Gianrico Carofiglio Am Abgrund aller Dinge

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Inhaltsangabe zu „Am Abgrund aller Dinge“ von Gianrico Carofiglio

Enrico Vallesi hat seiner Heimat Bari schon vor Jahren den Rücken gekehrt, doch als er in der Zeitung liest, dass ein gewisser Salvatore bei einem Überfall erschossen wurde, kommen lange verdrängte Erinnerungen hoch. Enrico merkt, dass er sich endlich seiner Vergangenheit stellen muss, und kehrt nach Bari zurück. Er war ein verschlossener Jugendlicher, der irgendwann beschloss, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Salvatore, ein älterer Mitschüler, bot ihm eine geheime Ausbildung zum Schläger an, und Enrico begann ein Doppelleben: zu Hause der angepasste Schüler, bei Salvatore der hartgesottene Kämpfer. Doch dann nahm Salvatore ihn auf eine Mission mit, die alles verändern sollte ...

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  • Einfühlsamer Roman über die Wiederkehr in seine Vergangenheit

    Am Abgrund aller Dinge

    TheBook

    31. March 2016 um 22:14

    Enrico Vallesi kommt nach 30 Jahren zurück in seine Heimatstadt Bari. Es ist ein Weg zurück in die Vergangenheit, die aber gleichzeitig der mögliche Start in eine neue Zukunft sein kann. Einfühlsam und packend geschrieben, haben mich die Personen sehr gefesselt. Tolle Übersetzung. Ich kannte bisher Gianrico Carofiglio überhaupt nicht, bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Es wird nicht mein letzter Roman von ihm sein. Leseempfehlung!

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  • Relativ langweilige Selbstfindung

    Am Abgrund aller Dinge

    wandablue

    Relativ langweilige Selbstfindung. Ist Enrico Vallesi nun ein Schrifststeller oder nicht? Enrico hat zehn Jahre nach dem Abi, genau so wie es seine von ihm angebetete Philosophielehrerin Celeste Belforte prophezeite, einen Roman geschrieben, der es auf Anhieb in die Bestsellerliste schaffte. Danach resignierte er und verdiente sich sein Geld mit Ghostwriting, schamhaft verschwiegen. Mit 48 Jahren bricht er von Florenz auf und kehrt nach Bari in die Provinz zurück, wo er Erinnerungen an seine Schulzeit und Familie nachhängt, u.a gab es da die Bekanntschaft des kriminellen Salvatore Scarrone, der ihn das Kämpfen lehrte und nun tot ist. Giranrico Carofiglio lässt den Protagonisten Enrico Vallesi auf zwei Zeitebenen erzählen, damals und heute, wobei er sich für den Ausflug in die Vergangenheit eines Selbstgesprächs bedient. Ich weiß nicht, wie es im italienischen rüberkommt, im deutschen ist es etwas plump, aber man liest sich ein. Die schulischen Vorgänge sind gewürzt mit kleinen philosophischen Lehrstunden, z.B. über die Locimethode. Macht das den Roman wertvoll? Ich könnte ein Lehrbuch der Philosophie lesen, wenn ich Philosophieunterricht haben wollte. Was hat der Autor eigentlich erzählen wollen? Dass der Schüler Enrico Vallesi den Kleinkriminellen Scarrone gekannt hat und dass dieser verschriene Bursche auch noch andere Seiten hatte und dass Vallesi mal in eine Lehrerin verknallt war? Dass es vom Zufall abhängt, ob man über die Klippe schleift, die den Bürgerlichen vom Kriminellen trennt? Das Thema ist imanent, aber nicht scharf heraus gemeißelt. Am Ende der Selbstfindungsphase ist nichts geklärt, aber irgendwie doch Versöhnung passiert. Der Erzählstil ist in Ordnung, das Buch liest sich ziemlich leicht, doch für den Inhalt konnte ich nicht wirklich Interesse aufbringen. Weder gab es einen echten Aufhänger, noch einen Fokus, noch ein Ziel. Fazit: Lapidar gesagt, man weiss jetzt, dass Bari in Italien liegt. Kategorie: Unterhaltung Verlag: Goldman, 2015

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    • 3

    sursulapitschi

    09. September 2015 um 16:38
  • Tief in die Seele geschaut

    Am Abgrund aller Dinge

    michael_lehmann-pape

    Tief in die Seele geschaut Es ist nicht nur dieser Todesfall, den die erzählende Figur dieses neuen Romans von Carofiglio zufällig in der Zeitung entdeckt. Es ist, wie getrieben, fast ohne wirklich Zugriff auf die eigenen Handlungen zu haben, der Moment, in dem jener „Verlagsberater“ den Weg in die eigene Vergangenheit auf sich nimmt und damit einen tiefen Blick auf sein gegenwärtiges Leben gewährt. In zwei Handlungsperspektiven vollzieht Carofiglio diese Person, die Entwicklung nach, schmerzhaft offen, ohne Fallen oder doppelte Böden lässt er vor allem den „erwachsenen Enrico“ sich selbst gegenüber und gegenüber dem Leser entkleiden. Einer, der zwar irgendwie sozial funktioniert, der ins Gespräch auf der Zugfahrt in seine Heimatstadt Bali (wo der Todesfall geschah) zwanglos kommt, der dort seinen Bruder besucht, der durchaus eine erwachsene, funktionale Fasse aufrecht erhalten kann. Der aber weder im Gespräch mit seinem Bruder noch, vor allem, in seinen monologischen, fast hypnotisierenden Betrachtungen dem Leser gegenüber wirklich ein Blatt vor den Mund nimmt. Versuchen, ja, das tut er. So, wie er sich in Florenz, seinem Wohnort, sozial in seiner Wohnung fast einmauert und nicht viel spricht, so nutzt er auf seiner Reise seine Sprache zum „verstecken“, versucht, andere durch den intellektuellen, rational reflektierten Schwall seiner Worte auf Distanz zu halten, und bietet doch nur brüchige Fassaden an. Die mehr und mehr in sich zusammenbrechen, die mehr und mehr zu einer harten, ungeschminkten Wahrheit führen. Eine Wahrheit und eine Härte, die Von Carofiglios Personen auch aus anderen Werken des Schriftstellers bestens bekannt ist und die er hier Seite für Seite tiefer sich ausbreiten lässt. Betont durch die ständige „Du-Form“ des Mannes, der damit wie an einem Tresen den Leser, den Zuhörer tiefer und tiefer hineinzieht in seinen „abgedroschenen Möchtegernintellektuellen-Zynismus.“ „Du erinnerst dich ohne erkennbaren Grund, wie viele Lügen und Märchen Du als Kind verzapft hast. Egal was dir geglückt war, du musstest es immer aufbauschen“. Was er heute zumindest sich selber gegenüber lässt und was eine tiefe Resignation, Depression, Müdigkeit an diesem nur vor sich hin vegetierenden Leben offen legt. Trotz des Romanerfolgs, den der Mann mal hatte. Immerhin: „Du hat aufgehört, Scheiße zu erzählen; generell und insbesondere, was das Schreiben angeht“. Auf der anderen Seite führt Carofiglio den Leser in das Leben Enricos zu Schulzeiten zurück. In den interessanten, prägenden Philosophieunterricht mit der begehrten jungen Lehrerin (die später noch eine Rolle auch im hier und jetzt spielen wird), in die ersten Schritte eines einmal vorhandenen Mutes bei dem Jungen Enrico und in seine Fast-Freundschaft mit Salvatore, der das Leben auf ganz andere Weise anging und lange Zeit weiter anging, als es Enrico vermocht hätte. Aber es gibt eben Wegscheiden. Es gibt die Momente der Entscheidung, ob man „den anderen“ bereit ist, allein die Schuld zu geben oder ob man aktiv bleibt ohne Rücksicht auf die Folgen oder ob man sich in sich selbst zurückzieht, bis man sich selber nicht mehr erkennt. In düsterer Atmosphäre, Satz für Satz mit Bedeutungen versehen, die erst einmal vom Leser gefunden und gefasst werden wollen in diesem Spannungsfeld innerhalb der Hauptperson, die bis dato keine Entscheidung hat treffen können zwischen einem „irgendwie Leben“ und einem „mutigen Leben“. Das arbeitet Carofiglio intensiv heraus und nimmt den Leser von der ersten Seite an mit auf diese Lebensreise eines Schülers und dann Mannes, mit einer sich steigernden Spannung was mit dieser Hülle an Mann am Ende des Buches geschehen wird. Kein Kriminalroman, ein dichter Entwicklungsroman in zwei Zeitebenen, in welchem die aufgeladene politische Atmosphäre des Italiens um die 80er Jahre herum.

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    • 2

    wandablue

    05. September 2015 um 18:57
  • Wie Entscheidungen ein ganzes Leben beeinflussen ...

    Am Abgrund aller Dinge

    SharonBaker

    04. June 2015 um 11:06

    Enrico Vallesi geht wie jeden Morgen auswärts frühstücken und liest dabei wie immer Zeitung, bis ihm etwas auffällt und er alles stehen und liegen lässt. Er packt seinen Koffer und setzt sich in den Zug, in seine Geburtsstadt Bari und beginnt eine Reise in die Vergangenheit, denn in der Zeitung stand etwas von einem Überfall und einem getöteten Mann. Der Name von dem Mann hat etwas in ihm ausgelöst, das sein Unterbewusstsein lange verdrängt hat und so wird er wieder zum Schüler und denkt über seine damaligen Erlebnisse und Entscheidungen nach und merkt, er muss sich diesem stellen, um endlich Ruhe und Frieden zu finden. Was hat Enrico damals erlebt? Warum bringt ihn der Name so durcheinander? Und warum sucht er nach Antworten und Frieden in seinem Leben? Ich habe ja eine Schwäche für italienische Autoren und Kriminalromane, und mit Gianrico Carofiglio habe ich wieder so einen wunderbaren Autor für mich entdeckt und er konnte mich damals mit seinen Avvocato Guido Guerrieri sehr begeistern. Dabei sind es nicht nur seine Fälle, sondern auch das Ganze drum herum, seine Figuren machen einiges mit und wir dürfen ihnen sehr nahe kommen. Sie sind nicht unbedingt die Vorbilder unserer Gesellschaft, sondern machen auch mal Fehler und versuchen damit zu leben, so sind seine Bücher immer sehr realitätsnah und einfach sehr lesenswert. Nun habe ich zum ersten Mal eins seiner Bücher gelesen, die nichts mit seiner Anwaltsfigur zu tun hat, sondern einen seiner Einzelbände, wo er sich Enrico Vallesi vornimmt und uns aufzeigt, wie sehr Entscheidungen aus der Jugend, das ganze Leben beeinflussen können. Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt, zum einen haben wir den erwachsenen Enrico, der uns Leser mit Du anspricht und seine Geschichte uns so ausbreitet, als wären wir die Person. Der andere Strang ist der junge Enrico, der Schüler, der es seinen Vater nicht recht machen kann und Interessen hat, die nicht wirklich zu einem Jungen seiner Zeit passten. So bekommen wir ein Bild vom Ausgang und vom Anfang der Geschichte und werden mit kleinen Etappen dazu hingeführt, warum ihn dieser Name in der Zeitung so durcheinanderbringt. Im ersten Moment war ich ein bisschen verwirrt, ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, aber das ist er eigentlich nicht. Es ist eher eine Darstellung was passiert, wenn man nicht den Mut hat, sein Leben in die Hand zu nehmen und mit Entscheidungen leben muss, die man später bereut. Enrico Vallesi ist ein erwachsener Mann, ein Eigenbrötler, der sich gern aus allem raushält und davonläuft. Sein Leben scheint irgendwie stehen geblieben zu sein und er fühlt sich müde, resigniert und lässt keinen wirklich an sich ran. Sich selbst zu öffnen und die Wahrheit zu sagen, über das, was er denkt und was er tut, hat er schon lange verlernt. Er spielt allen etwas vor und sich am aller meistens. Diese Reise für ihn in die Vergangenheit lässt was geschehen, je mehr er in seiner alten Stadt ist und Erinnerungen daran zulässt, um so mehr legt er Schicht um Schicht ab und lässt sich und uns Leser in sein Inneres blicken. Gleichzeitig erleben wir den jungen Enrico, der es leid ist immer der Schwächere zu sein und sich heimlich von einem Mitschüler zum Schläger ausbilden lässt. Aber gleichzeitig hat er eine Schwäche für das Wort und möchte schreiben, so führt er vor den Augen aller ein Doppelleben. In der Schule der Sohn aus gutem Hause, der zum ersten Mal im Unterricht richtig mitmacht, weil ihm die junge Philosophielehrerin anspricht und in seiner Freizeit die körperliche Stärke sucht. Da er schon immer sehr verschlossen war und nicht viel redet, fällt sein Tun auch nicht wirklich auf. Aber er verändert sich, er entwickelt zum ersten Mal Mut und lässt seine Ängste hinter sich, er glaubt an seine Träume und möchte seinen Weg mit festen Schritten gehen, bis ihn etwas aus der Bahn wirft und er an eine Wendung kommt, die sein Leben wieder verändert. Diese Entwicklung hat Gianrico Carofiglio sehr feinfühlig und sehr sensibel erzählt, er schaut seinen Figuren bis aufs Herz und hat dabei eine sehr ausdrucksstarke Gabe. Dazu kommt noch sein intensiver Einblick in die Philosophie was den Sinn im Leben nochmals bekräftigt und die Atmosphäre eines Italiens, was nie Ruhe geben wird, wenn es um Kampf und Ansichten geht. Obwohl es jetzt nicht das war, was ich erwartet hatte, war ich doch sehr angetan von dieser Reise und mochte es mal wieder einen intelligenten Roman zu lesen. Diesen Autor sollte man entdecken. 

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