Gianrico Carofiglio

 4 Sterne bei 278 Bewertungen
Autor von Reise in die Nacht, In freiem Fall und weiteren Büchern.
Gianrico Carofiglio

Lebenslauf von Gianrico Carofiglio

Hochspannung aus Italien: Gianrico Carofiglio wird im Mai 1961 in Bari geboren, wo er auch heute noch mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. Er arbeitet hauptsächlich in der Justiz als Richter und Staatsanwalt, bis er sich im Jahr 2000 seinen Lebenstraum erfüllt und einen Roman schreibt. Bei seiner Veröffentlichung 2002 wird sein Debüt „Reise in die Nacht“ sofort ein Erfolg und erscheint 2006 auch in Deutschland. Das Buch bildet gleichzeitig den Auftakt zur Reihe um den Anwalt Guido Guerrieri, die bis heute die bekannteste Reihe Carofiglios ist. Was die Bücher besonders macht, ist die jahrelange Berufserfahrung des Autors als Staatsanwalt, die er in sein Schreiben miteinfließen lässt. Inzwischen ist Carofiglio ein gefeierter Schriftsteller, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, darunter der Premio Bancarella im Jahr 2005.

Alle Bücher von Gianrico Carofiglio

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Buchformat:
Reise in die Nacht

Reise in die Nacht

 (79)
Erschienen am 12.03.2007
In freiem Fall

In freiem Fall

 (56)
Erschienen am 16.02.2007
Das Gesetz der Ehre

Das Gesetz der Ehre

 (45)
Erschienen am 12.10.2009
In ihrer dunkelsten Stunde

In ihrer dunkelsten Stunde

 (28)
Erschienen am 15.04.2013
Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land

Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land

 (21)
Erschienen am 14.12.2010
Am Abgrund aller Dinge

Am Abgrund aller Dinge

 (11)
Erschienen am 17.10.2016
In der Brandung

In der Brandung

 (11)
Erschienen am 17.11.2014
Eine Nacht in Bari

Eine Nacht in Bari

 (8)
Erschienen am 12.04.2010

Neue Rezensionen zu Gianrico Carofiglio

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ChattysBuecherblogs avatar

Rezension zu "Kalter Sommer" von Gianrico Carofiglio

Eine Fortsetzung der Reihe brauch ich definitiv nicht.
ChattysBuecherblogvor 2 Monaten

Als erstes fiel mir natürlich auf, dass es sich laut Klappentext um einen Krimi handeln würde, der Verlag es jedoch als Roman einstuft, siehe Cover. Somit stuft der Verlag das Buch, bzw. den Krimi, schon im Vorfeld ab. Nun war ich gespannt.

Der Anfang hat mich schon ziemlich überrascht und auch emotional mitgerissen. Man stelle sich vor, da taucht plötzlich eine Person vor dir auf und hält dir eine Spritze hin. Dann wird noch verkündet, dass derjenige Aids hat. Was für eine furchtbare Vorstellung. Grausam. Wie bereits geschrieben, hat mich dieser Anfang emotional ziemlich berührt und aufgeregt.

Was mich jedoch ab jetzt erwartet, war ... na ja, nennen wir es mal: Langeweile pur!  Einzig und allein der Entführungsfall mit dem Sohn der Grimaldis war spannend, aber auch leider sehr schnell abgehandelt. Es folgten Worte, Worte, Worte und Langeweile, Langeweile, Langeweile. Seiten um Seiten vergingen, ohne dass die Handlung an Spannung zunahm oder überhaupt eine Spannung zu erkennen gewesen wäre.

Okay, die abgetippten Protokollmitschnitte waren anfangs auch wieder eine Abwechslung zur tristen Story, aber nachdem es immer und immer vorkam, war auch hier schnell die Langeweile wieder vorrangig. Auch die Aussage, dass Fenoglio bei seinen Kollegen immer nur Mister-Stock-im-Arsch genannt wurde, trug nur kurzfristig zur Erheiterung bei.

 Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext anmerken. Das Cover zeigt eine ziemlich düstere Stimmung. Aber ob es mich jetzt an einen kalten Sommer erinnern soll? Hm... Der Klappentext macht neugierig. Der Leser erwartet einen spannenden Krimi aus dem Mafia Milieu und erhält... na ja.

 Lesespaß oder Lesefrust?

 Oh, für mich war es dieses Mal der absolute Lesefrust. Selten habe ich so einen langweiligen, langatmigen Krimi gelesen. Okay, ich hätte es gleich merken müssen, da der Verlag das Buch ja selbst als Roman zugeordnet hat. Allerdings finde ich dieses Buch auch dort nicht wirklich passt. Es ist eine Mischung aus beiden. Wer jedoch einen erhöhten Krimianteil erwartet, wird wohl sehr enttäuscht sein. So ging es jedenfalls mir. Für mich war es die Langeweile pur! Sehr schade!

Sollte es eine Fortsetzung geben, werde ich diese wohl nicht mehr lesen. Auch wird mir der Autor wohl nicht allzulange in Erinnerung bleiben.

Meine komplette Rezension findet ihr hier:

https://chattysbuecherblog.blogspot.com/2018/09/902018.html

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

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martina_turbanischs avatar

Rezension zu "Kalter Sommer" von Gianrico Carofiglio

An der Mafia ist nicht wirklich irgendwas romantisches…
martina_turbanischvor 3 Monaten

Gianrico Carofiglio war viele Jahre Staatsanwalt und war an der Antimafia-Kampagne des italienischen Staates beteiligt. Ich kann also getrost davon ausgehen, dass er weiß, wovon er schreibt. Natürlich wird für einen Roman immer ein gewisses Maß an Fiktion dazugepackt, denn ein reiner Polizeibericht liest sich vermutlich nicht sonderlich spannend.

Mafiamethoden

In Kalter Sommer ist die Mischung aus Realität und Fiktion gut gelungen. Ich vermag mich recht gut in die verschiedenen Situation hineinversetzen und das Wissen, das dieser Geschichte wahre Begebenheiten zu Grunde liegen sorgen per se schon für eine gewisse Spannung. Auch die recht schonungslose Schilderung diverser Mafia-Größen und ihrer Methoden lassen immer mal wieder eine leichte Gänsehaut aufkommen.

Roman vs. Krimi

Nun ist dieses Buch als Roman veröffentlicht worden und nicht als Krimi. Das hat auch so seine Berechtigung, denn auch wenn einzelne Passagen sehr spannend sind, fehlt ein gewisser Spannungsbogen. Vermutlich liegt das daran, dass tatsächliche Polizeiarbeit einfach nicht so wahnsinnig aufregend ist. Aber in Kalter Sommer verliert sich viel Spannung in zu vielen Details der Ermittlungsarbeit.

Insgesamt spannend

Trotzdem ist das Buch in seiner Gesamtheit spannend zu lesen und man erfährt sehr viel über die Arbeit und auch die Gefahr, die die Ermittlungen gegen die Mafia so mit sich gebracht haben. Mit der allgemeinen Globalisierung hat sich auch die Mafia und andere vergleichbare Organisationen globalisiert und ihre Gegner werden offenbar niemals arbeitslos. Aber wir Leser werden dafür sicher auch weiter mit spannenden Geschichten versorgt :-)

Mein Fazit:

Kalter Sommer ist ein spannender Roman über die Arbeit der Carabinieri in Italiens Süden und deren Kampf gegen die Mafia. Es ist kein Krimi (und behauptet das auch nicht) aber trotzdem sehr spannend zu lesen.

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M

Rezension zu "Kalter Sommer" von Gianrico Carofiglio

Mit viel internem Wissen gestaltet
michael_lehmann-papevor 4 Monaten

Mit viel internem Wissen gestaltet

„Soeben ist ein Anruf eingegangen. In Enziteto ist eine Schießerei auf offener Straße…..im Gang“.

Und als die Carabinieri anlangen, mit Verstärkung, ist der Spul bereits vorbei. Die Straße übersät mit Munitionshülsen, aber natürlich hat keiner der Anwohner etwas gesehen oder bemerkt.

Was das Problem im Kampf gegen die Mafia an sich ist. Angst, Ehre, Schweigen um jeden Preis, selbst wenn das eigene Kind entführt wird, eine Unsumme an Lösegeld bezahlt wurde und das Kind dennoch nur noch tot aufgefunden werden kann.

Allerdings, wenn es der Sohn eines der Mafia-Chefs von Bari ist, dann ist dem Carabinieri Fenoglio umgehend klar, dass hier das letzte Wort nicht gesprochen sein wird.

Und auch der leitenden Staatsanwältin geht ein ungutes Licht auf, als der Hauptverdächtige „Konkurrent“ des Mafia-Bosses, Lopez, sich der Polizei zur Verfügung stellt und die „Omerta“ ganz weit nach hinten rückt, um intern auszupacken. Der Mann hat eh nichts mehr zu verlieren, die halbe Mafia der Stadt macht bereits Jagd auf ihn.

Als ehemaliger Staatsanwalt im Bereich des organisierten Verbrechens ist Carofiglio Insider und bewandert genug, um detailliert die Organisation, das Vorgehen, den „Alltag“ der Mafia geschickt in den Thriller mit einfließen zu lassen. Decknamen, das Wissen um mannigfaltige Gewalttaten, die vermeintliche Ehre, die vor allem eine Verteidigung der eigenen Macht darstellt, all das liest sich realistisch, packend und gut. IN Verbindung mit dem Mord an einem unschuldigen Kind und der Bedrohung für die Staatskräfte, die an jeder Ecke lauert, entfaltet sich ein attraktives Puzzle mit Spannung und Tempo.

Ein Gesamtbild, in dem auch der „menschliche Faktor nicht zu kurz kommt. Die leiden einer Mutter, Freundschaften und Feindschaften und auch der Carabinieri Fenoglo zeigt menschlich allzu menschliches in Bezug auf seine Ehe, die gerade pausiert und öffnet sich gar Kollegen gegenüber, was in früheren Zeiten unvorstellbar gewesen wäre.

„Ich weiß, du magst mich nicht. Ich mag mich auch nicht, und das schon seit einer ganzen Weile. Ich kanns dir also nicht übelnehmen“.
„Es ist, als hättest du eine Art Superkraft…… Das macht mich sauer, und ich bewundere es. Vielleicht macht es mich sauer, weil ich es bewundere“.

Aber alle vermeintlichen Superkräfte nutzen zunächst nicht, wenn lange unklar bleibt, was da eigentlich für ein Spiel gespielt wird, wer den Tod des Jungen verschuldet hat und das man Grimaldi, die örtliche Mafia-Größe, einfach nicht wirklich zu fassen bekommt auf seinem verborgenen Feldzug der Rache und seiner Bedrohung gegen Staatsanwältin und überhaupt jeden, der meint, sich ihm in den Weg stellen zu müssen.

Mit der Besonderheit im Stil, dass Carofiglio großen Wert auf realistische Abläufe legt und phasenweise das Tempo des Romans zurücknimmt gegenüber der eher ruhigen, schrittweisen Ermittlungstätigkeit der Polizei vor Ort anzuführen. Dadurch gewinnt der Roman an sachlicher Tiefe und führt den Leser gut ein in die Welt des Mafia-bedrohten, teils -bestimmten Lebens in Süditalien, dieser Realismus benötigt aber auch die entsprechende Geduld und Ruhe des Lesers bei der Lektüre. Schnellschüsse finden sich in diesem Werk nicht.

Eine empfehlenswerte Lektüre.

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Zusätzliche Informationen

Gianrico Carofiglio wurde am 30. Mai 1961 in Bari (Italien) geboren.

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