Gilles Kepel Der Bruch

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Inhaltsangabe zu „Der Bruch“ von Gilles Kepel

Durch die französische Gesellschaft zieht sich ein Bruch, der sich auch in dem Zuspruch ausdrückt, den der rechtsradikale Front National erfährt. Maßgeblich dazu beigetragen hat der islamistische Terror, der in Frankreich bis jetzt 239 Opfer gefordert hat. Der Soziologe und Islamwissenschaftler Gilles Kepel analysiert seit Jahren den islamistischen Terrorismus und seine politischen und sozialen Ursachen und erläutert in seinem neuen Buch, dass es das Ziel dieser mörderischen Provokationen ist, die Gesellschaft in einen Bürgerkrieg zu treiben. Dafür versuchen die Dschihadisten, die französischen Muslime einzuspannen, die sich durch die wachsende »Islamophobie« in der Gesellschaft immer mehr in die Enge getrieben fühlen. Die Politiker, die mit der Bedrohung durch den Islamismus vor der anstehenden Wahl Propaganda machen, gehen damit den Terroristen in die Falle. Gilles Kepel erklärt die Zusammenhänge und plädiert für ein Engagement der aufgeklärten Bürger, sich nicht in diese falsche Konfrontation treiben zu lassen.

Um zu verstehen, was es mit dem IS auf sich hat, braucht man Analysen. Zum Beispiel von Gilles Kepel.

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

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  • Der gewollte Bürgerkrieg. Analysen von Gilles Kepel

    Der Bruch
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    24. May 2017 um 19:58

    Auch dieses Buch ist nicht so schnell zu lesen, wie auch das Buch des Autors, das er mit seinem Co-Autor Antoine Jardin geschrieben hat: „Terror in Frankreich, der neue Dschihad in Europa“. Natürlich behandelt dieses Buch wieder das Thema der unsäglichen Terroranschläge in Frankreich, aber eben nicht nur. Kepel versucht mit seinem intensiven für die deutsche Leserschaft geschriebenen Vorwort und dem Prolog zu erläutern, wie diese auch mit den auf deutschem Boden erfolgten Terroranschlägen zusammengehören. Und das tun sie in der Tat. Die wichtigsten Aussagen aus diesem Buch lassen sich in meinen einfachen Worten so zusammenfassen: Es gibt keine Einzelkämpfer, es wird bewusst auf die Zerstörung der Demokratien unserer Länder hingewirkt, wir werden bewusst gegeneinander ausgespielt, wir sollen in einen Bürgerkrieg getrieben werden; die im Hintergrund wirkenden Lenker, die mithilfe der sozialen Medien die Willigen zu terroristischen Angriffen überzeugen wollen, wollen bewusst auch solche Personen dazu bringen, die bereits von Ärzten attestierte psychologische Auffälligkeiten besitzen, um die Politik und die Bürger zu täuschen. Mit jeder Untätigkeit unserer Regierungen in ganz Europa streben diese Leute an, das „weiche Europa“ in einen Islamischen Staat zu verwandeln. Die tiefgründige Analyse der Überfälle ist für Kepel überaus wichtig. Er zeigt auf, wer die Attentäter sind, wie sie handeln, warum vor allem ausgerechnet bei ihnen, die schon seit mehreren Generationen in Frankreich leben, die Videos, Schriften und Predigten des Islamischen Staates greifen. Wie die dritte Generation von Attentätern agieren. Und natürlich legt er die Finger auf die Wunden der nicht erfüllten Versprechungen der Politiker, ihre Versäumnisse, ihr nicht gewolltes verstehen wollen ob der Gründe der Terroranschläge. Der Keil, der Bruch in der Gesellschaft, hier ist in erster Linie Frankreich gemeint, diesen zu sehen, zu begreifen, die Analysen anzunehmen und mit diesen zu arbeiten, damit der IS nicht noch mehr Boden gut macht, das muss unser aller Wille sein, sonst haben wir schon verloren. Die Erkenntnis darüber, dass das alles Absicht des Islamischen Staates ist, diese sich über die Uneinigkeit in Europa freuen, ist bei uns noch nicht recht angekommen. Das Buch versucht auch angesichts der bevorstehenden Wahlen nochmals eindringlich auf die Notwendigkeit tiefgreifender Analysen aufmerksam zu machen, um die Probleme, die die Menschen zum Islamischen Staat treiben, endlich anzupacken. Kepels neues Buch ist in mehrere Teile gegliedert. Schon das Vorwort zur deutschen Ausgabe umfasst mehrere Seiten und steht für sich. Es erklärt die Zusammenhänge zwischen den Taten in Deutschland und Frankreich, räumt mit der Erkenntnis des angeblich allein agierenden Täters auf. Entsprechend lang ist auch der Prolog, der nochmal die Erkenntnisse aus dem vorhergehenden Buch erläutert, auch zum Beispiel auf das Problem eingeht, dass bisher nicht im Zusammenhang mit Terrorismus auffällige Personen gerade im Gefängnis die Schule des Dschihad durchlaufen. Die nun folgende Chronik ist eine überarbeitete Zusammenfassung von Interviews einer wöchentlichen Radiokolumne vom Sommer 2015 bis Sommer 2016 des Senders France Culture mit Gilles Kepel. In dieser Zeit geschehen furchtbare Verbrechen, die Kepel anhand der ihm gestellten Fragen so gut es geht analysiert und die Zusammenhänge erklärt. Es endet mit einer Sendung einen Tag nach dem Angriff in Nizza. Im Epilog nun greift Kepel unter anderem den Begriff Islamophobie auf und erklärt, wie der Islamische Staat damit die Menschen täuscht. Wieder ein eindringliches und nicht leicht zu lesendes Buch. Wer sich tiefer mit der Thematik befassen will, kommt um den Namen Kepel nicht herum. Weiterführende Informationen zum Beispiel unter https://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_Kepel.

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  • Frankreichs Gesellschaft vor dem Bürgerkrieg?

    Der Bruch
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    25. April 2017 um 10:48

    Schon in dem in Frankreich schon 2015 erschienenen und 2016 bei Kunstmann verlegten Buch „Terror in Frankreich“ hat der bekannte Soziologe Gilles Kepel vor einer Spaltung der französischen Gesellschaft gewarnt. In einer nüchternen Analyse zeigte er, dass es das erklärte Ziel der Dschihadisten ist, die Gesellschaft zu spalten und die bisher noch loyale Mehrheit der Muslime zu radikalisieren. Dies führe dann dazu, dass auch Menschen, die bisher dem Islam wohlwollend bis gleichgültig gegenüber standen, zu Gegner bzw. Feinden dieser Religion werden, rechte Bewegungen wie den Front National in Frankreich oder die AfD in Deutschland immer stärker machen und so wiederum die Begründung für immer neue Attentate und Attentäter schaffen. Ein bürgerkriegsähnliches Szenario wurde da an die Wand gemalt, das mir schon im letzten Jahr große Angst machte.In seinem neuen Buch, in dem er nach einem langen Prolog und einem Vorwort für die deutsche Ausgabe Radiointerviews dokumentiert, die er , jeweils vier oder fünf an der Zahl, in den Monaten von September 2015 bis Juli 2016 gegeben hat, verschärft er seine Analyse noch und beschreibt einen „identitären Bruch in der Gesellschaft“, ein Bruch zwischen denen die Wohlstand haben und denen, die draußen sind, den „Outsidern“. Die schlüsselt er auf:"Es gibt zwei Typen dieser Outsider: Zum einen Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Banlieues der Großstädte, zum anderen das "weiße Frankreich" vom Land oder in den Kleinstädten. Die einen verfallen der Logik einer islamischen Parallelgesellschaft, die anderen den Rechtsextremen."Seine Thesen in "Terror in Frankreich" noch radikaler formulierend,  führt Gilles Kepel aus, wie der dschihadistische Terror diese Spaltung gezielt vorantreibt. Der Aufstieg rechtsextremer islamfeindlicher Parteien gehört zum Kalkül dieses Terrors. Deren islamfeindliche Propaganda macht auch bisher unauffällige Muslime  empfänglich für islamistische Propaganda.Noch mehr als im vergangenen Jahr scheint der einst so besonnene Soziologe selbst zu spalten, wenn er eine "Verschleierung des Dschihadismus in Europa (konstatiert) unter dem Vorwand, Islamophobie sei das bedeutendere soziale Phänomen".  Gilles Kepel steht mittlerweile selbst auf der Todesliste des IS. Das hat ihn meiner Meinung nach zu einem werden lassen, der nicht mehr nur wissenschaftlich analysiert sondern auch ungeduldig wird:"Man wartet auf die politische Vision, die der Versuchung des Bruchs zu widerstehen vermag."  Doch er will sich von den Dschihadisten nicht den Mund verbieten lassen:"Ich habe das Buch geschrieben, während die Attentate Frankreich erschütterten und ich selbst zum Tode verurteilt war. Für mich war das eine Art auf die Todesdrohung zu antworten. Weil man mich mit dem Tod bedroht, werde ich nicht schweigen. Im Gegenteil: Ich schreibe erst recht noch ein Buch."Wenn man es liest, bekommt man zunehmend den Eindruck, dass unserem Nachbarland noch sehr schwierige Zeiten bevorstehen. Entwicklungen, die ganz Europa mit nach unten ziehen könnten.

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