Nacht ohne Schatten

von Gisa Klönne 
4,0 Sterne bei85 Bewertungen
Nacht ohne Schatten
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LillyMunsters avatar

Wow. Spannend, überraschend...hat mir gut gefallen!

Bellexrs avatar

Fazit: Ein ruhiger, nachdenklicher, emotionaler Krimi mit einem brisanten, hervorragend recherchierten und vermittelnden Thema.

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Inhaltsangabe zu "Nacht ohne Schatten"

Ein verlassener S-Bahnhof. Ein erstochener Fahrer. Eine bewusstlose junge Frau, die ganz in der Nähe offenbar zur Prostitution gezwungen wurde. Sowie eine russische Rechtsmedizinerin, die an einer dunklen Vergangenheit trägt. - Die Ermittlungen werden für das Team Krieger und Korzilius unversehens zur Zerreißprobe. Und führen sie in eine beklemmende Welt, in der Gewalt gegen Frauen alltäglich ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492309530
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.09.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.02.2008 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    abuelitas avatar
    abuelitavor 5 Monaten
    Sozialkritik im Krimi ....

    Ein erstochener S-Bahn-Fahrer. Ein Brand in einer Pizzeria. Eine junge Frau, die aus derselben gerettet wird – aus einer Art Verlies, sie wurde wohl gefangen gehalten und zur Prostitution gezwungen. Sagen kann sie nichts, da sie im Koma liegt. Was haben diese Fälle gemeinsam? Und dann noch eine verschwundene junge Künstlerin….


    Es war nur ein kurzes Vergnügen, die Team-Arbeit z wischen Judith Krieger und Manni Korzilius. Hier gehen sie mal wieder verschiedene und eigene Weg . Manni sucht den Täter im Rotlichtmilieu und versteht Judith immer weniger. Diese hat früher in einem Frauenhaus gearbeitet und glaubt die Lösung dort zu finden.

    Gewalt in Beziehungen, häusliche Gewalt, Zwangsprostitution, Mord – diese Themen werden von der Autorin aufgegriffen und umfassend behandelt.

     Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven und dieses Mal ist die Geschichte wirklich äusserst spannend.

    Dass Judith mit ihren Alleingängen natürlich wieder überall aneckt, war zu erwarten - - - dass sie in Lebensgefahr gerät, allerdings nicht.

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    Bellexrs avatar
    Bellexrvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fazit: Ein ruhiger, nachdenklicher, emotionaler Krimi mit einem brisanten, hervorragend recherchierten und vermittelnden Thema.
    Judith Kriegers persönlichster Fall

    An einem einsam gelegenen S-Bahnhof in Köln wird die Leiche eines S-Bahnführers auf den Gleisen gefunden. Von Jacke und Rucksack des Erstochenen fehlt jede Spur, doch seine Identität ist schnell ermittelt. Kurz darauf brennt eine nahegelegene Pizzeria ab, im Keller wird ein junges Mädchen mit schwerer Rauchvergiftung gefunden. Hängen die beiden Fälle zusammen und stehen die beiden Taten in Zusammenhang mit der Künstlerwerkstatt, die nahe den Gleisen liegt? Judith Kriegers Kollege ist der festen Überzeugung, dass der Täter im Rotlichtmilieu zu finden ist, die Kommissarin geht andere Wege.

     

    Bevor Gisa Klönne mit dem Mord an dem S-Bahnfahrer in ihrem Krimi einsteigt, führt die Autorin ihre Leser erst einmal kurz zurück in das Jahr 1951. Ein rätselhafter Prolog, der so scheinbar in keinem Zusammenhang mit dem Fall steht. Und lange Zeit fragt man sich auch, warum Gisa Klönne ein so großes Augenmerk auf die neue Gerichtsmedizinerin Dr. Ekatarina Petrowa legt, die mit Judith und Manni bei dem Fall zusammenarbeitet.

     

    Der Fall bietet unterschiedliche Ermittlungsansätze, eine Spur führt klar in das Rotlichtmilieu, doch hier sieht Judith nicht die Lösung des Falls. Ihr Schwerpunkt liegt mehr auf der Künstlerwerkstatt, auch wenn sie nicht genau definieren kann, warum. Rein ihre Intuition leitet sie und lässt sie oftmals zweifeln. Und dennoch verfolgt sie stur diese Spur, das Arbeitsklima innerhalb der Soko leidet extrem darunter und gerade mit Manni verscherzt es sich die resolute Kommissarin ein ums andere Mal.

     

    Überhaupt ist es ein sehr gefühlvoller, emotionaler, melancholischer Krimi, der lange Zeit wenig Spannung aufweist. Eher plätschert die Krimihandlung nur so vor sich hin, neue Spuren führen in eine Sackgasse, ein wichtige Zeugin ist unauffindbar, eine andere liegt im Koma, ein Motiv für den Mord an dem S-Bahnfahrer und dem Brand in der Pizzeria nicht feststellbar.

     

    Und doch fasziniert der Roman. Gisa Klönne geht sehr intensiv auf die Gefühle ihrer Akteure ein, lässt ihre Leser hinter deren gut getarnte Fassade blicken. Dies überrascht und bedrückt. Wie auch die Themen, die Grundlage des Krimis sind: Prostitution und die Gewalt an Frauen, gerade auch die häusliche Gewalt. Und dann die Ermittlungen selbst, die immer wieder im Nichts enden bis Judith eine entscheidende Spur findet.

     

    Fazit: Ein ruhiger, nachdenklicher, emotionaler Krimi mit einem brisanten, hervorragend recherchierten und vermittelnden Thema.

     

    Kommentare: 1
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    Ginevras avatar
    Ginevravor 4 Jahren
    Die Wut der unterdrückten Frauen

    Judith Krieger ist eine Hauptkommissarin mit wilden Locken und Sommersprossen - und mit jeder Menge Ecken und Kanten. Nach dem Tod ihres Partners kehrt sie traumatisiert in den Dienst zurück - und wird gleich im nächsten Mordfall mit ihrer Vergangenheit in der Frauenbewegung konfrontiert. 
    Ähnlich ergeht es ihrer neue Kollegin Ekaterina Petrowa, einer talentierten Gerichtsmedizinerin. Sie stammt aus einer entlegenen Gegend in Russland, hat Gewalt und Unterdrückung am eigenen Leib erfahren, und fühlt sich zunächst mit ihrer Zusatzrolle als Gutachterin für vergewaltigte Frauen völlig überfordert. 
    Der Mord an einem bis dato völlig unauffälligen Strassenbahnfahrer führt die beiden Ermittlerinnen und ihre Kollegen ins Rotlichmilieu Kölns, zu einem Ring von Menschenhändlern - aber auch zu einer wirklichen LIebesgeschichte unter unglücklichem Vorzeichen.

    Die Kölner Autorin Gisa Klönne, geb. 1964, studierte Germanistik, Anglistik, Theater- und Filmwissenschaften und Politologie. Sie war Redakteurin bei der "Emma". Für ihr Krimi-Debut erhielt sie den renommierten Friedrich-Glauser-Preis.

    Dieser Krimi war der erste, den ich von Gisa Klönne gelesen habe. Er sog mich sofort ein in die melancholische Stimmung des frostigen Tatorts, die Figuren werden sehr intensiv beschrieben, und der Erzählstil ist durch die wechselnden Perspektiven abwechslungsreich. Man erfährt die geheimsten Gedanken jedes Beteiligten - ob Täter, Opfer oder Ermittler. Dieser psychologische Blick machte für mich den Roman so interessant.
    Der intensive Erzählstil und der politisch engagierte Inhalt erinnern mich an Henning Mankell und Friedrich Ani.

    Fazit: ein richtig toller, spannender und vielschichtiger Krimi - 5 von 5 Sternen!


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    trollchenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Bücher, die sie danach geschrieben hat, sind deutlich besser geschrieben, aber das Buch lag halt noch auf meinen SUB.
    Nette Ermittlung mit einer guten Kommissarin

    Nacht ohne Schatten

    Cover: Es ist ein Hardcover und der Schutzumschlag ist ein wenig duster. Es ist grau und im unteren Drittel ist eine schwarze Katze zu sehen. Allerdings mit schönen grünen Augen. Und oben ist mit weiß der Autorinnenname und der Titel des Buches zu lesen.

    Herausgeber ist Ullstein (10. Juni 2009) und es hat 384 Seiten.

    Kurzinhalt: Köln, kurz nach Mitternacht. Ein verlassener S-Bahnhof. Ein erstochener Fahrer. Und eine bewusstlose junge Frau, die offenbar zur Prostitution gezwungen wurde. In langen, unwirklich warmen Januarnächten suchen Judith Krieger und ihr Kollege Manni Korzilius verzweifelt nach einem Zusammenhang. Gisa Klönnes dritter Roman entführt mit großem psychologischem Gespür in eine beklemmende Welt, in der Gewalt gegen Frauen alltäglich ist. Für 'Nacht ohne Schatten' erhielt Gisa Klönne den Friedrich-Glauser-Preis 2009 in der Kategorie Roman.

    Meine Meinung: Es ist immer wieder toll, mit Judith Krieger auf Fahndung zu gehen, denn ich kenne sie schon von vielen anderen Büchern. Und ich finde es immer wieder spannend, denn die Frau ist so taff und trotzdem hat sie ihre Macken und ihre Eigenheiten und finde sie trotzdem sympathisch. Außerdem weiß man bei der Autorin, dass sie die Leser auch gern in die Irre führt, was den Täter angeht und sie arbeitet gern und nett mit Klischees. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und sehr flüssig zu lesen. Was mich manchmal ein wenig stört, sind die eigentlichen Taten und deren Aufklärung, denn ich kann da immer nicht so die direkte Nachvollziehung erkennen, es bleibt immer an der Oberfläche. Es steht mehr der Gipfel und deren Sicherstellung im Vordergrund.

    Mein Fazit: Lesenswert, die Protagonisten allesamt sehr sympathisch und nett, auch mit Macken. 4 Sterne für ein weiteres Buch der Autorin, dem hoffentlich noch viele folgen werden.

    Die Bücher, die sie danach geschrieben hat, sind deutlich besser geschrieben, aber das Buch lag halt noch auf meinen SUB.

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    AnjaKoenigs avatar
    AnjaKoenigvor 7 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    auch dieses buch von gisa klönne liest sich gut und ist sehr interessant. es geht um prostituion, gewalt gegen frauen und auch um künstler. hat mir gut gefallen.

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    LiebezuBuechernvor 7 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    Als großer Fan von Gisa Klönne musste ich natürlich auch dieses Werk von ihr lesen. Hier nun zu meiner Meinung:

    Im Buch geht es dieses mal um einen S-Bahn-Fahrer der mitten in der Nacht ermordet an der Endhaltestelle in einem abgelegenen und heruntergekommenen Viertel aufgefunden wird. Judith Krieger und ihr Kollege Manni Korzelius stehen vor einem Rätsel. Das Opfer ist ohne Jacke bekleidet und hat keinerlei Papier oder Bargeld bei sich. Wo sind diese Dinge? Die Ermittlungen gehen nicht voran, als nicht weit vom ersten Tatort eine Pizzeria in Flammen aufgeht. Im Keller wird ein junges Mädchen gefunden, eingesperrt in einen Raum, bekleidet nur mit Unterwäsche. Ist diese Frau womöglich eine Zwangsprostituierte? Und was hat eigentlich das nahe gelegene Künstleratelier mit den Morden zu tun, dass ebenfalls direkt neben dem Tatort liegt?

    Diesmal steht für Klönne nicht nur ihre hoch spannende Kriminalgeschichte im Mittelpunkt, sondern auch das hoch brisante Tabu-Thema Zwangsprostitution und häusliche Gewalt gegen Frauen. Der Autorin gelingt es sehr gekonnt, durch ihre gründlichen Recherchen zu diesem Thema ein Bild zu schaffen über diese alltäglich und doch verdrängte Wahrheit in Deutschland. Dieser Roman rüttelt wach, berührt und unterhält.
    Gisa Klönne ist eine Autorin mit Format, der es gelingt eine erfundene Geschichte mit der Wahrheit zu verschmelzen und die Leser zum Nachdenken anregt. Auch wenn das Buch vom Leser schnell durchgelesen ist, wird man an diese Geschichte noch länger im Kopf behalten.

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    leserinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    Judith Krieger, Kommissarin in Köln, und ihr Mitarbeiter Manni lösen einen brisanten Fall aus dem Prostituiertenmillieu.
    Der Inhalt des spannenden Buches behandelt das Thema Mißhandlung von Frauen, die Kunstszene und die Autorin läßt viel persönliches der Inspektorin in die Geschichte einfließen.
    Auch die anderen Charaktere sind sehr interessant dargestellt.

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    Buechersuechtigs avatar
    Buechersuechtigvor 8 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    Gleich vorweg: "Nacht ohne Schatten" ist ein großartiges Buch, welches völlig zu Recht 2009 mit dem Friedrich Glauser-Preis ausgezeichnet wurde.

    ZUM INHALT:
    Judith Krieger wird mitten in der Nacht aus einem Albtraum gerissen und zu der S-Bahn-Haltestelle "Gewerbepark Köln" gerufen, wo der S-Bahn-Fahrer Wolfgang Berger erstochen aufgefunden wird. Die ersten Ermittlungen ergeben, dass das Opfer keine Familie, Freunde oder besondere Interessen hatte und dies lässt auf kein erkennbares Motiv schließen. Kurz darauf gibt es (in direkter Nähe des Tatorts) einen Brand in einer Pizzeria, bei dem der Besitzer stirbt und die Polizei einen schrecklichen Fund macht: im Keller wird ein junges Mädchen gefunden, das augenscheinlich zur Prostitution gezwungen wurde. Da das Mädchen schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, gibt es keinerlei Anhaltspunkte zu ihrer Identität.
    Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Frau, die die neue Rechtsmedizinerin Ekaterina Petrowa mehrmals um Hilfe bittet und sich dann doch nicht helfen lässt? Gibt es hier etwa einen Zusammenhang zu den anderen Fällen?

    Für die Ermittler beginnen langwierige Nachforschungen, die u.a. in eine Künstler-WG (ebenfalls in der Umgebung des Tatorts) führen. Doch es ist nicht klar, ob und wie all die Fälle zusammenhängen. Die Spur führt sie weiter ins Prostitutionsmilieu und lenkt die Polizisten tief in einen Sumpf aus Gewalt, (Zwangs-)Prostitution und Auswegslosigkeit.
    Als Judith und Manni (die leider nicht wirklich als Team sondern eher als Einzelgänger agieren) jeweils anderen Fährten folgen, handelt sich vor allem Judith wieder Ärger ein. Doch die Kriminalhauptkommissarin lässt sie nicht davon nicht behindern, muss sich auf ihrer Suche mit ihren früheren Idealen und Träumen auseinander setzen und gerät zum Schluss in große Gefahr...

    MEINE MEINUNG:
    Bedrückende THEMATIK dieses Krimis ist häusliche Gewalt gegen Frauen und Zwangsprostitution. "Nacht ohne Schatten" ist alles andere als leichte Kost, wird dem Leser aber dennoch unterhaltsam und spannend präsentiert, ohne allzu belehrend zu wirken. Dieses Buch berührt einen tiefgreifend & intensiv und regt zum Nachdenken an.

    PROTAGONISTIN KOK (Kriminalhauptkommissarin) Judith Krieger lässt sich ein wenig mit Julia Durant (der Figur von Andreas Franz) vergleichen:
    Auch Judith ist eine engagierte Polizistin Ende Dreißig mit wenig Privatleben und einem Faible für ungesundes Essen sowie Zigaretten. Judith Krieger, die Frau mit den wilden Locken und grauenhaftem Kleidungsgeschmack, gehen diese Fälle außerordentlich an die Nieren.
    Denn gemeinsam mit ihrer Freundin Cora (die inzwischen die Leiterin der Frauen-für-Frauen-Beratungsstelle ist) wollte sie die Welt verbessern und als Anwältin den Benachteiligten helfen. Aber nach dem Job im Frauenhaus wurde sie stattdessen Polizistin - und diese Ohnmacht, die sie in dem Fall des Komamädchens" (die Zwangsprostituierte aus dem Keller) verspürt, lässt sie deshalb manchmal gefühlsmässig überreagieren. Doch besonders diese Ecken & Kanten machen Judith Krieger zu einem besonderem Charakter mit viel Tiefgang.

    Teamkollege Manni Korzilius versteht (mit all seinem männlichen Denkvermögen) seine Partnerin bzw. deren Gefühlsausbrüche nicht ganz und in dem 3. Fall gehen die Beiden oftmals getrennte Wege.
    Privat hat Manni die hübsche Sonja kennengelernt, mit der er noch am Anfang steht - und es sich nicht erkennen lässt, wohin die Beziehung führen wird. Beruflich recherchiert er in der Prostituierten- und Freier-Szene, wobei er sich manchmal sichtlich unwohl fühlt. Dabei zeigt er seine Gefühls- und Gedankenwelt klar und wirkt dadurch überzeugend und menschlich.

    Neu dabei ist die junge russische Pathologin Ekaterina Petrowa. Mit der Stelle in der Rechtsmedizin hat sie auch die Leitung der Initiative "Frauen gegen Gewalt" angenommen, wobei ihr diese Funktion viel Unbehagen bereitet.
    Immer wieder taucht eine misshandelte und verängstigte Frau bei ihr auf, die allerdings weder ihren Mann anzeigen noch ihren richtigen Namen nennen möchte. Dies beschäftigt Ekaterina und ihr Gespür (durch ihre samische Großmutter geprägt, sagt ihr, dass es mit den anderen Mordfällen einen Zusammenhang gibt). Doch sie ist sich unsicher und will ihren Verdacht nicht laut äußern, da sie fürchtet, ihre Arbeitsstelle zu gefährden.

    Auch die NEBENPROTAGONISTEN wie z.B. der kauzige Pathologe Karl-Heinz Müller oder Kommissariatsleiter Axel Millstätt machen eine beachtliche Weiterentwicklung durch. Ebenso gelungen sind die neuen" Figuren wie die Künstlerin Theodora Markus oder Polizist Diddl Makowski von der Sitte (was für ein Name lol).

    Wie schon in den beiden Vorgängern gibt es auch diesmal ein paar paranormale Erfahrungen; indem sich Ekaterina an das uralte Wissen der Schamanen erinnert und teilweise auch nützt, was sie von ihrer Großmutter gelernt hat. Und Judith befragt ihre Tarotkarten und wird öfters von bedeutungsschwangeren Träumen geplagt. Dies ist allerdings nur ein kleiner Aspekt der Geschichte und stört nicht weiter.

    Diese extrem spannende GESCHICHTE über Gewalt gegen Frauen -verpackt in einige Fälle für die Polizei- ist Gisa Klönne wieder einmal sehr sehr gut gelungen. Besonders gut finde ich auch die Entwicklungen innerhalb des Teams (das geht von Freude, Neid bis zur Anerkennung und noch weiter). SCHAUPLATZ ist die schöne Stadt Köln.

    Die Autorin versteht es geschickt, diese berührenden Themen in eine spannende Handlung zu verpacken und den Spannungsbogen von Anfang an bis zum Ende gespannt zu halten.

    Die SCHREIBWEISE ist extrem gefühlsbetont und manchmal überaus schonungslos, was für mich sehr authentisch rüberkommt. Erzählt wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven, vorwiegend allerdings von Judith, Manni und Ekaterina.

    FAZIT:
    Der 3. Fall für Krieger & Korzilius besticht mit einem ernsten Thema verpackt in einer spannenden Handlung, vielen überraschenden Wendungen und sympathischen Helden. Dafür muss ich 5 STERNE vergeben!

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    Buechersuechtigs avatar
    Buechersuechtigvor 8 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    DIE GESCHICHTE:
    Judith Krieger wird mitten in der Nacht aus einem Albtraum gerissen und zu der „S-Bahn-Haltestelle Gewerbepark Köln“ gerufen, wo der S-Bahn-Fahrer Wolfgang Berger erstochen aufgefunden wird. Die ersten Ermittlungen ergeben, dass das Opfer keine Familie, Freunde, besondere Interessen hatte und dies lässt auf kein erkennbares Motiv schließen.
    Kurz darauf gibt es (in direkter Nähe des Tatorts) einen Brand in einer Pizzeria, bei dem der Besitzer stirbt und die Polizei einen schrecklichen Fund macht: im Keller wird ein junges Mädchen gefunden, das augenscheinlich zur Prostitution gezwungen wurde. Da das Mädchen schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, gibt es keinerlei Anhaltspunkte zu ihrer Identität.

    Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Frau, die die Rechtsmedizinerin Ekaterina Petrowa mehrmals um Hilfe bittet und sich dann doch nicht helfen lässt? Gibt es hier etwa einen Zusammenhang zu den anderen Fällen?
    Für die Ermittler beginnen langwierige Nachforschungen, die u.a. in eine Künstler-WG (ebenfalls in der Umgebung des Tatorts) führen. Doch es ist nicht klar, ob und wie die Fälle zusammenhängen. Die Spur führt sie weiter in´s Prostitutionsmilieu und lenkt die Polizisten tief in einen Sumpf aus Gewalt, (Zwangs-)Prostitution und Auswegslosigkeit.

    Als Judith und Manni (die leider nicht wirklich als Team sondern eher als Einzelgänger agieren) jeweils anderen Fährten folgen, handelt sich vor allem Judith wieder Ärger ein. Doch die Kriminalhauptkommissarin lässt sie nicht davon nicht behindern, muss sich auf ihrer Suche mit ihren früheren Idealen und Träumen auseinander setzen (sie wollte eigentlich Anwältin für die Benachteiligten werden und sich gegen Gewalt an Frauen engagieren) und gerät zum Schluss in große Gefahr...
    *Achtung SPOILER*
    Denn in "Nacht ohne Schatten" ist nichts wie es scheint und der Mörder fühlt sich allzu sicher.

    MEINE MEINUNG:
    Vorab: "Nacht ohne Schatten" ist ein großartiges Buch, welches völlig zu Recht 2009 mit dem Friedrich Glauser Preis ausgezeichnet wurde.
    Bedrückende Thematik dieses Krimis ist häusliche Gewalt gegen Frauen und Zwangsprostitution.

    "Nacht ohne Schatten" ist alles andere als leichte Kost, wird dem Leser aber dennoch unterhaltsam und spannend präsentiert, ohne allzu belehrend zu wirken. Dieses Buch berührt einen tiefgreifend & intensiv und regt zum Nachdenken an.

    Protagonistin KOK (Kriminalhauptkommissarin) Judith Krieger lässt sich ein wenig mit Julia Durant (der Figur von Andreas Franz) vergleichen:
    Auch Judith ist eine engagierte Polizistin Ende Dreißig mit wenig Privatleben und einem Faible für ungesundes Essen sowie Zigaretten. Judith Krieger, der Frau mit den wilden Locken und grauenhaftem Kleidungsgeschmack, gehen diese Fälle besonders an die Nieren.
    Denn gemeinsam mit ihrer Freundin Cora (die inzwischen die Leiterin der Frauen-für-Frauen-Beratungsstelle ist) wollte sie die Welt verbessern und als Anwältin den Benachteiligten helfen.
    Aber nach dem Job im Frauenhaus wurde sie stattdessen Polizistin - und diese Ohnmacht, die sie in dem Fall des „Komamädchens“ (die Zwangsprostituierte aus dem Keller) verspürt, lässt sie deshalb manchmal gefühlsmässig überreagieren. Doch besonders diese Ecken & Kanten machen Judith Krieger zu einem besonderem Charakter mit viel Tiefgang.

    Teamkollege Manni Korzilius versteht (mit all seinem männlichen Denkvermögen) seine Partnerin bzw. deren Gefühlsausbrüche nicht ganz und in dem 3. Fall gehen die Beiden oftmals getrennte Wege.
    Privat hat Manni die hübsche Sonja kennengelernt, mit der er noch am Anfang steht – und es sich nicht erkennen lässt, wohin die Beziehung führen wird.
    Beruflich recherchiert er in der Prostituierten- und Freier-Szene, wobei er sich manchmal sichtlich unwohl fühlt. Dabei zeigt er seine Gefühls- und Gedankenwelt klar und wirkt dadurch überzeugend und menschlich.

    Neu dabei ist die junge russische Pathologin Ekaterina Petrowa. Mit der Stelle in der Rechtsmedizin hat sie auch die Leitung der Initiative "Frauen gegen Gewalt" angenommen, wobei ihr diese Funktion viel Unbehagen bereitet.
    Immer wieder taucht eine misshandelte und verängstigte Frau bei ihr auf, die allerdings weder ihren Mann anzeigen noch ihren richtigen Namen nennen möchte. Dies beschäftigt Ekaterina und ihr Gespür (durch ihre samische Großmutter geprägt, sagt ihr, dass es mit den anderen Mordfällen einen Zusammenhang gibt). Doch sie ist sich unsicher und will ihren Verdacht nicht laut äußern, da sie fürchtet, ihre Arbeitsstelle zu gefährden.

    Auch die Nebenprotagonisten wie z.B. der kauzige Pathologe Karl-Heinz Müller oder Kommissariatsleiter Axel Millstätt machen eine beachtliche Weiterentwicklung durch.
    Ebenso gelungen sind die „neuen“ Figuren wie die Künstlerin Theodora Markus oder Polizist Diddl Makowski von der Sitte.

    Wie schon in den beiden Vorgängern gibt es auch diesmal ein paar paranormale Erfahrungen; indem sich Ekaterina an das uralte Wissen der Schamanen erinnert und teilweise auch nützt, was sie von ihrer Großmutter gelernt hat. Und Judith Krieger befragt ihre Tarotkarten und wird öfters von bedeutungsschwangeren Träumen geplagt. Dies ist allerdings nur ein kleiner Aspekt der Geschichte und stört nicht weiter.

    Diese extrem spannende Geschichte über Gewalt gegen Frauen -verpackt in einige Fälle für die Polizei- ist Gisa Klönne wieder einmal sehr sehr gut gelungen. Besonders gut finde ich auch die Entwicklungen innerhalb des Teams (das geht von Freude, Neid bis zur Anerkennung und noch weiter).
    Schauplatz ist die schöne Stadt Köln.

    Die Autorin versteht es geschickt, diese berührenden Themen in eine spannende Handlung zu verpacken und den Spannungsbogen von Anfang an bis zum Ende gespannt zu halten.
    Die Schreibweise ist extrem gefühlsbetont und manchmal überaus schonungslos, was für mich sehr authentisch rüberkommt.
    Erzählt wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven, vorwiegend allerdings von Judith, Manni und Ekaterina.

    FAZIT:
    Gisa Klönnes dritter Kriminalroman entführt uns in die beängstigende Welt der Frauenverachtung, Gewalt und Sexindustrie.
    Der 3. Fall für Krieger & Korzilius besticht mit einem ernsten Thema verpackt in einer spannenden Handlung, vielen überraschenden Wendungen und sympathischen Helden.
    Dafür muss ich 5 (von 5) STERNE vergeben!

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    Gruenentes avatar
    Gruenentevor 8 Jahren
    Rezension zu "Nacht ohne Schatten" von Gisa Klönne

    Judith Krieger ist wieder voll im Job. Sie und Manni müssen sich um einen erstochenen S-Bahn-Fahrer kümmern. Dann wird ganz n der Nähe eine Pizzeria angezündet. Noch eine Leiche und eine sehr schwer verletzte Zwangsprostituierte werden dort aufgefunden. Hängen die Fälle zusammen? Und hat jemand aus der benachbarten Künstlerwerkstatt etwas gesehen?
    Dieser Fall dreht sich hauptsächlich um Gewalt gegen Frauen und versucht zu erklären, wie es dazu kommt.
    Recht spannend und kritisch.

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