Giovanni Montanaro

 4.1 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von Alle Farben der Welt, Tommaso sa le stelle und weiteren Büchern.
Giovanni Montanaro

Lebenslauf von Giovanni Montanaro

Giovanni Montanaro wurde 1983 in Venedig geboren, wo er auch heute noch lebt. Er hat ursprünglich Jura studiert und dann als Autor und Herausgeber für verschiedene Lokalzeitungen, Zeitschriften und Internetseiten gearbeitet. 2007 erschien sein Debütroman "Das Kreuz Honninfjord". Giovanni Montanaro hat bereits mehrere Preise für seine Romane erhalten und war für den renommierten Premio Campiello nominiert. Mit seinem dritten Roman "Alle Farben der Welt" wurde er zum Überraschungsbestseller in Italien. Zudem hat er schon verschiedene Theaterstücke geschrieben, die ebenfalls lobend erwähnt werden.

Alle Bücher von Giovanni Montanaro

Alle Farben der Welt

Alle Farben der Welt

 (54)
Erschienen am 26.08.2013
Tutti i colori del mondo

Tutti i colori del mondo

 (0)
Erschienen am 17.09.2014
Tommaso sa le stelle

Tommaso sa le stelle

 (0)
Erschienen am 01.10.2014

Neue Rezensionen zu Giovanni Montanaro

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Rezension zu "Alle Farben der Welt" von Giovanni Montanaro

Verrückt oder nicht verrückt, das ist die Frage ...
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Der Roman spielt in Geel, einer Stadt in Flandern, die auch "Stadt der Verrückten" genannt wird. Die Familien dort nehmen Geisteskranke auf und versuchen ihnen ein möglichst normales Leben zu bieten. Auch Teresa Ohneruh zählt zu den Verrückten, aber nur auf dem Papier, um die finanziellen Zuschüsse zu kassieren.

"Frank ist verrückt. So wie meine Mutter verrückt war. So wie viele hier in Geel verrückt sind, mehr als in den Registern verzeichnet sind." (S. 41)

Eigentlich weiß man nie so richtig, wer verrückt ist und wer nicht. Alles vermischt sich, wie die Farben, welche Monsieur van Gogh in die Geschichte einbringt. An ihn schreibt Teresa Ohneruh einen langen Brief, indem sie die Geschehnisse der Zeit und ihr Schicksal schildert. Es nimmt eine dramatische Wende, als ein forschungswütiger Psychologieprofessor tatsächlich eine Unnormalität an Teresa entdeckt und sich dazu berufen fühlt, sie zu heilen. Peinvolle Zeiten brechen an.

Die feine Ausdrucksweise von Giovanni Montanaro hat mir großes Lesevergnügen bereitet. Mit Leichtigkeit verwebt er die Geschehnisse, Erzählstimmen und Beschreibungen zu einem tief bewegenden Gesamtbild. Tatsächlich stelle ich mir dieses wie ein Gemälde von Vincent van Gogh vor, mit ausgeprägten Linien, etwas verzerrt, aber vor allen Dingen erfüllt von einem unterschwelligen Schmerz und tiefer Verzweiflung. Ja, "Alle Farben der Welt" ist ein literarisches Kunstwerk, daran besteht für mich kein Zweifel.

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ClaraOswalds avatar

Rezension zu "Alle Farben der Welt" von Giovanni Montanaro

In einer anderen Welt.
ClaraOswaldvor 2 Jahren

1881, im flandrischen Geel: Seit dem Mittelalter leben in dieser »Stadt der Verrückten« die Geisteskranken mit den Gesunden zusammen. Die junge Teresa wächst hier als Waisenkind bei der Familie Vanheim auf. Eines Tages kommt ein Unbekannter in den Ort. Teresa verliebt sich in diesen in sich gekehrten rothaarigen Mann, in dessen Augen ein ungekanntes Feuer brennt, und sie ist es, die ihm seine Bestimmung zeigt: Er trägt »alle Farben der Welt« in sich. Obwohl ihre Wege sich trennen, beeinflusst die Begegnung Teresas weiteres Leben auf dramatische Weise. 

Zehn Jahre später schreibt sie einen leidenschaftlichen Brief an den »Lieben Monsieur van Gogh«, in dem sie ihr peinvolles Schicksal erzählt und schließlich zu sich selbst zurückfindet.
[ Auszug Klappentext]

Giovanni Montanaro hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der nicht nur vom ‚anders sein‘ handelt, sondern auch von (der ersten) Liebe und Kunst, von der Welt der Farben.
Der Schreibstil ist besonders, dadurch, dass die Protagonistin so nebensächlich und eindrücklich von den Farben erzählt, in denen die Welt um sie herum geschaffen ist, so wie wir es nur selten wahrnehmen.
Der Roman ist in Briefform geschrieben, die Protagonistin Teresa Ohneruh schreibt an Vincent van Gogh. Sie beschreibt ihre erste Begegnung und wie sie ihm ihre Farben zeigt, sein Genie entdeckt und sich in ihn verliebt. Teresa ist ein liebenswerter, neugieriger sympathischer Charakter. Zu Beginn ist ihr Leben fröhlich, sie ist unbedarft, doch dann geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss mehr hat und sie ist ohnmächtig, kann ihrem traurigem Schicksal nicht entgehen.
Heute wäre das undenkbar. Auch wenn man es als Leser schon früher als Teresa ahnt, was mit ihr los ist und was daraufhin passiert, ist es doch erschreckend was dann tatsächlich mit ihr angestellt wird.
Bewegend ist der Brief, den sie an ihre große Liebe, Vincent van Gogh schreibt.
Persönlich glaube ich, dass er wusste, wer sie ist und die Bilder für sie versteckt hat, (wenn es keine Wahnvorstellung war.) 
Spannend war auch, dass dieser Ort, Geel, tatsächlich existiert hat und bis zu dem Zeitpunkt, zu dem auch der Roman spielt, eine positive Ausnahme war.
Ein Buch, das nachdenklich macht.
5 Sterne, weil es wunderschön geschrieben ist und ich auf den letzten Seiten fast weinen musste.

Kommentare: 2
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Buchraettins avatar

Rezension zu "Alle Farben der Welt" von Giovanni Montanaro

Intensiv- macht nachdenklich- voller Farben- ein ungewöhnlicher Erzählstil, der fesselt
Buchraettinvor 2 Jahren

Ein Mädchen, das einen Brief an den berühmten Maler Van Gogh schreibt. Die Geschichte spielt  Ende des 19. Jahrhunderts in Geel, in Flandern. Sie hat ihn kennengelernt, damals vor 10 Jahren. Sie erinnert sich an die Begegnung, die sie in ihrem Brief an ihn beschreibt. Sie will ihn erinnern und sie nimmt mich als Leser an ihre unsichtbare Hand  und mit auf die Zeitreise und ich bin hautnah dabei bei der Begegnung durch den intensiven und anschaulichen Stil der Geschichte. Es ist ein Buch mit einer farbigen Erzählsprache. Farben,  wie es, wie ich finde für ein Buch über einen Maler sehr passend ist, kunterbunte Beschreibungen sind hier immer wieder ein Thema.

Der Stil wechselt. Sie lädt nicht nur den Maler ein, sondern auch den Leser sie auf diese Reise zurück in die Vergangenheit zu begleiten. Nun wird aus dieser Außensicht erzählt und nicht mehr als Ich-Erzählerin. Aber dann wird Van Gogh wieder direkt angesprochen, und ich hatte das Gefühl mit ihm zusammen auch ich, als Leser. Es ist eine intensive Geschichte, die sie ihr erzählt - ihre eigene Geschichte.

Sie lebt in einem Dorf, das nach einer Farbe benannt wurde. Die Bewohner hier nehmen immer wieder Menschen auf, die psychisch krank zu sein scheinen. Sie erhalten Geld dafür, die Menschen leben und arbeiten bei ihnen. Es macht nachdenklich.  

Was macht ein Leben aus? Was bringt Farbe ins Leben? Es sind kurze Sätze. Intensiv, die mich als Leser manchmal so gefesselt haben, das ich richtig dabei war. Ich war mit ihr in diesem Bergwerkstunnel, habe die abgestandene Luft gerochen, die Enge gespürt um dann aufzutauchen aus dem Buch und die kunterbunte Welt an zu schauen.

Ein kleines, aber feines Büchlein. Aber mir fehlt hier ein Detail und das ist ein Lesebändchen, das hätte das Buch perfekt abgerundet.  Vielleicht in den Farben wie das Cover sie zeigt, ineinander laufend, eine Art Hommage an das Buch und die Geschichte- das wäre schön gewesen.

Es ist ein Buch, das mich mitnimmt, das mich abtauchen lässt aus dem Alltag. Das nachdenklich macht. Das im Laufe der Geschichte wie eine Art Feuerwerk noch eine wirkliche Überraschung bereit hält.

Die Geschichte macht sehr nachdenklich. Gut gefallen haben mir die Anmerkungen des Autors. Natürlich sind bei mir als Leser die Fragen da. Gab es dieses Dorf? Handelte es sich um den Maler? Gibt es eine Verbindung zu seinem Leben? Wurden die Menschen damals so behandelt?

Es ist ein Roman, ein wirklich tief gehender Roman, fesselnd und mit Knalleffekt.

Dennoch ein Leseabenteuer- intensiv und bunt. Wunderschön und mit tollen Sätzen, die hier immer wieder auftauchen. Ein nachdenklich machendes Buch.

Kommentare: 4
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Gespräche aus der Community

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muchobookloves avatar

Ein hinreißender Roman über Liebe, Kunst und 
die Ohnmacht all jener, die anders sind

Begegnungen können uns für immer verändern. So geht es auch Teresa, als sie einen geheimnisvollen rothaarigen Fremden trifft. Dieser eine Augenblick mit Monsieur van Gogh wird sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr loslassen. Doch sie wird es sein, die ihm eine völlig unbekannte Welt eröffnet. Der italienische Autor Giovanni Montanaro verzaubert euch in "Alle Farben der Welt" mit einer unvergesslichen Geschichte über Liebe, Schmerz, Normalität und Wahnsinn. 

1881, im flandrischen Geel: Seit dem Mittelalter leben in dieser »Stadt der Verrückten« die Geisteskranken mit den Gesunden zusammen. Die junge Teresa wächst hier als Waisenkind bei der Familie Vanheim auf. Eines Tages kommt ein Unbekannter in den Ort. Teresa verliebt sich in diesen in sich gekehrten rothaarigen Mann, in dessen Augen ein ungekanntes Feuer brennt, und sie ist es, die ihm seine Bestimmung zeigt: Er trägt »alle Farben der Welt« in sich. Obwohl ihre Wege sich trennen, beeinflusst die Begegnung Teresas weiteres Leben auf dramatische Weise. Zehn Jahre später schreibt sie einen leidenschaftlichen Brief an den »Lieben Monsieur van Gogh«, in dem sie ihr peinvolles Schicksal erzählt und schließlich zu sich selbst zurückfindet. Leseprobe

Mehr über Giovanni Montanaro:
Giovanni Montanaro, Jahrgang 1983, lebt als Anwalt und Schriftsteller in Venedig. Für seine Romane wurde er bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet. "Alle Farben der Welt" ist sein dritter Roman; er wurde zum Überraschungsbestseller in Italien und für den renommierten Premio Campiello nominiert sowie für den Premio Fiesole di Narrativa Under 40 von 2012.

Dieser besondere Roman verzaubert euch mit einer wunderschönen Geschichte einer großherzigen Heldin, die auch euren Blick auf die zahlreichen Farben dieser Welt verändern wird! Wir suchen zusammen mit DVA 25 Leser, die gemeinsam mit uns in diese ergreifende Geschichte eintauchen wollen.

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