt in einem Teil der Fabrik, hält an der Existenz des Wolfs fest und verbringt ihren Urlaub mit ehemaligen Fabrikmitarbeitern. Ihre Vergangenheit ist rätselhaft, ihre Zukunft ungewiss. Die Suche nach dem Wolf wird zum Lebensinhalt, die Fabrik zum geschützen Ort. Nur selten drängt sich die Welt außerhalb des Zauns in ihr Bewußtsein und in die Gespräche unter den Mitarbeitern. wie das Phantombild einer Bankräuberin, das ihr so täuschend ähnlich sieht. Doch kann man seiner Wahrnehmung wirklich trauen und bedeutet die Tatsache, dass der Wolf auf den Überwachungsbildern nicht zu sehen ist, dann zwingend, dass er nicht existiert? Je intensiver die junge Frau sucht, desto mehr verschwimmen Realität und Einbildung.  

    Ein moderner und packender Roman über Grenzen, die räumlich vorgegebenen und die selbst gesetzten, nebulös, schnörkellos und sprachlich ausgefeilt.

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor einem Monat
    Kurzmeinung: Fesselnd, faszinierend, famos - ein Hoch auf die Merkwürdigkeit! Dieses Buch konnte mich absolut überzeugen!
    Fesselnd, faszinierend, famos - ein Hoch auf die Merkwürdigkeit!

    * Spoilerfreie Rezension! *

    ~
    „Hier ist noch alles möglich“ ist ein faszinierender Roman, der mich absolut überzeugen konnte. Obwohl der Schreibstil nüchtern, schmucklos und einfach ist, zeigt er dennoch eine große Eindringlichkeit. Schnell wird klar: Dieses Buch hat Tiefe, hier steckt unheimlich viel zwischen den Zeilen. Es geht um Grenzen, um die Panik, wenn sie übertreten werden, um das Suchen nach ganz vielen Dingen (Heimat, Wolf, Antworten), um die Angst vor dem Fremden, Unbekannten. Viele Verbindungen zwischen dem fiktionalen Roman und der gegenwärtigen Realität lassen sich ziehen. Obwohl man über die starke Protagonistin beinahe nichts erfährt, gelingt es Gianna Molinari dennoch, sie so liebevoll zu charakterisieren und ihr so eine einnehmende Persönlichkeit zu verleihen, dass ich eine enge Bindung zu ihr aufbauen konnte und ihr sehr gerne auf ihren nächtlichen Rundgängen und in ihre meist sehr interessanten, manchmal auch merkwürdigen (auf die beste Art!) Gedanken zu folgen. Der Autorin gelingt es, eine ganz feine, durchgängige Spannung zu erzeugen, die niemals einbricht, sie lässt seltsame Ereignisse geschehen in diesem Buch. Die dunklen bis dämmrigen, manchmal etwas unheimlichen Stunden der nächtlichen Wache sind wie diese Momente zwischen Schlaf und Wachsein: Dort existieren Dinge, Schatten, bei denen man sich niemals sicher sein kann, ob sie real sind. ~

    Inhalt

    Der Chef einer Fabrik, die kurz vor der Schließung steht, stellt eine neue Nachtwächterin ein, die Protagonistin dieses Romans. Ein Wolf wurde auf dem Fabrikgelände gesichtet, hat es gewagt, Grenzen zu überschreiten. Panik bricht aus. Gruben werden ausgehoben, Fallen aufgestellt, der Wolf wird zum zentralen Thema in der Fabrik.

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Genre: Roman
    Verlag: Aufbau Verlag
    Seitenzahl: 192
    Erzählweise: Ich-Erzähler, meist Präteritum, selten Präsens
    Perspektive: aus weiblicher Perspektive
    Kapitellänge: Das Buch ist in drei große Kapitel eingeteilt, die in weitere kurze Geschichten und Episoden unterteilt sind.
    Tiere im Buch: +/- In einer Geschichte wird ein Hahn getötet, der Chef der Firma stellt Tellereisen auf, um den Wolf zu fangen, was nichts anderes als schlimmste, verachtenswerteste Tierquälerei und zu verurteilen ist. Was geschehen würde, wenn der Wolf in die Falle ginge, wird nie konkretisiert, vermutlich würde er aber erschossen werden. Tauben werden an einem Flughafen erschossen, um die Flugzeuge vor Vogelschlag zu schützen, ein Vogel wird in einem Film versehentlich getötet. Die Protagonistin hingegen versucht den Wolf immer wieder zu schützen, zum Beispiel indem sie die Fallen schließt, dafür gibt es Pluspunkte.

    Warum dieses Buch?

    Dieses Buch hat es dieses Jahr auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft, daher musste es in irgendeiner Weise etwas Besonderes sein. Klappentext, Titel und Cover haben mich sofort neugierig gemacht – so stand schnell fest, dass es mein erstes Longlist-Buch werden würde. Weitere werden folgen.

    Meine Meinung

    Einstieg & Struktur (+)

    Der Einstieg fiel mir sehr leicht, obwohl die Struktur durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen ist. Hier wechseln sich kurze Episoden aus dem Leben der Nachwächterin mit Reflexionen, selbst verfassten Wörterbucheinträgen, einzelnen Fotos (deren Bedeutung einem beim Lesen nicht immer sofort klar ist), Zeichnungen und sehr kurzen Geschichten ab, die meist merkwürdig sind und von fremden Inseln handeln. Schon die erste Seite hat mich derart fasziniert, dass ich unbedingt weiterlesen wollte.

    „Der Wolf und die Wölfe haben keine Namen. Man nennt sie Wolf und Wölfe. Sie haben Verstecke. Sie bewegen sich nachts.
    Auch ich bewege mich nachts, auch ich schaue viel in die Dunkelheit.
    Auch ich drang in Gebiete vor.“
    E-Book, Position 41

    Schreibstil (♥)

    Auch der Schreibstil war einer der Gründe, warum ich so schnell in die Geschichte gefunden habe. Er ist einfach und sehr angenehm und flüssig lesbar, und obwohl er einige Wiederholungen enthält (etwas, was mich normalerweise schnell nervt), so waren diese ganz gezielt und bewusst gesetzt und haben dem Text einen bestimmten Nachdruck und einen leicht kindlichen, unvoreingenommenen Unterton verliehen, was mir sehr gut gefallen hat. Die meist kurzen, manchmal mit Beistrichen oder Konjunktionen verbundenen Hauptsätze sind sehr nüchtern und schmucklos gehalten, ohne blumige Verzierungen oder Spielereien, dennoch ist die Sprache eindringlich und faszinierend. Selten blitzen Spuren von Humor auf. Trotz des einfachen Schreibstils will das Buch mit voller Konzentration gelesen werden, das zeigt sich auch daran, dass es keine Anführungszeichen gibt. Alleine durch den Schreibstil hat es einen Sog auf mich ausgeübt, dem ich mich nicht entziehen konnte. Manches Mal schien mir die Sprache aber auch etwas prätentiös – nämlich immer dann, wenn jedes Wort so voller Nachdruck gesetzt wurde, als hätte es eine große und tiefgehende Bedeutung. Häufig steckt bei diesem Buch viel zwischen den Zeilen, aber in manchen Momenten gibt es das auch meiner Meinung nach nur vor. Aber: Ich verzeihe es, und ich verzeihe es gerne, weil mir das Gesamtbild so gut gefallen hat.

    „Ich sehne mich nach Unsicherheit, nach mehr Echtheit vielleicht, nach Wirklichkeit. Ich möchte unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht. Ich möchte Teil einer Geschichte sein oder vieler Geschichten zugleich.“ E-Book, Position 307

    „Ich stelle mir eine Welt vor, auf der Wölfe bereits mit Tellereisen an den Füßen geboren werden und in keine weiteren treten können.“
    E-Book, Position 309

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+)

    Eigentlich hat dieses Büchlein ja nur wenig Handlung. Eine junge Frau wird als Nachtwächterin eingestellt, weil ein Wolf auf dem Gelände gesichtet wurde. Die eigentlich dünne Geschichte enthält durch die treffenden Beobachtungen, die interessanten und mitunter merkwürdigen Gedankengänge der Hauptfigur, ihre (nächtlichen) Erkundungen, die Analysen ihrer Mitmenschen und manches seltsame Ereignis aber erstaunlich viel Tiefe. Es geht in diesem Buch um Grenzen, die verzweifelt geschützt werden (obwohl es eigentlich viel wichtigere Dinge gäbe, um die man sich kümmern sollte), um Wölfe, Flüchtlinge, Dinge, die diese überschreiten und die Folgen davon. Hier lassen sich viele Parallelen und Analogien zur gegenwärtigen Realität finden. Es geht auch ums Ankommen und um die Angst vor dem Fremden, Unberechenbaren. Die Geschichte spielt in diesem magischen Übergangzustand zwischen Bekanntgabe der Schließung und dem tatsächlichen Abschalten der Maschinen.

    Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, ist dies ein Buch, das zwar in einem einfachen Schreibstil verfasst wurde, das aber zwischen den Zeilen in die Tiefe geht. Die genaue Analyse der wiederkehrenden Motive, Symbole und Metaphern wäre vermutlich ein Heidenspaß für viele LiteraturwissenschaftlerInnen (auch ich würde eine solche Analyse nur allzu gerne lesen), aber auch ohne detaillierte Untersuchung erahnt man, dass es dort vieles zu entdecken gibt. Das hat bei mir eine niemals versiegende Faszination ausgelöst. Das Ende ist ebenfalls stark, ich mochte den letzten Satz sehr.

    Protagonistin & Figuren (♥)

    Eigentlich erfährt man über die Protagonistin beinahe gar nichts, nicht einmal an einem Namen kann man sich beim Lesen anhalten. Nur hin und wieder gibt es Andeutungen, ihre Erinnerungen an frühere Wohnorte und Tätigkeiten blitzen immer nur kurz auf. Aber wer sie eigentlich ist, welche Ausbildung sie gemacht hat, wie ihre Kindheit und nähere Vergangenheit war, warum sie nicht mit Freunden oder Familienangehörigen Kontakt halten muss – das alles bleibt im Dunkeln. Eigentlich würde man erwarten, dass es unter solchen Vorzeichen gar nicht gelingen kann, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren, zu ihr eine Bindung aufzubauen. Doch – weit gefehlt! - man bekommt sehr schnell ein Gefühl für die Protagonistin. Gianna Molinari gelingt es trotzdem sehr gut, ihr eine Persönlichkeit zu verleihen, sie komplex und liebevoll zu zeichnen. Ich mochte die Heldin jedenfalls von Anfang an und bin ihr sehr gerne auf ihre nächtlichen Kontrollgänge, in ihre Geschichten und bei ihren mitunter unkonventionellen, merkwürdigen Gedankengängen gefolgt. Ich liebe ja merkwürdige Dinge, denn häufig machen sie ein Buch sehr interessant. Auch diese Geschichte bildet hier keine Ausnahme.

    Auch die Nebenfiguren erhalten (für die Größe ihrer Rollen) erstaunlich viel Farbe, auch wenn die Hauptfigur nur wenige näher kennenlernt. Egal ob Clemens, der Koch oder Lose – sie alle sind authentische Menschen, die ich nicht immer sympathisch, schon gar nicht perfekt, aber immer interessant fand.

    „Warum bist du eigentlich in die Fabrik gekommen, fragt Clemens. Du könntest anderes tun. Studieren, reisen. Warum bist du hier, fragt er.
    Es gefällt mir hier. Das ist ein guter Ort. Hier ist noch alles möglich.
    Sogar Wölfe, sagt Clemens.
    Sogar die.“
    E-Book, Position 190

    Spannung & Atmosphäre (+)

    „Hier ist noch alles möglich“ erzeugt eine ganz eigene, feine, fesselnde Art von durchgehender Spannung. Wie bei der Hauptperson wächst auch bei den LeserInnen das Gefühl, dass tatsächlich ALLES geschehen könnte. Man harrt ebenso gespannt auf Spuren des Wolfes wie die Arbeiter der Fabrik, fast hält man die Luft an. Eine unverwechselbare, dichte Atmosphäre am Schauplatz - die bröckelnden Wände, der abblätternde Putz, der rostige Zaun mit seinen Löchern, das Unkraut, das das alte Fabrikgelände langsam wieder zurückerobert – wird sehr gelungen kreiert. Einen Teil der Spannung macht sicher auch aus, dass man nicht immer weiß, ob alles, was die Protagonistin schildert, tatsächlich passiert oder ob es nur ein Trugbild ist und sich nur in ihren Gedanken abspielt. Die dunklen bis dämmrigen, manchmal etwas unheimlichen Stunden ihrer nächtlichen Wache sind wie die Momente zwischen Schlaf und Wachsein: Dort existieren Dinge, Schatten, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie real sind.

    „Die Lampen erleuchten nur gewisse Teile des Geländes, in den dunklen Ecken ahne ich den Wolf oder viele Wölfe zugleich.“ E-Book, Position 312

    „Ich frage mich, ob die Nacht etwas mit mir macht, ob sie mich verändert, ob ich blassere Haut bekomme, meine Haare weniger schnell wachsen. Vielleicht sehe ich im Dunkeln mehr, als ich noch vor einigen Wochen gesehen habe. Vielleicht werden meine Augen fähiger auf die eine oder andere Weise.“ E-Book, Position 717

    Feministischer Blickwinkel (+)


    Mir ist beim Lesen keine Form von Sexismus aufgefallen, auch die Protagonistin erscheint mir sehr mutig, selbstbewusst und stark. Außer dass es noch mehr weibliche Figuren hätte geben können, gibt es hier keine Kritikpunkte – das gefällt!

    Mein Fazit

    „Hier ist noch alles möglich“ ist ein faszinierender Roman, der mich absolut überzeugen konnte. Obwohl der Schreibstil nüchtern, schmucklos und einfach ist, zeigt er dennoch eine große Eindringlichkeit. Schnell wird klar: Dieses Buch hat Tiefe, hier steckt unheimlich viel zwischen den Zeilen. Es geht um Grenzen, um die Panik, wenn sie übertreten werden, um das Suchen nach ganz vielen Dingen (Heimat, Wolf, Antworten), um die Angst vor dem Fremden, Unbekannten. Viele Verbindungen zwischen dem fiktionalen Roman und der gegenwärtigen Realität lassen sich ziehen. Obwohl man über die starke Protagonistin beinahe nichts erfährt, gelingt es Gianna Molinari dennoch, sie so liebevoll zu charakterisieren und ihr so eine einnehmende Persönlichkeit zu verleihen, dass ich eine enge Bindung zu ihr aufbauen konnte und ihr sehr gerne auf ihren nächtlichen Rundgängen und in ihre meist sehr interessanten, manchmal auch merkwürdigen (auf die beste Art!) Gedanken zu folgen. Der Autorin gelingt es, eine ganz feine, fesselnde Spannung zu erzeugen, die niemals einbricht, sie lässt seltsame Ereignisse geschehen in diesem Buch. Die dunklen bis dämmrigen, manchmal etwas unheimlichen Stunden der nächtlichen Wache sind wie diese Momente zwischen Schlaf und Wachsein: Dort existieren Dinge, Schatten, bei denen man sich niemals sicher sein kann, ob sie real sind.

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 4 Sterne
    Worldbuilding: 5 Sterne
    Ausführung: 4,5 Sterne
    Einstieg: 5 Sterne ♥
    Schreibstil: 5 Sterne ♥
    Protagonistin: 5 Sterne ♥
    Nebenfiguren: 5 Sterne
    Atmosphäre: 5 Sterne ♥
    Spannung: 4,5 Sterne
    Ende: 5 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 5 Sterne
    Feministischer Blickwinkel: +

    Insgesamt:

    ❀❀❀❀❀♥ Lilien

    Dieses Buch bekommt von mir fünf faszinierte Lilien und ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!

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    once-upon-a-times avatar
    once-upon-a-timevor einem Monat
    Kurzmeinung: Speziell, aber sprachlich herausragend und fesselnd. Inhaltlich stieg ich nicht so ganz dahinter.
    Zwischen Realität und Möglichkeit

    Der Roman „Hier ist noch alles möglich“ macht seinem Namen alle Ehre. Wir begleiten die neue Nachtwächterin einer Fabrik, in der Papperzeugnisse hergestellt wurden, und die nun von Verfall und einem Wolf heimgesucht wird.

    Alles, was von der Erzählerin geschildert wird, könnte dabei ebenso gut auch nicht geschehen sein: Gerade im Verlauf des Romans hat sie für mich zunehmend ihre Glaubwürdigkeit verloren, doch genau darin lag für mich in diesem ziemlich originellen Text auch der Reiz.
    Fast kindlich wirkt die Erzählerin in ihren Versuchen, Geschehnisse zu verstehen, indem sie mögliche Erklärungen sucht, und dabei die Welt um sich herum zu ordnen, zu sortieren und Grenzen zu ziehen.

    Einen besonderen Stellenwert hat dabei die sprachliche Darstellung, die völlig schnörkellos ist und auf häufige Wiederholungen der Kernbegriffe setzt. Die Stimmung, die dadurch erzeugt wird, war mein persönliches Highlight.

    Es fällt mir schwer, den Finger darauf zu legen, worum es in diesem Roman ging, und trotzdem konnte ich ihn kaum aus der Hand legen. Empfehlenswert für jeden, der speziellen Romanen gern eine Chance gibt!

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    T
    Tengovor einem Monat
    Kurzmeinung: Toller Roman. Überzeugend ist vor allem der Schreibstil und die Atmosphäre. Starker Spannungsbogen.
    Wer oder was existiert eigentlich?

    Molinari gelingt es mit kurzen, prägnanten Sätzen eine geheimnisvolle Stimmung heraufzubeschwören. Das Böse, Gefährliche ist präsent, wird wahrgenommen, und doch kann niemand sagen von wem es ausgeht. Ist die etwas autistisch wirkende Protagonistin gar eine Bankräuberin? Das Buch ist voll von Symbolik und obwohl es nur 200 Seiten hat, kann man sich lange damit beschäftigen, wenn man will. Mir hat es ein unterhaltsames Lesewochenende gespendet. Und ich freue mich schon auf die nächsten Romane dieser interessanten Autorin.

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    Estrelass avatar
    Estrelasvor 2 Monaten
    Wolf in Sicht

    Eine Frau verdingt sich als Nachtwächterin auf einem Fabrikgelände, das von einem Wolf heimgesucht wird. Dieser beschäftigt sie ebenso wie die nahende Schließung der Fabrik. Ihre Beobachtungen und Gedanken, Spinnereien, Berechnungen und Zeichnungen hält sie in einem Buch fest, das sie als „Universal-General-Lexikon“ bezeichnet. „Ob ein Wolf überhaupt mit flach gedrücktem Gras in Verbindung gebracht werden kann, ist fraglich.“ Das ist amüsant und skurril und macht dieses Buch - von einem Roman würde ich aufgrund seiner Kürze kaum sprechen - aus. Die Protagonistin macht dabei einen wissbegierigen Eindruck, wirkt aber gleichzeitig so abgeklärt, als könnte sie nichts beunruhigen, nicht einmal ein Wolf. Und so fehlte mir in ihrer realen Welt - gegenüber der ihrer Aufzeichnungen - der Aspekt, der mich hätte mit ihr mitfühlen lassen. Somit konnte mich dieses Werk trotz seiner Originalität nicht vollends überzeugen.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich werde noch länger über das Buch nachdenken. Über Grenzen. Über die Angst vor dem Unbekannten und die Trügbarkeit der Wahrnehmung.
    Grenzen, Inseln, das Außen und das Innen

    Hier ist noch alles möglich, und doch geht es in diesem Buch vor allem um Grenzen. Überall nimmt die namenlose Ich-Erzählerin sie wahr, in Form von Zäunen, Mauern, Gruben, Warnschildern, und gleichzeitig beobachtet sie die Bedrohung dieser Grenzen. Die Pflanzen, die einfach hindurchwuchern, der Rost, der sich ebenfalls nicht um Zäune schert, und natürlich der Wolf, der einfällt in die geordnete menschliche Welt – oder auch nicht.

    Konkrete Grenzen verschwimmen mit der diffusen Angst vor dem Verlust des Vertrauten.

    Ein Angestellter glaubt, den Wolf auf dem Fabrikgelände gesehen zu haben, und der Chef reagiert maßlos: er stellt eine zusätzliche Nachtwächterin ein (die Erzählerin), lässt eine Fallgrube ausheben und Tellereisen legen. Dabei hat er Probleme, die für seine Lebenswirklichkeit viel dringlicher sind, denn seine Fabrik steht kurz vor dem Aus.

    Angesichts der drohenden Katastrophe wird der Wolf (unbewusst) zum vermeintlich lösbaren Ersatzproblem.

    Man kann die beschriebenen Grenzen auf vielerlei Arten interpretieren: geographisch, persönlich, soziologisch.

    Die Autorin knüpft jedoch auch eine eindeutige Verbindung zur Flüchtlingsthematik, indem sie eine wahre Geschichte in ihren Roman integriert: ein Flüchtling versteckt sich im Fahrwerk eines Flugzeugs, erfriert während des Flugs und seine Leiche stürzt beim Landeanflug, als die Triebwerke wieder ausgefahren werden, 800 Meter in die Tiefe. Die Grenze überschreitet er nur im Tod.

    Die Erzählerin ist fasziniert von seiner Geschichte, klettert schließlich sogar selbst heimlich in ein Triebwerk – die Gefahr bleibt für sie jedoch nur ein kurzes Experiment.

    Zitat:
    „Ich zweifle daran, dass die Sicherheit, in der ich lebe, der Realität entspricht. Ich sehne mich nach Unsicherheit, nach mehr Echtheit vielleicht, nach Wirklichkeit. Ich möchte unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht. Ich möchte Teil einer Geschichte sein oder vieler Geschichten zugleich.“

    Der Verhalten der Erzählerin erscheint oft paradox.

    Sie sucht nach einem Ort, an dem noch alles möglich ist – und glaubt, ihn gefunden zu haben an einem Ort, wo im Grunde nichts mehr möglich ist. Sie ist unendlich neugierig, saugt Wissen in sich auf, beobachtet bis ins kleinste Detail, hinterfragt alles, denkt sich Geschichten aus – gleichzeitig ist sie eine Inselpersönlichkeit, die sich zurückzieht in sich selbst. Passenderweise zeichnet sie viele kleine Inseln in ihre Notizen, ohne dies weiter zu erklären.

    Es wundert wenig, dass sie verdächtigt wird, als im Ort Phantombilder einer Bankräuberin auftauchen, die ihr vage ähnlich sieht. Auf einmal wird sie für die Menschen in ihrem Umfeld zum Fremden und damit Bedrohlichen – sogar sie selbst kommt ins Zweifeln.

    Überhaupt ist (Selbst-)Wahrnehmung in diesem Roman ein ebenso allgegenwärtiges Thema wie Grenzen.

    Zitat:
    “Solange keine Aufnahmen des Wolfes existieren, existiert auch der Wolf nicht.”

    Die Erzählerin spricht in geradezu nüchternen Sätzen, sie wird nie spürbar emotional. Trotzdem entwickelt sie eine sehr prägnante Persönlichkeit, die den Leser neugierig macht und dadurch in eine Geschichte lockt, in der scheinbar nur wenig passiert, die aber eine Vielzahl von Bedeutungsebenen bietet.

    Die Geschichten, die sie sich ausdenkt, werden zum Wegweiser durch ihr Seelenleben.

    Der Schreibstil ist einfach, mit kurzen Sätzen und zahlreichen Aufzählungen. Unterbrochen wird er von kleinen Zeichnungen und einigen Fotos, deren Bedeutung sich nicht immer direkt erschließt. Der Schreibstil passt meines Erachtens perfekt zur Geschichte, denn er lässt dem Leser den Freiraum, alles selber zu entdecken und zu interpretieren.

    Ich habe das Buch zweimal hintereinander gelesen und beim zweiten Lesen bemerkt, dass viele Motive im Laufe des Buches immer wieder aufgegriffen werden und dadurch Verbindungen und Querverweise schaffen.

    FAZIT

    Eine namenlose Frau nimmt eine Stelle als Nachtwächterin in einer Fabrik an, die kurz vor der Schließung steht. Auf dem Gelände soll sich ein Wolf herumtreiben, daher baut sie auf Wunsch des Chefs mit einem Kollegen eine Fallgrube. Zwischendurch beschäftigt sie sich mit dem Schicksal eines Flüchtlings, der tot vom Himmel fiel.

    So ließe sich die Handlung zusammenfassen, aber beim Lesen kann viel entdecken, was über die reine Handlungsebene hinausgeht. Ich vermute, dass das ein sehr individueller Prozess ist und das Buch für keine zwei Leser die exakt gleiche Bedeutung hat.

    Ich werde noch länger über das Buch nachdenken. Über Grenzen. Über die Angst vor dem Unbekannten und die Trügbarkeit der Wahrnehmung. Dennoch ist es für mich kein ‘verkopftes’ Buch, sondern durchaus unterhaltsam.

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    Milagros avatar
    Milagrovor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Klasse!
    Verschiedene Möglichkeiten

    Ich bin durch die Liste zum diesjährigen Deutschen Buchpreis auf den Roman aufmerksam geworden, welch ein Glück!

    Keine 200 Seiten, aber so dicht geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Eine Frau bekommt den Job als Nachtwächterin in einer zugrunde liegenden Fabrik, ein Wolf soll  auf dem Gelände umherstreifen. Alles scheint möglich, es mischen sich Realität und Vision, die Gedanken der Frau mischen sich mit Möglichkeiten, die sie sieht. Ich habe einige Male angespannt weitergelesen, war tief in die Gedankenwelt der Protagonistin versunken. Die Atmosphäre ist stets dicht, drückend, beunruhigend.
    Es ergeben sich viele Möglichkeiten, manches könnte Vision sein. Es ist nicht einfach, die Grenze zu erkennen.
    Eine rundum gelungene Geschichte, die zu Recht auf der Liste steht!

    Kommentare: 1
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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Endzeitstimmung auf eine seltsam sachliche Art. Für Leser, die gern interpretieren - oder auch für Liebhaber sehr offener, moderner Formate.
    Eine Art Endzeitroman

    Von der Bibliothekarin zur Nachtwächterin wird die Protagonistin auf eigenen Wunsch, insgesamt scheint sie ein isoliertes Leben aufnehmen zu wollen. Oder aber die zwischenmenschlichen Kontakte auf ein Minimum und nur auf die Personen, die mit ihrem Arbeitsbereich zusammenhängen oder -hingen, zu belassen. Denn die Fabrik, in der sie ihre isolierte Tätigkeit aufnimmt und auch ihre Zelte aufschlägt, ist in der Abwicklung begriffen.

    Es ist Einsamkeit, die dem Leser auf jeder Seite des Romans entgegenschlägt, jedoch keine traurige Isolation, sondern vielmehr ein selbst gewähltes - und sehr selbstbestimmtes - Format.

    Die Protagonistin und ihr Kollege haben einen Auftrag: nämlich den Wolf zu fassen oder zumindest zu finden, der eines Abends vom Koch gesichtet wurde. Doch ist es tatsächlich ein Wolf - hat das Wort für den Koch dieselbe Bedeutung wie für die anderen? Sind Worte allgemeingültig oder individuell. In diese und ähnliche Richtungen gehen die Gedanken der Protagonistin, die zudem von merkwürdigen Skizzen und Auflistungen begleitet werden, die alles oder nichts bedeuten könne.

    Die Schicksale der Figuren sind auf eine seltsame Art aus dem Zusammenhang gerissen, etwas über die Vergangenheit erfährt man nur in Andeutungen (in Bezug auf die Ich-Erzählerin)  bzw. sehr punktuell: so sammelt bspw. jemand alle Informationen über den Mann, der vom Himmel fiel. Und auf dem Gelände der Fabrik landete. Ein dunkelhäutiger Mann, der vielleicht aus Kamerun stammte, vielleicht aber auch nicht. Den keiner einordnen kann. Ebenso wenig wie den Wolf.

    Ein spröder, ziemlich sperriger Roman, der den Leser - so mein Eindruck - gar nicht erobern, sondern seine Spuren in ihm, in seinem Gedächtnis hinterlassen will. So etwas habe ich noch nie gelesen - es war schwer und gleichzeitig leicht, sperrig und gleichzeitig offen. Stellenweise geradezu teilnahmslos, wenn man das von einem Roman sagen kann.

    Ein bisschen erscheint er mir wie eine Bühne, von der fast alle Darsteller verschwunden sind, bald wird sie komplett einsam sein. Endzeitstimmung auf eine seltsam sachliche Art. Für Leser, die gern interpretieren - oder auch für Liebhaber sehr offener, moderner Formate. Ich bevorzuge die zweite Variante und hoffe, dass ich bei dem ein oder anderen Neugierde wecken konnte, es lohnt sich!


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