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odenwaldcollies

vor 4 Jahren

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Düsseldorf im Herbst 1945: Die Stadt liegt in Trümmern, Hoffnunglosigkeit und Hunger beherrschen das Leben der Menschen. Die Hebamme Käthe, deren Mann verschollen in russischer Gefangenschaft ist, muß sich alleine durch den Alltag schlagen. Da begegnet sie einem schwangeren Mädchen, das sie bittet, ihr Kind abzutreiben; Käthe lässt sich durch die Aussicht auf eine Mahlzeit darauf ein. Schnell spricht sich herum, daß Käthe schwangeren Frauen in Not hilft und immer mehr Frauen bitten Käthe um Hilfe. Darüberhinaus trifft sie ihre alte Freundin Lilo wieder, mit der sie zusammen die Abtreibungen heimlich ausführt.

Das Buch überzeugte mich durch seine Vielschichtigkeit: der Leser bekommt einen detaillierten Blick auf die Nachkriegszeit in Düsseldorf und auf die Probleme und Sorgen der dort lebenden Menschen, und das nicht nur aus einem Blickwinkel, sondern aus der Perspektive verschiedener Charaktere. Zudem werden über die Protagonisten sehr viele Themen der Nazi-Zeit angesprochen, ob es sich um den KZ-Aufenthalt und seine Folgen für den Insassen, um Homosexualität während des Nationalsozialismus oder um Aufgaben von Frauenärzten während des Nazi-Regimes handelt.

Die Charaktere sind ebenfalls vielschichtig dargestellt: die Autorin zeichnet die Figuren nicht nur schwarz-weiß, sondern zeigt ihre Stärken und Schwächen, wodurch die Romanhandlung sehr lebendig wird.

Die Handlung hat mich als Leser mitfiebern und -leiden lassen, zudem gab es einige überraschende Wendungen und Auflösungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Obwohl mir viele Fakten aus der Nazi-Zeit bekannt waren, gab es dennoch die ein oder andere Neuheit für mich.

"Das Maikäfermädchen" ist mein erstes Buch von Gina Mayer, wird aber garantiert nicht das letzte Buch der Autorin bleiben. Das Buch bekommt von mir volle Punktzahl und ist für mich ein Buchtipp.

Autor: Gina Mayer
Buch: Das Maikäfermädchen
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