Gijs van der Hammen

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Kleiner weiser Wolf

Kleiner weiser Wolf

 (3)
Erschienen am 11.05.2018

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Rezension zu "Kleiner weiser Wolf" von Gijs van der Hammen

Eine wundervoll leise Geschichte über den Wert von Freundschaft
Kinderbuchkistevor 2 Monaten

Es sind die leisen Bilderbücher, die Kinder neugierig machen.

Nicht knalle bunt sondern zarte, weiche, aquarellierte Bilder wecken die Aufmerksamkeit der Kleinen meist viel intensiver und schneller, denn schon beim Betrachten des Covers erkennt man, das das Buch etwas besonders ist. Die Bücher aus dem Bohem Verlag kennen unsere Lesekinder schon ganz genau, denn sie alle heben sich von der breiten Masse durch ihre stets sehr stimmungsvollen Illustrationen ab.
Genau so ein Buch haben wir hier. Ich beobachte immer wieder fasziniert, wie Cover auf Kinder wirken. Dieses hier signalisiert gleich eine Form von Zartheit, Gebrechlichkeit auch Anmut, die einen sofort neugierig macht. Sind es die roten Stiefelchen des kleinen Wolfes, die aus dem recht trüben Bild so sehr hervorstecken, das das Gelb des Mondes dahinter verblasst?
Vermutlich, so empfinden es zumindest viele der Kinder.
Die Geschichte vom "kleinen weisen Fuchs" ist eine berührende, stille Geschichte über den Wert von Freundschaft. Der kleine Wolf lebt zurückgezogen. Er ist neugierig auf die Welt, die sich ihm in den vielen Büchern, die er liest so wunderbar erschließt. Und da es so wissbegierig und belesen ist weiß er natürlich auch sehr viel. So wird er nur der kleine weise Wolf genannt.
Wann immer einer eine Frage hat macht er sich auf den Weg zum Wolf, der jedoch mag die Störungen, die ihm vom Lesen abhalten so gar nicht und so hören sie immer wieder den gleichen Satz: "Keine Zeit, ich hab' wichtigeres zu tun."
Doch eines Tages kommt die Krähe des Königs mit einem Brief zu ihm.
Der König ist sehr krank und bittet den Wolf ihm zu helfen.
Wieder hat der kleine Wolf wichtigeres zu tun als zu helfen, auch wenn die Krähe ihm rät den König nicht zu verprellen.
Doch dann besinnt er sich, packt alles nötige zusammen und macht sich auf den Weg zum König. Ein weiter beschwerlicher Weg auf dem er heimlich von allen beobachtet wird, die er zuvor so schroff abgewiesen hat. Immer wieder kommt er in Situationen, in denen die beobachtenden Tiere überlegen ihm zu helfen doch dann für sich selbst entscheiden, das sie nun wichtigeres zu tun haben als dem kleinen Wolf zu helfen. Doch als der völlig erschöpft, resigniert und aufgeben will sind es die anderen Tiere, die ihm heimlich zur Seite stehen. Da erkennt er wie schlecht er sich verhalten hat. Plötzlich fühlt er sich ganz klein und gar nicht weise. Sein Selbstbewusstsein liegt am Boden. Die Tiere jedoch zeigen Größe, helfen ihm, bauen ihn auf  und weisen ihm den richtigen Weg. Bis zum Schloss werden die Selbstzweifel des kleinen Wolfes immer größer. Plötzlich ist er sich gar nicht mehr sicher, dem König überhaupt helfen zu können. Doch es gelingt ihm. Der König wird gesund und bietet dem kleinen weisen Wolf eine Stelle an. Mit einem Turmzimmer in das er sich zurück ziehen kann um seiner Leidenschaft in Ruhe nach zu gehen.
Ob er das Angebot des Königs an nimmt?
Ich verrate es hier nicht.
Die Geschichte vom kleinen weisen Fuchs, der nur an sich denkt und alle verprellt zeigt sehr schön, das man zusammen mehr erreichen kann als alleine. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Tut man sich zusammen kann man alles erreichen. Einer hilft dem anderen.
Auf der Reise zum König erkennt der kleine Wolf seine Grenzen, und das ihm in bestimmten Situationen all sein angelesenes Wissen nicht helfen kann. Er erlebt aber auch die Kraft der Freundschaft, das für einander da sein und so wundern wir uns nicht, das der kleine Wolf, so schlau wie er ist auch etwas für sein Leben gelernt hat. Er nimmt das Angebot des Königs nicht an sondern geht zurück zu seinen neuen, alten Freunden, für die seine Tür fortan immer auf ist.
Freundschaft bereichert das Leben auf eine ganz besondere Weise.
Mit Freunden ist man niemals einsam.
Zwei Erkenntnisse, die der Wolf und auch die Leser und Zuhörer dieses Buches deutlich erleben.
Die fantastischen, sehr ausdrucksstarken Bilder in grau-Braun Tönen gehalten wirken nur auf den ersten Blick duster. Sie lassen uns intuitiv fokussieren, lenken nie ab und richten so unser Augenmerk stets auf das Wichtige. Wir reisen mit dem kleinen Wolf, erleben wie schwer es ist Berge zu erklimmen, bei Wind und Wetter einen Weg zu gehen, von dem man  nicht so genau weiß ob es der richtige ist.
Unsere Lesekinder wurden durch die Bilder sehr ruhig. Andächtig lauschten sie der Geschichte und betrachteten die Bilder. Deutlich erkannte man die nachdenklichen Blicke, die versuchten die Geschichte schon weiter zu denken und erkennen mussten, das sie so leicht nicht vorhersehbar ist und genau das Unvorhersehbare macht die Geschichte dann auch so spannend. Die Bilder nehmen nichts vorweg sondern zeigen das Hier und Jetzt. Sie gehen eine ganz wunderbare Symbiose mit dem Text ein und versetzten uns in die Stimmung des Wolfes, als eine Art Mitreisender.
Geschichten, in denen man das Gefühl  mit dabei zu sein, sind die, die man im intensivsten erlebt und dazu gehört auch diese, die uns nachdenklich macht und erkennen lässt.
 
Übrigens eine Geschichte, die auch bei der Seniorengruppe sehr gut angekommen ist.
 

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Rezension zu "Kleiner weiser Wolf" von Gijs van der Hammen

Unglaublich schönes Bilderbuch mit dem Zeug zum Klassiker
Damarisvor 6 Monaten

"Mama, bei dem Buchtitel wurde ein 's' vergessen, das muss doch Kleiner weisser Wolf heißen". Das war das erste, was meinem 9-jährigen Sohn auffiel, als er das Bilderbuch "Kleiner weiser Wolf" in die Hand nahm (auch in diesem Alter schaut er zwischendurch gerne Bilderbücher an, bzw. liest sie selbst). Aber der kleine Wolf ist hier keineswegs weiss, er ist weise. Synonyme wäre hier auch gebildet, klug, studiert oder wissend. Und ja, das alles trifft auf den Kleinen weisen Wolf zu. Im Buch wird das sehr anschaulich erklärt. Dass aber manchmal Freundschaft wichtiger ist, und man dadurch nichts verpasst, sondern dass Freundschaft das Leben bereichert, das lernt der kleine Wolf in der Geschichte. Freundschaft und Weisheit ergänzen sich nämlich sehr gut.

Der Kleine weise Wolf, der ganz weit weg hinter den Bergen wohnt, ist am liebsten bei sich zu Hause. Dort liest er dicke Bücher, kennt alle Kräuter der Welt oder entdeckt neue Sterne. Er scheint einfach alles zu wissen. Darum stellen ihm die Tiere aus der Nachbarschaft auch viele Fragen, doch der Kleine weise Wolf will lieber alleine sein, um noch viele, viele dicke Bücher zu lesen. Als der König seine Hilfe benötigt, macht sich der Kleine weise Wolf nur widerwillig auf den Weg. Denn eigentlich hat er ja überhaupt keine Zeit. Und obwohl er den anderen Tieren gegenüber wenig hilfsbereit war, sie sogar abgewiesen hat, erfährt er auf seiner langen Reise, was deren echte Freundschaft bedeutet.

Neben der ansprechenden Geschichte, mit der Verbindung der Themen Weisheit und Freundschaft, lebt das Buch von seinen schönen und beeindruckenden Illustrationen. Die Bilder sind etwas ganz Besonderes und heben das Bilderbuch auf eine eigene Ebene von Atmosphäre. Zumeist etwas düster, in gedeckten erdigen Farben gehalten, ist jedes Bild ein Kunstwerk für sich und bringt die unaufgeregte Stimmung in der Geschichte gut zur Geltung. Alleine die Betrachtung hat fast schon etwas Meditatives und lädt dazu ein, jedes Bild ganz genau zu erforschen. Der Text ist literarisch, aber einfach und gut verständlich. Davon profitieren Vorleser und Zuhörer.

Fazit ...
Der kleine Wolf ist hier nicht weiss sondern weise, und der Unterschied wird Kindern schon auf den ersten Seiten klar. Weisheit ist gut und in Verbindung mit echter Freundschaft sogar noch besser. Wir sind so begeistert von "Kleiner weiser Wolf", dass wir von der Geschichte nicht genug bekommen, uns an den atmosphärischen Bildern kaum sattsehen können. Dieses unglaublich schöne Bilderbuch bekommt schon als Neuerscheinung den Status eines Klassikers.

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Rezension zu "Kleiner weiser Wolf" von Gijs van der Hammen

Rezension "Kleiner weiser Wolf"
kathrineverdeenvor 7 Monaten

Weit entfernt, in einem Wäldchen hinter den Bergen, wohnt ein kleiner Wolf …


Obgleich er allein wohnt, fühlt er sich nicht einsam, denn er vergräbt seine Schnauze sehr gerne in dicken Büchern. Diese haben ihm im Laufe der Jahre viel Wissen vermittelt und zu einem weisen kleinen Wolf gemacht. Alle Kräuter der Welt und fast jeden Stern am Himmel könnte er benennen, wenn er gefragt werden würde. Jedoch ist der kleine Wolf nicht daran interessiert, Fragen zu beantworten. Er hat keine Zeit dafür und schließlich warten noch zu viele dicke Bücher darauf, gelesen zu werden. Seine Tür bleibt verschlossen. Eines Tages bekommt der kleine Wolf Besuch, der sich nicht einfach abwimmeln lässt. Eine Krähe des Königs kommt herbeigeflogen und übermittelt ihm eine Nachricht, die er nicht ignorieren darf – egal, wie beschäftigt er ist.

Eine lange Reise kann sehr mühevoll sein, wenn man sie alleine angeht
Auf den insgesamt 16 Doppelseiten des Bilderbuches „Kleiner weiser Wolf“ begleiten wir Leser den kleinen weisen Wolf auf seiner beschwerlichen Reise über weite Felder und Berge ins Königreich, um der Bitte des Königs nachzukommen. Jedoch sind wir nicht die einzigen, die ihn begleiten. Obgleich der Wolf die Tiere des Wäldchens immer abgewiesen hat, als diese bei ihm an der Tür klopften, werden sie zu stillen Begleitern, die im Hintergrund über ihn wachen. Bis er eines Tages wirklich auf ihre Hilfe angewiesen ist …

Zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Gijs van Hammeren erschuf Hanneke Siemensma die wunderschöne und zarte Geschichte vom kleinen weisen Wolf. Wir hatten viele schöne Lesestunden, denn dieses Kinderbuch hat eine ganz besondere Wirkung auf seinen Betrachter. Nicht nur, weil es ein Stück heile Welt und liebevolle literarische Figuren vorzuweisen hat. Es sind vor allem die sehr imposanten und fesselnden Illustrationen, die zum Verweilen einladen, damit man ihre ganze Pracht erfassen kann. Diese Geschichte, mit ihren gedeckten Kollorationen, die mit wenigen intensiven Tönen ergänzt werden, hat eine unaufgeregte und beruhigende Stimmung inne, die ich in zahlreichen Bilderbüchern vermisse.

„Kleiner weiser Wolf“ von Hanneke Siemensma und Gijs van Hammeren ist ein liebenswertes Bilderbuch mit einer sehr intensiven Geschichte, die zum Innehalten und Durchatmen einlädt. Sie zeigt, wie wichtig wahre Freunde sind.

https://kathrineverdeen.de/

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