Gisbert Roloff , Barbara Zoeke Anleitung für Simulanten

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Inhaltsangabe zu „Anleitung für Simulanten“ von Gisbert Roloff

Sie haben noch nie simuliert? Wirklich nicht? Vielleicht stört Sie nur der Begriff – haben Sie vielleicht schon einmal die Wahrheit „ausgeschmückt“? Ein bisschen „schön gefärbt“? Oder Unerfreuliches charmant verborgen?

Die vielfältigen Verhaltensmuster des Täuschens und Tricksens, des Herunterspielens und Aufplusterns sind bereits uralt. Auch in der Tierwelt gibt es „Simulanten“: Weichtiere und Insekten, Fische und Vögel und selbstverständlich unsere nächsten Verwandten, die Affen, verfügen über ein ganzes Arsenal von Finten, um Feinde abzuwehren oder Konkurrenten zu übertölpeln. Doch der Homo sapiens übertrifft dank seines hoch entwickelten Gehirns die tierischen Vorfahren bei Weitem, wie die Autoren – ausgehend von prominenten Fallbeispielen – auf unterhaltsame Weise darlegen.

Den speziellen Bereich des Simulierens in der ärztlichen Sprechstunde stellen die drei Autoren augenzwinkernd als „Gebrauchsanweisung“ für Simulanten vor. Und jeder, der möchte, bekommt praktische Tipps für so manches Zipperlein. Mit dieser ironischen Betrachtungsweise soll jedoch das moralische Dilemma von Medizinern und anderen Professionellen nicht übersehen werden, die von Fall zu Fall zu entscheiden haben, ob das Vortäuschen einer Störung angesichts skandalöser Arbeitsbedingungen oder schwer belastender Lebensanforderungen zuweilen nicht sogar zu rechtfertigen ist …

Die „Anleitung für Simulanten“ richtet sich an Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Schüler und Lehrer, Mediziner und Patienten, Hochstapler und Tiefstapler – und zeigt nicht zuletzt, wie sehr wir alle in eine Kultur der Täuschung verstrickt sind.

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  • Ist das Leben ein einziger Überlebenskampf um Futterplätze und Fortpflanzung?

    Anleitung für Simulanten

    olli2308

    20. July 2014 um 17:14

    Zwei Psychologen und ein Arzt führen uns ein in die Welt des Schummelns, des Schwindelns, der Irreführung, des Betrugs, der Fälschung, der Mogelei, der Lüge, des Bluffs, der Tricks, der Finten und Fassaden und behaupten, dass die Evolution dies so angelegt habe (bei Menschen und bei Tieren) beim Überlebenskampf um die besten Futterplätze und besten Weibchen und Männchen zur Fortpflanzung. Denn nur so sei sichergestellt, dass die trickreichsten und erfindungsreichsten Arten weiterleben und die dummen und nicht so trickreichen Arten leider aussterben. Das Leben sei also ein einziger Kampf um Vorteile bei der Futterbeschaffung, der Partnerwahl, der Fortpflanzung und der Flucht vor dem Fressfeind. Das Prinzip der Täuschung sei allgegenwärtig, und dies belegen die Wissenschaftler mit vielen Beispielen aus der Tierwelt und auch aus der Menschenwelt. Ist das Leben wirklich nur ein einziger Überlebenskampf? Diese Sicht auf die Welt (fressen und gefressen werden oder wie Bertold Brecht es formuliert: Erst kommt das Fressen, dann die Moral) ist mir zu einseitig und stößt spätestens da an ihre Grenzen, wo die unendliche Gier der Menschen nach wirtschaftlichem Wohlstand und Wachstum an ihre natürlichen Grenzen stößt, denn sowohl die Anzahl der Menschen als auch die Anzahl der Konsumgüter ist nicht beliebig steigerbar, wollen wir auch in Zukunft auf einem bewohnbaren Planeten wohnen. Es ist also weder besonders schlau noch besonders hilfreich, für das „Überleben der Art“ einfach so weiterzumachen mit dem Tarnen, Täuschen und Tricksen. Schon längst zeigt sich an vielen Beispielen des solidarischen und kooperativen Wirtschaftens (z.B. an dem Modell der Gemeinwohlökonomie), dass der neoliberale Raubtierkapitalismus ausgedient hat und uns in eine Sackgasse führt. Dies haben im dritten und vierten Teil des Buches auch die Autoren erkannt und räumen ein, dass Simulation (also das Vortäuschen einer Krankheit) oft der einzige Ausweg für zu stark belastete Menschen in unsicheren und schlecht bezahlten Jobs ist, und Dissimulation (also das Verbergen von Krankheit) oft der einzige Ausweg von durch Bürgerkrieg und Flucht traumatisierte Menschen ist. Ich stimme mit den Autoren überein, dass nicht nur Mutter Natur so begehrte Merkmale wie Schönheit, Gesundheit und Begabung höchst ungerecht verteilt hat, sondern unsere Gesellschaft und unser Bildungssystem recht parteiisch ist, wenn es um die guten Plätze geht. Und so ist es kein Wunder, dass es geschickte Täuscher wie Felix Krull (geschrieben von Thomas Mann) oder Effi Briest (geschrieben von Theodor Fontane) zu höchsten literarischen Weihen gebracht haben. Beide Texte von Deutschlands berühmtesten Simulanten landen im Anhang dieses ungewöhnlichen Ratgebers, der augenzwinkernd und unterhaltsam die Vielfalt der Verhaltensweisen vorstellt, selbst ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Im Anhang finden sich auch Erläuterungen von wissenschaftlichen Begriffen wie „Aggravation“, „Amnesie“ und „Posttraumatische Belastungsstörung“. Punktabzug gibt es für die einseitige Darstellung der wissenschaftlichen These vom „Survival of the fittest“.

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