Giorgio Fontana

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Giorgio Fontana

Giorgio Fontana, geboren 1981 in Saronno in der Lombardei, studierte Philosophie und arbeitet als Journalist und Buchautor. Er veröffentlichte bereits zahlreiche Essays. Sein Debütroman "Im Namen der Gerechtigkeit" war sein erster auch ins Deutsche übersetzte Roman, wofür er mehrere Preise erhielt.

Alle Bücher von Giorgio Fontana

Giorgio FontanaTod eines glücklichen Menschen
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Tod eines glücklichen Menschen
Tod eines glücklichen Menschen
 (3)
Erschienen am 27.07.2015
Giorgio FontanaIm Namen der Gerechtigkeit
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Im Namen der Gerechtigkeit
Im Namen der Gerechtigkeit
 (0)
Erschienen am 29.07.2013
Giorgio FontanaMorte di un uomo felice
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Morte di un uomo felice
Morte di un uomo felice
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Erschienen am 01.04.2014
Giorgio FontanaHet geweten van Roberto Doni
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Het geweten van Roberto Doni
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Erschienen am 09.05.2014
Giorgio FontanaBabele 56. Otto fermate nella città che cambia
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Babele 56. Otto fermate nella città che cambia

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Rezension zu "Tod eines glücklichen Menschen" von Giorgio Fontana

Ein intensiver Roman, der ein ganz anderes Italien zeigt, eines, das Hoffnung macht
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Giorgio Fontana, ein junger 1981 geborener italienischer Schriftsteller aus Mailand, gehört seit seinem Debütroman  "Im Namen der Gerechtigkeit" zu der glücklicherweise immer größer werdenden Zahl italienischer Schriftsteller und Intellektueller, die den moralischen Zustand und Verfall ihres Heimatlandes nicht länger hinnehmen wollen und mit ihren Büchern und öffentlichen Auftritten dem etwas entgegen setzen, das für Italien hoffen lässt.

In seinem hier vorliegenden Roman geht es zum einen um die Aufarbeitung der Zeit des Terrors der Roten Brigaden in Mailand und zum anderen um das Streben nach Gerechtigkeit und wie schnell es geschehen kann, dass sich ein Staatsanwalt in seinen Prinzipien denen annähert, die er aus moralisch und juristischen absolut lauteren Gründen verfolgt.

Staatsanwalt Colnaghi, die Hauptperson seines neuen, wieder bei Nagel & Kimche erschienenen Romans, hat  dieses Engagement von seinem Vater geerbt, der im Krieg im Widerstand gegen die Nazis kämpfte und dabei seine Familie und seinen Sohn im Stich ließ.

In schraffiert gedruckten Rückblicken beschreibt Fontana diese Widerstandsgeschichte des Vaters und stellt sie immer wieder  dem im Jahr 1981 angesiedelten Handeln seines Sohnes gegenüber.

Der ist mit missionarischem Eifer damit beschäftigt, den Roten Brigaden auf die Spur zu kommen. Dabei will er beim unermüdlichen Studium von deren aufgeblasenen Manifesten herausfinden, was diese Terroristen bewegt. Welche Vorstellung von einer gerechten Gesellschaft haben sie und wie unterscheidet sie sich von seiner eigenen? Als er in einer spektakulären Aktion den Top-Terroristen Gianni Meraviglia fassen kann, ist Colnaghi nicht wirklich zufrieden. In unzähligen Gesprächen versucht er zu verstehen, welche Ideale und Werte es rechtfertigen, ein Menschenleben zu vernichten und in der Folge noch mehrere andere von Familienmitgliedern dazu, was Tanja Kinkel in ihrem neuen Roman „Schlaf der Vernunft“   auf beeindruckende Weise gezeigt hat.

Auch Meraviglia träumt von Gleichheit und Gerechtigkeit, aber er wählt einen komplett anderen Weg. An diesen Gegensätzen leidet der Leser, gerade wenn er diese bleiernen Zeiten in Italien und in Deutschland miterlebt hat, mit. Bei Colnaghi kommt noch dazu, dass er sich immer wieder mit seinem  Vater vergleicht, dessen Widerstands- und Lebensgeschichte Fontana parallel erzählt und dabei manches entdeckt, was ihm gar nicht gefallen will.

Ein intensiver Roman, der ein ganz anderes Italien zeigt, eines, das Hoffnung macht.

Dass es in unserer Welt nicht erst seit kurzem eine Form von Gewalt und Terror gibt, für die die Frage nach Gerechtigkeit gar keine Bedeutung mehr hat, steht auf einem anderen Blatt.

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Giorgio Fontana wurde am 22. April 1981 in Saronno (Italien) geboren.

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