Giorgio Faletti

 3,8 Sterne bei 180 Bewertungen
Autor*in von Ich töte, Im Augenblick des Todes und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Giorgio Faletti (1950-2014) war ein italienischer Autor, Schauspieler und Komponist. 2002 veröffentlichte er seinen ersten Roman, den Krimi Io uccido (Ich töte), der in über 30 Sprachen übersetzt wurde. Insgesamt verkaufte er weltweit über eine Million Bücher. Die kleine Feder ist seine letzte, posthum veröffentlichte Erzählung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Giorgio Faletti

Cover des Buches Ich töte (ISBN: 9783442457588)

Ich töte

(81)
Erschienen am 01.04.2005
Cover des Buches Im Augenblick des Todes (ISBN: 9783442469604)

Im Augenblick des Todes

(42)
Erschienen am 29.08.2008
Cover des Buches Ich bin Gott (ISBN: 9783442472802)

Ich bin Gott

(17)
Erschienen am 11.08.2010
Cover des Buches Im Namen des Mörders - (ISBN: 9783442466511)

Im Namen des Mörders -

(18)
Erschienen am 11.04.2008
Cover des Buches Die kleine Feder (ISBN: 9783455370324)

Die kleine Feder

(3)
Erschienen am 15.11.2016
Cover des Buches Ich töte. Roman (Club Premiere) (ISBN: B007EEYZL0)

Ich töte. Roman (Club Premiere)

(3)
Erschienen am 01.01.2003
Cover des Buches Der Frauenhändler (ISBN: 9783442476459)

Der Frauenhändler

(3)
Erschienen am 20.02.2012
Cover des Buches Fürchte dich nicht (ISBN: 9783442470525)

Fürchte dich nicht

(3)
Erschienen am 15.07.2009

Neue Rezensionen zu Giorgio Faletti

Cover des Buches Ich bin Gott: Thriller (ISBN: 9783641049317)
TanteGhosts avatar

Rezension zu "Ich bin Gott: Thriller" von Giorgio Faletti

TanteGhost
Der Vietnamkrieg und seine Veteranen

Am Beispiel eines fiktiven Charakters sehr gut erklärt, wohin fehlende Fürsorge nach traumatischen Erlebnissen führen kann.


Inhalt: In New York explodieren Gebäude, scheinbar wahllos und gehen in Flammen auf. Niemand hat einen Täter gesehen, niemand hat auch nur den kleinsten Anhaltspunkt, wer das warum getan hat.

Der wahre Täter verstirbt inzwischen einen mehr oder weniger friedlichen Tod in einem Krankenhaus. Zuvor hat er allerdings die Hölle des Vietnamkriegs durchmachen müssen, ohne im Anschluss eine adäquate Betreuung erhalten zu haben. – Die Bomben verteilt er in New York, nachdem er als geheilt entlassen wurde und sich wieder im zivilen Berufsleben zurechtfinden musste.

Eine Polizistin ist es, die dem Ganzen mehr oder weniger zufällig auf die Spur kommt, da ihre nicht in einem der von einer Bombe verseuchten Gebäude betreut wird. Im Schatten einer ganz eigenen persönlichen Tragödie versucht sie ihre kleine Familie und New York irgendwie zusammen zu halten.


Fazit: Ein Thriller, der 2009 erschienen ist. 2010 gab es dann die deutsche Erstausgabe und 2025 entschließe ich mich dann endlich mal, es zu lesen. Das Teil lag mir sogar noch als pdf auf der Festplatte. Himmel, ist das alt!


Die Beschreibung des Veteranen aus dem Vietnamkrieg war ziemlich interessant. Abgesehen von dem Schreibstil, in den ich mich erst einmal hineinfinden musste, hatte ich schon das Gefühl, dass der Autor durchaus Ahnung hat, von was er da schreit und wie es sich anfühlen muss, wenn man entstellt und aller Illusionen beraubt, in ein Leben zurückkehren muss. – Sehr deutlich wird klar, wie hier ein Täter entsteht.

Was dieser Täter dann aber genau anstellt und vor allem, wie er das tut, bleibt erst einmal im Dunkeln. Vielmehr kommt mit einem Schlag eine Vielzahl neuer Charaktere ins Spiel, die man dann als Leser, bei diesem Stil, auch erst einmal irgendwie zueinander ordnen muss. – Aber so nach und nach ergibt sich ein Bild und Zusammenhänge, die am Ende eine schlüssige und wirkliche Spannung mit sich bringen.

Wir haben den Pater, der sich den Jugendlichen widmet, welche ihrerseits das Leben in so jungen Jahren schon irgendwie verkackt haben und mit seiner Hilfe ins Leben zurückfinden sollen. Da haben wir die Nichte der Polizistin, die einer der Schützlinge von eben jenem Pater ist und wir haben die Bomben, die scheinbar wahllos und ohne jedes Bekennerschreiben die Stadt Stück für Stück zu zerstören scheinen.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn auch das Gebäude, in dem die Jugendlichen betreut werden, ist vermint.

Das Ende ist dann fast schon eine kleine Sensation, denn wie das der Täter gedreht hat und wer er eigentlich wirklich ist, wird wirklich erst ganz am Ende so richtig erklärt und aufgelöst. – Und genau dann ergibt auch irgendwie das Gesamtbild erst so richtig einen Sinn.


Auch wenn diese Story fiktiv ist, hatte ich doch das Gefühl, dass der Autor durchaus wusste, von was er da schreibt. Das war alles so logisch hergeleitet und so verzwickt erklärt, dass es spannend war und doch auch irgendwie zum Nachdenken angeregt hat. – Auch wenn das Buch alt ist, ich kann es wärmsten Herzens empfehlen.

Cover des Buches Ich töte (ISBN: 9783442457588)
likeastorms avatar

Rezension zu "Ich töte" von Giorgio Faletti

likeastorm
Es lohnt sich!

Monte Carlo wird von seinem ersten Serienmörder heimgesucht. Er kündigt seine Taten vorher im Radio an und gibt anhand von Musikstücken einen Hinweis auf sein nächstes Opfer. Die Polizei und ein FBI-Spezialagent müssen versuchen, diese Hinweise zu entschlüsseln und den Mörder vor seiner nächsten Tat zu fassen.

Der Titel und das Cover sind schon ziemlich "on the nose" und bei einer Seitenzahl von satten 671 Seiten dachte ich mir, muss das Buch wirklich gut sein, damit ich da durchkomme. Ich wurde nicht enttäuscht!

Der Schreibstil war erstmal gewöhnungsbedürftig und ich habe nicht jeden lateinischen Satz gegoogelt. Aber es hat mich auch überrascht, wie viele gute Zitate zu finden waren, wie schlau der Schreibstil und die Charaktere waren und wie schnell man eine Person mochte oder nicht. Die Charaktere sind außerordentlich gut geschrieben, sehr nachvollziehbar und realistisch (soweit wie eben möglich). Mit ganz einfachen Mitteln konnte der Autor einen Charakter (un-)sympathisch machen. Sehr oft konnte ich gut mitfühlen und war sogar einmal den Tränen nahe.

Der Fall ist sehr spannend und der Ort schön und ungewöhnlich. Erinnert mich daher etwas an die Donna Leon Romane. Für mich waren nur ganz selten Sachen vorhersehbar, die Plottwists haben mich alle überrascht. Zwischen sehr aufregenden, schnellen Parts, wo es um die Morde geht und etwas langsameren Parts, über verschiedene Charaktere und Handlungen, die schneinbar nichts mit den Verbrechen zu tun haben, herrscht eine gute Balance. Man befindet sich nicht dauerhaft im Stress, sondern lernt auch die Figuren und ihre Hintergründe kennen. Das Ende fand ich sehr schön.

Cover des Buches Ich töte (ISBN: 9783442462339)
Favoles avatar

Rezension zu "Ich töte" von Giorgio Faletti

Favole
Spannender Fall, geniale Charakterstudie

Früher habe ich einige solcher Bücher gelesen. Dank meiner diesjährigen SUB-Abbau-Gruppe sind mal wieder einige auf meiner Leseliste gelandet und gleich der erste hat mich voll auf überzeugt. 

Cover/Reiheninfo: Der Goldmann Verlag hat vor einigen Jahren eine Reihe zu den sieben Todsünden herausgebracht und jeder Sünde einen bestimmten Roman zugeordnet. Nachdem ich zufällig zu zwei oder drei dieser Bücher gekommen bin, habe ich mir nach und nach die ganze Reihe zusammengesucht. Dies ist allerdings erst das zweite Buch, welches ich lese. Das Cover enthält nur den Hinweis auf die Todsündenreihe, keinen Buchtitel oder Autor. Jedoch ist das Covermotiv sehr passend zum Buch ausgewählt und nach einigem Überlegen ist mir auch klar, warum das Buch für ZORN gewählt wurde.

Inhalt: Ein Serienmörder geht in Monte Carlo um und vergreift sich an den Schönen und Reichen auf brutale Weise. Ein traumatisierter FBI-Agent wird durch einen befreundeten Kommissar in die Sache hineingezogen und steht plötzlich an einem Wendepunkt.

Charaktere: Sie nehmen in diesem für mich außerordentlichen Buch sehr viel Raum ein. Nicht nur den Hauptfiguren widmete der Autor intensiv Zeit, sondern auch in entsprechendem Maße den Nebenfiguren, sodass keine von Ihnen blass oder unverständlich bleibt. Dabei wechselt er zwischen verschiedenen Perspektiven, was es noch spannender macht. Nur zu Beginn waren es mir zu viele Wechsel, die mich eher irritierten anstatt zu interessieren.

Handlung: Mittelpunkt dieser sind ganz klar die Morde und deren Aufklärung sowie die Jagd nach dem Mörder. Zudem gibt es eine größere Nebenhandlung, die bis zum Ende an Bedeutung gewinnt. Aber daneben gibt es viele kleinere Handlungen, um die Charaktere zu zeichnen. Dies ist sicherlich auch der Grund für die 670 Seiten. Aber zu keinem Zeitpunkt fand ich das Buch langweilig oder wollte es lieber weglegen. Ganz im Gegenteil waren diese Details durch die Figuren harmonisch in die Haupthandlung intergriert. 

Stil: Der Autor schreibt flüssig und verliert sich trotz aller Detailliebe nicht in Kleinigkeiten, sondern bleibt stehts auf die Handlung oder die Charaktere fokussiert. Es fiel mir wirklich leicht ihm zu folgen und doch entwickelten sich im Kopf eigenen Theorien, die jedoch nur bedingt in die richtige Richtung zeigten. Durch immer wieder eingestreute Häppchen des Autors wurde das klarer, aber stets langsam und die Spannung hochhaltend.

Meinung: Für mich war dieses Buch wirklich ein Highlight. Die Spannung des Falls, die Komplexität der Charaktere und ihrer Beziehungen, die Harmonie mit der alles zusammenspielt machen dieses Buch für mich wirklich zu etwas Besonderen. Dabei wahrt der Autor immer das richtige Maß, dass es nie zu viel oder zu wenig ist, nie langweilig oder überdreht wirkt. Das hat für mich die Freude an diesem Genre wieder ein wenig neu entfacht.

Fazit: Ein wirklich tolles Buch, nicht unbedingt nur für Krimi/Thriller-Fans, da auch sehr viel Charakterstudie enthalten ist. Zudem sind die Morde zwar brutal, aber die Beschreibungen dazu sowie auch der Blick in den Kopf des Mörders für mich stets noch gut erträglich und ich mag es definitiv nicht zu heftig. Für mich ein unerwartetes Highlight!

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