Gisa Klönne Die Wahrscheinlichkeit des Glücks

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Inhaltsangabe zu „Die Wahrscheinlichkeit des Glücks“ von Gisa Klönne

Die Astrophysikerin Frieda Telling glaubt nicht an Schicksal, sie verlässt sich lieber auf ihre Berechnungen. Doch als ihre Tochter Aline am Tag ihrer Verlobung vor ein Auto läuft und ins Koma fällt, wird ihr geordnetes Leben aus den Angeln gehoben. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Um Aline zu retten, muss Frieda über all ihre Schatten springen. Und sich dem Thema Liebe noch einmal ganz neu stellen.

Eine sehr langweilige und langatmige Familiengeschichte...

— fraeulein_lovingbooks
fraeulein_lovingbooks

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  • Die Wahrscheinlichkeit des Glücks

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    fraeulein_lovingbooks

    fraeulein_lovingbooks

    12. June 2016 um 14:56

    Inhalt Die Astrophysikerin Frieda Telling glaubt nicht an Schicksal, sie verlässt sich lieber auf ihre Berechnungen. Doch als ihre Tochter Aline am Tag ihrer Verlobung vor ein Auto läuft und ins Koma fällt, wird ihr geordnetes Leben aus den Angeln gehoben. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Um Aline zu retten, muss Frieda über all ihre Schatten springen. Und sich dem Thema Liebe noch einmal ganz neu stellen.(Quelle: Klappentext)Meine Meinung Die Geschichte fing in meinen Augen sehr vielversprechend an: Frieda begegnet nach langer Zeit des Nicht-Sehens ihrer Tochter (Aline) wieder. Diese hat sie zu einer Aufführung, in der sie mitspielt eingeladen und möchte ihr im gleichen Zug den neuen Mann (Jan) an ihrer Seite zeigen. Die beiden haben sich vor kurzem verlobt. Frieda ist über diese Entwicklung nicht sonderlich begeistert und man merkt schnell, das das Verhältnis zwischen der Mutter und der Tochter lange sehr unterkühlt war.Am Abend des Wiedersehens wird Aline in einen Unfall verwickelt – lange ist es nicht klar, ob sie überleben wird. Jan und Frieda bleiban an ihrer Seite. Auch die Eltern von Jan bieten mentale Unterstützung. Zusätzlich kommt der Mann von Frieda aus den Staaten nach Deutschland und auch der Vater von Aline findet den Weg zu seiner Tochter.Bis dahin konnte mich die Story wirklich überzeugen, auch wenn mich die Kapitel aus Sicht des Schriftstellers (Arno) sehr irritiert und genervt haben. Es war in meinen Augen wirklich nicht interessant, wie er seinen Tagesablauf bestreitet.Nachdem Aline ein paar Tage im Koma lag und Frieda herausfindet, das sie aufgrund von einem zerschnittenen Kopftuch vor ein Auto lief, ging es für mich beim Lesen bergab.Das Buch liest sich ab hier wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die stellenweise vor Kitsch und unrealistischen Begebenheiten, die im wahren Leben nie so ablaufen würden, trotzte. Für mich war das kein Lesevergnügen. Mit den Charakteren wurde ich leider überhaupt nicht warm – für mich blieben sie alle sehr oberflächlich und uninteressant. Keiner der Hauptprotagonisten hatte die richtige Tiefe um eine Beziehung zu ihm aufzubauen – die Handlungen wirkten in sich nicht stimmig und langweilten mich sehr. Ich hätte das Buch sehr gerne abgebrochen, aber da es eine Rezensionsexemplar ist, habe ich nicht aufgegeben und mich durch die Kapitel gequält. Im Nachheinein hätte ich besser abbrechen sollen.Auch wenn das Kriegstrauma ein (für mich) interessantes Thema ist, ließ es mich hier kalt. Die Beschreibung erinnerte mich an eine Geschichtsunterrichtseinheit in der Schule und nicht an eine spannende Erzählung.Auch die Liebesgeschichten rund um Frieda, Graham, Paul und Arno wirkte zu übertrieben und war einfach nur ermüdent. Wie auch der Schreibstil, die gesamte Lesezeit war ein Kampf gegen die Langeweile. Leider kann ich keine Lese- oder Kaufempfehlung aussprechen, weil mir die Geschichte überhaupt nicht zugesagt hat.Schönstes Zitat „Man darf sich nicht täuschen lassen von dem, was man erwartet.“(Vater von Frieda, S. 242)  Sterne

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  • Eine bewegende Familiengeschichte

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Maggi

    Maggi

    30. September 2015 um 01:39

    „Die Wahrscheinlichkeit des Glücks“ ist ein Mehrgenerationenroman, ein Stück europäischer Nachkriegsgeschichte und vor allem ein Frauenroman um drei Frauen aus einer Familie. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch die so schön gelungene Covergestaltung, die mich sofort begeistert hat. Im Zentrum der Geschichte steht die sympathische, wenn auch alles andere als fehlerfreie Protagonistin Frieda, die durch den Unfall ihrer Tochter Aline, einer Balletttänzerin mit einem Engagement an einem Berliner Theater und einer großen Ballettkarriere vor sich, aus ihrem gewohnten Leben gerissen wird. Auch die Beziehung zu Friedas Mutter Henny, die in einem Altenheim lebt und manchmal nicht mehr weiß, in welcher Zeit sie gerade lebt und ihre Mitmenschen nicht immer zuverlässig einordnen kann, wird so neu auf den Prüfstand gestellt. Das zwischen den Frauen tiefe Klüfte liegen, angefüllt mit Schweigen, Missverständnissen und verletzen Gefühlen, wird schnell klar. Die Astrophysikerin Frieda ist ein rationaler Mensch, begeisterte Wissenschaftlerin, die ganz in ihrem Beruf aufgeht und sich leidenschaftlich der Suche nach Exoplaneten hingibt. Eine enge Bindung hat sie weder an ihre Tochter, noch an ihre Mutter, obwohl sie beide inniglich liebt. Ihre vermeintliche Gefühlskälte macht sie nicht gerade zu einem Charakter, dem alle Lesersympathien auf den ersten Seiten zufliegen. Erst langsam baute ich eine Beziehung zu Frieda auf, fühlte mit ihr, konnte sie verstehen. Überhaupt hat das sperrige, teil trotzige Schweigen in dieser Familie Tradition und nach und nach erfährt man, warum über vieles nicht gesprochen wurde. Zu viel Unaussprechliches geschah in der Nachkriegszeit, zu viel Kummer hat jede Frau tief in sich hinein gefressen, zu sehr ist man an das nicht miteinander reden gewöhnt. Ein rotes Halstuch der Großmutter Henny, das sie ihrer Enkeltochter schenkt, von dem die eigene Tochter aber nichts wusste, bringt die gewohnte Ordnung durcheinander. Es stammt aus Hennys Heimat Siebenbürgen in Rumänien, wo sie als Teil der deutschen Minderheit aufwuchs und Kindheit und Jugend verbrachte, bis nach dem 2. Weltkrieg sehr viele Deutsche in Lager kamen. Ein Aspekt der Siebenbürger Geschichte, der mir bis zu diesem Buch unbekannt war. Frieda begibt sich auf Spurensuche, doch ihre Tochter, die im Koma liegt und ihre demente Mutter können ihr dabei nicht helfen. Sie lernt den Erotik-Schriftsteller Arno kennen, auch er stammt von Siebenbürger Sachsen ab und hilft ihr mehr und mehr, die verworrenen Zusammenhänge zu entwirren. Arno ist ein ganz anderer Typ als Frieda und dennoch scheint die beiden etwas zu verbinden und sie spüren eine starke Anziehungskraft. Arno ist eine interessanter Gegenpol zu der rationalen Frieda, die dann doch so viel mehr Herz hat, als sie oft zugibt. Frieda findet heraus, dass sie den Menschen, der ihre Mutter wirklich war gar nicht kannte, dass sie kaum etwas über ihr Leben in Siebenbürgen weiß und dass sie von Leuten belogen wurde, denen sie glaubte, vertrauen zu können. Das ist eine spannende und durch die familiären Zusammenhänge sehr emotionale Erkundungsreise. Die Charaktere werden in ihren Stärken und Schwächen nachvollziehbar gezeichnet, so dass auch die größtenteils gestörten Mutter-Tochter-Beziehungen, sowohl zwischen Henny und Frieda, als auch zwischen Frieda und ihrer Tochter verständlicher werden. Der vielschichtige Roman ist ein Stück europäischer Geschichte, ein Stück deutscher Geschichte und man lernt einiges über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen. Es ist aber auch ein emotionales Lehrstück darüber, was Schweigen innerhalb einer Familie anrichten kann und welche Folgen Vertrauensmissbrauch haben kann. Ich fand das Buch sehr spannend zu lesen und habe mich gut unterhalten gefühlt. Ein Buch, dass man auch gerne nach einigen Jahren erneut in die Hand nimmt.

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  • "Warum lagen Glück und tiefste Erschütterungen so dicht beieinander?"

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    R_Manthey

    R_Manthey

    14. August 2015 um 14:39

    Aline liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Eben war sie noch glücklich, tanzte im Friedrichstadt-Palast ihren Traum als Solistin. Doch dann erhielt sie ein Geschenk ihrer dementen Großmutter Henny, stürzt erschrocken ihrer Mutter Frieda nach und wird dabei von einem Auto angefahren. Der Gegenstand des Schreckens ist ein altes, aber zerschnittenes Tuch der Großmutter. Frieda versucht das Rätsel dieses Schreckens zu ergründen und löst dabei Schritt für Schritt Veränderungen in ihrem eigenen Leben aus, die sie sich vorher niemals ausgemalt hätte. Vielleicht wird es die Autorin nicht gerne hören, aber die Grundstruktur ihres neuen Romans erinnert etwas an seinen Vorgänger: Wieder ein Unfall, der eine ganze Familiengeschichte von hinten aufrollt. Und wieder merkt man, das Gisa Klönne auch Kriminalromane schreibt. Die Rolle des Verbrechens übernimmt hier der Unfall. Frieda ermittelt und stößt auf immer neue Rätsel, die sich erst am Ende zu einem Bild auflösen, das dann auch noch sehr überraschend erscheint. Das Buch liest sich recht spannend, auch wenn gelegentlich Stellen vorkommen, mit denen man zunächst wenig anfangen kann. Parallel zu Friedas Familie entwickelt die Autorin nämlich mit dem Erotikschriftsteller Arno eine andere Figur, einen Gegenpol, der irgendwie überhaupt nicht in die Welt der Astrophysikerin Frieda passen will. Auch das macht sie geschickt, weil dadurch ein weiteres Stück Unklarheit erscheint, von dem man zu gerne wissen möchte, wie es mit Frieda und ihrem Familienrätsel zusammenhängt. Ganz nebenbei fokussiert sich Gisa Klönne auch auf ein Kapitel ostdeutscher und osteuropäischer Nachkriegsgeschichte, das nicht gerne erzählt wird, aber zur Wahrheit über diese Zeit gehört. Das macht sie jedoch völlig unaufdringlich. Klönnes Buch ist wie schon Das Lied der Stare nach dem Frost: Roman eine spannenden Familiengeschichte, die eng mit der Geschichte der Zeit verbunden ist, in der sich die Ereignisse abgespielt haben, die für die nachkommende Generation erst einmal rätselhaft erscheinen.

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  • Leserunde zu "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" von Gisa Klönne

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Piper_Verlag

    Piper_Verlag

    Ist es wirklich so eindeutig, wie es uns immer erscheint? Kein Thema beschäftigt uns so viel wie die Liebe. Nach dem scheinbar einfachen Prinzip aufgebaut, wo sich zwei Objekte zusammenfinden, die sich anziehen, scheint es oft nicht zu funktionieren. Mit diesem Problem wird auch Frieda konfrontiert, als ihr Leben eine ganz unerwartete Wendung nimmt. »Frieda sah die beiden Planeten fast plastisch vor sich: zwei Gesteinskugeln, die in der eisigen Schwärze am äußersten Rand des Sonnensystems scheinbar haltlos dahintrudelten, und doch von einer magisch anmutenden Anziehung an die Sonne und aneinander gebunden waren.«  Mehr zu »Die Wahrscheinlichkeit des Glücks«: Die Astrophysikerin Frieda Telling glaubt nicht an Schicksal, sie verlässt sich lieber auf ihre Berechnungen. Ihre Leidenschaft gilt der Suche nach einer zweiten Erde. Doch am Tag der Verlobung ihrer Tochter ändert sich alles. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Friedas Suche nach der anderen Hälfte des Halstuchs und seinem Besitzer führt sie in die Vergangenheit und schließlich nach Siebenbürgen. Doch die Spur verliert sich im Jahr 1948 in einem sowjetischen Gefangenenlager. Und der Mann, der Frieda helfen kann, berührt sie viel mehr, als ihr lieb ist... >> Leseprobe Die Autorin Gisa Klönne: Gisa Klönne, geboren 1964, ist die Autorin von fünf erfolgreichen Kriminalromanen um die Kommissarin Judith Krieger. 2013 legte die u.a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnete Autorin mit »Das Lied der Stare nach dem Frost« erstmals einen Familienroman vor. Gisa Klönnes Romane sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Köln. Hat euch dieser gefühlvolle und besondere Roman neugierig gemacht? Dann könnt ihr euch gerne bis zum 9. November 2014 für eins von 20 Lesexemplaren* bewerben. Die Autorin freut sich schon auf den gemeinsamen Austausch mit euch! Beantwortet dazu einfach folgende Frage: Gibt es ein spezielles Erinnerungsstück (wie beispielsweise im Roman das rote Halstuch), das ihr mit einer bedeutenden Person oder Erinnerung verbindet? *Bitte beachtet, dass ihr euch im Gewinnfall zur aktiven Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten und zum Verfassen einer abschließenden Rezension verpflichtet. 

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    • 397
  • Die Wahrscheinlichkeit des Glücks

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    janaka

    janaka

    05. January 2015 um 20:21

    Die Astrophysikerin Frieda Telling ist eine bodenständige und rationale Frau, sie lebt mit ihrem Mann Paul in Heidelberg. Frieda glaubt nicht an das Schicksal und die große Liebe, sie glaubt nur an Dinge, die man sehen oder berechnen kann. Zur Verlobungsfeier ihrer Tochter Aline fährt Frieda allein nach Berlin, im Gepäck hat sie ein Geschenk ihrer Mutter Henny an Aline. Dieses Geschenk stellt das Leben der Familie komplett auf den Kopf. Aline und ihr Verlobter Jan sind beide Tänzer im Friedrichstadtpalast. Nach der Premiere wollen sie gemeinsam mit der Familie ihre Verlobung feiern, doch das Geschenk von Henny ändert alles. Aline ist ganz aufgebracht, will ihrer Mutter hinterher laufen, wird von einem Auto angefahren und fällt ins Koma. Warum hat das Geschenk, ein zerrissenes rotes Halstuch, Aline so verstört? Frieda versucht diese Frage zu beantworten und kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir den Schriftsteller Arno Rether kennen, sein Vater ist gerade gestorben und sein letzter Wunsch ist, in seiner alten Heimat in Siebenbürgen begraben zu werden. Zunächst weigert sich Arno. Auf der Suche nach Antworten begegnen sich Frieda und Arno, können sie sich gegenseitig helfen? Mit "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" hat die Autorin Gisa Klönne einen einfühlsamen Familienroman geschrieben, indem es um die Aufarbeitung der Vergangenheit zweier Familien geht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, er ist spannend und sehr emotional. Die einzelnen Protagonisten und deren Beziehungen untereinander sind wunderbar ausgearbeitet worden. Ich konnte die Distanz, die Frieda zu Aline und auch zu Henny hat, förmlich spüren. Zuerst hatte ich Schwierigkeiten Frieda zu verstehen, ihre "Gefühllosigkeit" konnte ich nicht nachvollziehen. Aber so nach und nach muss sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und endlich kommen unterdrückte Gefühle an die Oberfläche. Das macht sie mir gleich sympathischer. Arno habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen, er ein emotionaler Mann und ist humorvoll. Aber auch er muss sich im Laufe des Buches mit seiner Vergangenheit auseinander setzen und gemeinsam mit Frieda entdeckt er ein Stück Geschichte. Ein emotionales Buch, das Familiengeheimnisse aufdeckt.

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  • Die Macht des roten Tuches

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    04. January 2015 um 20:41

    Im gesamten Weltall muss es mindestens noch einen Planeten geben, der der Erde ähnelt. Frieda Telling, Astrophysikerin, hat sich als erklärtes Ziel gesetzt, diese zu finden. Sie lebt für ihre Arbeit. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist leicht gespannt, fällt aber nicht mehr ins Gewicht, da diese inzwischen dement ist. Aber auch zu ihrer Tochter Aline hat sie kein so inniges Verhältnis, wie man es gern denken möchte.  Aline hat ihre Eltern eingeladen, zur Premiere eines neues Ballettstückes zu kommen, wo sie mit ihrem Freund die Hauptfiguren tanzen werden. Im Anschluss will sie sich mit ihm verloben. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn als Frieda ihr ein Geschenk ihrer Großmutter mitbringt, springt Aline verstört auf und läuft vor ein Auto. Schwer verletzt fällt sie ins Koma. In dem Geschenk befand sich die Hälfte eines rotes Tuches, dessen Geschichte Aline von ihrer Großmutter kannte. Frieda, die völlig ahnungslos ist, macht sich auf die Suche nach der Geschichte, weil sie das Gefühl hat, nur dadurch zu Aline vordringen zu können... Während ihrer Suche nach der Wahrheit trifft Frieda auf Arno, einem Autor. Dessen Vater war gerade gestorben und wartet in einer Urne auf seine Überführung nach Siebenbürgen, wie es sein letzter Wunsch gewesen ist. Arno hält nicht viel von der Idee, so dass er sich nicht überwinden kann, zurück in sein Heimatland zu gehen und seinen Vater zu beerdigen. Es taucht ein Foto auf, auf dem Arnos Vater gemeinsam mit Friedas Mutter zu sehen ist. Frieda muss erkennen, dass sie vieles über ihre Mutter nicht wusste, dass diese bewusst einige Puzzles ihres Lebens nie angesprochen hat. Alles führt zurück nach Siebenbürgen, so dass sie sich gemeinsam mit Arno doch auf die Reise dorthin begibt. Sie hoffen, von Arnos Schwester, die wieder zurückgezogen war, Informationen zu erhalten. Alles scheint in Siebenbürgen begonnen zu haben, und die Internierung im KZ Sachsenhausen, wo Friedas Mutter und Arnos Vater eine Zeit nach dem Zusammenbruch des Hitlerreiches verbrachten, bleibt lange Zeit im Dunkeln. Frieda muss feststellen, dass es nicht nur Geheimnisse im Leben ihrer Mutter gibt, sondern dass auch sie belogen wurde, von Menschen, denen sie vertraute. Ein Buch, das die Gegenwart mit der Vergangenheit miteinander verbindet. Ein Stück deutscher Geschichte wird belichtet und dem Leser nahe gebracht. Für mich traten Fakten zutage, die mir nicht bewusst waren. Während Frieda versucht, das Rätsel um das rote Tuch zu lösen, treten neue auf, die vieles von dem, was ihr bekannt und vertraut war, auf den Kopf stellt. Die Gelegenheit, ihre Mutter zu fragen, ist wegen der fortschreitenden Demenz nicht mehr möglich.  Es ist nicht nur ein Gang in die Vergangenheit, sondern auch ein Gang zur Wahrnehmung ihrer eigenen Probleme, auch ihres Verhältnisses zu ihrer Tochter. Frieda ist jetzt nicht die Protagonistin, die Herzenswärme ausstrahlt oder die einem schlagartig sympathisch ist. Ganz im Gegenteil. Sie strahlte auf mich eine Gleichgültigkeit ihrer Tochter gegenüber aus, die erst durch den Unfall Risse bekam, die sie auf das Wesentliche zurückkatapultierte. Ein wenig konstruiert fand ich den Auslöser für den Unfall von Aline. Das kommt mir persönlich nicht wirklich glaubhaft rüber.  Sehr gut recherchiert scheint mir aber das Leben in Siebenbürgen sowohl heute wie zur damaligen Zeit wie auch die Zustände im Lager Sachsenhausen. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.

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  • leider kein Leseglück für mich

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    brauchnix

    brauchnix

    Inhalt: Die Astronomin Frieda bangt um das Leben ihrer Tochter Aline. Diese hatte einen schweren Unfall, als sie nach einem gelungenen Tanz-Auftritt scheinbar grundlos vor ein fahrendes Auto läuft. Frieda glaubt, es hat etwas mit einem Geschenk der Großmutter zu tun und beginnt in der Vergangenheit zu graben. Nach und nach dröselt sie die erschütternde Jugend ihrer Mutter in Siebenbürgen und im KZ auf und findet dabei auch die Gründe für ihre eigene schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Meine Meinung: Es handelt sich nicht um mein erstes Buch von Gisa Klönne. Bisher kannte ich aber nur ihre Krimis, die mir gut gefallen hatten. Das Thema des zweiten Weltkriegs mit seinen Gräuel und die Aufarbeitung der Menschen mit den schrecklichen Erlebnissen finde ich immer sehr interessant. Ich habe erst kürzlich das Buch „Amon“ auf Empfehlung meiner Frau gelesen und hatte also schon eine ungefähre Vorstellung von den Problemen, mit denen die erste und zweite Generation nach dem Krieg immer noch zu kämpfen haben können. Darum ging es auch im Kern bei „Die Wahrscheinlichkeit des Glücks“. Allerdings tat ich mich von Anfang an schwer mit dem Buch und ich gebe zu, ich habe mich schließlich richtiggehend durchquälen müssen und jetzt auch ziemlich lange gewartet, bis ich mich an die Rezi gesetzt habe. Für mich waren es verschiedene Gründe, dass mir das Buch so gar nicht gefallen hat. Zum einen ist da der Schreibstil, der mir viel zu süßlich und ausladend war. Damit konnte ich so gar nichts anfangen. Von elegischen Ergüssen bis trivialen Floskeln war alles vertreten. Seitenlang gab es Gefühlsbeschreibungen und Handlungserklärungen. Damit wurde dem Leser auch die Möglichkeit zur eigenen Interpretation der Geschehnisse genommen. Es passierte leider kaum etwas Nennenswertes – bis auf nächtliches Bad im See. Auch wollten die Charakter der Protagonisten mich so gar nicht gefangen nehmen. Frieda war mir gefühlsmäßig noch am nächsten. Ihre sperrige Art gefiel mir eigentlich ganz gut aber die Sprachlosigkeit, die sie vor allem gegenüber ihrer Tochter an den Tag legte, war am Ende etwas nervig und nicht nachvollziehbar für mich. Ganz große Schwierigkeiten hatte ich mit den Männern in diesem Buch. Die sind alle mehr oder weniger Egoisten, bindungsunfähig und eitel und keiner auch nur ansatzweise ein adäquater Partner für Frieda. Und gestört hat mich auch der Plot an sich, denn ich habe für mich keine wirkliche Quintessenz aus dem Ganzen ziehen können. Das Kriegsbeteiligte und KZ-Häftlinge das Erlebte nur schwer verarbeiten können und deshalb auch mit ihren Kindern oft schwierige Beziehungen führen und führten? Dass Mütter und Töchter manchmal ein schwieriges Verhältnis haben können? Keine Ahnung, was das Buch mir sagen sollte. Da ich das Buch in der Leserunde gelesen habe und die Autorin sich mit Leidenschaft und Engagement mit uns Lesern und unserer Meinung auseinandergesetzt hat, vergebe ich einen Sympathie-Stern extra, weil ich das wirklich toll und liebenswert fand.

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    • 3
  • Glück? Was ist das?

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    gst

    gst

    13. December 2014 um 10:30

    Wieviel Glück gehört dazu, den „Richtigen“ fürs Leben zu finden? Frieda Telling macht sich darüber kaum noch Gedanken. Sie lebt vor allem für ihren Beruf als Astrophysikerin. Ihren Mann Paul hat sie während der Arbeit kennengelernt und wohnt nun mit ihm (wenn sie nicht gerade – wie meist - auf beruflich bedingten Reisen sind) in einem Glashaus bei Heidelberg. Licht und hell und unpersönlich ist es dort. Frieda Tellings Tochter hat dort zwar auch ein Zimmer, aber gewohnt hat sie dort nie. Ihre Kindheit hat Aline vor allem bei Großmutter Henny verbracht, denn ihr Vater, ein amerikanischer Professor, war bei der Zeugung schon anderweitig verheiratet. Als dann Paul in das Leben ihrer Mutter trat, wollte das Mädchen nur noch Tanzen lernen und ging in ein Internat. Nun hat sie ihren ersten großen Auftritt, wozu sie auch ihre Eltern einlädt. Schließlich will sie im Anschluss daran ihre Verlobung feiern. Dazu bringt ihr Frieda ein Geschenk der Großmutter mit, das Aline so verwirrt, dass sie vor ein Auto läuft und schwerst verletzt ins Krankenhaus kommt … Dies ist die Ausgangssituation für einen Roman, in dem sich Frieda auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Eltern begibt. Da die Mutter inzwischen dement ist, kann sie von ihr nichts mehr erfahren. Trotzdem findet sie heraus, dass ein Aufenthalt im Lager Sachsenhausen am Ende des Krieges wohl bleibende Nachwirkungen bei der Mutter hinterlassen hat... In einem zweiten Erzählstrang lernen wir den fünfzigjährigen Arno kennen. Er kam als Jugendlicher aus Siebenbürgen nach Deutschland und wirkt in Berlin etwas heimatlos. Natürlich kreuzen sich die Wege der sehr unterschiedlichen Personen … Ja, wie soll ich den Roman nun beurteilen? Die Aufmachung des Buches ist hinreißend: Das Cover und die Innenseiten ziert filigraner Islandmohn, ein farblich passendes Lesebändchen macht das Buch zu einem Hingucker. Auch der Name der Autorin, deren Roman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ ich in positiver Erinnerung behalten habe, stimmten mich auf ein besonderes Leseerlebnis ein. Doch leider habe ich das Buch nach dem Lesen etwas enttäuscht zugeschlagen. Ich konnte mit Frieda nicht warm werden. Zwar hat die Autorin versucht, sie zum Ende hin emotionaler werden zu lassen, doch hat das für meinen Geschmack nicht zu der rational denkenden Wissenschaftlerin gepasst. Was ich allerdings gut fand, waren Gegensätze wie: Wohnen im Glashaus und die Enge der Hotelzimmer, das Jetset-Leben versus der Einfachheit in Siebenbürgen, die Vorstellung von Liebe und deren Realität. Warnen möchte ich jedoch diejenigen, die meinen, der Unfall von Aline stünde im Vordergrund: das ist ganz und gar nicht der Fall. Er bringt die Geschichte nur in Gang.

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  • Das Geheimnis des roten Kopftuches

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    12. December 2014 um 17:18

    Frieda Telling besucht die Premiere ihrer Tochter Aline. Sie gehört zum Ensemble im Friedrichpalast in Berlin. Danach soll Alines Verlobung mit Jan gefeiert werden. Während Frieda sich im Hotel erfrischt, läuft ihre Tochter auf der Suche nach ihr panisch vor ein Auto. Schwer verletzt wird sie ins Spital eingeliefert. Dort erfährt Frieda, dass ihre Tochter von Henny, Friedas Mutter, eine Schachtel mit einem roten Kopftuch geschenkt gekriegt hat. Aline war der Meinung das Kopftuch war niemals geteilt, denn dies bedeutet Unglück. Deshalb war ihre Tochter vor das Auto gelaufen? Frieda will herausfinden, was es mit diesem Kopftuch auf sich hat. Da ihre Mutter Henny dement ist, muss sie sich anderweitig Hilfe suchen.   Die Geschichte wird hauptsächlich aus den Gesichtspunkten von Frieda und Arno erzählt. Anfangs rätselt man, was wohl Arno und Frieda verbindet. Doch später werden sie sich begegnen und zusammen auf die Suche machen. Gisa Klönne schildert ihre Geschichte sehr lebendig. Wenn sie es auch manchmal etwas übertreibt mit Metaphern.   Besonders gut  hat mir Frieda gefallen. Sie ist eine rationale, pragmatische Frau. Wahrscheinlich ist dies teilweise ihrem Beruf als Astrophysikerin geschuldet.  In dieser ungewöhnlichen Situation kommen Gefühle hoch, die sie bisher gut verschlossen hat. Da sie sich mit der Bedeutung des Kopftuches auseinandersetzen muss, kommen auch ihre Erinnerungen an ihre Kindheit und ihre Beziehung zu ihren Eltern hoch. Sie beginnt zu begreifen, dass sie sich im Privatleben oft untergeordnet hat. Mit Arno wurde ich hingegen nicht warm. Seine Entwicklung konnte ich nicht nachvollziehen.   Ebenfalls interessant ist die Geschichte von Siebenbürgen während des 2. Weltkrieges. Anhand der Lebensgeschichte von Arnos Vater und Friedas Mutter bekommt der Leser einen Einblick was mit Siebenbürgen und den Bewohnern im 2. Weltkrieg geschehen ist.

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  • Trivial und kitschig - Thema verschenkt

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    alasca

    alasca

    Trivial und kitschig - Thema verschenktGisa Klönne macht ihren zweiten Ausflug ins Genre des Familienromans – und ich, erklärter Judith Krieger-Fan, habe mich erstmalig (und erwartungsvoll), auf die „andere“ Klönne eingelassen. Das Setting ist vielversprechend: Frieda ist eine arrivierte Astronomin mit dem Spezialgebiet Exo-Terrestrik; Arno, Bohemien und Zyniker, schreibt schmalzige Erotikromane und hat einen großen Roman in der festplattenförmigen Schublade. Friedas Tochter liegt im Koma, nachdem ein Geschenk ihrer siebenbürgischen Großmutter sie so verstört hat, dass sie einen Unfall verursacht. Frieda, außer sich vor Sorge, kann sich die Wirkung des Geschenks nicht erklären und versucht, dieses Rätsel zu entschlüsseln. Bei ihren Recherchen, die sie bis ins KZ Sachsenhausen führen, trifft sie auf Arno, der ebenfalls eine familiäre Verbindung zu Siebenbürgen und eine ebenso schwierige Geschichte aufgrund kriegsgeschädigter Eltern hat. Ein spannendes Thema also, denn es geht um Migration und Heimat, vor allem aber um die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata, ein wichtiges Thema für die große Zahl der heute über 50jährigen. Warum und wie wirken sich diese Ereignisse bis in das heutige Leben von Menschen aus, die niemals einen Krieg erlebt haben? Wie ist es möglich, dass gegenwärtige Beziehungen dadurch immer noch beeinflusst, ja beeinträchtigt werden können? Nach einer recht originellen ersten Begegnung von Frieda und Arno wich mein anfänglicher Lesespaß zunehmender Irritation. Da ist vor allem die Sprache, die immer klischeehafter wird, und da sind die Interaktionen, die in den Kitsch abdriften und das Thema zunehmend trivialisieren. Immer wieder werden Dinge gedacht oder getan "aus irgendeinem (unerklärlichen) Grund", ja welchem denn? Es wird "unergründlich" gelächelt, es gibt die "blutjunge Kellnerin"; das Lachen der weiblichen Figuren "perlt" gerne mal; es wird reichlich allseits gezittert ; es hagelt Alltagsweisheiten der plattesten Art "Man konnte Kinder nicht von den Realitäten des Lebens verschonen (...)", wo man obendrein an den Rand „Präposition!“ schreiben möchte … Die entscheidende Begegnung der Protagonisten kommt, ganz Hollywood, nicht ohne Regenguss und verlaufenden Mascara aus, und außerdem schwelgt Klönne gern im „tiefsten Inneren“ oder hat „etwas tief in ihr immer gespürt“. Ist dies das Resultat davon, dass man „jeden Tag seine Seiten schaffen muss, um den Drucktermin zu halten ...“ ? (Zitat der Autorin) . Nicht nur – der Hund liegt tiefer begraben als auf der Sprachebene. Nachdem nämlich die Autorin das Problemfeld abgesteckt, die inneren Konflikte ihrer Protagonisten konstruiert hat, macht sie alles zunichte, indem sie ihnen – á la dea ex machina – alle Hindernisse aus dem Weg räumt. Gerade rechtzeitig wird gestorben, fliegt ein Betrug auf, wird die Wohnung unbewohnbar - alles geschieht wie bestellt, ganz ohne die Notwendigkeit unbequemer Entscheidungen – etwa die, eine langjährige, gute Ehe für eine neue Leidenschaft aufzugeben. Ich mag es auch nicht, wenn Figuren unter den ihnen zugeschriebenen Möglichkeiten handeln. Würde eine hochintelligente Frau wie Frieda tatsächlich derart flachsinnig über die die Erhabenheit des Alls philosophieren? „Wir sind wir. Jetzt ist Jetzt,“ lässt sie Arno an anderer Stelle sagen. Das mag eine der fundamentalen Erkenntnisse menschlicher Existenz sein, die Kunst bestünde allerdings darin, es nicht ganz so platt rüberzubringen. Die Auflösung beider elterlicher Konflikte war mir zu ähnlich und zu gefällig, und auch das Ende des Romans enttäuscht: Wenn eine Handlungsfolge so dramatisch ist wie der Unfall Alines, muss die Ursache es auch sein. Stattdessen fragte ich mich bis zum Schluss, ob das alles gewesen sein konnte, aber leider: Ja, war es! Schließlich dümpelt die Story in eine Art von offenem Happy End. Fazit: Die Thematik der weitergegebenen Kriegstraumata und die Historie Siebenbürgens bietet einen originellen und anspruchsvollen Ansatz, der aber durch allzu triviale Sprache und eine kitschige Konstruktion verschenkt wird. Man darf sich nicht täuschen lassen von seinen Erwartungen, ist das Lebensmotto, das Klönne ihrer Heldin Frieda zugeschrieben hat. Ein Rat, den ich beherzigen muss. Daher, leider, keine Leseempfehlung.

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    • 5
  • Leben und Leiden der Siebenbürgen

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    19angelika63

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    Klappentext Frieda Telling ist solide verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter und mit 49 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Astronomin. Ihre Leidenschaft gilt der Suche nach einer zweiten Erde. Doch am Tag der Verlobung ihrer Tochter ändert sich alles, denn Aline läuft vor ein Auto und fällt ins Koma. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Friedas Suche nach der anderen Hälfte des Halstuchs und seinem Besitzer führt sie in die Vergangenheit und schließlich nach Siebenbürgen. Doch die Spur verliert sich im Jahr 1948 in einem sowjetischen Gefangenlager. Und der Mann, der Frieda helfen kann, berührt sie vielmehr, als ihr lieb ist. Zuerst möchte ich etwas zur Gestaltung des Buches sagen. Leider sieht man heute nur noch sehr wenig schön gestaltete Bücher. Dieses Buch macht eine Ausnahme. Die wunderschönen Mohnblumen, die man auf dem Cover hinten und vorne sehen kann, sind auch im inneren des Buches wiederzufinden. Jeweils auf den ersten beiden Seiten und den letzten beiden Seiten. Das macht das Buch schon zu etwas besonderem. Hinzu kommt, dass zu Beginn jeden Kapitels eine Mohnblume gezeichnet ist. Mir gefällt das ausgesprochen gut, macht das ganze Buch zu etwas besonderem. Und nicht zu vergessen das Lesebändchen. Wenn die Verlage nur wüssten wie glücklich sie Leser machen, wenn ihre Bücher Lesebändchen haben … Henny lebt in einem Pflegeheim weil sie Dement ist und sie immer mehr in ihre eigene Welt abdriftet. Sie ist aber gerade in letzter Zeit sehr unruhig, hat sie doch bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Aline bekommt von Henny zur Verlobung eine kleine Kiste mit einem roten Halstuch. Als Aline dies sieht ist sie entsetzt. Doch bevor sie klärende Fragen stellen kann, verunglückt sie und fällt ins Koma. Frieda steht vor einem Rätsel. Was ist mit Henny los und warum war Aline so entsetzt? Sie macht sich auf die Such nach der Lösung und kommt dabei an ihre eigenen Grenzen. Sie als absolute Realistin glaubt nicht an Liebe und Schicksal, muss sich aber doch eines anderen belehren lassen. Je tiefer sie in die Vergangenheit reist, desto mehr muss sie auf sich und ihr Bauchgefühl hören. Und am Ende ist alles ganz anders … Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Allein der Prolog um Henny (Friedas Mutter und Alines Großmutter) hat mich dermaßen neugierig gemacht, dass ich dieses Buch kaum beiseitelegen konnte. Dieser Roman ist sehr vielschichtig. Es geht um die Liebe zwischen einem Romantiker und einer Realistin, um Vergangenheit und Gegenwart, um Glück und Schicksal … doch der Focus des Romans liegt in der Geschichte der „Siebenbürgen“ … ihr Leben und Leiden in Rumänien und dann später in Deutschland.

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    • 5
  • Auf den Spuren des roten Tuchs

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    bookgirl

    bookgirl

    09. December 2014 um 15:01

    Inhalt Frieda Telling ist Astronomin und macht nur einen Zwischenstopp in Berlin, um eine Tanzaufführung ihrer Tochter Aline zu besuchen, bevor sie beruflich weiter reisen will. Doch der Aufenthalt dauert länger als gedacht, nachdem Aline panisch vor ein fahrendes Auto läuft und im Koma landet. Aber was hat ihre Panik ausgelöst? Ist es das Kästchen mit dem roten Tuch, welches Frieda ihr von ihrer Mutter Henny überreicht hat? Und wenn ja, was hat Aline so sehr bewegt, dass sie vor das Auto gelaufen ist? Die Spurensuche führt Frieda bis nach Siebenbürgen, wo sie nicht nur in der Vergangenheit ihrer Mutter wühlt, sondern auch Antworten auf viele ihrer Fragen erhält. Meine Meinung Es gibt Tage, die nicht nur ein Menschenleben verändern, sondern auch vergangenes zum Vorschein bringen. So eine Geschichte erzählt Gisa Klönne in "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" und tut dies anhand von vier Protagonisten. Beginnen möchte ich mit Frieda, die verheiratet und erfolgreiche Astronomin ist. Sie ist rational und wirkt auf den ersten Blick kalt. Als sie ihre Tochter Aline besucht und dabei hört, dass sich diese mit einem Tänzer in ihrem Ensemble verlobt hat, ist sie alles andere als begeistert. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, dass Aline wirklich schon so weit ist und da sie selber ihre Gefühle stets unter Kontrolle hat, kann sie diese starke Verliebtheit auch nicht nachvollziehen. Entsprechend kühl reagiert sie auf den Verlobten und seine Familie. Doch Frieda ändert sich im Verlauf der Geschichte, was nicht nur mit dem Unfall von Aline zu tun hat. Aline hatte schon immer ein enges Verhältnis zu ihrer Großmutter Henny, die mittlerweile an Demenz erkrankt ist. Durch das Kästchen mit dem roten Halstuch wird etwas in ihr aufgewühlt, was sie kopflos vor ein Auto rennen lässt. Aber was hat es mit dem roten Tuch auf sich? Henny gewährt uns immer wieder kurze Einblicke, bevor das Vergessen sie wieder einholt. Hervorragend gelingt es der Autorin das Krankheitsbild der Demenz anhand von Henny zu zeichnen. Die kurzen Einschübe, in denen sie klar denken kann und dann wieder in ihre eigene Welt abdriftet, haben mich ganz besonders berührt. Und dann gibt es noch den Autor Arno, der mit seichten Romanen sein Geld verdient. Sein Vater und Henny haben sich während des Krieges gekannt. Vielleicht sogar geliebt? Durch ihre gemeinsamen Recherchen lernen sich Frieda und Arno besser kennen und kommen der Geschichte hinter dem roten Tuch näher. "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" ist ein emotional erzählter Roman, der uns in die Vergangenheit zurück führt, das manchmal schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis beleuchtet, ein authentisches Bild einer Demenzkranken vermittelt und bei dem ich sogar noch dazu lernen konnte. Denn ich muss gestehen, dass ich nur ein sehr begrenztes Wissen über die Geschichte von Siebenbürgen hatte. Dies alles sind Punkte, die mich an das Buch gefesselt haben und das Lesen zum Genuss machten. Allerdings wurden zum Ende hin nicht alle offenen Fragen geklärt, was ich schade finde, da sie mich mit dem Buch teilweise ratlos zurück lassen. Fazit "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" ist ein spannender Roman, der emotional und fast durchgehend fesselnd ist. Empfehlenswert für historisch interessierte oder auch Liebhaber ungewöhnlicher Geschichten. 

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  • Glück scheint wahrscheinlicher als die Liebe

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Poesiesoso

    Poesiesoso

    08. December 2014 um 20:38

    Nach der Wahrscheinlichkeit des Glücks fragt laut Titel der aktuelle Roman von Gisa Klönne, in dem vier Erzählerstimmen zu Wort kommen und sich im Handlungsverlauf immer intensiver begegnen.  Die Autorin erzählt Familiengeschichten, die ihren Ursprung in dem heute fast vergessenen Siebenbürgen und dem Konzentrationslager Sachsenhausen haben und deren Spur nach und nach zusammenführt. Frieda Teling, eine in sich gekehrte Astronomin, und Arno Rether, ein unbefriedigter Schriftsteller, versuchen die Vergangenheit ihrer Eltern aufzuklären und lernen sich dabei nicht nur auf geistlicher, sondern auch auf physischer Ebene immer besser kennen, zumindest glauben sie das. Für mich liegt diesem Plot mit Siebenbürgen eine absolut spannende Komponente zugrunde, die leider etwas an Kraft verliert durch die Charaktere, die für mich alle nicht wirklich greifbar sind. Bei Arno mochte ich seine humorvolle Seite, aber Frieda blieb für mich sehr emotionslos. Ich denke, dass diese Empfindungen bei mir vor allem durch den Schreibstil entstanden sind. Natürlich gibt es kraftvolle Passagen, aber ich wurde immer wieder unterbrochen durch Formulierungen wie "Wenn alles so berechenbar wäre wie ein Luna-Wilde-Roman, wäre sein Leben eine einzige Party" oder "Arno schaltet die Glotze auf stumm (...) Im Fernseher knallte die erste Leiche des Abends aufs Pflaster", was ich wirklich unpassend fand und nicht zu der anderen Darstellungsweise passt, die Arno als attraktiven Intellektuellen inszeniert.  Leider muss ich sagen, dass der Roman etwas zu viel wollte und ich das Buch etwas enttäuscht beendet habe. 

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  • Geheimnisevolle Spurensuche in die Vergangenheit

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Arietta

    Arietta

    06. December 2014 um 16:16

    Frieda ist mit Leib und Seele Astrophysikerin , ihre Welt ist berechenbar und real. Aberglaube und Schicksal an so etwas glaubt sie nicht, eher eine 2. Welt. Das Familienleben und die Liebe kommen zu Kurz , ihr Beruf scheint an erster Stelle zu stehen. Ihre ach so heile Welt stürzt von heute auf Morgen wie in ein Kartenhaus in sich zusammen. Ihre Tochter Alina ist am Abend ihrer Verlobung völlig Kopflos auf die Straße gelaufen , direkt vor ein Auto. Was hatte Alina so verstört ? Oma Henny hatte ihr ein Geschenk geschickt, in einer Handbemalten Schachtel, darin befand sich ein zerrissenes Rotes Tuch. Hat dies Alina so verstört und warum ?  Frieda sieht nur eine Chance Alina, die schwer verletzt ist und im Koma liegt zu helfen in dem sie das Geheimnis dieses mysteriösen Tuches lüftet.   Aber ihre Mutter Henny , ist Dement und wird von den Erinnerungen ihrer Vergangenheit gequält und auf ihre Fragen reagiert sie Panisch. Sie begibt sich auf Spurensuche , und trifft dabei auf Arno , der sie durch Recherchen dabei unterstützt.  Sein Vater und ihre Mutter scheinen sich gekannt zu haben. Oder waren sie mal ein Paar ? Ihr Suche führt sie bis nach Siebenbürgen . Hier im Lager  waren ihre Eltern inhaftiert. Sie erfährt das ihre Mutter dort im Lager eine Große Liebe soll gehabt haben.. Aber auch Geheimnisse über ihren Vater und Arnos. Konnte dieses Zerrissene Tuch , so viel Macht besitzen und gab es diese geheime Liebe ihrer Mutter wirklich. Eine dunkle und Geheimnisvolle Vergangenheit, tut sich für beide auf, in dem sie sich ungewollt nähren. Frieda , muss sich ihrer neuen Liebe und der ihres Ehemannes Paul stellen und ihrer Gefühle...Wer ist ihr Vater wirklich gewesen und was hat es sich  mit dem mysteriösen Liebhaber  und dem roten Tuch auf sich ?     Die Autorin Gisa Klönne , schildert in ihrem neuen Roman eine Schicksalhafte und ergreifende Familien Geschichte mit einer dunklen Vergangenheit , während des SS Regimes in Rumänien. Die Geschichte spannt einen großen Bogen von Berlin , Heidelberg bis nach Siebenbürgen. In  einer klaren , berührenden und fesselnden Sprache erzählt die das Schicksal ihrer Protagonisten im damaligen Siebenbürgen , die Unterdrückung , Demütigung und ihre Flucht nach Deutschland. Das rote Tuch zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Es scheint eine Große Macht zu besitzen . Sie nimmt den Leser mit in eine Ereignisreiche und Dunkle Vergangenheit. Sie hat alles sehr Bildstark und Lebendig beschrieben, das man das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Ein Buch das Tief berührt , das von Verlust , Schattenseiten und Neubeginn erzählt.   " Ein Buch voll großer Emotionen, Geheimnissen und dramatischer Spannung."    

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  • Das Geheimnis des roten Tuchs

    Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
    Ginevra

    Ginevra

    01. December 2014 um 16:43

    Frieda ist Astrophysikerin – sie denkt sehr rational, aber sie verfolgt auch einen großen Traum: eine zweite Erde im Weltall zu finden. Ihr wohlgeordnetes Leben wird abrupt durcheinandergewürfelt, als ihre Tochter Aline vor ein Auto läuft und schwer verunglückt – und das unmittelbar nach ihrem ersten großen Erfolg als Balletttänzerin. Zuletzt hatte Aline die alte Spanschachtel ihrer Großmutter Henny geöffnet, worin sich ein rotes, zerschnittenes, kunstvoll besticktes Kopftuch befand. Frieda versucht, das Rätsel des roten Kopftuchs zu lösen. Sie spürt, dass nur so ihre Tochter wieder gesund werden kann. Dazu muss sie sich mit alten Familiengeheimnissen auseinandersetzen. Ihre Mutter Henny, die an einer Demenz leidet, kann sich nur bruchstückhaft erinnern: an Siebenbürgen, ihre Heimat, an ihre Inhaftierung, an eine schwere Erkrankung – und an zwei Männer. Einen Mann scheint sie geliebt zu haben – vor dem anderen hat sie noch heute panische Angst. Doch wer von beiden wurde ihr späterer Ehemann, Friedas geliebter Vater? Auf der Reise in ihre Vergangenheit trifft Frieda auf Arno, der die Urne seines Vaters im Bücherregal herumstehen hat und sich weigert, die Asche nach Siebenbürgen zu bringen – obwohl dies der letzte Wille seines „alten Herrn“ war. Auch seine Familie hat düstere Geheimnisse und ist mit Friedas Familie verstrickt. Beide müssen alte Überzeugungen und Denkmuster überwinden, um das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen – und neue Lebenspläne zu schmieden… Gisa Klönne, geb. 1964, studierte u.a. Politikwissenschaften, Germanistik und Anglistik. Sie arbeitete als Redakteurin und schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen, darunter die „Emma“, außerdem war sie Chefredakteurin eines Umweltmagazins. Seit 2005 veröffentlichte sie mehrere Krimis und erhielt 2009 den Friedrich- Glauser- Preis. Seit ein paar Jahren schreibt sie Familiengeschichten mit historisch- politischem Hintergrund. Gisa Klönne lebt als Schriftstellerin in Köln und singt in einer Band, bestehend aus Krimi-AutorInnen.  Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, da es sehr viele interessante Aspekte beinhaltete: zunächst die historische Ebene, bei der mir die Geschichte Siebenbürgens zum ersten Mal plastisch nahegebracht wurde. Dann die Ebene der verschiedenen Personen: der rational denkenden Frieda – die sich im Verlauf des Romans stark weiterentwickelt - und den eher emotionalen Menschen Arno, Aline und Henny. Außerdem die Suche der verschiedenen Charaktere nach ihrem persönlichen Glück, das von Wahrscheinlichkeiten und Zufällen bestimmt wird. Für Frieda steht am Anfang die Suche nach einem fernen Exoplaneten an erster Stelle - bis sie nach und nach erkennt, dass das Glück manchmal zum Greifen nahe liegt... Der Erzählstil von Gisa Klönne ist leicht lesbar, flüssig, auch wenn tiefe Themen auftauchen. Sie verwendet viele poetische, manchmal geradezu verwegene Bilder, die für mich ein ganz besonderes Lesevergnügen sind. 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die sich für wenig bekannte historische Fakten interessieren – und für außergewöhnliche Charaktere.

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