The Days of September von Gina Chiabudini ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an tief berührt hat. Es erzählt die Geschichte zweier Menschen, die mit sich selbst und ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Dabei geht es um Verlust, Schmerz, Selbstfindung und darum, wie schwer es sein kann, sich selbst wirklich zu zeigen. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen: Diese Geschichte ist intensiv, ehrlich und unglaublich gefühlvoll.
Was einem sofort ins Auge fällt, ist das wunderschöne Cover. Schon der erste Blick auf das Buch macht klar, wie viel Liebe in der Gestaltung steckt. Auch innen ist es ein Traum. Überall finden sich zarte Aquarell-Illustrationen, die die Stimmung der Geschichte perfekt einfangen. Das macht das Buch nicht nur optisch zu etwas Besonderem, sondern verstärkt auch die Emotionen, die beim Lesen hochkommen. Besonders schön ist, wie sehr das Zeichnen und Malen auch inhaltlich eine Rolle spielt. Ashtons Leidenschaft für Kunst zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und wird durch die Illustrationen liebevoll unterstrichen.
Schon der Prolog ist außergewöhnlich. Er ist wie ein Gedicht oder ein Lied aufgebaut und bringt direkt eine ganz eigene Stimmung mit. So etwas habe ich vorher noch in keinem anderen Buch gesehen. Auch die Erzählweise ist besonders gelungen. Die Perspektivwechsel zwischen den Hauptfiguren passieren ganz sanft und natürlich. Man findet sich sofort wieder zurecht und kann tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie gut die Emotionen transportiert werden. Schon ganz am Anfang hat es die Autorin geschafft, starke Gefühle in mir auszulösen. Es gibt Figuren, die sofort Sympathie wecken, und andere, bei denen man gleich spürt, dass sie einem nicht gut tun. Mrs Chester zum Beispiel mochte ich von der ersten Sekunde an überhaupt nicht.
Mallory als Figur hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Sie wirkt, als wäre sie immer noch in den Ashton von früher verliebt. Man merkt, wie sehr sie diesen Menschen sucht, obwohl man sich fragt, gibt es diesen Ashton denn noch?
Besonders stark fand ich, wie das Buch mit dem Thema umgeht, sich wie ein Hochstapler zu fühlen. Dieses Gefühl, dass man niemals sein wahres Ich zeigen darf, weil man Angst hat, nicht verstanden oder abgelehnt zu werden. Dass man sich lieber verstellt und nur die Seiten zeigt, die gut ankommen, obwohl einen das auf Dauer innerlich kaputt macht. Dieses Thema wird so ehrlich und tiefgehend behandelt wie in keinem anderen Buch, das ich bisher gelesen habe. Es hat mich mitten ins Herz getroffen.
Auch die Nebenfiguren haben eine große Bedeutung. Ember zum Beispiel ist wie ein sicherer Hafen für Ashton. Sie ist immer da, wenn er jemanden braucht, manchmal vielleicht auch ohne es zu merken. Ihre Präsenz gibt ihm Halt und zeigt, wie wichtig es ist, Menschen zu haben, die einen unterstützen, ohne dass man große Worte machen muss.
Es war für mich auch schön und heilend, mitzuverfolgen, wie Ashton sich seiner Angst stellt und Stück für Stück heilt. Seine Entwicklung ist so authentisch und emotional beschrieben, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen. Ich hatte das Gefühl, dass auch in mir selbst etwas mitheilt, während ich seine Geschichte lese.
Und gerade, als ich dachte, das Buch würde in einem ruhigen, vielleicht sogar versöhnlichen Ton enden, kam eine Wendung, mit der ich niemals gerechnet hätte. Sie war tiefgreifend, schmerzhaft und hat mich nochmal ganz neu berührt. Es war ein Moment, der mir wirklich unter die Haut ging.
The Days of September ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern erlebt werden will. Es ist emotional, wunderschön gestaltet und behandelt Themen, die oft im Verborgenen bleiben. Es zeigt auf eine ehrliche, manchmal schmerzhafte, aber immer einfühlsame Weise, wie schwer es sein kann, sich selbst zu finden und zu zeigen. Für mich ist es ein ganz besonderes Buch, das lange nachwirkt.













