Darum gehts
In unserer Leistungsgesellschaft ist Scheitern ein Tabu. Aber jeder Mensch macht Fehler. Und deshalb will die Journalistin Gina Bucher in ihrem neuen Buch ergründen, wie andere damit umgehen. Was passiert in einem, sobald man erkennt, dass man einen Fehler mit ernsthaften Konsequenzen begangen hat? Wie betrachtet man sich danach morgens im Spiegel? Wie denkt man später über einen solchen Fehler nach, über Schuld und vielleicht auch über Reue? Wie reagiert das Umfeld darauf? Wie begegnet man den Konsequenzen? Und natürlich: Wie hat man sich durch diesen Fehler verändert? (Quelle: Piper)
Die Thematik des Buches fand ich sofort spannend. Fehler gelten in unserer Gesellschaft häufig als Tabu. Und das, obwohl sie völlig menschlich und manchmal unumgänglich sind. Natürlich gibt es jene Fehler, die geringfügige Konsequenzen nach sich ziehen, die versehentlich geschehen und eben jene, die bewusst passieren, dem Betroffenen aber später die Augen öffnen und er sich seine „Tat“ als Fehler eingesteht. Gina Bucher hat sich das Fehlermachen in diesem Buch zu Nutze gemacht, indem sie Menschen befragt, die jenseits von Glanz und Ruhm stehen, mitten aus der Gesellschaft stammen und alle eines gemeinsam haben: sie haben Fehler gemacht.
Cover und Klappentext finde ich solide für dieses Buch. Ich habe bisher kein ähnliches Werk gelesen und war deshalb neugierig, was mich erraten würde. Toll finde ich, dass es hier um Menschen geht, die nahbar sind, die mitten aus dem Leben stehen und ihre Geschichten erzählen. Manche Erzählungen sind sehr bedrückend, schmerzhaft und heftig, sodass ich gar nicht wirklich auf eben diese vorbereitet schien. Im Grunde genommen vermittelt das Buch die Message, dass Menschen fallen, aber auch wieder aufstehen.
Die Schreibweise finde ich ansprechend und mir gefällt, dass die einzelnen Erlebnisse der Erzählenden immer wertfrei sind. Sie regen zum Nachdenken an, sind den Betroffenen oft eine Lehre gewesen und berühren bis ins Mark. Dabei werden verschiedenste Lebensbereiche angeschnitten, wie Liebe, Beruf oder Finanzen.
Mein erstes Sachbuch, dass mich gleich überzeugte. Scheitern ist menschlich und manchmal sogar nützlich. Insgesamt ein sehr gelungenes Werk von Bucher, welches nicht so schnell aus dem Kopf geht.






Was bleibt am Ende des Lebens von der Liebe? Das hat sich die junge Journalistin Gina Bucher gefragt: Sie führte zahlreiche Gespräche mit Menschen zwischen 60 und 95 und lässt sie hier ihre Geschichten erzählen. Wie haben sie die Liebe kennengelernt, erlebt, gefunden und verloren? Gibt es die eine große Liebe? Wie sind sie mit Krisen umgegangen, zum Beispiel, wenn der Partner fremdgegangen ist? Oder wie haben sie ihr Leben bewältigt, wenn der geliebte Mensch gestorben ist? Die bewegenden Geschichten verdichten sich zu einem Psychogramm der Lebenserfahrung. Sie geben viele kluge Antworten auf die Frage, was eine glückliche Beziehung eigentlich ausmacht, und zeigen, dass man auch mit 80 noch Schmetterlinge im Bauch haben kann!