Giorgio Vasta

 4 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Die Glasfresser, Time On My Hands und weiteren Büchern.
Giorgio Vasta

Lebenslauf von Giorgio Vasta

Giorgio Vasta ist 1970 in Palermo geboren. Vasta hat mehrere Anthologien herausgegeben und mehrere Erzählungen in renommierten Literaturzeitschriften veröffentlicht. Sein Debütroman »Die Glasfresser« wurde von der italienischen Kritik als einer der bedeutendsten Romanveröffentlichungen des Jahres gefeiert. Sein Debütwerk wurde außerdem für den »Premio Strega« Literaturpreis nominiert. Er lebt und arbeitet als Verlagslektor in Turin.

Alle Bücher von Giorgio Vasta

Die Glasfresser

Die Glasfresser

 (1)
Erschienen am 10.01.2011
Time On My Hands

Time On My Hands

 (0)
Erschienen am 07.08.2014

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Rezension zu "Die Glasfresser" von Giorgio Vasta

Rezension zu "Die Glasfresser" von Giorgio Vasta
Claudia-Marinavor 8 Jahren

Ich muss gestehen, dass ich einige Probleme mit Giorgio Vasta hatte.
Was nicht an der Geschichte lag.

Palermo, 1978. Der elfjährige Nimbus und seine zwei Freunde planen die große Revolution. Ganz im Stil der roten Brigaden, die im Italien der späten 1970er ihr Unwesen treiben und das Land in Angst und Schrecken versetzen.
Also rasieren sie sich die Köpfe, denken sich eine geheime Zeichensprache aus und üben das Beschatten von Zielpersonen. Was sie mit ihren Aktionen jedoch bezwecken wollen, das wissen sie selbst nicht so genau – außer dass es ihnen dabei hilft, dem grauen Alltag zu entfliehen und sich eine eigene Welt aufzubauen, in der sie bestimmen dürfen. Irgendwann läuft eine ihrer Aktion jedoch aus dem Ruder und die drei sehen sich mit den Konsequenzen ihres Handels konfrontiert. Kein Spiel mehr – bitterer Ernst.

An Giorgio Vastas Sprache konnte ich meine Probleme auch nicht festmachen.

In eindrucksvollen Bildern schildert Vasta das Leben und eines Elfjährigen zwischen Langweile und Abenteuerlust. Nicht alle Bilder sind schön – aber alle sind sie notwendig, um das Bild so vollständig wie möglich zu machen. Alles ist im Fluss – im Erzählfluss – und ich lasse mich von ihm treiben, mal schneller – mal langsamer.

Auch an dem Protagonisten an sich habe ich nichts auszusetzen.

Nimbus – seinen richtigen Namen erfährt man nicht – lebt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder in Palermo. Seine Eltern nennt er die Schnur und den Stein, seinen Bruder den Lappen – eigenartige Namen, denke ich mir. Aber ansonsten ist er ein ganz normaler Elfjähriger, der sich nachmittags mit seinen Freunden trifft und heimlich Pornohefte liest. Nicht übermäßig sympathisch – aber auch nicht unsympathisch.

Woran liegt es dann, dass es mir an einzelnen Stellen fast schon sauer aufstößt?

Ich denke, die Antwort liegt in der Kombination von allem. Die Sprache – stellenweise gespickt mit Fremdwörtern, getragen von fast schon hoch philosophischen Gedankengängen – passt einfach nicht zu einem Elfjährigen. Immer wieder schaue ich auf den Klappentext um mich zu vergewissern – Ja, Nimbus ist elf; aber das will ich so einfach nicht glauben. Und deshalb vergesse ich es beim Lesen auch immer wieder und habe drei Jugendliche vor meinen Augen, drei Halbstarke – aber nicht drei Kinder. Schade – aber nur so konnte ich im Fluss bleiben und mich treiben lassen – ansonsten hätte ich mich wohl an Land spülen lassen.

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