Gilbert Adair Blindband

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Inhaltsangabe zu „Blindband“ von Gilbert Adair

Ein alternder berühmter Schriftsteller, der nach einem Autounfall erblindet und entstellt ist, sucht per Zeitungsanzeige einen Sekretär, um ihm seine Autobiographie zu diktieren. In dem Landhaus bei London, in das sich Sir Paul zurückgezogen hat, spricht der junge John Ryder vor, der sich als Glücksfall zu erweisen scheint. Alle Pflichten erledigt er geduldig, ist technisch versiert und auch bereit, auf die Launen und Eigenheiten des klaustrophobischen Blinden einzugehen. Aber dann schleichen sich kleine Pannen ein, die Atmosphäre verändert sich unmerklich, etwas Böses bahnt sich an. Gilbert Adairs berühmter Roman, der zuerst 1999 auf Deutsch erschien und ein großer Erfolg wurde, ist ein Kammerspiel, das sich zum handfesten Krimi, zu einem „Höllengewächs“ (Michael Maar) wandelt. Voller literarischer Anspielungen und Scherze, ist „Blindband“ nicht nur ein faszinierender Roman über Schreiben und Leben, über Blindheit im wörtlichen und übertragenen Sinne, über Einsamkeit und Ruhm, sondern ein Meisterwerk der Spannung, des genialen Plots. Atemberaubend ist nicht zuletzt, wie es Adair gelingt, mit einem Ensemble von ganz wenigen Figuren und einem Erzählstil, der fast ausschließlich aus Dialogen besteht, eine atmosphärisch außerordentlich dichte und beklemmend aufregende Geschichte zu erzählen, „furios, bösartig, brillant“, wie DIE ZEIT schrieb.

Bitterböse und furios!

— Alanda_Vera

einer der wenigen Romane, der mir auch lange nach dem ersten Lesen noch immer eine Gänsehaut beschert. Extrem gutes Kopfkino

— Sofy92

"Blindband" von Gilbert Adair ist ein großartig geschriebener, doppelbödiger Kriminalroman

— Sabeth80

Rache kann süß sein, aber der Nachgeschmack ist das, was bleibt. Exzellent geschrieben!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Spannender und ungewöhnlicher Dialogroman

    Blindband

    Die_kleine_Bibliothek

    11. October 2017 um 14:14

    Ich bin wirklich froh eines schönen Tages über Gilbert Adair gestolpert zu sein, nicht nur wegen der Evadne Mount-Trilogie, sondern auch wegen einer Perle wie Bildband. Die Geschichte des blinden Autoren und seines Gehilfen kommt gänzlich ohne szenische Beschreibungen aus und lebt rein von seinen Dialogen. Es ist ein stürmischer Abend, an dem Sir Paul, ein einsamer, erfolgreicher und vermögender Schriftsteller, den jungen John Ryder einstellt, damit er ihm beim Schreiben seines neuen Buches hilft. Während seiner Tätigkeit soll Ryder auch bei dem alten Mann wohnen – in einem einsamen Herrenhaus in tiefster englischer Provinz. Sir Paul will ihm seine Autobiographie diktieren, weil er sie selbst nicht mehr schreiben kann. Seit einem Autounfall ist er erblindet und auf Hilfe angewiesen. Die Atmosphäre in dem Buch ist von Anfang an befremdlich, zuweilen auch grotesk. Das Unheil liegt bereits von Beginn an in der Luft, ohne dass man es an etwas Konkretem festmachen könnte. Im weiten Verlauf scheint sich die düstere Vorahnung zu bewahrheiten, denn es häufen sich irrwitzige Vorfälle, die auf ein sadistisches Spiel schließen lassen. Wer würde einen Blinden wegen eines Puzzles an der Nase herumführen? Wer würde ihm erzählen, Tony Blair sei an AIDS verstorben? Irgendetwas, ahnt der Leser, scheint den Schriftsteller und seinen Adlatus miteinander zu verbinden. Aber auch Sir Paul ist gewiss kein Sympathieträger, sondern verschlagen und arrogant. Spielt John Ryder überhaupt ein falsches Spiel oder bildet sich der alte Mann alles nur ein? Was Blindband auszeichnet, ist nicht einmal der Plot an sich, der zum Ende leider etwas abfällt. Das Besondere ist, dass die Blindheit Sir Pauls die Erzählstruktur vorgibt. Aldair schreibt einen reinen Dialogroman, der ohne erklärende Worte auskommt und nur geringfügig von tagebuchartigen Einschüben Sir Pauls unterbrochen ist. Keine Stimmungen oder Zustände werden beschrieben, keine Physiognomien veranschaulicht. Als Leser sehen wir genausowenig wie der blinde Sir Paul  und dennoch hat man nie das Gefühl, dem Buch fehlt etwas Wesentliches.

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  • Doppelbödiger Kriminalroman

    Blindband

    Sabeth80

    30. April 2014 um 19:25

    "Blindband" von Gilbert Adair ist ein großartig geschriebener, doppelbödiger Kriminalroman, eine Reflexion über Sprache und über Schuld und Sühne. Adair schreibt geschliffen, pointiert, distanziert und fast ausschließlich in Dialogform. Das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber ein durchaus faszinierendes Stilmittel, das die Stimmung dieses düsteren Kammerspiels kunstvoll transportiert. Ein stiller, atmopshärisch dichter Roman, der seine Brisanz erst ganz allmählich enthüllt und zum "Nochmals lesen" animiert.

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  • Rezension zu "Blindband" von Gilbert Adair

    Blindband

    Xirxe

    02. November 2009 um 17:06

    Unbedingt 2x lesen! Paul Reader, berühmter Schriftsteller, seit einem Unfall blind, grauenhaft entstellt und in völliger, selbstgewählter Isolation lebend, plant ein neues Buch zu schreiben. Dafür engagiert er den wesentlich jüngeren John Ryder, der für ihn schreiben und Recherchen durchführen soll. John zieht bei ihm ein und trotz Pauls schwieriger Art zeigt die Zusammenarbeit Fortschritte, das Buch nimmt Gestalt an. Doch etwas scheint mit John nicht zu stimmen... Fast der komplette Roman ist in Dialogform wiedergegeben, lediglich wenige Mal unterbrochen von Gedanken und Überlegungen Pauls. Paul ist ein unangenehmer, egozentrischer, überheblicher und arroganter A...., so dass es trotz seiner Blindheit und Verunstaltung schwer fällt, Mitgefühl für diese Figur zu entwickeln. Je weiter man liest desto unklarer wird die Atmosphäre zwischen den beiden Männern. Hat John finstere Absichten? Oder sind es nur Hirngespinste eines Blinden? Weshalb nun zweimal lesen? Weil die Lösung dieses Falles im ganzen Buch immer und immer wieder angedeutet wird. Nur Kleinigkeiten, die man beim ersten Mal überliest, beim zweiten Mal jedoch mit einem 'Ach so!' kommentiert. Beispielsweise die Sache mit den Wasserspeiern oder der Hintergrund der nicht vorhandenen Leerstellen. Erst die wiederholte Lektüre erschließt einem wirklich das ganze Buch!

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  • Rezension zu "Blindband" von Gilbert Adair

    Blindband

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. September 2008 um 10:50

    Irgendwie fällt es mir bei diesem Buch schwer meine Meinung darüber zu formulieren, obwohl man bereits an der Tatsache, dass ich es innerhalb von wenigen Stunden gelesen habe, sicher erkennen kann, dass es weder an der Spannung noch am guten Textfluss fehlt - vielleicht einfach deshalb weil man am Ende nicht mehr weiß, wem man seine Sympathie nun widmen soll. Sehr auffällig ist natürlich zunächst einmal, dass fast die ganze Handlung des Buches nur über Dialoge abgehandelt wird, abgesehen von dem Ende und einigen Monologen des erblindeten Autors. Nichtdestotrotz erhält man eine detailreiche Beschreibung des Hauses und der nahen Örtlichkeit durch die Beschreibungen, die John Ryder für Sir Paul anfertigt. Was das Buch für mich etwas in die Länge gezogen hat, waren die diktierten Textpassagen. Diese stehen recht ausführlich drin, mit den ganzen Vermerken bzgl. der Interpunktion oder auch von Textänderungen. Teilweise kommen diese Texte aber später sowieso nochmal vollständig (in "ordentlich" niedergeschriebener Form), sodass ich mit der Zeit dazu tendiert habe, diese Diktierstellen zu überspringen in der Hoffnung, dass die Texte in Reinform später noch einmal kommen. Da ich ansonsten bezüglich der Handlung nicht zuviel verraten möchte, kann ich nur sagen, dass diese bis zum Ende spannend bleibt und noch einige Überraschungen birgt - auch über einige "Flecken" in der Biografie von dem blinden Autoren Paul. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der typische britische Humor - für die, die ihn schätzen Augenzwinkern ... Fazit: Durchaus lesenswert, wenn man nicht von Anfang an zuviel erwartet. Die Idee ist gut, die Entwicklung der Handlung über die Dialoge ebenfalls. Teilweise gibt es einige Längen, die man überbrücken muss, und für manchen wirkt das Ende vielleicht auch etwas überladen, für andere ist gerade diese Überraschung das Beste vom Buch - aber das muss letztlich jeder selbst entscheiden.

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