Gisela Dachs

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Gisela Dachs

Gisela Dachs, geboren 1963, ist Autorin und Journalistin. Sie lebt in Tel Aviv und schreibt u. a. für Die Zeit.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gisela Dachs

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Cover des Buches Jüdischer Almanach Familie9783633542864

Jüdischer Almanach Familie

 (2)
Erschienen am 11.09.2017
Cover des Buches Begegnungen9783633542703

Begegnungen

 (0)
Erschienen am 15.09.2014
Cover des Buches Jüdischer Almanach. Liebe9783633542475

Jüdischer Almanach. Liebe

 (0)
Erschienen am 11.10.2010
Cover des Buches Jüdischer Almanach Sex & Crime9783633542987

Jüdischer Almanach Sex & Crime

 (0)
Erschienen am 27.10.2019
Cover des Buches Jüdischer Almanach. Sport9783633542567

Jüdischer Almanach. Sport

 (0)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches Jüdischer Almanach Musik9783633542796

Jüdischer Almanach Musik

 (0)
Erschienen am 29.10.2016

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Rezension zu "Jüdischer Almanach Familie" von Gisela Dachs

Familie oder Mischpoche?
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Für Juden spielt die Familie immer eine große Rolle, sei es, weil man aufgrund der Verfolgungen sich intensiver mit der Verwandtschaft auseinander setzt oder sei es, dass sie ein Quell ewigen Ärgers oder längerer Freude ist.

15 Autorinnen und Autoren haben ihren ganz persönlichen Beitrag zum Thema Familie abgegeben. Manches ist bekannt, wie die Suche nach Verwandten die möglicherweise das mörderische NS-Regime überlebt haben könnten oder das Leben im Kibbuz. Auch, dass oftmals erst die Enkel der Generation der Überlebenden, deren Erlebnisse aufarbeiten (können).

Ziemlich schockiert hat mich der Beitrag von Assaf Uni: Hier geht es um Eizellen- und Samenspenden, die toten Israelis entnommen werden (dürfen), um doch noch zu einem Kind oder Enkelkind zu kommen. Die Kinder werden in einer bezahlten Leihmutterschaft ausgetragen.

Fazit:

Dieses Buch präsentiert sehr persönlichen Gedanken zum Thema „Familie“. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezension zu "Jüdischer Almanach Familie" von Gisela Dachs

15 tolle, gehaltvolle, unter die Haut gehende Beiträge zum Thema Familie.
Wedmavor 3 Jahren

Jüdischen Almanach der Leo Baeck Institute Jerusalem „Familie“, herausgegeben von Gisela Dachs, habe ich gern gelesen und empfehle es auch gern weiter, sowohl an diejenigen, die sich an die Thematik erst heranwagen, als auch an die Leser/innen, die schon einiges darüber gelesen/gewusst haben. Der Band enthält 15 Beiträge verschiedener Autoren, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise dem Thema Familie nähern. Zwei Beiträge sind Auszüge aus den Romanen, die auf Hebräisch erschienen sind.

„Diesem lebensbestimmenden, vielseitigen und streitbaren Thema ist dieser Almanach gewidmet. Es handelt von lauter Familiengeschichten, die ihren Schwerpunkt immer wieder woanders haben. Es geht um Familienbande und Familienbiographien, um von Verfolgung und Verlust geprägte Kindheitserfahrungen, um Familientreffen und die nie aufhörende Suche nach Angehörigen. Beschrieben werden auch die Rolle von Frauen, von Nachwuchs und Vaterfiguren, ebenso wie gut gehütete Familiengeheimnisse, deren Aufdeckung Identitäten radikal veränderte. Wenn wir uns mit einem emotional, politisch und historisch so aufgeladenen Thema wie der jüdischen Familie befassen, dürfen wir keine einfachen Geschichten erwarten.“, so die Herausgeberin im Vorwort.

Und genauso habe ich das Buch auch erlebt. Diese (Lebens-)Geschichten sind manchmal nicht einfach, sie gehen unter die Haut, sie rütteln auf, sie lassen nicht los, auch nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde. Diese Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, diese Intensität zwingen die Leser zum Nachdenken: über die Vergangenheit, über Holocaust, über die damit verbundenen Schicksale, über die Familie, über die Identität, die sich daraus ergibt und was damals daraus geworden war und was man in der heutigen Zeit damit anfängt uvm.

Alle Geschichten unterscheiden sich von einander und trotzdem haben sie das Thema Familie auf eigene, unnachahmliche Weise zum Besten gebracht, z.B.: Hanno Loewy in „Die Hirschfelds oder: Was ist eine Familie?“ beeindruckt mit der Biografie seiner Familie. Man staunt nicht nur, wie weit sich seine Verwandtschaft in der Welt verstreut hat, sonder auch, dass er imstande war, all diese Informationen zu finden, zusammenzutragen und uns zu präsentieren. Jennifer Bligh in „Familiengeheimnisse. Die Geschichten meines Vaters“ überrascht mit einem Beitrag über ihren Vater, dem geborenen Geschichtenerzähler und wie diese Geschichten ihre, Jennifers, Identität in ihrer Kindheit prägten, bis sie nach dem Tod des Vaters die Wahrheit herausfand und sich neu definieren musste. Ellen Presser in „Die Hochzeit meines Bruders“ erzählt nicht nur über diese Hochzeit, die in der heutigen Zeit in Tel Aviv nach allen Regeln und traditionsgemäß  stattfand, sie denkt auch über ihre Eltern nach, und wie für sie die Trauung in 1949 in München ausgefallen war, was es für sie bedeutete, eine Familie zu gründen, usw.

Diese Kontraste zwischen damals: während des Krieges, nach dem Krieg und heute, findet man auch in anderen Beiträgen, anders erzählt, jedoch immer die Vergleiche ziehend und viele Fragen aufwerfend, u.a. was man aus all dem gelernt hat, was man für sich, für die eigene Zukunft, für die Zukunft der eigenen Familie  mitgenommen hat, uvm.

Fazit: 15 tolle, gehaltvolle, unter die Haut gehende Beiträge zum Thema Familie, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Foto auf dem Cover ist nicht nur großartig, das passt auch wunderbar zu dem Inhalt. 5 wohl verdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung.

 

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