Gilbert Adair Träumer

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Inhaltsangabe zu „Träumer“ von Gilbert Adair

Paris, 1968. Matthew, ein amerikanischer Student, gehört wie die Zwillinge Isabelle und Théo zu den Filmenthusiasten, die sich jeden Tag vor der Leinwand der Cinémathèque Française versammeln. Als das Kino aus politischen Gründen schließen muss, ziehen die Geschwister sich enttäuscht in ihre Wohnung zurück - und laden auch Matthew zum Bleiben ein. Er bemerkt bald, dass die beiden mehr verbindet als geschwisterliche Zuneigung. Auch das harmlose Filmquiz, das sie zum Zeitvertreib spielen, gleitet zusehends auf eine obsessive sexuelle Ebene ab. Sie isolieren sich völlig von der Außenwelt - bis eines Tages ein Pflasterstein durch ihre Fensterscheibe fliegt und sie in die reale Welt zurückkatapultiert werden, in der die Maiunruhen die Stadt in einen Kriegszustand versetzt haben.

Eine poetische Liebeserklärung an die Kraft des Kinos und der Imagination

— Sabeth80
Sabeth80

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  • Rezension zu "Träumer" von Gilbert Adair

    Träumer
    glowinggloom

    glowinggloom

    28. July 2010 um 14:40

    Im Mai 1968 sind die Zwillinge Isabelle und Theo mit ihrem Freund Matthew, wie jeden Abend, unterwegs zur Cinematheque von Paris. Diese ist ein Kino-Museum, Film-Archiv und Vorführsaal und an diesem Abend überraschend geschlossen. Die 3 Freunde erfahren von den anderen Cineasten, daß Henry Langlois, der Gründer und Direktor der Cinematheque, von de Gaulle´s Kultusminister entlassen worden ist. Die 17-jährigen Zwillinge laden den 19 Jahre alten Französischstudenten Matthew, der aus San Diego stammt, ein, bei ihnen zu wohnen, da sich die Eltern für längere Zeit in die sommerfrische Normandie verabschiedet haben. Matthew, ein eher schüchterner junger Mann, der sich seiner sexuellen Orientierung noch nicht sicher ist, erlebt nun, daß Theo und Isabelle sowohl eine inzestuöse Beziehung miteinander haben, als auch ihn lieben. Man unterhält sich mit dem Nachspielen von Filmszenen, wobei der ererbte Klamotten-Fundus der Großmutter und die reichhaltige Einrichtung der bürgerlichen Wohnung, gute Dienste leisten. Wer eine Filmszene nicht errät, muß ein Pfand zahlen. Diese Pfänder eskalieren schließlich bis zum Sex. Die drei schwänzen Schule und Uni und gehen wochenlang nur aus dem Haus, um rasch Lebensmittel zu besorgen. Erst, als ein Pflasterstein das Schlafzimmerfenster zertrümmert, werden die Liebenden aufgeschreckt. Vor dem Haus liefern sich Polizei und Demonstranten eine brutale Straßenschlacht. Die einen verschießen Tränengas und hauen mit Schlagstöcken drauf, während die anderen brennende Barrikaden errichten und mit Pflastersteinen werfen. Die 3 Freunde gehen auf die Straße und werden in den Strudel der Ereignisse hineingezogen. Sie treffen den Studenten Charles, der ihnen kommunistische Literatur besorgt, von Dany le Rouge (Daniel Cohn-Bendit), dem Repräsentanten der Straße, erzählt, und ihnen erklärt, daß die Entlassung von Cinematheque-Direktor Langlois, die in der Luft liegende Revolte ausgelöst hat. Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit der Polizei, bemerkt Matthew, daß die rote Fahne der Demonstranten im Dreck gelandet ist. Er hebt die Fahne auf und ersteigt damit eine Barrikade. Das sieht ein Polizist und verliert die Beherrschung... Die Geschichte ist sprachlich kunstvoll erzählt, eher verdichtet (167 Seiten) als episch weitschweifig, und emotional anrührend. Bei einigen Stellen haperte es bei der Logik. Ich kann nachvollziehen, daß die jungen Leute einen Kick suchen und sich Lebensmittel aus der Delikatessenabteilung zusammenklauen, anstatt mit den, von den Eltern bereitgelegten, Schecks zu bezahlen, aber warum sie später, vor Hunger, sogar das widerliche Katzenfutter runterwürgen, anstatt mit den Schecks einkaufen zu gehen oder warum sie die funktionsfähigen Badezimmer nicht benutzen und stattdessen mit ekelig verkrusteten Körpern herumrennen, und warum Isabelle Matthew ermahnt, daß ihre Eltern unter keinen Umständen erfahren dürfen, daß sie mit ihrem Bruder schläft, aber Matthew die beiden nachts verschlungen im Bett liegen sieht, bei offener Tür und brennendem Licht, obwohl die Eltern noch im Haus sind, finde ich unverständlich. Vielleicht bin ich spiessig, weil ich auf solche Dinge achte und eigentlich hat mir das Buch gut gefallen.

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