Ein Zuhause für immer

von Gill Lewis 
4,6 Sterne bei5 Bewertungen
Ein Zuhause für immer
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Eine wundervolle und gefühlvolle Geschichte für Kinder und Jugendliche über ein Mädchen auf der Suche nach einem Zuhause.

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Eine bewegende Geschichte um den besonderen Jungen Red und seine Schwester Scarlet, die alles zusammenhät und zwar gegen alle Regeln.

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Inhaltsangabe zu "Ein Zuhause für immer"

Eine anrührende Familiengeschichte. Wenn das Jugendamt vorbeikommt, räumt Scarlet die ganze Wohnung auf – nur ihr eigenes Zimmer macht sie unordentlich, damit es authentischer wirkt. Und auch sonst führt Scarlet kein normales Teenagerleben. Sie kümmert sich um ihren autistischen Bruder Red, für den sie die einzige Bezugsperson ist. Das geht so lange gut, bis ihre Mutter mit einer Zigarette in der Hand einschläft. Zwar werden alle aus der brennenden Wohnung gerettet, doch nun werden die Geschwister getrennt. Scarlet kommt in eine liebevolle Pflegefamilie. Aber wo ist Red? Scarlet weiß genau, dass ihr Bruder ohne sie verloren ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423761840
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:04.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    sollhabens avatar
    sollhabenvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wundervolle und gefühlvolle Geschichte für Kinder und Jugendliche über ein Mädchen auf der Suche nach einem Zuhause.
    Ist Zuhause immer ein Ort?

    Scarlet ist 12 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Red bei ihrer Mutter in einer Wohnung. Sie kümmert sich nicht nur um Red, der ein außergewöhnlicher Junge ist, sondern auch um den Haushalt, die Mutter und geht in die Schule mit erstaunlich großem Erfolg. Sie räumt auf, hält auch ihr Zimmer in Ordnung. Nur wenn sie die Sozialhelferin ankündigt, erweckt sie den Anschein einer normalen 12jährigen. Sie opfert alles, um die kleine Familie zusammenzuhalten.
    Als eines Tages in der Wohnung ein Brand ausbricht, werden die drei getrennt. Scarlet kommt in eine Pflegefamilie und lernt ein komplett neues Leben kennen. So sehr sie es geniest in geordneten Verhältnissen zu leben, so sehr vermisst sie ihren Bruder Red. Niemand sagt ihr, wo er sich aufhält und so setzt sie alles in Bewegung, um ihn zu finden.

    Wie hat es mir gefallen?

    Das entzückende Cover, der Klappentext und die Rezension einer anderen Bloggerin machten mich auf die Geschichte neugierig, obwohl ich der Zielgruppe schon ein paar Jährchen entwachsen bin.
    In diesem Buch treffen gleich mehrere spannende Themen aufeinander: verschiedene Krankheiten, Vernachlässigung und die damit einhergehenden Probleme.
    Im Mittelpunkt steht Scarlet, ein tapferes und mutiges Mädchen, das ständig über sich hinaus wachsen muss. Sie organisiert das ganze Familienleben, rund um die Einzigartigkeit ihres Bruders und der oft geistig abwesenden Mutter.
    Nachdem die Familie getrennt wird, lernt sie ein recht normales Leben kennen. Sie geht zur Schule, bekommt ein Pausenbrot gemacht. Sie darf hier einfach nur ein Kind sein, ohne große Sorgen. Gleichzeitig vermisst sie aber ihren Bruder und auch ihre Mutter. Sie ist entzwei gerissen, zwischen ihren Wünschen und ihrer Sehnsucht nach einem Zuhause, einer intakten Familie.
    „Ein Zuhause für immer“ wird in dem Genre Kinderbuch bzw. Jugendbuch gelistet. Da gehört es auch eindeutig hin. Scarlet erzählt die Geschichte in einfachen, klaren Worten. Sie schmückt sie nicht unendlich aus. Damit wird sie noch eindringlicher. Kindermund tut Wahrheit kund.
    Die Autorin hat bereits einige Kinderbücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie hat demnach Erfahrung, ihre Leserschaft zu fesseln. Ich fand die Geschichte gut und hätte ich Kinder würde ich ihnen dieses Buch ans Herz legen.

    Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

    www.mariessalondulivre.at

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    DisasterRecoverys avatar
    DisasterRecoveryvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine bewegende Geschichte um den besonderen Jungen Red und seine Schwester Scarlet, die alles zusammenhät und zwar gegen alle Regeln.
    Bewegende Geschichte um den Jungen Red

     "Mum und Red und ich" sagt Scarlet sehr oft, wenn sie von ihrer Familie spricht. Die drei wohnen im achten Stock eines Hochhauses. Es ist ihr Nest. Der Gedanke gibt Scarlet Sicherheit.

        "Hoch über unseren Köpfen huschen kleine Vögel durch die Luft und ihr buntes Gefieder funkelt im Sonnenlicht. Ich frage mich immer wieder, ob sie wissen, dass es hinter diesen Scheiben eine ganze Welt gibt, in der Vögel frei herumfliegen." (S. 36)



    Red ist Autist und leidet unter Zwangshandlungen. Er ist sehr verschlossen. Die kleinste Abweichung oder Unordnung wirft ihn aus der Bahn. Er liebt Vögel und sammelt gern Federn. Das wirkt für ihn wie ein Anker zur Welt wie wir sie kennen.

    Die Mutter schläft tagsüber und ist daher nachts wach. Sie wirkt meist abwesend und teilnahmslos. Ich vermute Depressionen. Das Krankenbild wird aber nicht genau angesprochen.


    Scarlet ist ein unglaublich intelligentes Mädchen. Oft kam sie mir viel älter als 12 Jahre vor. Sie ist der Motor, der diese Geschichte antreibt und die kleine Familie zusammenhält. Sie denkt an alles und das meistens sogar schon im voraus. Sie schmeißt den Haushalt, kümmert sich um Red und entwickelt außerdem Strategien, um die regelmäßig vorbeischauenden Sozialarbeiter zufrieden zu stellen. Bei dieser ganzen Last auf den Schultern, hat es mich gewundert, dass sie überhaupt noch aufrecht gehen kann. Scarlet versteht es ganz wunderbar mit ihrem Bruder Red umzugehen. Ihre größte Angst ist es, dass jemand dieses kleine Gefüge auseinanderreißen könnte. Mit dieser Angst lebt sie jeden Tag.

        "Miss P. hat keinen Schimmer davon, was mir durch den Kopf geht, und so soll es auch bleiben. Aber vielleicht gilt das für alle Leute. Vielleicht wissen wir einfach nicht, welche inneren Kämpfe andere Menschen ausfechten." (S. 175)

     
    Madame Popescu und die neue Pflegefamilie waren Personen, die mir wirklich gut gefallen haben. Besonders die Geschichte der alten Dame hat mich so gerührt, dass ich seitenlang vor lauter Tränen kaum einen Satz erkennen konnte.


    Die Worte von Gill Lewis haben eine starke Ausdruckskraft. Sie konnte auf Anhieb Bilder in meinem Kopf erzeugen und Emotionen in mir hervorrufen. Ich war manchmal erstaunt oder wütend und ganz oft einfach nur gerührt. Es hat mir sehr gut gefallen wie die Autorin die Eigenarten der verschiedenden Vögel mit dieser schwierigen Familiensituation und dem autistischen Red verbindet. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail analysiert und damit bleiben durchaus Fragen offen, aber das ist überhaupt nicht schlimm.


        "Vielleicht sind wir nicht perfekt, vielleicht gibt es überhaupt keine perfekte Familie. Aber wir halten zusammen und darum geht es ja schließlich." (S. 203)

    Fazit:
    Durch die Schilderung des Schicksals von Scarlet und Red, schneidet die Autorin einige soziale Themen an und liefert eine berührende Geschichte über die Sehnsucht nach Sicherheit, Dazugehören und die Ängste in jedem von uns.

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    monika_schulzes avatar
    monika_schulzevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das mich wirklich berührt hat.
    Wirklich berührend

    Inhalt:

    Wenn das Jugendamt vorbeikommt, räumt Scarlet die ganze Wohnung auf – nur ihr eigenes Zimmer macht sie unordentlich, damit es authentischer wirkt. Und auch sonst führt Scarlet kein normales Teenagerleben. Sie kümmert sich um ihren autistischen Bruder Red, für den sie die einzige Bezugsperson ist. Das geht so lange gut, bis ihre Mutter mit einer Zigarette in der Hand einschläft. Zwar werden alle aus der brennenden Wohnung gerettet, doch nun werden die Geschwister getrennt. Scarlet kommt in eine liebevolle Pflegefamilie. Aber wo ist Red? Scarlet weiß genau, dass ihr Bruder ohne sie verloren ist.

    (Quelle: https://www.dtv.de/buch/gill-lewis-ein-zuhause-fuer-immer-76184/)

    Die 12jährige Scarlet hat in ihrer Familie die gesamte Verantwortung. Ihre Mutter schläft meist oder starrt vor sich hin, während das Mädchen sich um ihren autistischen Bruder Red kümmert, einkauft, kocht und die Wohnung in Ordnung hält.

    Vor allem wenn die Mitarbeiterin vom Jugendamt kommt, spielt Scarlet das perfekte Theater. Das geht solange gut, bis ihre Mutter mit einer brennenden Zigarette einschläft und die gesamte Wohnung in Brand steckt.

    Zwar können alle gerettet werden, doch von da an müssen sie getrennte Wege gehen. Obwohl Scarlet in einer liebevollen Pflegefamilie unterkommt und endlich Kind sein darf, kann sie das nicht richtig genießen, weiß sie doch, dass ihr Bruder sie dringend braucht.

    Meine Meinung:

    Da ich selber mit Kindern mit Autismus gearbeitet habe, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

    Mit dem Buch wird man sofort in das Leben von Scarlet hineingeworfen und erlebt wie das Mädchen die gesamte Verantwortung in der Familie übernimmt. Anfangs weiß man lange nicht, wie alt das Mädchen ist und als ich erfuhr, dass sie erst 12 ist, war ich total erstaunt. Mir kam sie viel älter vor, fast schon erwachsen, wie sie für sich, ihren Bruder und ihre Mutter sorgt. Da liegt wirklich sehr viel Verantwortung auf dem kleinen Mädchen und ich hatte richtig Mitleid mit ihr, wobei sie das selber nicht so zu empfinden scheint. Für sie ist es normal, es ist ihr Leben und sie beschwert sich nicht einmal. Es ist erschreckend, wie diese Kinder einfach so die Rolle eines Erwachsenen übernehmen und überhaupt nicht mehr Kind sein dürfen. Leider gibt es das öfter, als uns bewusst ist und ich finde es großartig, dass die Autorin Gill Lewis dieses Thema aufgreift und so einfühlsam und authentisch darüber spricht. Mich hat Scarlets „Schicksal“ auf jeden Fall sehr berührt.

    Auch Red ist ein wirklich interessanter Charakter und ich finde es sehr interessant, dass im gesamten Buch nicht ein einziges Mal der Begriff „Autismus“ vorkommt. Der Junge wird als besonders bezeichnet und man findet viele Verhaltensbeschreibung im Buch, doch es wird ihm kein Etikett aufgedrückt. Da ich selber mit Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich gearbeitet habe, fand ich das richtig klasse. Denn es gibt nicht „das autistische Kind“. Jeder Mensch ist anders und so ist auch jeder mit Autismus anders. Reds Verhaltensweisen passen zwar in das Erscheinungsbild, wie man es überall lesen kann, aber trotzdem mochte ich es, dass er einfach so genommen wird, wie er ist. Zumindest von seiner Schwester.

    Doch neben diesen beiden Themen arbeitet die Autorin noch mehr ernste Aspekte in ihre Geschichte ein: Da findet man Depressionen und Völkerwanderung, Heimat und Zugehörigkeit. Und das alles auf nur 200 Seiten. Natürlich wird dabei vieles nur angerissen, aber Gill Lewis erklärt das im Nachwort auch und ich finde, dass es sehr gut zur Geschichte passt, dass nicht alles bis ins kleineste Detail geklärt wird. Vieles soll auch einfach nur zum Nachdenken anregen und den Blick des Lesers auf diese Ereignisse schärfen. Gerade, wenn es um Kinder geht, die zu viel Verantwortung übernehmen, fällt das doch lange nicht auf, da diese es bis zur Perfektion beherrschen, ihre Situation zu verstecken.

    Fazit:

    Ich habe „Ein Zuhause für immer“ in einem Rutsch gelesen. Viele Aspekte werden zwar nur angerissen, aber das stört bei dieser Geschichte überhaupt nicht, denn sie soll den Leser einfach zum Nachdenken anregen und den Blick schärfen.

    Gill Lewis ist es in meinen Augen wirklich sehr gut gelungen, die ernsten Themen aufzugreifen und in eine mitreißende Rahmenhandlung einzubetten. Ein Buch, das mich wirklich berührt hat.

    Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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    Buchschatzjaegerins avatar
    Buchschatzjaegerinvor einem Jahr
    Realitätsnah und sehr bewegend

    WORUM GEHT ES?
    Die zwölfjährige Scarlet lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Red zusammen. Weil ihre Mutter psychisch nicht dazu in der Lage ist, für sie zu sorgen, übernimmt Scarlet diese Rolle und kümmert sich vor allem um ihren Bruder, der, wie sie selbst sagt, "anders" ist. Red lebt in seiner eigenen Welt. Er liebt Vögel und sammelt gerne ihre Federn. Das ist etwas, was nur ihn und Scarlet verbindet, weil niemand anderes es versteht.
    Als ihre Mutter eines Tages mit einer Zigarette in der Hand einschläft, steht kurz darauf die ganze Wohnung in Brand. Scarlet und Red werden getrennt und von ihrer Mutter weggebracht, da diese erst mal in Therapie muss. Scarlet kommt in eine Pflegefamilie, weiß allerdings nicht, wo Red untergekommen ist oder wie es ihm überhaupt geht. Niemand will ihr etwas verraten, dabei ist sie doch die Einzige, die zu ihm durchdringt! Ihr ist klar, dass sie ihn finden und mit ihm abhauen muss, wenn sie nicht will, dass sie sonst für immer getrennt sind.


    REZENSION
    Anfangs war ich doch sehr erstaunt, dass Roman gerade mal 224 Seiten umfasst. Im ersten Moment kam mir das sehr kurz vor, weil ich irgendwie doch an die 300 Seiten aufwärts gewohnt bin. Ein Zuhause für immer braucht aber gar nicht mehr geschriebene Worte. Die Geschichte ist kompakt und in sich abgeschlossen. Es gibt keine ausgeschmückten, langatmigen Szenen im Roman, die einem das Lesen schwer machen. Tatsächlich ist alles genau auf den Punkt gebracht, ohne, dass es abgehackt wirkt. Ich zumindest habe nichts vermisst und hatte demnach auch nicht das Gefühl, das irgendwo etwas fehlte.
    Ganz besonders loben möchte ich außerdem die Aufmachung des Romans. Wenn man es bereits gelesen hat, versteht man immer mehr die kleinen Details auf dem Cover und sieht die Liebe zum Detail. Was man vorher vielleicht als kindliche Zeichnungen gehalten hat, bekommt nun eine andere, tiefere Bedeutung. Wenn man das Buch aufklappt, geht es auch gleich damit weiter: Man sieht die verschiedenen Kontinente und sowie verschiedene Vogelarten, genau dort, wo sie auf der Welt vorkommen.

    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der zwölfjährigen Scarlet, die es gar nicht so leicht hat. Sie führt den Haushalt in ihrer Familie, während sie gleichzeitig noch zur Schule geht und sich um ihren Bruder kümmert. Da ihre Mutter ebenfalls unter eine psychischen Krankheit leidet, ist sie nicht in der Lage, diese Rolle zu übernehmen. Dass Scarlet demnach keine Zeit für sich oder Freunde hat, ist wohl klar.
    Ihr macht das aber alles gar nichts aus. Sie kümmert sich gerne um ihren Bruder Red, denn sie ist die Einzige, die zu ihm durchdringt und ihn versteht. Deshalb ist es für sie auch so schlimm, von Red getrennt zu sein, als die Behörden sie in eine Pflegefamilie stecken. Scarlet ist überzeugt, dass Red sie braucht und ohne sie völlig verloren ist.
    Die Geschichte lebt allerdings nicht nur von Scarlet, sondern auch von den vielen Nebencharakteren, die alle ihre guten und schlechten Einflüsse haben. Besonders aber die Einbindung der Pflegefamilie gefällt mir sehr, denn es ist mal ein schönes Beispiel dafür, dass man auch herzlich in eine fremde Familie aufgenommen werden kann.

    Was mich bereits beim Klappentext angesprochen hat, war die Auseinandersetzung mit Themen, wie Asperger und Autismus, die im Roman eine wesentliche Rolle spielen. Ich finde es gut, dass die Autorin nicht die ganze Komplexität dieser Thematik in ihre Geschichte hat einfließen lassen, sondern es auf einem doch sehr kindgerechten Level belässt.
    Da der Roman aus der Sicht der zwölfjährigen Scarlet erzählt wird, wird dementsprechend auf die Verwendung von Fachausdrücken verzichtet. Selbst die Ausdrücke Asperger und Autismus kommen nur ein einziges Mal vor, eben weil selbst ein Mädchen in dem Alter wie Scarlet diese nicht unbedingt zu definieren weiß.
    Deshalb finde ich es auch sehr gelungen, wie die Autorin die Krankheit schließlich erklärt. Scarlet sagt nämlich stets, dass ihr kleiner Bruder in seiner eigenen Welt lebt und dass seine Begeisterung für Vögel das ist, was ihn mit ihrer Welt verbindet. Es wird sehr sensibel und kindgerecht mit dem Thema umgegangen.

    Aber auch die Problematik, dass ein Kind die elterlichen Pflichten übernimmt, weil zum Beispiel die Eltern selbst dazu nicht in der Lage sind, wird in dem Roman aufgegriffen. In einem Brief an die Leser ganz zum Ende des Romans spricht die Autorin außerdem davon, dass dies in Großbritannien leider oft der Fall ist. Ich denke allerdings, dass das generell ein sehr weit verbreitetes Problem ist.
    Auch hier gefällt mir, wie realitätsnah Gill Lewis das Szenario eingefangen hat.
    Scarlet übernimmt die Rolle ihrer Mutter und passt auf, dass Zuhause alles stimmt, wenn der Kontrollbesuch von den Behörden stattfindet. Sie kümmert sich um den Haushalt, aber vor allem um ihren Bruder, der nun mal ganz besondere Aufmerksamkeit benötigt - etwas, wozu ihre Mutter aufgrund eigener Krankheit nicht in der Lage ist.
    Im Roman werden viele problematische Aspekte angesprochen und auch ganz klar kritisiert, denn manchmal sollte man als Erwachsener einem Kind ganz einfach zuhören und sich nicht darüber erheben, weil man glaubt, das Kind wüsste nicht, was gut und richtig ist. Es sind nicht immer die Behörden, die das Richtige tun oder wissen, was das Beste für einen ist, sondern diejenigen, die dem Betroffenen nahe stehen.

    Ein Zuhause für immer ist eine Geschichte aus dem realen Leben und hat mich deshalb auch direkt abgeholt. Dazu hat aber auch ganz deutlich der Schreibstil von Autorin Gill Lewis beigetragen, denn sie schafft es mit wenigen einfachen, aber vor allem ausdrucksstarken Worten Emotionen in einem hervorzurufen.


    FAZIT
    Ein Zuhause für immer ist ein kurzweiliges Lesevergnügen, das einen aufgrund der Nähe zum echten Leben sehr bewegt. Es wird sich vor allem kindgerecht mit Themen wie Asperger und Autismus auseinandergesetzt und auch die Problemen in der Familie und Pflegefamilien angesprochen. Alles in allem ist der Roman von Gill Lewis eine schöne Geschichte, die einen mitreißt und deshalb vergebe ich vier von fünf Kreuzen.

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    Little-Cats avatar
    Little-Catvor einem Jahr
    Eine Familiengeschichte die ans Herz geht

    Rezension zu dem Buch „Ein Zuhause für immer“ von Gil Lewis


    Buchdetails

    Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.08.2017

    Aktuelle Ausgabe : 04.08.2017

    Verlag : dtv Verlagsgesellschaft

    ISBN: 9783423761840

    Fester Einband 224 Seiten

    Sprache: Deutsch


    Zur Autorin:

    Schon als Kind betrieb Gill Lewis im elterlichen Gartenschuppen ein Tierkrankenhaus, in dem sie Mäuse, Vögel und andere Kleintiere verarztete. Später studierte sie Tiermedizin und war als Tierärztin tätig. Heute ist Gill Lewis freischaffende Autorin und lebt mit ihrer Familie in Somerset. Ihr erster Roman, ›Der Ruf des Kulanjango‹, erschien auf Anhieb in 20 Sprachen.

    Quelle: dtv Verlag


    Zum Inhalt:

    Scarlet macht alles für Ihren Bruder. Sie kümmert sich um Ihre Mutter, den Haushalt und ihn. Regelmäßig kommt das Jugendamt zur Kontrolle. Eines Tages kommt Scarlet nach der Schule nach Hause und sieht das Ihre Wohnung brennt. Die Geschwister werden getrennt. Doch wie soll Ihr Bruder ohne Sie klar kommen?


    Meine Meinung:

    Das Cover ist schön gestaltet. Es passt sehr gut zum Buch. Im Buch spielen ja Vögel eine große Rolle und so sind vorne im Buch die einzelnen Vögel abgebildet mit dem jeweiligen Namen.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es behandelt die Themen „Familie, Zusammenhalt, Vögel und das anders sein“.

    Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und angenehm. Das Buch ist aus der Perspektive von Scarlet geschrieben. Ich mochte Sie sehr als Protagonistin. Sie hat einen sehr starken Charakter und durch Sie „lebt“ dieses Buch.

    Red, Scarlets Bruder ist „anders“. Scarlet kann als einzigste zu Ihn durchdringen. Die Szenen mit Scarlet und Red haben mir besonders gut gefallen. Alle Nebencharaktere sind ebenfalls sehr authentisch dargestellt.

    Die Autorin beschreibt die Handlung sehr intensiv und ich fieberte mit den Geschwistern von Seite zur Seite. Manches mal, ging mir das Buch an die Nieren. Ich musste an einigen Stellen schlucken weil es mich tief berührte.


    Mein Fazit:

    Absolute Leseempfehlung ab ca. 14 Jahren. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich vergebe 5 von 5 Sternen!








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