Gianni Palagonia Il silenzio - Das große Schweigen

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Inhaltsangabe zu „Il silenzio - Das große Schweigen“ von Gianni Palagonia

Blutige Schießereien auf den Straßen sind zwar selten geworden, doch die Geschäfte der Mafia gedeihen wie nie zuvor: erschreckend leise und diskret. So die Erfahrung von Gianni Palagonia, der als Polizist seit über zehn Jahren an Ermittlungen gegen die organisierte Kriminalität in Italien beteiligt ist. Er erzählt packend und ungeschönt vom Kampf gegen vermeintliche Saubermänner, von Opfern, die man einfach vergisst, der hilflosen Justiz und einer korrumpierten Gesellschaft, die die Mafia insgeheim um ihr leicht verdientes Geld beneidet. "Das Buch wird vielen ein Dorn im Auge sein, nicht nur der Mafia." (Il giorno)

Polizei, Justiz und Politik haben im Süden von Italien keine Chance gegen die Mafia.

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  • Rezension zu "Il silenzio - Das große Schweigen" von Gianni Palagonia

    Il silenzio - Das große Schweigen
    MichaelSterzik

    MichaelSterzik

    19. August 2009 um 22:35

    In den Reihen der Mafia gilt noch immer das Gesetz des Schweigen, der Omerta. Italien ist vielleicht der Staat in Europa der durchdrungen ist von einem feinen aber festen Spinnennetz krimineller Organisation und Kontakte. Die Wirtschaft, die Politik aber auch andere verschiedene Staatsorgane profitieren von den Geschäften mit der Mafia. Das Verbrechen hat vielleicht sein Gesicht geändert, sicherlich gibt es noch immer den Drogenhandel, aber ebenso Produktpiraterie und ähnliche dubiose Geschäfte mit den sich Geld „waschen“ oder auch verdienen lässt. Hinter den „Bossen“ der Mafia, hinter den schwer durchschaubaren kriminellen Kulissen agieren und befehlen noch immer „einfache“ Menschen, ganze Familien mit ihren Clans die von einem bedrohlichen Schweigen geschützt werden. Wer redet wird zuerst bedroht, oder aber auch gleich getötet. Die Mafia ist zwar diskreter geworden und weiß wie man unter dem legalen Deckmantel Geschäfte macht, doch die Wahl ihrer Waffen hat sich nur erweitert. Der Staat steht nicht nur hilflos da, aber er kämpft mit einer unbesiegbaren Krake, die man zwar verärgern kann, aber die ist schwerlich zu töten ist. Es sind viele Romane geschrieben worden, immer aus vielen verschiedenen Perspektive; Angehörige von Mafiosi, Witwen ermordeter Polizeibeamten oder Staatsanwälte, Reporter, Spitzel usw. Man kann sich unschwer vorstellten, dass Kriminalbeamte die gegen die Mafia ermitteln, ein leichten Leben haben. Sie riskieren täglich ihr Leben und das ihrer Familie gleich mit. Resignation stellt sich schnell ein, gerade wenn man feststellt, dass der verhaftete Verbrecher wieder auf freien Fuß kommt, oder als Kronzeuge geschützt und subventioniert wird, und ein sorgenfreieres Leben bekommt, als man selbst hat?! Es gibt keine Gerechtigkeit, kaum welche und gewürdigt wird die gefährlich Arbeit nicht. In „ Il Silenzio – Das große Schweigen“ erzählt ein Anti-Mafia Polizist aus seiner 10 jährigen Erfahrung vom Kampf mit der Mafia. Natürlich bedient sich der Autor eines Pseudonyms, denn sonst wäre sein Leben rasch beendet. Die Mafia verzeiht und vergisst nichts. Inhalt Gianni Palagonia träumt schon von Kindheit an Polizist zu werden. Mit strahlenden Augen beobachtet er die Polizisten die auf der „Straße“ ihr Dienst tun. Die schicken Uniformen, die Waffen und auch den Respekt und die Vorsicht die man ihnen entgegenbringt. Giannis Eltern sind alles andere als begeistert vom Berufswunsch ihres Sohnes, doch lässt er sich nicht davon abbringen. Die Mafia hat zwar noch kein „Gesicht“ für Gianni, doch er weiß, bzw. ahnt, dass das alltägliche Leben geprägt sein kann, von „Gefallen“ die man einander beweist, oder welche Person, auch wenn sie einem unbekannt ist, einen gewissen Respekt entgegenbringen sollte. In der Schule freundet sich Gianni mit einem zwielichtigen und vorlauten jungen an, noch weiß er nicht, dass sie Jahre auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen werden und vielleicht sogar tödlich sein kann. Als Gianni das Auswahlverfahren der Polizeibehörde besteht, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung, und auch seine Eltern sind stolz als sie ihren Sohn das erste Mal in Uniform bewundern können. Die erste Station des jungen Polizisten ist die italienische Hauptstadt Rom und dort wird er dem Rauschgiftdezernat zugeteilt. Die ersten Konfrontationen mit dem organisierten Verbrechen sind ernüchternd und verschrecken Gianni. Die Realität seines Berufes wird in gerade in dieser Zeit bewusst und so verabschiedet er sich von seinen Kindheitsillusionen. Auch seine persönlichen Begegnungen mit Dealern und ihren süchtigen Opfern hinterlassen Spuren an dem jungen Mann. Loyal und ehrgeizig verfolgt er sein Ziel in die „Squadra Mobile“ aufgenommen zu werden, eine Spezialeinheit die immer in Zivil auftritt. Der Dienst in dieser „Elite-Einheit“ ist nicht ungefährlich, dass weiß und stellt er schnell fest, als er der elitären Gruppe eintritt. 1984 erreicht Gianni seine Versetzung in seine Heimatstadt auf Sizilien ins Kommissariat. Seine Eltern sind überglücklich. Gianni bekämpft auch hier die Mafia die in vielen Bereichen tätig ist, nicht nur Drogen und Schutzgelderpressung. Ziel ist es für die Kriminalbeamten hinter die Kulissen des organisierten Verbrechens zu gelangen um die „Bosse“ der Mafia ausschalten zu können. Doch noch immer gilt das Gesetz des Schweigens. Unterstützung findet Gianni wenig später durch seinen ehemaligen Jugendfreund aus Kindertagen der ebenfalls ein Teil der Mafia ist und dessen kriminelle Laufbahn gerade erst beginnt. Ein wichtiger und gefährlicher Informant der Gianni und seine Kollegen zwar mit Informationen versorgt, aber diese auch in höchste Gefahr bringen kann..... Kritik Das organisierte Verbrechen, die Mafia gehört zu Italien wie Pizza, Eis oder das Forum Romanum im Zentrum Roms. Gehört und gelesen, oder durch Film- und Fernsehserien haben wir viel. Mit der Mafia verbinden wir Gewalt, Korruption und Angst, dass ist soweit auch richtig, aber auch die Mafia verändert ihr Gesicht und ihre Gewohnheiten. Die Mafia ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und ein fester Bestandteil dessen. Genau diese Perspektive vertritt auch der Autor und Protagonist Gianni Palagonia und er erzählt ungefiltert und ehrlich die Unzulänglichkeiten und die Hilflosigkeit der Justiz und der polizeilichen Behörden, aber auch deren viele Fehler und Abhängigkeiten. Der Staat ist korrupt, bzw. seine Politiker und Beamten, auch dass stellt Gianni in seiner Dienstzeit fest. Viel neues gibt es in „Il Silenzio – Das große Schweigen“ nicht. Alles was in vielen Ereignissen erzählt und aufgeschlüsselt wird, ist kein Geheimnis mehr. Dennoch ist die Perspektive von Gianni interessant, als Polizeibeamter in Italien, in Europa ist seine Position schwer vergleichbar. Als „Beobachter“, nichts anders sind wir, wenn wir die Meldungen aus den Medien verfolgen haben wir logischerweise eine gewisse Distanz zu den Opfern und den Tätern. Wir hören traurig und betroffen zu wenn Witwen der getöteten Beamten und Staatsanwälte ihr Leid und ihren Verlust beklagen, aber wir können gar nicht den Schmerz begreifen. Gianni Palagonia erzählt seine persönliche Geschichte von Verlust, Hilflosigkeit und Bedrohung seiner Familie durch die Mafia. Seine Perspektive, die eines Polizisten der tagtäglich sein Leben riskiert ist spannend erzählt. Nicht reißerisch oder glorifizierend erzählt er von seinen Erlebnissen auf der Straße, im Dezernat oder auch in kritischen Situationen. Aber auch einfühlsam erzählt der Polizist, wie normale Bürger verzweifelt wie sie sind, in das Netz der Mafia geraten und keine Ausweg mehr sehen, kein zurück innerhalb der kriminellen „Familie“, nur noch mehr Schritte vorwärts, auch wenn die immer weiter ins Verderben führen. Sein Freund aus Kinderzeiten füllt diese Rolle aus und zeigt uns auf, dass Mitglieder der Mafia keine „Übermenschen“ sind oder innerhalb der Gesellschaft etwas besonderes darstellen, sie sind der Nachbar von nebenan, der Arbeitskollege, der ehemalige Freund..... Gianni Palagonia erzählt aus dem Fundus seiner Erfahrungen und nimmt auch kein Blatt vorm Mund. Die Ungerechtigkeiten im Zeugenschutzprogramm des Staates, dass Verbrecher die Gelegenheit gibt, geschützt auszusagen und sich zusammen mit der Familie eine neue Existenz aufbauen und dabei noch mehr finanzielle Unterstützung erhalten, als ein Polizist wie er im Jahr verdienen kann. Ebenso erzählt er von seinen Ängsten, seinen Hoffnungen und auch über die Schwierigkeiten ein „normales“ Leben mit seiner Frau und Kindern zu führen, die verständlicherweise um ihren Mann und Vater fürchten. All das sind nur Eckpunkte seines gefährlichen Lebens für ein Ideal was wahrscheinlich niemals erreicht werden kann. Fazit „Il Silenzio – Das große Schweigen“ ist kein „leiser“ Roman, zwischen den Zeilen prangert er die hilflose Justiz an, die ernüchternde Art welchen Respekt Polizeibeamten entgegengebracht wird und wie korrupt und ungerecht der Staat auf die Mafia reagiert die im Grunde schon fest verankert ist, egal ob in Politik, Gesellschaft oder den Unternehmen. So lange man „schweigt“, Angst hat und sich verkriecht, wird sich nichts ändern, eine Tatsache die immer wieder als Kernsaussage in den Vordergrund tritt. Gianni Palagonia erzählt ausschmückend, aber nicht übertrieben über seine tägliche Arbeit. „Il Silenzio – Das große Schweigen“ ist keine Räuberpistole, kein Roman der die „ehrenwerte Gesellschaft“ entschuldigt, in Schutz nimmt. Aber ebenso kein Roman der viel neues erzählt und Lücken schließen kann. Die Geschichte „lebt“ über eine klare Sprache und transparenten Situationen die spannend erzählt werden. Gianni Palagonia konzentriert sich auf die Arbeit der Polizei in Italien und nicht auf die Mafia. Manche kriminellen Prozesse werden zwar erklärt, doch die Täter bleiben anonym. Das Buch wird kein Dorn im Auge der Mafia sein, noch nicht einmal ein Staubkorn, aber es Fragen zur Polizeiarbeit beantworten und vielleicht auch die Perspektive eines Polizisten näherbringen. Il Silenzio – Das große Schweigen – ist eine spannende Geschichte aus der Perspektive eines Polizisten. Inhaltlich interessant mit ein paar Wiederholungen bietet er gute Unterhaltung. Michael Sterzik

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