Gina Mayer Die Wildnis in mir

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Inhaltsangabe zu „Die Wildnis in mir“ von Gina Mayer

1900 - ein neues Jahrhundert ist geboren. Mit pochendem Herzen steht Henrietta an der Reling der "Gertrud Woermann". Ein unbekannter Kontinent liegt vor ihr: Afrika. In Begleitung ihrer Mutter begibt sie sich auf die weite Reise. Hinter ihr liegen Enge, Armut, Hoffnungslosigkeit. Wird sie im fernen Namibia ihr Glück finden? Frei und ungebunden ihre geheimsten Träume leben können? Ein spannender Auswandererroman und eine große Liebesgeschichte. Ab 13 Jahren

Sehr schönes Buch, einer meiner Lieblinge!

— HoroSoul
HoroSoul

Ein total schönes Buch! Ich bin ein Fan von Gina Mayer!

— aba
aba

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    Die Wildnis in mir
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 11:09

    Manchmal sind die Wege des Schicksals sehr verschlungen. Aber sie führen zum Ziel, auch wenn man das zunächst überhaupt nicht glauben will. Eine solche Geschichte erzählt uns dieser Jugendroman, den man auch als Erwachsener mit Begeisterung lesen kann. Henrietta möchte gerne Lehrerin werden. Doch das Geld, das ihr inzwischen verstorbener Vater dafür angespart hatte, musste die Mutter für den Lebensunterhalt der beiden Frauen ausgeben. Die Arbeit als Dienstmagd und die Hoffnung, vielleicht einen besser verdienenden Mann zu finden, bleiben Henrietta nun anstelle des einstigen Traums. Doch da ist ja noch dieser merkwürdige Brief aus Afrika, den ihre Mutter kürzlich erhielt. Ein Missionar aus Deutsch-Südwestafrika möchte Henriettas Mutter ungesehen heiraten. Im Jahre 1900 war so etwas offenbar nichts Ungewöhnliches. Henrietta überredet die Mutter, dem Wunsch des Missionars zu folgen und nach Afrika zu reisen. Vielleicht bietet ihr das Leben dort eine bessere Perspektive. So beginnt die Handlung dieses Romans. Was dann mit Henrietta in Afrika passiert, ist eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen. Die Autorin bettet sie in die harten Zustände der damaligen Zeit ein. Wenn man den Schutzumschlag des Buches sieht, erwartet man wohl eher eine romantische Erzählung. Doch die Gegebenheiten, auf die Henrietta in Afrika trifft, lassen für Romantik keinen Platz. Alles scheint noch schlimmer zu werden als zu Hause. Sensibel und mit vielen Kenntnissen der realen Situation in Deutsch-Südwestafrika von 1900 schildert uns die Autorin nicht nur Henriettas abenteuerlichen und harten Lebensweg in Afrika, sondern auch ihre innere Welt, die sich unter den Eindrücken verändert. Dass Henrietta ein starker Mensch mit einem nicht angepassten Gerechtigkeitssinn ist, macht ihre Lage nicht einfacher. Doch sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen, obwohl es ihr immer mehr zu entgleiten droht. Ein wirklich ungewöhnlich gutes Jugendbuch.

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    Buchina

    Buchina

    Henrietta, genannt Jette, 15 jähriges Mädchen hat nur einen Traum, raus aus ihrem bisherigem Leben. Für ein Mädchen in ärmlichen Verhältnissen im Jahr 1899 ein scheinbar unerfüllbarer Traum. Vor allem wenn man eine Mutter hat, die keine Träume mehr zu haben scheint. Nach dem Tod ihres Vaters hat die ohnehin schlechte Situation ihrer Familie sich weiter verschlimmert. Ihre Mutter arbeitet hat, um sie auch nur mit dem nötigsten zu versorgen und auch Henrietta muss überall mit anpacken. Der einzige Lichtblick für sie ist, dass ihr Vater für ihre Ausbildung zur Lehrerin ein wenig Geld gespart hat. Als ihr ihre Mutter eröffnet, dass sie das Geld für ihr überleben brauchte, bricht für Henriette eine Welt zusammen. In ihrer Wut lässt sie sich zu einer Lüge verführen, die letztendlich dazu führt, dass ihre Mutter den Entschluss fasst, dass sie und ihre Tochter nach Südwest (heute Namibia) ziehen. Dort wird sie die neue Stieftochter eines ihnen völlig unbekannten Missionars. Von dieser plötzlichen Wendung überrascht, freut sich Henrietta doch auf dieses Abenteuer. Denn als solches sieht sie es, ohne sich der tiefgreifenden Veränderungen bewusst zu sein. Während auf der langen Schiffsfahrt noch alles aufregend und interessant ist, wird sie in Südwest sofort von der Realität eingeholt. Wobei sie durch unglückliche Umstände sehr bald allein auf sich gestellt ist. Mehr soll hier nicht verraten werden. Gina Mayer hat einen wunderbaren Jugendroman geschrieben, der auch Erwachsene in seinen Bann zieht. Man darf miterleben, wie Henrietta, die ein typischer Teenager ist, sich durch die äußeren Umstände sehr schnell erwachsen wird. Vor allem wird sie nicht als unfehlbar in ihren Entscheidungen dargestellt, was mir negativ bei manch anderen Romanen auffällt. Henriette macht Fehler, aber sie reflektiert sie, das macht sie sympathisch. Deutsch-Südwest, das heutige Namibia hat Gina Mayer sehr gut dargestellt, vor allem den Konflikt und Umgang der schwarzen und weißen Bevölkerung miteinander. Sie schafft es ohne die typischen Stereotype auszukommen und ein, meiner Meinung, realistische Bild dieser rassistischen Gesellschaft zu liefern. Einem kleinen Abzug gibt es für das Ende des Romans, der ein wenig unrealistisch für meinen Geschmack war. Dennoch ein sehr lesenswerter Roman, den ich allen Afrika interessierten empfehlen möchte.

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    • 2
  • Leserunde zu "Namibische Nächte" von Michelle van Hoop

    Namibische Nächte
    Oryx-Publishers

    Oryx-Publishers

    Wir sind ein Verlag aus Namibia (im Südwesten Afrikas), der deutschsprachige Unterhaltungsromane herausbringt. Das klingt sicherlich etwas ungewöhnlich, aber in Namibia sprechen viele Menschen Deutsch. Und es gibt auch Autorinnen in Namibia, die auf Deutsch schreiben. Eine dieser Autorinnen möchten wir Euch hier vorstellen: Michelle van Hoop mit ihrem Liebesroman »Namibische Nächte«. Wie man schon aus dem Titel entnehmen kann, spielt der Roman in Namibia. Wer sich also für Liebe und für Afrika interessiert, wird hier bestimmt nicht enttäuscht. Wir würden uns über viele Rezensionen zu dem Buch freuen. Hier für die Leserunde stellen wir 25 Bücher zur Verfügung und hoffen, Euch gefällt, was Ihr lest. :) Klappentext: Vor Jahren waren Vanessa und Kian ein Liebespaar – in Deutschland. Doch Kian kehrt nach einem furchtbaren Streit mit Vanessa in sein Heimatland Namibia zurück, ohne eine Spur zu hinterlassen. Obwohl Vanessa lange unter der Trennung leidet, baut sie sich erfolgreich ein Grafikdesignstudio auf. Sie hat auch hin und wieder Beziehungen, doch immer noch gehört ihre Liebe allein Kian – dem großen, blonden, braungebrannten Mann aus Namibia. Längst hat sie die Hoffnung aufgegeben, ihn je wiederzusehen. Doch dann entschließt sie sich spontan, nach Namibia zu reisen. Wo sie Kian tatsächlich wiedertrifft, allerdings als verheirateten Mann mit Frau und Kindern. Vanessa versucht gegen ihre Gefühle die Tatsachen zu akzeptieren, wie sie sind, doch namibische Nächte unter dem klaren, sternenübersäten Himmel Afrikas haben ihre ganz eigene Magie ... Besucht unsere Internetseite: http://oryx-publishers.com/ Besucht die Webseite der Autorin: www.michellevanhoop.com Ihr möchtet mal reinschnuppern? Hier ist eine Leseprobe.

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    • 883
  • 5 Exemplare von "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer zu gewinnen!

    Die Wildnis in mir
    gina_mayer

    gina_mayer

    Liebe Leserinnen und Leser, vor ein paar Tagen ist mein neuer historischer Roman erschienen. "Die Wildnis in mir" handelt von der 16-jährigen Henrietta, die 1900 mit ihrer Mutter nach Deutsch Südwestafrika - ins heutige Namibia - auswandert. Hinter ihr liegen Enge, Armut, Hoffnungslosigkeit. Wird sie im fernen Afrika ihr Glück finden? Frei und ungebunden ihre geheimsten Träume leben können? Wenn Ihr Henrietta auf ihrer spannenden Reise begleiten wollt, könnt Ihr eines von fünf Büchern gewinnen. Lest die Leseprobe (http://cms.thienemann.de/daten/dokument/leseprobe/9783522200745.pdf) und postet hier, warum Euch das Buch interessiert. Ich freue mich auf eure Antworten! Eure Gina Mayer

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    • 61
    Wildpony

    Wildpony

    16. September 2012 um 22:01
    kathrineverdeen schreibt Die Verlosung war vor einem Jahr :-) LG

    upps ;o)

  • Leserunde zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    Thienemann_Verlag

    Thienemann_Verlag

    Wir lesen zusammen "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer. Jeder darf jederzeit mit in die Diskussion einsteigen, wir freuen uns über viele Teilnehmer.
    Bis einschließlich Sonntag, 18. September 2011 könnt ihr euch bewerben, wenn ihr Lust auf den Austausch mit anderen habt und nach dem Lesen außerdem eine Rezension schreiben möchtet. Wir stellen 5 Exemplare des Buches zur Verfügung.

    • 157
  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    Albel_Nox

    Albel_Nox

    19. October 2011 um 23:53

    1899: Henrietta und ihre Mutter leben leben in Wuppertal in Armut und müssen sich mit niedrigbezahlten Arbeiten durchschlagen. Als ein Pfarrer Henriettas Mutter mit einem in Afrika lebenden Missionar verheiraten will, sagt diese zum Wohle ihrer Tochter zu und Henrietta ist zuerst begeistert von der Idee, auszuwandern. In Afrika angekommen, merkt sie jedoch schnell, dass der Missionar Freudenreich alles andere als ein liebevoller Stiefvater ist und dass die Kolonialherrschaft ebenso mit Problemen verbunden ist. Gina Mayer hat mit "Die Wildnis in mir" einen spannenden Roman geschrieben, der wegen seiner jüngeren Protagonistin und der relativen Gewaltfreiheit auch für jüngere Leser empfehlenswert ist. Ich fand allerdings vor allem die erste Hälfte des Romanes interessant, denn man erfährt allerhand über die Probleme, mit denen Henrietta in ihrer neuen Heimat zu kämpfen hat, den Umgang mit den afrikanischen Einwohnern und auch ein paar kulturelle Dinge kommen nicht zu kurz. Die zweite Hälfte liest sich dagegen eher wie eine langgezogene Reisebeschreibung, die die Spannung im Vergleich zum Anfang nicht mehr hundertprozentig halten konnte. Dieses Buch fängt dermaßen spannend und fesselnd an, dass ich etwas enttäuscht war, dass die Spannung zum Ende hin etwas nachließ - schade. Dennoch hat mir das Buch großen Spaß gemacht, denn Henrietta ist ein interessanter Charakter, bei dem man richtig merkt, wie sie im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmacht und gegenüber Afrika offener wird. Etwas nervig fand und teilweise überflüssig fand ich die Fußnoten, die den Lesefluss störten. Ich fühlte mich vor allem bei Fußnoten zu "Negerkindern" u.ä. etwas auf den Arm genommen, denn was das Wort heißt und dass es heutzutage eher negativ konnotiert ist, wissen wohl auch jüngere Leser. Gut, mag sein, dass mich auch einfach der Fingerzeig störte (als Autor sollte man solche Begriffe benutzen dürfen, ohne sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie während der beschriebenen Zeit gebräuchlich waren). Wie auch immer. Ich kann "Die Wildnis in mir" allen empfehlen, die sich für Afrika interessieren und einen spannenden, aber nicht zu ausschweifenden Roman suchen.

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    sonjastevens

    sonjastevens

    13. October 2011 um 09:20

    „Roadmovie in Afrika“ Naja, es ist ein Buch und kein Film und die Protagonisten bewegen sich auch nicht auf Straßen, sondern durch die Wildnis Afrikas… Gina Mayer hat mit „Die Wildnis in mir“ ein tolles Buch mit viel Gefühl und einer interessanten und leider anscheinend nie aufhörenden Problematik des Rassenhasses geschrieben. Das Buch spielt 1900 und spiegelt wunderbar die damalige Zeit wieder. Henriette ist 16 und hat mehr oder weniger keine Zukunft in Deutschland, ihr Vater ist tot, ihre Mutter und sie sind arm und Henriettes einzige berufliche Chance besteht dahin Dienstmädchen auf einem Bauernhof in der Nachbarschaft zu werden. Das war alles anders geplant, denn sie wollte eigentlich Lehrerin werden, doch für die Ausbildung fehlt das Geld. So, treffen Mutter und Tochter eine schwierige und schwerwiegende Entscheidung und wollen nach Afrika auswandern, die Mutter will Missionarsfrau in Bethanien in Deutsch-Südwest-Afrika, dem heutigen Namibia werden. Ich denke jedoch, dass beide zu blauäugig an die Sache gehen, die Mutter weiß nicht auf welchen man sie sich einlässt und beide, vor allem Henriette, haben wohl eine zu romantische Vorstellung von Afrika. Hinzu kommt noch, dass die beiden nicht kommunizieren können und sich gegenseitig in dem fremden Land keinen Halt geben können. Bevor sie ihre Konflikte aus der Welt schaffen können stirbt die Mutter und Henriette wird klar, dass sie es nicht alleine bei dem widerlichen Missionar Freundenreich haushalten wird. Sie würde am liebsten zu ihren Bekannten, die sie auf dem Schiff kennen gelernt hat nach Wupperthal - jedoch ist es ein weiter und gefährlicher Weg. Ein Schwarzer namens Petrus versucht ihr bei dem Plan zumindest nicht weiterhin in der Missionsstation zu leben zu helfen. Die beiden verlieben sich, was noch viel mehr Probleme mit sich bringt, als man sich vorstellen kann, denn Afrika ist geprägt von Rassenhass, die Weißen haben sich das Land zu eigen gemacht und behandeln sie Schwarzen wie Vieh, die Schwarzen verachten die Weißen dafür. Ich finde es besonders gut gelungen wie Gina Mayer die verschiedenen Perspektiven des Rassenhasses klar macht, leider hat es, meiner Meinung nach, viel mit der Unwissenheit und Habgier der Kolonialherren zu tun. Weniger gut finde ich, dass die Geschichte in der Vergangenheit geschrieben worden ist. Henriette erzählt rückblickend von ihren Erlebnissen, oft greift sie auch auf das was noch geschehen wird vor, so weiß der Leser z.B. von Beginn an, dass ihre Mutter in Afrika den Tod finden wird. Ich denke, die Präsenzform hätte viel mehr Spannung für den Leser bedeutet, er hätte mit den Geschehnissen mitfiebern und mitleiden können, er hätte richtig in das Buch eintauchen können. Ansonsten ist der Schreibstil aber schön, man kann das Buch ohne weiteres in einem Rutsch lesen. Auch sind die damalige Zeit und die Gegend wunderbar beschrieben. Das Buch ist eigentlich ein Jugendbuch, aber ohne weiteres auch für Erwachsene geeignet. Von mir gibt es vier Sterne und ein Danke schön für ein wunderschönes Buch!

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    Ich frage mich oft, was geschehen wäre, wenn ich meiner Mutter den zweiten Brief nicht gegeben hätte. * Henrietta lebt mit ihrer Mutter, nach dem Tod ihres Vaters, allein in Wuppertal. Um 1900 war das Leben ohne Mann sehr schwierig. Um über die Runden zu kommen, wird Henrietta von ihrer Mutter auf einen Hof zur Arbeit als Dienstmagd geschickt. Henrietta hatte vorher einen ganz anderen Berufswunsch. Sie wollte Lehrerin werden und setzt nun alles daran nicht mehr auf diesen Hof zu müssen. Zur Hilfe nimmt sie sich eine Notlüge, die unvorhergesehene Folgen hat. Ihre Mutter nimmt einen Heiratsantrag von einem Missionar aus Afrika an, nur um Henrietta aus ihrer „Not“ zu befreien. Und schneller als sie es realisieren kann befindet sie sich auf großer Reise in eine unbekannte Welt…. * Die Geschichte wird aus der Sicht von Henrietta erzählt. Sie war mir sofort sympathisch, obwohl sie mit ihrer manchmal unüberlegten Dickköpfigkeit für einige Schwierigkeiten sorgt. Sie ist ein starker, aber auch liebenswerter Charakter, der in unserer Zeit einiges bewegen würde. Aufgrund ihrer Sturheit hat sie einige Probleme mit ihrer Mutter. Es herrscht eine große Distanz und Unverständnis zwischen ihnen. * Ich habe diese Geschichte sehr genießen können. Die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil und versteht es den Leser zum grübeln zu bringen. Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte war ich eine Weile beschäftigt mit der Frage, wo Afrika heute stehen würde, wenn damals keine Missionare ihr Land geraubt und sie zu einem fremden Glauben gezwungen hätten. Auch während des Lesens wird der Leser animiert sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen. Für mich ist es immer wieder unbegreiflich, welche Stellung die Frau in der damaligen Zeit hatte. Erschreckend war der Umgang der Missionare mit den ursprünglichen Bewohnern Afrikas. Sie behandelten sie wie Vieh. Auch dafür steht dieses Buch, für mehr Toleranz. * Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, denn es war ein Genuss. * Ein besonderes Dankeschön geht an die Autorin und den Verlag. Danke für dieses tolle Buch und die schöne Leserunde.

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    • 2
  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    irismaria

    irismaria

    09. October 2011 um 17:46

    Der Roman "Die Wildnis in mir" von Gina Meyer handelt von der sechzehnjährigen Henriette, die mit ihrer Mutter um 1900 im Ruhrgebiet lebt. Mit dem Tod des Vaters hat die Familie finanzielle Schwierigkeiten und Henriettes Hoffnung, Lehrerin werden zu können, zerschlägt sich, dafür soll sie auf einem Bauernhof als Magd arbeiten. Als ihre Mutter über den Pastor das Angebot vermittelt bekommt, nach Afrika auszuwandern und einen Missionar zu heiraten, brechen die beiden auf. In Afrika erlebt Henriette Liebe und Trauer, Verluste und Enttäuschungen bis sie schließlich ihren Platz findet. Der Roman ist ein Jugendbuch, das aber auch für Erwachsene gut geeignet ist. Das Denken der damaligen Zeit (vor allem der Kolonialisten über die Afrikaner) kommt gut rüber, die Geschichte ist schlüssig und immer spannend. Mir hat es viel Spaß gemacht, Henrietta auf ihrem aufregenden Weg zu begleiten.

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    books_and_senses

    books_and_senses

    08. October 2011 um 21:24

    Was hat mir an dem Buch gefallen? Gina Meyers Roman „Die Wildnis in mir“ ist von Anfang bis Ende authentisch, was den Schreibstil und die Verhältnisse der damaligen Zeit angeht. Sie hat sehr ausführliche Recherchen betrieben, was das Buch zu etwas besonderem macht. Man lernt viel über die Zeit, in der Deutschland Kolonien in Afrika hatte und man ist teilweise sehr erschrocken über die Zustände, die dort herrschen. Es gibt zu dieser Zeit das typische „schwarz“ und „weiß“ denken. Die „Weißen“ sind den „Schwarzen“ überlegen und bringen ihnen, ihrer Meinung nach nur Vorteile wie Bildung, Kultur und eine geregelte Wirtschaft. Als Leser sieht man aber bald ein, dass dies nur eine Illusion ist und die „Herrschaft“ der „Weißen“ das Leben der „Schwarzen“ nicht unbedingt besser macht. Man hinterfragt viele Dinge und kann nur den Kopf über die Zustände in Afrika schütteln. Das Afrika zu jener Zeit zu erforschen ist sehr interessant und man lernt als Leser viel dazu. Henriettas Geschichte, die in „Die Wildnis in mir“ erzählt wird, hebt sich von vielen historischen Jugendromanen ab, die ich bisher gelesen habe. Sie ist im Vergleich zu anderen Geschichten sehr traurig und regt den Leser viel mehr zum Nachdenken an, als vergleichbare Werke anderer Autoren. Das liegt vor allem daran, dass hier die historischen Aspekte und die Orte sehr stark mit der eigentlichen Handlung verwebt sind. In anderen Romanen ist es meist so, dass die geschichtliche Einordnung nur den Rahmen bildet und die sonstige Handlung relativ unabhängig davon ist. Hier wird auf die Verhältnisse und Umgebungen aber auf eine ganz besondere Art eingegangen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben was ich meine, aber ich hoffe, ihr versteht das trotzdem. Wer also einen historischen Jugendroman will, von dem man etwas lernen will und der zum Nachdenken anregt, der ist mit „Die Wildnis in mir“ gut beraten. Ich bin momentan aber eher die Art „Ich-will-mit-meinen-Protagonisten-mitfiebern-und-eine-Menge-Spannung-haben“ – Leser. Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen? Leider wurde ich mit der Protagonistin Henrietta nicht warm. Sie ist eine typische Teenagerin, die ihren eigenen Willen hat und auch versucht, diesen durchzusetzen. Dafür ist sie auch das ein oder andere Mal bereit, zu lügen. Sie bereut zwar im Nachhinein, dass sie gelogen hat, aber sie traut sich nicht, die Dinge wieder gerade zu Rücken. Eine ihrer Lügen ist auch dafür verantwortlich, dass sich ihre Mutter dazu entscheidet, den Antrag eines Missionars anzunehmen und mit Henriette nach Afrika auszuwandern. Henrietta hat kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und ist vor allem ihr gegenüber manchmal sehr stur und einfühllos. Aufgrund ihrer Sturheit und ihrer Naivität an manchen Stellen ist sie mir von Anfang an unsympathisch gewesen. Ihre Einstellung ändert sich im Laufe des Romans zwar, aber kurz vor Ende macht sie eine Bemerkung, bei der ich gedacht habe: „Nein, das kann doch nicht dein ernst sein?! Nach allem, was du erlebt hast?!“ Henrietta erlebt eine Menge. Ziemlich bald nach ihrer Ankunft in Afrika stirbt ihre Mutter und Henrietta beschließt, vom Gut ihres Stiefvaters zu fliehen. Dabei verliebt sie sich in einen „Schwarzen“, sie lebt bei einem Eingeborenen Stamm und muss sich mit den Zuständen in Afrika arrangieren. Hierbei lernt man wunderbar das Land und seine Eigenarten kennen, aber wirklich mitreißend finde ich die Handlung leider nicht. Das liegt einerseits daran, dass ich Henrietta nicht sonderlich leiden kann, andererseits daran, das Henrietta, die diese Geschichte 5 Jahre später „rückwirkend“ erzählt, während der ganzen Zeit sehr resigniert und traurig klingt. Zu dem greift sie vielen Ereignissen vor und man weiß als Leser schon bald, dass ihre Geschichte kein glückliches Ende haben wird. Ich bin hin und hergerissen, was „Die Wildnis in mir“ betrifft… Fazit: Wer einen gut recherchierten historischen Jugendroman lesen will, von dem man einiges lernen kann und der sehr schön geschrieben ist, der sollte sich „Die Wildnis in mir“ unbedingt einmal anschauen. Wer momentan allerdings eher auf Bücher aus ist, die spannend, witzig und „fantastisch“ sind, für den ist dieses Buch nichts. Inhalt: ♥♥♥ Spannung: ♥♥ Romantik: ♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥ Atmosphäre: ♥♥♥♥ Sprache: ♥♥♥♥ Ich gebe „Die Wildnis in mir“ 3 Pancakes.

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    aba

    aba

    Ein Brief und eine Lüge Im Jahr 1899: Die 15-jägrige Henrietta lebt allein mit ihrer Mutter in der Elberfelder Kohlstraße (heute Wuppertal). Ihr Leben als "Kohlstraßer" ist alles andere als einfach, sie müssen sehr hart arbeiten, um zu überleben. Henriettas Mutter ist eine resolute, extrem konservative Witwe. Henrietta, für ihre 15 Jahre genau so resolut wie ihre Mutter, träumt aber von einem besseren Leben, von einer besseren Zukunft als Lehrerin. Innerlich leben Henrietta und ihre Mutter in zwei verschiedenen Welten, denn Henriettas Mutter hält nichts von Träumen, geschweige von Frauen, die etwas anderes sein möchten als nur Hausfrau und Mutter. Als Henriettas Mutter klar wird, dass ohne ein zweites Einkommen die kleine Familie einfach verhungern wird, zwingt diese Henrietta eine Stelle als Dienstmagd anzunehmen. Für Henrietta unvorstellbar! Sie weiß nicht, wie sie ihre Mutter dazu bringen kann, einen anderen Weg zu finden, eine andere Lösung zu suchen für ihr (gemeinsames) Problem. Im letzten Moment kommt die Rettung in Form einer Lüge und... eines geheimnisvollen Briefes... aus Afrika... Zu spät vergegenwärtigt sie sich das Ausmaß ihrer Lüge: Die Mutter trifft eine schier unglaubliche Entscheidung: Sie werden nach Afrika fahren, da werden sie als Ehefrau und Stieftochter eines völlig unbekannten deutschen Missionars in Deutsch-Südwestafrika (heutigem Namibia) leben. Das Jahr 1900 beginnt, und mit ihm beginnt für Henrietta und ihre Mutter ein ganz neues Leben. Ein Leben in Afrika, jenseits aller Vorstellungen. "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer ist ein wunderbarer Roman über ein junges Mädchen, die unter schwierigen Umständen sehr schnell erwachsen wird. Henrietta ist für mich ein typisches Mädchen in dem Alter. 15 Jahre alt ist sie und wie die meisten Mädchen in diesem Alter versucht sie, ihr eigenes "ich" zu finden. Sie lügt, wenn sie in brenzlichen Situationen steckt. Sie weiß, dass das nicht in Ordnung ist, sie weiß aber auch nicht, wie sie sich sonst helfen soll. Ihre eigene Mutter, die sehr schweren frustrierenden Lebensumständen und keine Aufsicht auf ein besseres zukünftiges Leben lassen ihr keine andere Wahl. Henrietta ist keine gewöhnliche Heldin. Ganz anders ist sie als die "perfekten" braven tugendhaften langweiligen Heldinnen anderer historischen Romane. Henrietta ist nicht langweilig. Sie ist ein Mädchen mit Fehlern, Ecken und Kanten. Sie lügt, und danach plagt sie sich mit schlechtem Gewissen. Sie kann ihre Mutter nicht verstehen, sie sehnt sich nach einer "echten" Mutter. Sie hegt einen Groll gegen diese Frau, die ihr Leben zerstört. Das macht für mich das Besondere an Henrietta. Und so, wie sie ist, habe ich sie ins Herz geschlossen. Ihr eigenes "ich" findet Henrietta schließlich in Afrika. Während ihrer langen Reise zu sich selbst, in ihrem Inneren und durch den afrikanischen Kontinent, durchlebt sie nicht nur Abenteuer sondern lernt sie auch wichtige Lektionen im Leben. In Afrika lernt sie, andere Menschen zu respektieren und auch zu lieben trotz Hautfarbe, Glauben und Lebensweise. Sie lernt, kritisch zu sein, und dass es sich lohnt, eigene Ansichten zu haben und zu vertreten. Wir Leser lernen auch viel von diesem Buch. Es ist wirklich nicht allen bekannt, dass Deutschland auch eine Kolonialmacht in Afrika war, zwar "unerfahren", aber immerhin, mindestens vier der aktuellen afrikanischen Länder standen mal unter deutscher Herrschaft. Leider war der Einfluss der Deutschen in Afrika, genau wie von allen Europäern im Allgemeinen, eher negativ. Trotzdem erfahren wir in diesem Buch, dass das Leben der Missionare in Afrika kein Zuckerschlecken war. Beim Lesen fiel mir auf, dass in diesem Buch niemals auf irgendjemand mit dem erhobenen, anklagenden Zeigefinger gezeigt wird. Der Leser entscheidet für sich selber, aufgrund der klugen Art und Weise der Erzählung, was "richtig oder falsch" ist. Es wird deutlich: Manchmal gab es nicht nur "gute und böse" Menschen, sondern sie können auch selber Opfer ihres Schicksal gewesen sein und in einigen Fällen keinen anderen Ausweg gesehen haben, als so zu handeln, wie sie handelten. Das betrifft besonders die unterdruckten Einheimischen und teilweise auch die Menschen, die freiwillig oder nicht, im Auftrag eines Landes oder in einer Mission unvorbereitet nach Afrika gingen. Sehr interessant und vor allem ganz neu für mich war die Tatsache, dass es Frauen gab, die sich dafür entscheiden mussten, einen Missionar zu heiraten, um dem Elend in der Heimat zu entkommen. Bei dem Fall von Henriettas Mutter, die keinen anderen Ausweg sah, als nach Afrika zu gehen, um einen völlig fremden Mann zu heiraten, wird sich nicht um einen Einzelfall gehandelt haben. "Die Wildnis in mir" ist ein Jugendbuch, das nicht nur eine tiefgehende und rührende Geschichte erzählt, sondern auch wichtige Themen anspricht. Historische Themen, wie die Situation der Missionare in den deutschen Kolonien in Afrika Anfang des 20. Jahrhunderts, und auch psychologische, wie die Beziehung Mutter-Tochter unter extrem schwierigen Lebensumständen. Fußnoten liefern zusätzliche Information und erklären, warum bestimmte Bezeichnungen im Buch benutzt werden, obwohl ihr Gebrauch heutzutage nicht mehr angemessen ist. Vor allem in einem Jugendbuch sind diese Fußnoten ein wichtiger Bestandteil. Ich wünsche mir, dass meine Töchter "Die Wildnis in mir" lesen. Und ich wünsche mir für dieses Buch viele viele Leser in allen Altersklassen. Denn das hat dieses wunderschöne Buch verdient.

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    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    02. October 2011 um 15:57
  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    Riannah

    Riannah

    31. August 2011 um 20:25

    Ich habe mich sehr gefreut, als Gina Mayer mich gefragt hat, ob ich ihr neues Buch lesen möchte. Da mir das Jugendbuch "Die verlorenen Schuhe" auch schon sehr gut gefallen hat, habe ich natürlich nicht "Nein" gesagt ;) Und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Das Buch beginnt in Wuppertal, hier lebe ich auch und ich mag Bücher, in denen ich ein wenig mehr über die Vergangenheit meiner Heimatstadt erfahre. Ich liebe die schnörkellose Sprache von Gina Mayer, die einem die Realität unglaublich gut vermittelt und dieses Buch hat mich wieder vom ersten Satz an fasziniert und in seinen Bann gezogen. Ich konnte es kaum zur Seite legen und musste es gaaanz schnell zu Ende lesen. Zum Inhalt möchte ich wie immer nicht so viel sagen - neulich las ich eine Rezension über ein Buch, in der alles Wichtige schon erzählt wurde, es fehlte nur noch, dass das Ende auch noch vorweggenommen wurde :( Ich möchte dieses Jugendbuch gerne allen empfehlen, die Spaß an historischen Büchern haben, die eine klare Sprache lieben, die etwas über Wuppertal und Wupperthal erfahren wollen und gerne mit den Personen im Buch mitfiebern. Ein Buch, das sicher nicht nur für Jugendliche geeignet ist! Erwähnen möchte ich noch gerne das wunderschöne Cover, das so gut passt und so liebevoll gestaltet ist. Das ist mir schon bei den verlorenen Schuhen aufgefallen :)

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    texterinforkids

    texterinforkids

    31. August 2011 um 15:49

    Wir sind im Jahr 1900 in der Wuppertaler Kohlstraße, einer Gegend, in der die Menschen arm sind und gerade genug zum Leben haben, wenn überhaupt. Die sechzehnjährige Henriette ist unglücklich, ihr größter Traum, der Besuch des Lehrerinnenseminares, wird nicht in Erfüllung gehen. Ohne ihr Wissen hat die Mutter das Geld, das der verstorbene Vater zurückgelegt hat, ausgegeben. Stattdessen soll Henriette sich auf einem Bauernhof verdingen und Dienstmagd bei einer unsympathischen Bäuerin mit einer ebenso unsympathischen Magd werden. Mit einer Lüge gelingt es Henriette, die Mutter zu überzeugen, dass das nicht der richtige Weg für sie ist. Daran wird sie noch oft zurückdenken, in den einsamen Zeiten im kargen Namibia, in das sie ihre Mutter hineingeschwindelt hat. Wer konnte auch wissen, dass der Missionar, der in einem Brief um die Hand der Mutter angehalten hat, ein so lebensfeindlicher Mensch ist, dass die Mutter schon bald sterben wird und Henrietta einsam auf einer Missionsstation leben wird. Doch Henrietta lebt nicht nur in der Wildnis, sie hat sie auch in sich. Sie gibt nicht auf, sie will einen Weg aus dieser Misere finden und macht sich zusammen mit dem Einheimischen Petrus auf den Weg zu den einzigen Menschen, die sie in Afrika kennt. Eine gefährliche Reise, die ihre Seele, ihren Körper und ihr Herz bedroht. Sie merkt, dass sie ihrem Begleiter stärker zugetan ist, als sie es sein sollte in diesem Land und in einer Zeit, in der Schwarze noch „Hottentotten“ oder „Kaffern“ genannt werden und als Menschen zweiter Klasse angesehen und behandelt werden. Gina Mayer ist wieder einmal ein beeindruckender Roman gelungen, dem man anmerkt, dass sie sorgfältig recherchiert hat und dass sie dafür begabt ist, sich in die Psyche und das Denken von Menschen einzufühlen, die lange vor ihrer Zeit gelebt haben. Man kann sich Henrietta gut vorstellen, die von ihrem Vater, einem Lehrer, gefördert und zum Denken angehalten wurde, was der Mutter schon zu Lebzeiten des Vaters missfiel. Nach dem Tod des Vaters versucht sie das zu unterbinden, doch Henriettas Gedanken sind frei und spazieren in Sphären, mit der niemand aus ihrer Umgebung etwas anfanden kann. So stellt sie sich das Leben in Namibia, das sich ihr scheinbar auf dem Präsentierteller anbietet, leicht und abenteuerlich vor. Woher soll sie 1900 auch wissen, dass Deutsch-Südwestafrika, wie Namibia damals heißt, ein unterentwickeltes Land ist, in dem Steinhäuser selten sind und sogar Essen ein Luxus ist. Die Überfahrt scheint die Hoffnung auf das Abenteuer zu bestätigen, doch schnell wacht sie auf und erkennt, dass sie vom Regen in der Traufe gelandet ist. Sie gibt jedoch nicht auf, sondern bleibt sich selbst treu. Gina Mayer schafft es, die Stereotype, die es damals nun einmal gab, geschickt einzubinden, doch zugleich zeigt sie auch, dass es selbst in jener Zeit junge Frauen gab, die ihren eigenen Kopf hatten und es wagten, ihn durchzusetzen und auf ihn zu hören, wenn das Herz etwas anderes sagt. Ein Buch, das fesselt und einen im wahrsten Sinne des Wortes in eine Zeit entführt, über die wir wenig wissen, weil unsere Großeltern zu der Zeit selbst noch Kinder waren oder gar nicht gelebt haben. Unbedingt lesenswert!

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  • Rezension zu "Die Wildnis in mir" von Gina Mayer

    Die Wildnis in mir
    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    28. August 2011 um 15:16

    »Ich frage mich oft, was geschehen wäre, wenn ich meiner Mutter den zweiten Brief nicht gegeben hätte. Wenn ich ihn in kleine Stücke zerrissen und verbrannt hätte. Vielleicht wären wir dann heute noch Kohlstraßer...« Und vielleicht wäre Henrietta längst verheiratet und vielleicht würde dann auch ihre Mutter noch leben... Doch Henrietta hat den Brief nicht verbrannt, den Brief, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen sollte. Der sie von Wuppertal ins ferne Deutsch-Südwestafrika führen sollte. Das Leben in der Kohlstraße ist um 1900 voller Entbehrungen. Henriettas Vater ist tot, sein Traum war es, dass seine Tochter einmal Lehrerin werden soll, das Geld dafür hatte er gespart. Doch die Mutter musste das Ersparte aufbrauchen, damit sie und iher Tochter überhaupt noch etwas zu Essen haben und die Miete bezahlen können. Eine Anstellung Henriettas auf dem benachbarten Hof scheint die einzige Lösung aus der finanziellen Misere zu sein. Doch dann kommen die Briefe aus Afrika. Sie stammen von Immanuel Freudenreich, der eine Missionsstation in Groß-Namaland leitet und Henriettas Mutter heiraten möchte. Und bevor Henrietta ihr Dasein als Magd fristet, stimmt sie lieber der Mutter zu, ins Ungewisse, nach Afrika zu reisen. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt Henriettas Mutter. Mit ihrem Stiefvater, der sie immer wieder in ihre Schranken verweist, kommt sie überhaupt nicht zurecht, sie entschließt sich zur Flucht. Doch als junge, weiße Frau kann Henrietta nicht allein reisen. Sie wird begleitet von Petrus, der zum Stamm der Nama gehört und Henrietta zunächst bei seiner Familie vor Freudenreich versteckt. Henrietta und Petrus kommen sich bei aller Verschiedenheit langsam näher und das bleibt auch Petrus' Mutter nicht verborgen. Die beiden werden aus dem Nama-Dorf vertrieben und versuchen nun, als letzte Anlaufstelle in dem für Henrietta fremden Land, das südliche Kapstadt zu erreichen. Eine gefährliche und beschwerliche Reise steht den beiden bevor... »Die Wildnis in mir« ist nicht nur ein fesselnder Reiseroman und eine sehr zarte und ungewöhnliche Liebesgeschichte - es ist vor allem Henriettas Geschichte. Die Geschichte des unbedarften Mädchens, das in einem fremden Land auf sich allein gestellt ist und durch alle Schwierigkeiten wächst, an Selbstbewusstein gewinnt, die Hoffnung nicht verliert und an ihrem Traum festhält. Gina Mayer hat 2010 in Namibia für diesen Roman recherchiert. Ich war leider noch nie dort, aber die Autorin hat mir das Land ein Stück nähergebracht. Ein ganz wunderbares Buch! Ab 14 (Sandra Rudel)

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