"Die lange Irrfahrt der Geister" spielt auf der Karibikinsel Guadeloupe und erzählt eine Familiengeschichte über mehrer Generationen.
Die Autorin greift hierbei Erzähltraditionen auf, wie sie sie bei ihrer eigenen Großmutter in ihrer Kindheit hörte.
Diese Gundidee hat mich sehr neugierig gemacht und mich zu dem Buch greifen lassen.
Doch leider habe ich dann zu dem Buch keinen rechten Zugang gefunden. Der Sprachstil an sich mit den vielen Methapern hat mir gut gefallen und ich konnte die Insel bildhaft vor mir sehen. Aber dennoch blieb mir die Geschichte seltsam fremd, es kam keine wahre Emphatie auf. Durch die vielen Sprünge zwischen den einzelnen Handlungssträngen, die quer durch die Zeit springen, hatte ich oft nicht die Gelegenheit, mich wirklich mit einem der Protagonisten anzufreunden.
Auch empfand ich die selbstverständliche Einbeziehung von Geistern und Magie, wofür ich sonst immer gerne zu haben bin, hier nicht ausreichend gut eingebunden, sie blieb ein Fremdkörper und obwohl die Geister den Fortgang der Geschichte maßgeblich beeinflussen wirkt dies hier irgendwie aufgesetzt.
Ich vergebe also zwei Sterne für die gute Grundidee und den wirklich guten, bildhaften Sprachstil. Mehr Punkte kann ich hier leider nicht vergeben, da zu keinem Zeitpunkt Spannung aufkam oder Sympatie mit den handelnden Personen entstand.
Rezension zu "Die lange Irrfahrt der Geister" von Gisèle Pineau




