Gisbert Haefs Alexanders Erben

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Inhaltsangabe zu „Alexanders Erben“ von Gisbert Haefs

Von der Donau bis zur Adria, vom Nil bis zum Indus: Dies ist das Reich, das Alexander der Große bei seinem Tod hinterlässt – aber wem? Seine Verwandten, die hohen Offiziere, die Provinzverwalter beginnen einen tödlichen Reigen wechselnder Kriege und Bündnisse. Einige möchten das Reich bewahren, die übrigen haben eigene Ziele: Ptolemaios will Pharao werden, Seleukos Nachfolger der persischen Großkönige, andere wollen Vorderasien, Griechenland, die Inseln ...

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    Alexanders Erben

    michael_lehmann-pape

    16. April 2013 um 12:06

      Zwei erfolgreiche historische Roman über das geschichtliche Phänomen Alexander des Großen hat Gisbert Haefs in seinem sachkundigen, unterhaltsamen, spannenden und sprachlich reifen Stil bereits vorgelegt.   Zum Abschluss seiner Betrachtungen über diese weltverändernden Eroberungen und das Entstehen eines der größten Reiche, das die Geschichte kannte, passt es nun gut, dass sich Haefs, ebenfalls in Romanform, nun dem langsamen Niedergang dieses Reiches unter der (von Intrigen und Machtorientierung geprägten) Herrschaft der „Erben Alexanders“, der „Diadochen“ zuwendet.   Nicht einem „starken Mann“ hinterließ Alexander seine Herrschaft, sondern unter bewährten Getreuen und Heerführen teilten sich die einzelnen Teile des Reiches auf. Männer wie Ptolommaios, Seleukos und Perdikkas, denen im Gesamten (mit Ausnahmen) allerdings weniger an der Erhaltung und Festigung der Eroberungen liegt, sondern die viel mehr die eigenen, teils auch wahnhaften Interessen in den Mittelpunkt ihres Strebens gerückt haben.   Zwei Eigenschaften Haefs heben dabei (auch) diesen historischen Roman deutlich über die Masse des Genres hinaus. Zum einen ist Haefs ein fesselnder Erzähler, bei dem die Geschichte und Geschichten immer wie mit leichter Hand geschrieben wirken. Gerade dies dürfte aber reichlich literarische Arbeit verursachen, denn, zum anderen, sind Haefs Stoffe durchaus sorgfältig recherchiert. Hier durchgehend  in der Romanform und der erzählenden Geschichte zu verbleiben, dennoch in den Einzelheiten der Darstellung nachprüfbar auf historische Richtigkeit zu achten und das Ganze nie in den Duktus eines Fachbuches verfallen zu lassen macht sicherlich im Kern die Freude an der Lektüre aus.   Aus verschiedenen Perspektiven folgt Haefs im Buch den Ereignissen, dringt nicht in die tiefsten Tiefen psychologischer Personendarstellung vor, vermag es aber dennoch, sein „Personal“ realistisch und differenziert in den grundsätzlich authentischen, teils natürlich auch fiktiven Handlungssträngen „lebendig“ werden zu lassen.   Wie menschlicher Eigensinn, persönliche Machtgelüste und durchaus auch Gier letztendlich das „große Ganze“ „abbröckeln lassen“ ist dabei die Hauptgeschichte, die Haefs verfolgt. Das, zum anderen, ein wie im Fieberwahn erobertes Reich von immenser Ausdehnung, viele einander fremde Länder und Völker beinhaltend, in sich bereits stark auseinander treibende Kräfte beinhaltet, das ist das andere, das im Hintergrund des Romans mitschwingt und an einigen Stellen explizit deutlich wird. Es war, wie nicht oft in der Geschichte, tatsächlich die Person Alexanders, die in sich Eroberer und einigende Kraft für Herr und eroberte Gebiete trug. Aus der genuinen Entwicklung heraus war das Riesenreich von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Eine Entwicklung , die in den Nachfolgern Alexanders sich nur schneller vollzog, als es hätte sein müssen.   Es ist eben, und das stellt Haefs gut dar, eine Gratwanderung zwischen Macht und Ohnmacht, Reiche zu Erobern und dann Eroberungen zu festigen. Zur damaligen Zeit mit dem letztendlichen Gewicht auf der Ohmacht.   Alles in allem ein sachgerechter, fundierter Roman, der im Stil mit leichter Hand sehr unterhaltsam daherkommt und damit geschichtliche Fakten, Zusammenhänge und Atmosphären anregend zum Leser transportiert.

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