Gilles Leroy Zola Jackson

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Inhaltsangabe zu „Zola Jackson“ von Gilles Leroy

New Orleans, August 2005: Der Hurrikan Katrina versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Wer irgend kann, verlässt die Stadt und bringt sich andernorts in Sicherheit. Nur die pensionierte Lehrerin Zola Jackson ist fest entschlossen, der Gefahr zu trotzen und in ihrem Haus auszuharren. Als dann die Deiche brechen und riesige Wassermassen die Stadt überschwemmen, droht auch Zolas Haus von der Flut mitgerissen zu werden. Doch während der Pegel von Stunde zu Stunde steigt und die letzten Nachbarn über Rettungsboote die Flucht ergreifen, bleibt Zola standhaft: Ohne ihren geliebten Hund, den sie von ihrem verstorbenen Sohn Caryl geschenkt bekam, wird sie ihr Haus nicht verlassen. Aber wird sie tatsächlich bis zum Schluss durchhalten? Wird sie ihren Entschluss am Ende gar mit dem eigenen Leben bezahlen? Oder wird sie in letzter Sekunde doch noch nachgeben?

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  • "Ich könnte fliehen, wenn ich nur Lust dazu verspürte."

    Zola Jackson

    HibiscusFlower

    04. October 2016 um 16:39

    Klappentext des Verlages:New Orleans, August 2005: Der Hurrikan Katrina versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Wer irgend kann, verlässt die Stadt und bringt sich andernorts in Sicherheit. Nur die pensionierte Lehrerin Zola Jackson ist fest entschlossen, der Gefahr zu trotzen und in ihrem Haus auszuharren. Als dann die Deiche brechen und riesige Wassermassen die Stadt überschwemmen, droht auch Zolas Haus von der Flut mitgerissen zu werden. Doch während der Pegel von Stunde zu Stunde steigt und die letzten Nachbarn über Rettungsboote die Flucht ergreifen, bleibt Zola standhaft: Ohne ihren geliebten Hund, den sie von ihrem verstorbenen Sohn Caryl geschenkt bekam, wird sie ihr Haus nicht verlassen. Aber wird sie tatsächlich bis zum Schluss durchhalten? Wird sie ihren Entschluss am Ende gar mit dem eigenen Leben bezahlen? Oder wird sie in letzter Sekunde doch noch nachgeben? "New Orleans verlässt man nicht. Man wird dort geboren, und krepiert dort. So ist das." (S.23)Zola Jackson hat die Warnungen vernommen und dennoch schaut sie den Nachbarn und Freunden nur dabei zu, wie sie hastig aus ihren Häuser und das Viertel flüchten, um sich in Sicherheit zu bringen."Wer oder was bewirkt, dass die Dinge, die materielle Welt, die Macht über meinen Geist und auch darüber übernehmen, wie ich die Zeit in den wenigen mir verbleibenden Tagen verbringe." (S.36)Zola Jackson hängt nicht nur an ihrem Haus, sondern für sie gibt es keinen Menschen mehr, zu dem sie gehen kann."Ich könnte fliehen, wenn ich nur Lust dazu verspürte." (S.65)Zola Jackson verharrt der Dinge an diesem mit Erinnerungen verbunden Ort. Erinnerungen, die in ihrem alkoholgeschwängerten Zustand eine Lebendigkeit erfahren, denen sich Zola und aber auch die LeserInnen nicht entziehen können. Und dennoch ist es nicht nur die Geschichte einer einzelnen Person, die einen schonungslosen Blick auf das entsetzliche Geschehen wirft, auf das, was war...auf das, was ist...auf das, was bevorsteht."Es gibt Menschen, die in einer solchen Lage beten. Ich kann es nicht. Ich kann es nicht mehr...worum sollte ich denn den Himmel bitten ? Der Himmel, das ist doch genau das, was uns auf die Fresse fliegt." (S.96)Zola Jackson sitzt in der Falle, obgleich einer Falle, die ihr gehört, aus der sie sich und ihre geliebte Hündin Lady nicht vertreiben lassen mag. Nicht von Menschen und schon gar nicht von einem Hurrikan.Chaos, Panik, Müll und Leichen umspülen Zolas Haus. Alles festgehalten in Bildern der Kameras, die über dem Geschehen schweben. Es kommt Hilfe, ja sogar berühmte Hilfe und doch bleibt Zola in ihrem Haus, bei ihrer Hündin; gemeinsam mit ihr in die letzte, trockene Ecke des Hauses getrieben, bis es heißt, loszulassen."Man hatte es uns versichert. Hoch und heilig geschworen. Dass die neuen Befestigungen niemals nachgeben würden. Felsenfest seien... Man hatte es uns versichert, und ich war so dumm gewesen, es zu glauben. Zola ! Sei verflucht !" (S.122)Gilles Leroy geht es nicht um ein einzelnes Schicksal, auch wenn er sich ganz offensichtlich bewusst für eine afroamerikanische Protagonistin entschieden hat, die auf ein dreiundsechzigjähriges Leben zurückblickt, das schon durch ganz andere Stürme aufgewirbelt wurde und bei dem kleine Details dafür sorgen, dass Zolas Abgestumpftheit die Härte genommen wird.Eine fast schon lakonische Wortkargheit verhindert die dramatische Effekthascherei, fängt jedoch gekonnt das Schicksal in all seinen Facetten ein und wirft einen kritischen Blick auf Themen wie Rasse, Klasse und das Versagen (der Gesellschaft).Der Jahrhundertsturm Katrina - ein Hurrikan mit Stärke fünf - war einer der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Betroffen waren mehrere Bundesstaaten an der Golfküste, doch New Orleans traf es durch zwei Brüche im Deichsystem am stärksten. In jenem August 2005 standen ca. 80 Prozent des Stadtgebietes unter Wasser. Mehr als 1500 Menschen starben

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  • Rezension zu "Zola Jackson" von Gilles Leroy

    Zola Jackson

    rallus

    Zola Jackson ist der Name einer Schwarzen die in New Orleans lebt und: "Stärker als ein Bataillon der Us-Marines" ist - und genau diese Eigenschaft hat sie in ihrem Leben immer gebraucht. Sie sitzt in ihrem Haus, welches im Zentrum des Sturmes Katrina ist, der 2005 über New Orleans hereinbricht, und denkt über ihr Leben nach. Ihr Sohn Carly, ein Resultat aus einer Verbindung mit einem rothaarigen Weißen, der sie verlassen hatte "Früher haben sie wenigstens ihre Sklaven geheiratet", doch heute muss sie sich mit ihrem Kind alleine durchschlagen. Einen Sturm hat sie schon mal überlebt, mit ihrem fiebrigen Kind durch die Stadt geirrt und Hilfe gesucht - und ihren zukünftigen Mann Aaron mit den so großen Händen, der aber nichts verschüttet hat, als er dem fiebernden Säugling die Aspirin einträufelte und der Carly ein großartiger Vater war und Zola ein umsorgender Mann. Auch hat er ihr dieses Haus gebaut und sich um sie gesorgt, was sie erst so richtig bemerkt als sie von den Fluten verfolgt das Dach erreicht und dort eine Axt findet. "Die Männer wissen so viel und vergessen es uns zu sagen. Und wir, ihre Frauen, wir reden, wir fragen, wir tun, als interessierten wir uns für die Dinge, die sie ohne uns, fernab von uns tun, aber wir vergessen, die richtigen Fragen zu stellen. Beispielweise: Was hast Du heute Morgen auf dem Dachboden angenagelt?" Katrina ist die Möglichkeit, ja die Chance für Zola, über ihr Leben nachzudenken, eingeschlossen mit ihrem Hund beginnen die Gedanken, erst wie in einem Sturm dann geordneter zu fliessen. Zeit dazu hatte sie nie gehabt - erst musste sie ihren Sohn versorgen, dem viel zu früh anzusehen war, dass er schwul ist, der ein Stipendium bekam und nach Atlanta zog um dort Troy seine große Liebe kennen zu lernen, um kurz nach seiner Dissertation plötzlich zu sterben Troy hatte sie ihm nie verwunden, mit ihm wurde sie nie warm. Sowieso hat das Leben ihr kaum die Sonnenseiten gezeigt, für ihre Nachbarn war sie zu sperrig, hatte keine Gardinen - und diesen Sohn - für ihre Arbeit als Lehrerin war sie zu ungläubig, die Kinder hatten Angst vor ihr, Amerika bietete ihr nichts - außer dem Dosenbier was sie viel zu viel trank. Überhaupt Amerika - wo war das jetzt wo es gebraucht wurde, wo die Dämme brachen, die Leichen herumschwammen: "Manchmal kann man auf einem Leichenrücken eine Ratte reisen sehen. Eine Ratte auf Kreuzfahrt. Das ist eine Wucht." Die Realität ist eben ungeschönt, Amerika schickt lieber die Marines in den Orient und sie kehren als Sarg zurück, als in der Heimat sich um die eigenen Menschen zu kümmern. Und Gott? "Gleichgültiger Gott, wo bist Du? Erinnerst Du Dich noch an Deine Kinder? Erinnerst Du Dich daran, dass Du sie der Welt ausgeliefert hast? Du hast sie verlassen, und vom Verlassenwerden haben wir genug hier auf unserer armen Erde, es herrscht Überfluss daran, und deshalb verzichte ich auf Dich, ich schaffe dich ab, ich bespucke Dich, Herr, Meister, Scheißgott" Die Flut steigt, Zola weigert sich ohne ihren Hund in die Rettungsboote zu steigen und landet am Ende unter dem Dach. Ein Buch welches ein ums andere Mal mir Gänsehaut bereitet hat, was die teils wirren Gedanken von Zola, durch die erzwungene Untätigkeit im überfluteten New Orleans, langsam bündelt, was die Wut über die soziale Ungerechtigkeit einer doch gebildeten Schwarzen in einem immer noch rassistischen Amerika herauslässt. Diese Intimität mit der uns Giles Leroy an den Gedanken teilhaben läßt. Am Ende wird Zola von ihren Ängsten befreit und kann sich dem Scheißleben, von dem sie sich immer so ausgesperrt hat, hingeben. Für mich ein Highlight dieses noch so jungen Jahres, etwas was niemanden unberührt lassen kann, was Dich mit den Emotionen wie eine Flut überrollt.

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    • 2

    thursdaynext

    18. January 2012 um 10:34
  • Rezension zu "Zola Jackson" von Gilles Leroy

    Zola Jackson

    thursdaynext

    07. January 2012 um 17:07

    Teamwork Rezi von Bri & Thursday Being Zola Jackson Was bringt ein Individuum dazu so und nicht anders zu handeln ? Autor Gilles Leroy begibt sich mitten ins Auge des Sturms. Draußen wütet Katrina und lässt New Orléans untergehen während im Inneren Zola Jacksons andere Stürme aufkommen. Sprachlich wunderbar schlicht, versetzt mit einem Hauch Poesie schlüpft man in Zolas Gedankenwelt. Sie ist hart im Nehmen, mitleidlos, direkt. Zola, Witwe, verwaiste Mutter, gebildete Schwarze glaubt wie soviele Bewohner damals daran, dass die Dämme halten. Glaubt an die Regierung und muss miterleben, wie die Versprechen der Politiker sich buchstäblich im Wasser auflösen. Fliehen kann sie nicht . No place to run, no place to hide Wie das Gros der vorwiegend farbigen armen New Orléanser, deren Heime unterhalb des Meeresspiegels liegen. Aber nicht nur Menschen mussten vor Katrina fliehen. Was wird aus den geliebten Mitbewohneren? Den Hunden, den Katzen, den anderen Tieren in New Orléans? Zola glaubt nicht nur an die Regierung und deren Beteuerungen, die Dämme würden dieses Mal hatlen, sie hat auch Angst davor, was aus ihrem geliebten Hund Lady wird, wenn sie ihr Heim verlässt. Auch deshalb bleibt sie zurück. Gemeinsam mit Lady, und begibt sich mit ihr in die Fluten der Erinnerung. Erinnerung an die Zeit vor ihrem großen Verlust, an die Zeit, in der sie schon einmal einem großen Sturm getrotzt hat. Damals gelang es ihr und auch den unzähligen späteren Stürmen stellte sie sich unverzagt entgegen. Zerbrochen ist sie an der grausamen Unvermeidlichkeit des Schicksals . Doch nicht ganz. Liebe, Fürsorge und Hoffnungsfünkchen stecken noch in der knorrigen alten Schachtel die wir beim Lesen womöglich gerade wegen ihrer Ambivalenz und gleichzeitigen Unnachgiebigkeit liebgewannen. Gilles Leroy erreicht dies mit knapper, manchmal fast schon dürftig anmutender, treffsicherer, dennoch zwirbeliger Sprache in der Zolas Härte und Seelenschmerz durchschimmern. Gleichzeitig malt er Bilder von so poetischer Kraft, dass man sich kaum im Auge des Sturms wähnt. Zolas Weigerung, New Orléans ohne Lady zu verlassen führt auf vielen Ebenen zu Klarheit und Versöhnung und bestätigt sie komplett in ihrem Tun. Leroy hat bereits in Alabama Song (Bri hat es bereits gelesen und rezensiert) seine Fähigkeit bewiesen, aus einzelnen Versatzstücken ein grandioses Gefühls- und Stimmungsbild zu schaffen. Auch bei Zola Jackson ist ihm dies in einnehmender und direkt treffender Weise gelungen. So dünn das Büchlein, so fein die Sprache, so unglaublich nah kamen wir der Geschichte, lebten schon fast mit ihr. Ob er, wie dem Klappentext zu entnehmen ist, vor allem die weibliche Seele einzufangen befähigt ist, wollen wir so nicht bestätigen. Menschen sind es, die ihn interessieren. Und diese stellt er in all ihren Facetten äußerst glaubwürdig dar. Fazit: bestes Kopfkino - wir sind gespannt auf das, was Leroy uns noch präsentieren wird.

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  • Rezension zu "Zola Jackson" von Gilles Leroy

    Zola Jackson

    Bri

    07. January 2012 um 16:18

    Being Zola Jackson Was bringt ein Individuum dazu so und nicht anders zu handeln ? Autor Gilles Leroy begibt sich mitten ins Auge des Sturms. Draußen wütet Katrina und lässt New Orléans untergehen während im Inneren Zola Jacksons andere Stürme aufkommen. Sprachlich wunderbar schlicht, versetzt mit einem Hauch Poesie schlüpft man in Zolas Gedankenwelt. Sie ist hart im Nehmen, mitleidlos, direkt. Zola, Witwe, verwaiste Mutter, gebildete Schwarze glaubt wie so viele Bewohner damals daran, dass die Dämme halten. Glaubt an die Regierung und muss miterleben, wie die Versprechen der Politiker sich buchstäblich im Wasser auflösen. Fliehen kann sie nicht . No place to run, no place to hide. Wie das Gros der vorwiegend farbigen armen New Orléanser, deren Heime unterhalb des Meeresspiegels liegen. Aber nicht nur Menschen mussten vor Katrina fliehen. Was wird aus den geliebten Mitbewohnern? Den Hunden, den Katzen, den anderen Tieren in New Orléans? Zola glaubt nicht nur an die Regierung und deren Beteuerungen, die Dämme würden dieses Mal halten, sie hat auch Angst davor, was aus ihrem geliebten Hund Lady wird, wenn sie ihr Heim verlässt. Auch deshalb bleibt sie zurück. Gemeinsam mit Lady, und begibt sich mit ihr in die Fluten der Erinnerung. Erinnerung an die Zeit vor ihrem großen Verlust, an die Zeit, in der sie schon einmal einem großen Sturm getrotzt hat. Damals gelang es ihr und auch den unzähligen späteren Stürmen stellte sie sich unverzagt entgegen. Zerbrochen ist sie an der grausamen Unvermeidlichkeit des Schicksals . Doch nicht ganz. Liebe, Fürsorge und Hoffnungsfünkchen stecken noch in der knorrigen alten Schachtel die wir beim Lesen womöglich gerade wegen ihrer Ambivalenz und gleichzeitigen Unnachgiebigkeit lieb gewannen. Gilles Leroy erreicht dies mit knapper, manchmal fast schon dürftig anmutender, treffsicherer, dennoch zwirbeliger Sprache in der Zolas Härte und Seelenschmerz durchschimmern. Gleichzeitig malt er Bilder von so poetischer Kraft, dass man sich kaum im Auge des Sturms wähnt. Zolas Weigerung, New Orléans ohne Lady zu verlassen führt auf vielen Ebenen zu Klarheit und Versöhnung und bestätigt sie komplett in ihrem Tun. Leroy hat bereits in Alabama Song (Bri hat es bereits gelesen und rezensiert) seine Fähigkeit bewiesen, aus einzelnen Versatzstücken ein grandioses Gefühls- und Stimmungsbild zu schaffen. Auch bei Zola Jackson ist ihm dies in einnehmender und direkt treffender Weise gelungen. So dünn das Büchlein, so fein die Sprache, so unglaublich nah kamen wir der Geschichte, lebten schon fast mit ihr. Ob er, wie dem Klappentext zu entnehmen ist, vor allem die weibliche Seele einzufangen befähigt ist, wollen wir so nicht bestätigen. Menschen sind es, die ihn interessieren. Und diese stellt er in all ihren Facetten äußerst glaubwürdig dar. Fazit: bestes Kopfkino - wir sind gespannt auf das, was Leroy uns noch präsentieren wird.

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  • Rezension zu "Zola Jackson" von Gilles Leroy

    Zola Jackson

    bücherelfe

    „Leroy hat das unvergleichliche Talent, die weibliche Seele einzufangen“ wird Le Nouvel Observateur zitiert. Das klingt ja ganz schön aufgeblasen, denkt sich da die Bücherelfe. Aber am Ende dieses 176 Seiten langen in Kein & Aber-Manier kleinformatigen Buchs muss ich dieser Aussage recht geben. Dieser Satz wäre mir so wohl nicht eingefallen, aber ich muss dem Schreiberling recht geben; ein echtes Kleinod ist in mein Bücherregal eingezogen. Aus dem Klappentext: New Orleans, August 2005: Der Hurrikan Katrina versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Wer irgend kann, verlässt die Stadt und bringt sich andernorts in Sicherheit. Nur die pensionierte Lehrerin Zola Jackson ist fest entschlossen, der Gefahr zu trotzen und in ihrem Haus auszuharren. Als dann die Deiche brechen und riesige Wassermassen die Stadt überschwemmen, droht auch Zolas Haus von der Flut mitgerissen zu werden. Doch während der Pegel von Stunde zu Stunde steigt und die letzten Nachbarn über Rettungsboote die Flucht ergreifen, bleibt Zola standhaft: Ohne ihren geliebten Hund, den sie von ihrem verstorbenen Sohn Caryl geschenkt bekam, wird sie ihr Haus nicht verlassen. Aber wird sie tatsächlich bis zum Schluss durchhalten? Wird sie ihren Entschluss am Ende gar mit dem eigenen Leben bezahlen? Oder wird sie in letzter Sekunde doch noch nachgeben? Zola Jackson zu beschreiben, fällt schwer. Zu vielschichtig ist sie, die mit ihrer Hündin Lady in ihrem Haus ausharrt während draussen die Welt unterzugehen scheint. Wir werden Zeuge, was in Mrs. Jacksons Kopf vor sich geht, wenn sie über sich und ihr Leben nachdenkt. Sie redet in Gedanken mit ihrem geliebten Sohn Caryl in so lebendiger Form, dass die Erkenntnis, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt, beinahe wie eine kalte Dusche wirkt. Nun gut; wie so oft bei kurzen Geschichten hatte ich den Klappentext vorab nicht gelesen, sonst hätte ich es gewusst. Starrköpfig weigert sie sich gegen jedwelche Rettungsversuche. Denn in den Rettungbooten ist kein Platz für ihre Hündin. Und ist nicht Lady das einzige, was Zola Jackson noch am Leben hält? „Ameisen sind wir, schwarze Ameisen, die in Schachteln aus weissen Streichhölzern in der Falle hocken.“ Fazit: Ein Kammerspiel der besonderen Art. Absolut empfehlenswert!

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    bücherelfe

    25. August 2011 um 19:08
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