Am Beispiel eines fiktiven Charakters sehr gut erklärt, wohin fehlende Fürsorge nach traumatischen Erlebnissen führen kann.
Inhalt: In New York explodieren Gebäude, scheinbar wahllos und gehen in Flammen auf. Niemand hat einen Täter gesehen, niemand hat auch nur den kleinsten Anhaltspunkt, wer das warum getan hat.
Der wahre Täter verstirbt inzwischen einen mehr oder weniger friedlichen Tod in einem Krankenhaus. Zuvor hat er allerdings die Hölle des Vietnamkriegs durchmachen müssen, ohne im Anschluss eine adäquate Betreuung erhalten zu haben. – Die Bomben verteilt er in New York, nachdem er als geheilt entlassen wurde und sich wieder im zivilen Berufsleben zurechtfinden musste.
Eine Polizistin ist es, die dem Ganzen mehr oder weniger zufällig auf die Spur kommt, da ihre nicht in einem der von einer Bombe verseuchten Gebäude betreut wird. Im Schatten einer ganz eigenen persönlichen Tragödie versucht sie ihre kleine Familie und New York irgendwie zusammen zu halten.
Fazit: Ein Thriller, der 2009 erschienen ist. 2010 gab es dann die deutsche Erstausgabe und 2025 entschließe ich mich dann endlich mal, es zu lesen. Das Teil lag mir sogar noch als pdf auf der Festplatte. Himmel, ist das alt!
Die Beschreibung des Veteranen aus dem Vietnamkrieg war ziemlich interessant. Abgesehen von dem Schreibstil, in den ich mich erst einmal hineinfinden musste, hatte ich schon das Gefühl, dass der Autor durchaus Ahnung hat, von was er da schreit und wie es sich anfühlen muss, wenn man entstellt und aller Illusionen beraubt, in ein Leben zurückkehren muss. – Sehr deutlich wird klar, wie hier ein Täter entsteht.
Was dieser Täter dann aber genau anstellt und vor allem, wie er das tut, bleibt erst einmal im Dunkeln. Vielmehr kommt mit einem Schlag eine Vielzahl neuer Charaktere ins Spiel, die man dann als Leser, bei diesem Stil, auch erst einmal irgendwie zueinander ordnen muss. – Aber so nach und nach ergibt sich ein Bild und Zusammenhänge, die am Ende eine schlüssige und wirkliche Spannung mit sich bringen.
Wir haben den Pater, der sich den Jugendlichen widmet, welche ihrerseits das Leben in so jungen Jahren schon irgendwie verkackt haben und mit seiner Hilfe ins Leben zurückfinden sollen. Da haben wir die Nichte der Polizistin, die einer der Schützlinge von eben jenem Pater ist und wir haben die Bomben, die scheinbar wahllos und ohne jedes Bekennerschreiben die Stadt Stück für Stück zu zerstören scheinen.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn auch das Gebäude, in dem die Jugendlichen betreut werden, ist vermint.
Das Ende ist dann fast schon eine kleine Sensation, denn wie das der Täter gedreht hat und wer er eigentlich wirklich ist, wird wirklich erst ganz am Ende so richtig erklärt und aufgelöst. – Und genau dann ergibt auch irgendwie das Gesamtbild erst so richtig einen Sinn.
Auch wenn diese Story fiktiv ist, hatte ich doch das Gefühl, dass der Autor durchaus wusste, von was er da schreibt. Das war alles so logisch hergeleitet und so verzwickt erklärt, dass es spannend war und doch auch irgendwie zum Nachdenken angeregt hat. – Auch wenn das Buch alt ist, ich kann es wärmsten Herzens empfehlen.
















