Gila Lustiger

 4.4 Sterne bei 82 Bewertungen
Autorin von Die Schuld der anderen, So sind wir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gila Lustiger

Gila Lustiger wurde im April 1963 als Tochter eines deutsch-jüdischen Historikers geboren. Sie ging nach ihrem Abitur nach Jerusalem, um dort Germanistik und Komparatistik zu studieren. Nach ihrem Abschluss blieb sie in Isreal und begann dort ihre Tätigkeit als Lektorin für deutsche Literatur. Wenige Jahre später zog sie dann nach Frankreich, wo sie als Journalistin - unter anderem für das ZDF - arbeitete. Als Romanautorin wurde sie mit ihrem Debüt "Die Bestandsaufnahme" bekannt, dem weitere erfolgreiche Bücher folgten. Gila Lustiger lebt heute mit ihrem Mann in Paris.

Alle Bücher von Gila Lustiger

Cover des Buches Die Schuld der anderen9783833310430

Die Schuld der anderen

 (62)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches So sind wir9783827078599

So sind wir

 (10)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Erschütterung9783827013323

Erschütterung

 (4)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Herr Grinberg & Co.9783833306136

Herr Grinberg & Co.

 (3)
Erschienen am 27.02.2010
Cover des Buches Woran denkst du jetztB005MJ6MWE

Woran denkst du jetzt

 (2)
Erschienen am 03.09.2011
Cover des Buches An den Granatapfel9783446158849

An den Granatapfel

 (1)
Erschienen am 01.01.1991
Cover des Buches Die Bestandsaufnahme9783746612577

Die Bestandsaufnahme

 (0)
Erschienen am 01.09.1996
Cover des Buches Aus einer schönen Welt9783351030780

Aus einer schönen Welt

 (0)
Erschienen am 01.03.2006

Neue Rezensionen zu Gila Lustiger

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Rezension zu "Die Schuld der anderen" von Gila Lustiger

Der Journalist
walli007vor 5 Monaten

Durch neue Untersuchungsmethoden wie die DNA-Analyse steht ein alter Mordfall vor der Aufklärung. Vor 28 Jahren wurde die junge Prostituierte Emilie Thevenin vergewaltigt und zu Tode geprügelt. Der Verdächtige hat die Tat allerdings nicht gestanden. Der Journalist Marc Rappaport hat durch seine guten Kontakte zur Polizei die Möglichkeit nahe an den Verdächtigen heranzukommen. Seiner Meinung nach kann etwas mit der Geschichte nicht stimmen. Rappaport beginnt, nach den Hintergründen der Tat zu forschen. Immer mehr verbeißt er sich in seine Untersuchung. Er überredet seinen Chefredakteur, einen ausführlichen Artikel zu bringen und Marc zu unterstützen.


Eigentlich kommt der Journalist Marc Rappaport aus gutem Haus. Sein Großvater hat ein milliardenschweres Unternehmen aufgebaut. Doch Marc konnte sich nie mit der Firma identifizieren. Wie seine Eltern hat er sich entschlossen, einen normalen Beruf zu ergreifen. Wenn er für einen Bericht recherchiert, vertieft er sich dermaßen in seine Arbeit, dass er alles um sich vergisst und der Rest unwichtig wird. Das begeistert seine Freundin Deborah nicht so sehr. Hilfe bekommt er dafür durch seinen Praktikanten Antoine, der sich entgegen aller Erwartung als echter Gewinn erweist. Und so entblättert er nach und nach Schicht um Schicht der Ereignisse um den Tod einer jungen Frau.


Zunächst mögen einige Beschreibungen etwas ausschweifend erscheinen, doch je länger man sich in diesen Roman vertieft, desto interessanter und verwickelter wird die Handlung. Man muss schon aufpassen, damit man jede Nuance erfasst. Unterschiedliche Geschichten bilden Schnittmengen oder berühren sich. Die verschiedenen Verschachtelungen formen sich zu einem Gesamtbild, das nach und nach immer mehr fesselt. Kaum zu glauben, was sich dort offenbart. Mit einem vermeintlich einfachen Mordfall zeigt sich lediglich die Spitze eines Eisberg. Die Story reicht bis in höchste Kreise von Industrie und Politik. Hervorragend wie Marc Rappaport und seine Helfer jede kleine Information nutzten, die sie dem Inneren des Spinnennetzes näher bringt.

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Rezension zu "Die Schuld der anderen" von Gila Lustiger

Gelungener Gesellschaftsroman
Phyriavor 2 Jahren

Dem Journalist Marc Rappaport lässt der nun scheinbar nach 27Jahren gelöste Mord an Emilie Thevenin keine Ruhe. Er will weiterforschen, in Erfahrung bringen was es für einen Grund hätte haben können eine gerade mal 19jährige Prostituierte umzubringen. Er hat im Gefühl, dass dahinter viel mehr stecken könnte und beginnt nach Absprache mit Pierre, seinem Freund und Chef, für diese Geschichte genauere Nachforschungen anzustellen, worunter vor allem seine Beziehung leidet. Die Recherchen jedoch bringen reichlich Schockierendes ans Licht und damit auch einige Schwierigkeiten, womit nicht mal Marc hätte rechnen können.


Meine Meinung:
Ein Roman, der uns einen Blick auf die französische Gesellschaft gewehrt. Eine Autorin, deren gute Recherchen einfach nur überzeugen und Charaktere, die authentischer und interessanter nicht sein könnten. Zusammen ergibt es ein tolles, informatives Buch, das mich am Ende sprachlos zurück gelassen hat.


Gila Lustiger hat einen Schreibstil bei dem es trotz der vielen Informationen nicht langweilig wird, außerdem erklärt sie selbst die komplexeren Passagen wunderbar, sodass keine Verständnisprobleme aufkommen. Besonders positiv ist mir auch die Schilderung der Umgebung, der Orte aufgefallen sowie die Gabe der Autorin dem Leser die Atmosphäre näher zu bringen.


Obwohl der Mord an Emilie Thevenin im Vordergrund steht wird im Zusammenhang ebenso viel von der Politik und der Wirtschaft Frankreichs erzählt und auch kritisiert. Dieser Roman ist tatsächlich nicht nur ein Krimi, sondern gleichermaßen ein Polit- und Wirtschaftsthriller. Es werden gewiss auch einige Unterschiede zu Deutschland bewusst. Mich hat vor allem die Sicht auf Affären und generell Beziehungen, Sexualität verblüfft.
In ‚Die Schuld der anderen’ werden so unglaublich viele Themen und Bereiche angesprochen, dass es für manche vielleicht überladen wirken könnte, doch Gila Lustiger weiß gekonnt die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen zu lassen und hat ein besonderes Talent dafür alles logisch miteinander zu verknüpfen und stetig Spannung aufzubauen. Keine Seite ist zu viel. Es bereitet Vergnügen mehr zu erfahren, ob es nun um das Leben der Reichen geht, Prostitution, Bandenkriege, Korruption, Ungerechtigkeit gegenüber Arbeitern, Jugendkriminalität oder das Leben im Altenheim, man bekommt einen glaubhaften Blick auf die Zustände und ich kann wahrlich behaupten, dass ich einiges dazu gelernt habe.


Der Fall rund um Emilies Tod ist nicht einfach und so lernen wir mit Marc, wegen des häufigen Reisens, viel über Frankreich kennen und auch Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und jeder von ihnen bringt Marc mit neuen Hinweisen ein Stück näher an sein Ziel.
Mit Marc Rappaport bekommt man einen vielschichtigen Charakter aus dem ich nur schwer schlau wurde. Jedes Mal wenn ich der Meinung war ich hätte ihn endlich durchschaut, machte er mir ein Strich durch die Rechnung und lehrte mich eines Besseren. Er ist kein einfacher Protagonist, das bekommt auch seine Freundin Deborah des Öfteren zu spüren, und doch ist er interessant und sympathisch. Außerdem mag ich seine Art zu denken, es gab immer wieder Sätze, die für mich herausgestochen sind. Er lebt für seine Arbeit als Journalist, auch wenn seine Familie der Meinung ist er hätte viel mehr erreichen und sogar das Unternehmen seines verstorbenen Großvaters übernehmen können. Doch ist er wirklich gut in dem was er tut und weiß wie er sich in seinem Beruf den Menschen gegenüber verhalten muss um an die wichtigen Informationen für seine Schlagzeilen zu kommen. Er gibt nicht auf und setzt alles daran die Machenschaften in diesem Fall aufzudecken.
In diesem Roman gibt es viele Rückblenden mit dessen Hilfe man mehr über Marc, seine Sicht auf die Dinge und seine Familie erfährt. Besonders im Fokus steht dabei seine Beziehung zum verstorbenen Großvater und auch dass er Jude ist spielt eine gewisse Rolle, wobei vor allem das Thema Religion meiner Meinung nach etwas vertieft hätte werden können. Aber auch so kann man sich ohne Probleme aus der Sicht von Marc ein Bild von dem Ganzen machen. Ein Roman der unterhält und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.


Fazit:
Ein rundum gut ausgearbeiteter, informativer und überzeugender Roman, der uns einen Blick auf Frankreich gewährt. Mit Charakteren aus allen Schichten, schönen Schilderungen und Sätzen voller Aussagekraft lässt ‚Die Schuld der anderen’ keine Langeweile zu. Kann ich nur weiterempfehlen! 

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Rezension zu "So sind wir" von Gila Lustiger

Gila Lustiger | SO SIND WIR
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

INHALT: Gila Lustiger, Tochter des Auschwitz-Überlebenden Arno Lustiger, erzählt in losen Episoden über das Leben ihrer Familie in Israel und Deutschland, angefangen vor dem Zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit. Mithilfe von Erbstücken, Fotos und Gesprächen kommen die Geschichten langsam an die Oberfläche und bahnen sich ihren Weg aufs Papier, denn auch das Schreiben des Romans ist Teil des Romans.

FORM: Unter dem Titel SO SIND WIR steht die Bezeichnung »Familienroman«, aber ich halte es eher für den Versuch eines solchen. Sehr oft stößt Lustiger an die Grenzen des Erzählens und erkennt die Unmöglichkeit, ihre Familiengeschichte auf Romanlänge herunterzubrechen. Dies lässt sie den Leser dann aber auch wissen, sie hält ihn auf Laufenden. Das macht die Lektüre sehr privat, sehr aufrichtig, fast unangenehm intim.

Der Roman ist in zwei Hälften geteilt, von denen mir die erste deutlich besser gefallen hat. In ihr lässt Lustiger den Erinnerungen freien Lauf. Sie schreibt einfallsreich und innovativ, mit großartigen Metaphern und Vergleichen. Es ist die narrative, die erzählerische Hälfte. Die zweite Hälfte dagegen beschreibt ein Treffen mit Lustigers Freundin Dominique, die sie über das Vorankommen des Romans ausfragt. Es ist also quasi ein Ersatz für die Kapitel, in denen Lustiger nicht weiterkommt. In diesem Gespräch rattert die Familiengeschichte natürlich in Gedanken weiter, sodass der Leser am Ende trotzdem zu seinem Input kommt, aber überzeugt hat mich das dann nicht mehr, schade.

FAZIT: Wäre es im Stil der ersten Hälfte bis zum Schluss weitergegangen, hätte ich fünf Sterne gegeben. So bleiben vier dennoch gute Sterne übrig (inklusive Leseempfehlung).

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Die Schuld der anderenundefined
Liebe Leserinnen und Leser,

heute laden wir euch zur gemeinsamen Lektüre eines Romans ein, der noch vor seinem Erscheinen von den entsetzlichen Ereignissen in Frankreich eingeholt wurde, und mit Sicherheit zum Verständnis der gegenwärtigen Französischen Verhältnisse beitragen wird.

Zehn Zeilen – mehr hat Marc Rappaport einem 27 Jahre zurückliegenden Prostituiertenmord, der jetzt durch DNA-Abgleich gelöst sein soll, nicht zu widmen gedacht. Und doch will er mehr über die Geschichte der jungen Frau erfahren, die mit 18 aus der Enge ihrer Industriekleinstadt nach Paris floh, um zu studieren, und dort in die Prostitution schlitterte. Dabei stößt er bald auf einen Skandal von schockierendem Ausmaß, der die unlösbaren Verstrickungen von Wirtschaft, Geld und Politik durchscheinen lässt. Was als klassische Ermittlungsgeschichte beginnt, entpuppt sich bald als ein atmosphärisch dichter und mit souveräner Leichtigkeit erzählter Gesellschaftsroman über ein ganzes Land und unsere Gegenwart.

»Die Schuld der anderen‘ ist ein sehr komplexer Polit- und Wirtschaftsthriller. Er hat mir deshalb auch so gut gefallen, weil Gila Lustiger abseits dieser wirklich hochinteressanten Story, die auf einem wahren Fall beruht, auch immer wieder einstreut das Verhältnis zwischen Mann und Frau, über das Leben in der französischen Provinz und auch immer wieder Seitenlichter wirft auf Rassismus, auf Toleranz und auf den Antisemitismus, den es in Frankreich gab und gibt. Und das macht dieses Buch für mich so ganz besonders und hebt es über einen normalen Thriller sehr hinaus.«
Deutschlandradio Kultur "Lesart"

Alle, die dabei sein wollen, bitten wir bis zum 29. Januar um erste Leseeindrücke. (>>> zur Leseprobe)

Zu Recherchen für DIE SCHULD DER ANDEREN war Gila Lustiger an den Brennpunkten – in den Banlieus, aber auch in den Rathäusern.
Nicht zuletzt deshalb wurde Gila Lustiger nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt an der Porte de Vincennes von vielen Medien um Interviews gebeten.
Hier eine Auswahl:
NZZ
Deutschlandradio Kultur, Leseart
Tagesschau

In der Ausgabe der Literarischen Welt vom 17. Januar  schildert Gila Lustiger sehr eindrucksvoll aus ihrer Perspektive, was es heißt „Charlie“ zu sein.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!

385 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Smbergevor 5 Jahren

Zusätzliche Informationen

Gila Lustiger wurde am 27. April 1963 in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 151 Bibliotheken

auf 30 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

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