Gianrico Carofiglio

 4 Sterne bei 366 Bewertungen
Autor von Reise in die Nacht, In freiem Fall und weiteren Büchern.
Autorenbild von Gianrico Carofiglio (© Ingo Kniest)

Lebenslauf

Hochspannung aus Italien: Gianrico Carofiglio wird im Mai 1961 in Bari geboren, wo er auch heute noch mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. Er arbeitet hauptsächlich in der Justiz als Richter und Staatsanwalt, bis er sich im Jahr 2000 seinen Lebenstraum erfüllt und einen Roman schreibt. Bei seiner Veröffentlichung 2002 wird sein Debüt „Reise in die Nacht“ sofort ein Erfolg und erscheint 2006 auch in Deutschland. Das Buch bildet gleichzeitig den Auftakt zur Reihe um den Anwalt Guido Guerrieri, die bis heute die bekannteste Reihe Carofiglios ist. Was die Bücher besonders macht, ist die jahrelange Berufserfahrung des Autors als Staatsanwalt, die er in sein Schreiben miteinfließen lässt. Inzwischen ist Carofiglio ein gefeierter Schriftsteller, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, darunter der Premio Bancarella im Jahr 2005.

Neue Bücher

Cover des Buches Der Horizont der Nacht (ISBN: 9783852569260)

Der Horizont der Nacht

Erscheint am 20.02.2026 als Gebundenes Buch bei Folio.

Alle Bücher von Gianrico Carofiglio

Cover des Buches Reise in die Nacht (ISBN: 9783641023874)

Reise in die Nacht

(84)
Erschienen am 11.03.2009
Cover des Buches In freiem Fall (ISBN: 9783641185299)

In freiem Fall

(60)
Erschienen am 30.09.2015
Cover des Buches Das Gesetz der Ehre (ISBN: 9783442467921)

Das Gesetz der Ehre

(47)
Erschienen am 12.10.2009
Cover des Buches In ihrer dunkelsten Stunde (ISBN: 9783442473557)

In ihrer dunkelsten Stunde

(32)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Drei Uhr morgens (ISBN: 9783852567693)

Drei Uhr morgens

(19)
Erschienen am 28.03.2023
Cover des Buches Groll (ISBN: 9783852568867)

Groll

(15)
Erschienen am 05.12.2023
Cover des Buches Eine Frage der Würde (ISBN: 9783442487103)

Eine Frage der Würde

(13)
Erschienen am 20.11.2017

Neue Rezensionen zu Gianrico Carofiglio

Cover des Buches In der Brandung (ISBN: 9783442473564)
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Rezension zu "In der Brandung" von Gianrico Carofiglio

Jossele
Eher psychologisches Kammerspiel als Krimi

Das Original dieses Romans erschien 2011 unter den Titel „Il Silenzio Dell’Onda“. Der krangeschriebene Carabinieri und ehemalige verdeckte Ermittler Roberto und die ehemalige Schauspielerin und jetzige Verkäuferin Emma begegnen sich mehrfach, zunächst zufällig vor der Praxis des Psychiaters, bei dem sie sich beide in Behandlung befinden. Mit der Zeit kommen sie sich langsam näher und tauschen sich aus.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Der größte Teil aus der Sicht Robertos, ein kleinerer Teil aus der Sicht des Schülers Giacomo, dessen Zugehörigkeit erstmal unklar ist. Deshalb braucht der Leser ein bisschen Zeit, um die Inhalte einordnen zu können, denn zunächst laufen die Erzählstränge scheinbar zusammenhanglos nebeneinanderher. Natürlich ahnt man, dass Giacomo in irgendeiner Beziehung zu den anderen Protagonisten stehen muss, aber erst in etwa der Mitte des Buches wird seine Identität aufgeklärt.

Eine schöne Erkenntnis, der vermutlich so mancher Vielleser zustimmen würde: „Bisher hatte er immer geglaubt, dass Lesen mit Anstrengung, Planung und viel Zeit verbunden war. Eine Tätigkeit für wenige Privilegierte. Und jetzt stellte sich plötzlich heraus, dass Lesen dasselbe war wie Trinken, Essen, Laufen oder Atmen – oder es zumindest sein konnte.“ (Goldmann Verlag geb., 1. Aufl. Mai 2013, S. 115)

Die Erzählweise ist sehr, für meinen Geschmack etwas zu langsam und bedächtig, der Autor nimmt sich viel Zeit für seine Figuren und deren Gedanken. Der Leser kann so einen detaillierten Blick werfen auf Personen, die an einem prägenden Ereignis aus ihrem Vorleben leiden und versuchen, etwas dagegen zu unternehmen, um nicht daran zu zerbrechen. Das Ganze erinnert ein wenig an ein psychologisches Kammerspiel.

Nicht ohne Grund vermutlich entdeckt Roberto in Emmas Bücherregal die Erzählung „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad, jene Erzählung, deren Protagonist Marlow an seinen Erlebnissen in Afrika zerbricht (ebd., S. 243).

Insofern finde ich die Einordnung von Lovely Books als Krimi ziemlich fragwürdig. Drei Sterne.

Cover des Buches Zeit der Schuld (ISBN: 9783442316199)
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Rezension zu "Zeit der Schuld" von Gianrico Carofiglio

Phil_G
Wegschauen, erinnern, Augen auf oder Augen zu?

Die Serie ist originell, weil nicht die Polizei oder ein Detektiv ermittelt, sondern ein Anwalt. Also muss er immer die Interessen seiner Mandanten im Auge behalten.
Wenn die Mandantin aus der eigenen Vergangenheit auftaucht jedoch nicht mehr viel von der jugendlichen Schönheit übrig ist, wird der Anwalt auch zum Menschen mit einer eigenen Geschichte.
Eine Geschichte, die in Bari spielt, der Hauptstadt der Region Apulien (den Absatz des Stiefels). Eine Stadt mit viel Industrie und damit mit den typischen Problemen in Süditalien, wenn Armut und Reichtum aufeinander treffen.
Ist der Sohn der vergangenen Schönen schuldig oder nicht? Soll Guido Guerrieri hinschauen oder die Augen verschliessen?
Ich bin ein Fan der Fälle von Avvocato Guerrieri. Dieser Fall hat mich besonders berührt.

Emotionslos und nicht wirklich spannend

Der Roman erschien 2004 unter dem Originaltitel „Il passato è una terra straniera“. Giorgio ist ein vorbildlicher Jurastudent, er ist fleißig und klug und hat alle bisherigen Prüfungen mit Bestnote bestanden. Er ist mit Giulia, einer Medizinstudentin aus gutem Haus, liiert und alles deutet darauf hin, dass die beiden eine glückliche, sehr erfolgreiche gemeinsame Zukunft haben werden. Doch dann lernt Giorgio durch seine Freundschaft zu dem zwielichtigen Francesco einen anderen Teil der Gesellschaft kennen und gerät auf die schiefe Bahn. Tenente Giorgio Chiti von den Carabinieri arbeitet derweil an einem schwierigen Fall: ein Serienvergewaltiger hat bereits fünf junge Frauen missbraucht und es gibt keinerlei Hinweise darauf, um wen es sich dabei handeln könnte.


Carofiglio wechselt mehrfach die Erzählperspektive, der Teil mit dem jungen Studenten Giorgio wird aus dessen Sicht in der Ich-Form erzählt, während der Teil um den Tenente in der dritten Person erzählt wird, im Wesentlichen aber aus dem Blickwinkel Chitis. Beide Teile des Romans laufen nebeneinanderher und es ist lange nicht klar, wie sie zusammenhängen könnten. Ich hatte zunächst die Idee, dass der Tenente auch der Jurastudent ist, da beide den gleichen Vornamen haben, doch als der Nachname des Studenten bekannt wurde, war diese Theorie hinfällig. Dann überlegte ich, ob wohl der Student identisch mit dem Serienvergewaltiger sein könnte, aber das scheidet ebenfalls bald aus. Schließlich blieb als möglicher Vergewaltiger schnell nur noch einer übrig, den allzu viele Personen bevölkern den Roman nicht und der ist es dann auch. Allzu spannend ist das daher nicht.


Die Erzählweise des Autors fördert die Spannung auch nicht gerade, denn sie ist ausgesprochen emotionslos, er schildert alles, auch Szenen, bei denen man mit vielen Gefühlen und Emotionen rechnet, in Berichtform, als würde er vom Wetter sprechen. So nehmen die beiden Geschichten ein bisschen arg unspektakulär ihren Lauf, so dass trotz eigentlich durchaus nicht alltäglicher, gar dramatischer Ereignisse ein wenig Langeweile aufkommt. Ganz am Ende ändert sich das ein bisschen, aber das reißt es auch nicht mehr heraus.


Für mich ist das der Roman des Autors, der mich bisher am wenigsten angesprochen hat. Zwei Sterne.

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Zusätzliche Informationen

Gianrico Carofiglio wurde am 30. Mai 1961 in Bari (Italien) geboren.

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