Gilbert Keith Chesterton Father Browns Weisheit

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Inhaltsangabe zu „Father Browns Weisheit“ von Gilbert Keith Chesterton

Man kennt ihn aus vielen Verfilmungen, den kleinen, rundlichen und sanftmütigen Priester: Father Brown. Aber kennen Sie auch die packenden Erzählungen, die den Filmen als Grundlagen dienten? Hier sind sie! Gilbert Keith Chesterton, 1874 geboren, starb 1936. Er war Romancier, Historiker und Essayist und hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. Die hinreißenden Father-Brown- Geschichten erscheinen hier in der kongenialen Übersetzung von Hanswilhelm Haefs.

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    Father Browns Weisheit
    Stefan83

    Stefan83

    07. October 2011 um 15:30

    Es gibt Geschichten, die einfach nie ihren Reiz verlieren und dazu gehören meiner Meinung auch die mit dem guten, alten Father Brown. Die von Gilbert Keith Chesterton erdachte literarische Gestalt wird den meisten wohl besonders aufgrund der Heinz Rühmann-Verfilmungen ein Begriff sein, wenngleich sich die Figuren aus Buch und Film doch erheblich unterscheiden. Brown, den Chesterton nach Father John O'Connor, dem Pfarrer der seine Konversion zum katholischen Glauben leitete, entwarf, ist wohl einer der ungewöhnlichsten Vertreter des Detektivroman-Genres, da er sich eher wenig daran interessiert zeigt, Verbrecher der irdischen Gerechtigkeit auszuliefern, als sie vielmehr zum Glauben zu bekehren und zu Gott zu führen. Was arg verschroben und boniert klingt, erweist sich in den einzelnen Geschichten meist als amüsantes Element, denn der kleine und gedrungene Geistliche mit großem Kopf ist stets heiteren Gemüts und verliert selbst in gefährlicheren Situationen nie die Contenance. Ein Grund dafür ist Flambeau, ein von Brown bekehrter ehemaliger Meisterdieb, der sich nach seiner Verbrecherkarriere einen Ruf als (ausgerechnet) Privatdetektiv erarbeitet hat und in vielen Abenteuern an des Pfarrers Seite steht. Er ist auch der Mann fürs Grobe, wenn derlei erforderlich ist, was aber meist selten der Fall ist, wie überhaupt viele Abenteuer der beiden nur wenig mit Kriminalität zu tun haben. Oft gibt es in den Geschichten nicht mal eine Leiche, meistens kommt sogar niemand zu Schaden außer dem Verbrecher selbst. Und doch, so kündigt es ja auch der Klappentext an, sind Chestertons Detektiverzählungen stets fesselnd und unterhaltsam - wie es das Genre des Kriminalromans erfordert. Umso höher ist der Insel-Verlag zu loben, der sich im Jahre 2008 dazu entschlossen hat, die fünf Father Brown-Sammelbände neu aufzulegen. Hanswilhelm Haefs zeichnet sich einmal mehr für die Übersetzung verantwortlich, was ich sehr begrüße, da wohl keine andere sich so eng am Original hält und der Übersetzer selbst in seinen Anmerkungen für eine gewisse Portion Kurzweil sorgt. "Father Browns Weisheit" ist der chronologisch zweite Band aus der Reihe (1914 erstmals zusammenfassend veröffentlicht) und beinhaltet wieder zwölf Kurzgeschichten: Die Abwesenheit von Mr. Glass Das Paradies der Diebe Das Duell des Dr. Hirsch Der Mann in der Passage Der Fehler der Maschine Der Kopf Caesars Die purpurne Perücke Der Untergang der Pendragons Der Gott der Gongs Der Salat von Oberst Cray Das eigentümliche Verbrechen von John Boulnois Das Märchen von Father Brown Die Schauplätze variieren dabei. Brown ermittelt nicht nur in seiner Heimat England, sondern auch im gebirgigen Italien ("Das Paradies der Diebe"), den USA ("Der Fehler der Maschine") und in einem fiktiven deutschen Fürstentum ("Das Märchen von Father Brown"). Letztere Geschichte gehört auch zu den Highlights dieses Sammelbands, der mir in seiner Zusammenstellung nicht ganz so gut wie sein Vorgänger gefallen hat. Gründe dafür sind die doch eher einfachen Rätsel, die man zumeist lange vor dem guten Brown gelöst hat und in denen es der Geistliche mit seinem süffisanten Ton auch ein wenig übertreibt. Wer also besonders aus morbider Neugier zum Krimi getrieben wird, sollte lieber mit dem Vorgänger vorlieb nehmen, da es hier doch im Großen und Ganzen ziemlich gesittet zugeht. Dennoch befinden sich auch in "Father Browns Weisheit" einige Geschichten, die schon allein den Kauf lohnen. Neben der bereits genannten Geschichte "Das Märchen von Father Brown" sind dies unter anderem noch "Der Mann in der Passage", die mit einer großartigen Auflösung zu überraschen weiß, sowie "Das eigentümliche Verbrechen des John Boulnois", in der besonders die romantisch-düstere Stimmung im Stile Scotts überzeugt. Insgesamt ist "Father Browns Weisheit" ein guter Sammelband mit unterhaltsamen Geschichten zum Rätseln für zwischendurch. Chesterton wollte den kleinen Geistlichen nie mehr als kurzweilige, intellektuelle Unterhaltung sein lassen und diesen Anspruch erfüllt er. Eine Empfehlung für alle Freunde des Mitknobelns, die auch ohne blutüberströmte Leichen ihren Spaß haben können.

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