Gilbert Campbell

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Gruselkabinett - Folge 107

Gruselkabinett - Folge 107

 (2)
Erschienen am 12.11.2015

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Rezension zu "Gruselkabinett - Folge 107" von Gilbert Campbell

Gruselkabinett – 107. Der weiße Wolf von Kostopchin
PoldisHoerspielseitevor 3 Jahren

Erster Eindruck: Slawische Schauergeschichte

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird Michail Wassiljewitsch aus Russland verbannt und siedelt sich in den Karpaten an. In einem besonders harten und harten Winter scheint jedoch ein unheimliches Wesen die Gegend unsicher zu machen: Ein weißer Wolf schleicht umher, doch es steckt noch mehr hinter dem wilden Tier...

Durch die in sich abgeschlossenen Geschichten ist es im Gruselkabinett möglich, immer neue Stimmungen zu erschaffen und die Handlungen in unterschiedliche Teile der Welt zu verlegen. Und so wird in Folge 107 ein Abstecher in die Karpaten gemacht, was durch eine düstere und mysteriöse Stimmung und der sehr gelungenen Produktion noch unterstrichen wird. Die Handlung ist dabei auf wenige Stationen begrenzt, entwickelt sich nur langsam weiter und setzt dabei ganz auf die leise bedrohliche Stimmung. Das gefällt mir sehr gut, da hier alles gut ineinander greift und nur langsam übernatürliche Elemente eingefügt werden – diese sind dann aber sehr präsent und drängen sich immer weiter in den Vordergrund. Der starke lokale Bezug wird dabei nicht nur durch den eisigen Winter, sondern auch den Bezug zu den Mythen der Gegend erzeugt und schlägt sich in der Atmosphäre wieder. Die sehr ruhige Ausstrahlung kann fesseln und begeistern, sodass wieder eine gelungene Folge der Reihe entstanden ist.

Gerade einmal fünf Charaktere sind hier zu hören, auch auf einen externen Erzähler wurde verzichtet. Hans Bayer ist als Michail Wassiljewitsch zu hören und bestreitet damit den größten Teil des Hörspiels mit seiner tiefen und angenehmen Stimme. Von ihm geht eine recht ruhige Stimmung aus, in den dramatischeren Szenen legt er aber mehr Energie in seine Stimme. Anja Kruse ist als Ravina zu hören, auch die passt sich bestens an die düstere Atmosphäre der Karpaten an und strahlt eine geheimnisvolle Aura aus. Lando Auhage hat mich trotz seines jungen Alters sehr überzeugt und kann mit einer glaubhaften Aussprache überzeugen. Auch Pascal Breuer und Clara Fischer können mit ihren sehr guten Leistungen punkten.

Die dichte Stimmung der Handlung wird durch die sehr gelungene akustische Gestaltung unterstützt. Dafür wurde wieder eine Vielzahl an unterschiedlichen Melodien ausgewählt, die in das slawische Ambiente bestens passen und die immer unheimlichere Geschichte nachzeichnen. Auch die eingebauten Geräusche bereichern das Hörspiel wieder und sorgen für eine lebendige Ausstrahlung.

Das Cover von Ertugrul Edirne kann die Atmosphäre der Produktion wieder sehr gut einfangen und rückt den namengebenden weißen Wolf in den Mittelpunkt. Mit gefletschten Zählen steht er auf einem kleinen Felsen und bedroht die beiden flüchtenden Männer, deren Fackel das dunkle Bild erleuchtet. Durch die schneebedeckte Landschaft bekommt das Bild eine sehr eingängige Ausstrahlung.

Fazit: Bei „Der weiße Wolf von Kostopchin“ kommt es mehr auf die düstere und unheimliche Stimmung an, die Handlung entwickelt sich dabei eher langsam weiter. Die schaurigen Elemente treten aber schon bald in den Vordergrund und nehmen den Hörer schnell in ihren Bann. Die lokale Einfärbung der Karpaten ist dabei sehr gut gelungen.

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