Jüdischer Almanach Familie

von Gisela Dachs 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Jüdischer Almanach Familie
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Inhaltsangabe zu "Jüdischer Almanach Familie"

Die Familie spielte im Judentum schon immer eine zentrale Rolle: Ob groß oder klein - um sie dreht sich alles, von ihr hängt das körperliche und geistige Wohlbefinden ab. Familienzusammenkünfte sind beglückend, können aber auch tiefe Gräben aufreißen, wenn uralte Traditionen auf moderne Lebensentwürfe treffen.
Diesem lebensbestimmenden, vielseitigen und streitbaren Thema ist der diesjährige Almanach gewidmet. Erzählt werden die unterschiedlichsten Familiengeschichten: amüsante ebenso wie dramatische, Geschichten von prägenden Kindheitserinnerungen und beeindruckenden Elternfiguren. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob sie in Israel oder in der Diaspora spielen, denn die Themen sind überall gleich: Es geht um den dringlichen Wunsch nach Nachwuchs, die Suche nach Identität, aber auch um tragische Verluste und nicht zuletzt um gut gehütete Familiengeheimnisse und deren Enthüllung.
Die Bilder stammen aus dem Projekt »One Family« von Vardi Kahana, die dafür ihre auf der ganzen Welt verstreuten Verwandten fotografiert hat.
Mit Beiträgen von Alfred Bodenheimer, Jennifer Bligh, Ellen Presser, Patricia Paveletz, Susanne Urban und vielen anderen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783633542864
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:178 Seiten
Verlag:Jüdischer Verlag
Erscheinungsdatum:11.09.2017

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    Wedmavor einem Jahr
    15 tolle, gehaltvolle, unter die Haut gehende Beiträge zum Thema Familie.

    Jüdischen Almanach der Leo Baeck Institute Jerusalem „Familie“, herausgegeben von Gisela Dachs, habe ich gern gelesen und empfehle es auch gern weiter, sowohl an diejenigen, die sich an die Thematik erst heranwagen, als auch an die Leser/innen, die schon einiges darüber gelesen/gewusst haben. Der Band enthält 15 Beiträge verschiedener Autoren, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise dem Thema Familie nähern. Zwei Beiträge sind Auszüge aus den Romanen, die auf Hebräisch erschienen sind.

    „Diesem lebensbestimmenden, vielseitigen und streitbaren Thema ist dieser Almanach gewidmet. Es handelt von lauter Familiengeschichten, die ihren Schwerpunkt immer wieder woanders haben. Es geht um Familienbande und Familienbiographien, um von Verfolgung und Verlust geprägte Kindheitserfahrungen, um Familientreffen und die nie aufhörende Suche nach Angehörigen. Beschrieben werden auch die Rolle von Frauen, von Nachwuchs und Vaterfiguren, ebenso wie gut gehütete Familiengeheimnisse, deren Aufdeckung Identitäten radikal veränderte. Wenn wir uns mit einem emotional, politisch und historisch so aufgeladenen Thema wie der jüdischen Familie befassen, dürfen wir keine einfachen Geschichten erwarten.“, so die Herausgeberin im Vorwort.

    Und genauso habe ich das Buch auch erlebt. Diese (Lebens-)Geschichten sind manchmal nicht einfach, sie gehen unter die Haut, sie rütteln auf, sie lassen nicht los, auch nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde. Diese Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, diese Intensität zwingen die Leser zum Nachdenken: über die Vergangenheit, über Holocaust, über die damit verbundenen Schicksale, über die Familie, über die Identität, die sich daraus ergibt und was damals daraus geworden war und was man in der heutigen Zeit damit anfängt uvm.

    Alle Geschichten unterscheiden sich von einander und trotzdem haben sie das Thema Familie auf eigene, unnachahmliche Weise zum Besten gebracht, z.B.: Hanno Loewy in „Die Hirschfelds oder: Was ist eine Familie?“ beeindruckt mit der Biografie seiner Familie. Man staunt nicht nur, wie weit sich seine Verwandtschaft in der Welt verstreut hat, sonder auch, dass er imstande war, all diese Informationen zu finden, zusammenzutragen und uns zu präsentieren. Jennifer Bligh in „Familiengeheimnisse. Die Geschichten meines Vaters“ überrascht mit einem Beitrag über ihren Vater, dem geborenen Geschichtenerzähler und wie diese Geschichten ihre, Jennifers, Identität in ihrer Kindheit prägten, bis sie nach dem Tod des Vaters die Wahrheit herausfand und sich neu definieren musste. Ellen Presser in „Die Hochzeit meines Bruders“ erzählt nicht nur über diese Hochzeit, die in der heutigen Zeit in Tel Aviv nach allen Regeln und traditionsgemäß  stattfand, sie denkt auch über ihre Eltern nach, und wie für sie die Trauung in 1949 in München ausgefallen war, was es für sie bedeutete, eine Familie zu gründen, usw.

    Diese Kontraste zwischen damals: während des Krieges, nach dem Krieg und heute, findet man auch in anderen Beiträgen, anders erzählt, jedoch immer die Vergleiche ziehend und viele Fragen aufwerfend, u.a. was man aus all dem gelernt hat, was man für sich, für die eigene Zukunft, für die Zukunft der eigenen Familie  mitgenommen hat, uvm.

    Fazit: 15 tolle, gehaltvolle, unter die Haut gehende Beiträge zum Thema Familie, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Foto auf dem Cover ist nicht nur großartig, das passt auch wunderbar zu dem Inhalt. 5 wohl verdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung.

     

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