Gisela Zoch-Westphal

 4,5 Sterne bei 218 Bewertungen

Lebenslauf von Gisela Zoch-Westphal

Gisela Zoch-Westphal ist Erbin und Verwalterin des Nachlasses der Dichterin Mascha Kaléko und hat bei dtv drei Gedichtbände herausgegeben. Sie lebt in der Nähe von Zürich.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gisela Zoch-Westphal

Cover des Buches Mein Lied geht weiter (ISBN: 9783423135634)

Mein Lied geht weiter

 (62)
Erschienen am 01.05.2007
Cover des Buches In meinen Träumen läutet es Sturm (ISBN: 9783423012942)

In meinen Träumen läutet es Sturm

 (63)
Erschienen am 01.09.1977
Cover des Buches Die paar leuchtenden Jahre (ISBN: 9783423131490)

Die paar leuchtenden Jahre

 (33)
Erschienen am 01.12.2003
Cover des Buches Liebesgedichte (ISBN: 9783423280631)

Liebesgedichte

 (20)
Erschienen am 20.11.2015
Cover des Buches In meinen Träumen läutet es Sturm (ISBN: 9783423289863)

In meinen Träumen läutet es Sturm

 (3)
Erschienen am 26.10.2018
Cover des Buches "Liebst du mich eigentlich?" (ISBN: 9783423280396)

"Liebst du mich eigentlich?"

 (0)
Erschienen am 01.01.2015

Neue Rezensionen zu Gisela Zoch-Westphal

Cover des Buches In meinen Träumen läutet es Sturm (ISBN: 9783423289863)pardens avatar

Rezension zu "In meinen Träumen läutet es Sturm" von Mascha Kaléko

Berühmt - und doch unbekannt...
pardenvor 3 Jahren

BERÜHMT - UND DOCH UNBEKANNT...

Hand aufs Herz - Mascha Kaléko? Wer von uns hat zuvor schon etwas von dieser Frau gehört oder gelesen? Nun, ich kann natürlich nur für mich schreiben, und ich muss gestehen: ich nicht...

Mascha Kaléko. Dieser Name tauchte zuerst um 1930 in Berlin auf - sie schrieb "Zeitungsgedichte", vom Alltag für den Alltag, und diese Art der pointierten Großstadtlyrik liebte man in den dreißiger Jahren ganz besonders. Kaléko gehörte in Berlin zum Kreis der schöpferischen Boheme, saß, dichtete und diskutierte im "Romanischen Café" mit Größen wie Tucholsky, Ringelnatz und Kästner. Die erste Auflage ihres Buches "Das lyrische Stenogrammheft" war schnell vergriffen - doch als Ernst Rowolt die zweite Auflage druckte und auch ihr zweites Werk "Kleines Lesebuch für Große", wurden beide Bücher noch in der Druckerei beschlagnahmt. Mascha Kaléko war Jüdin.

"Berühmt - und doch unbekannt: der Schnittpunkt dieser beiden Komponenten weist auf ein deutsch-jüdisches Schicksal, markiert den Sturz ins Vergessenwerden, signalisiert das Verdammtsein ins Echolose, zur totalen Heimatlosigkeit."

Das lebenslängliche Gefühl von Heimweh und Ausgeliefertsein, Emigrantin von Kind auf, Schicksalsschläge und Einsamkeit - all dies prägt die Lyrik von Mascha Kaléko.


" Wie in der kranken Auster nur
sich eine Perle rundet
so formt sich auch des Dichters Lied
im Herzen, das verwundet."

(Aus "Sublimiertes Wehweh")


********

Oftmals sind die Gedichte Ausdruck der Überzeugung oder der Gefühle der Autorin. Es finden sich Werke zu Freundschaft, Zivilcourage, Umgang mit Schicksalsschlägen - und immer wieder Einsamkeit. Und Kaléko bringt es derart auf den Punkt, dass die Gedichte für sich sprechen und keiner Interpretation bedürfen.
Alleine um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen - für mich - stelle ich hier nun noch zwei der Gedichte ohne weiteren Kommentar vor.


Der Eremit

Sie warfen nach ihm mit Steinen.
Er lächelte mitten im Schmerz.
Er wollte nur sein, nicht scheinen.
Es sah ihm keiner ins Herz.

Es hörte ihn keiner weinen,
Er zog in die Wüste hinaus.
Sie warfen nach ihm mit Steinen.
Er baute aus ihnen sein Haus.


*********

Take it easy!

Tehk it ih-sie, sagen sie dir.
Noch dazu auf englisch.
"Nimm´s auf die leichte Schulter!"

Doch, du hast zwei.
Nimm´s auf die leichte.

Ich folgte diesem populären
Humanitären Imperativ.
Und wurde schief.
Weil es die andere Schulter
Auch noch gibt.

Man muss sich also leider doch bequemen,
Es manchmal auf die schwerere zu nehmen.


*********

Es ist nicht immer die Zeit für Gedichte. Aber wenn die Zeit passend ist, ist dieses Buch eine Bereicherung.
Von mir eine klare Empfehlung!


© Parden

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Cover des Buches Die paar leuchtenden Jahre (ISBN: 9783423131490)WHElementss avatar

Rezension zu "Die paar leuchtenden Jahre" von Mascha Kaléko

"Zur Heimat erkor ich mir die Liebe"
WHElementsvor 3 Jahren

Gegen das Vergessen der höchst seltenen Poetin des Alltags, Mascha Kaléko, hat der Deutsche Taschenbuch Verlag ein großes Lesebuch mit Versen, Nonsens-Gedichten, Chansons, Liedern und Prosatexten dieser bemerkenswerten Literatin herausgegeben.

 

Die deutschsprachige Lyrikerin führte ein rastloses Leben. Sie wurde 1907 im früheren Galizien – heutiges Polen – in eine jüdische Familie hineingeboren, erhielt unter anderem eine Ausbildung in Marburg, schrieb, veröffentlichte und lebte in Berlin, später im Exil in New York, schließlich ab 1966 in Jerusalem. Mitte der 1970er Jahre starb Kaléko in Zürich und hinterließ ein hinreißendes Werk, das nun als Sammlung erschienen ist.

 

Besonders die Berliner Jahre von 1918-1938 haben Kaléko sehr geprägt. In dieser Zeit ihres jungen Lebens entstand das meiste ihrer Großstadt- und Gebrauchslyrik sowie ihrer Zeitgedichte. Es sind lebenslustig wirkende Verse eines tiefen und starken Charakters. Im Nu hatte sie sich die Berliner Sprache der Schnoddrigkeit angewöhnt, als sie als Teenager neu in die Metropole kam. Bald schon veröffentlichte sie in den großen Zeitungen und traf sich mit der Berliner Bohème in den typischen Künstler-Cafés der 1920er Jahre, die zum Beispiel von Erich Kästner und Kurt Tucholsky frequentiert wurden. Sie fühlte sich wohl – endlich. Schon viele Umzüge waren Berlin vorausgegangen. Auf einer Postkarte, die die Entwurzelte von einem kurzen Paris-Aufenthalt nach Berlin schickte, heißt es: "Paris ist schön ... sehr schön. Aber leben, leben in Berlin."

 

Was Kalékos Verse ausmacht, ist insbesondere eine leichte Verständlichkeit. Halt gab ihr ansonsten von Heimatlosigkeit geprägtes Leben, über Liebe zu schreiben. So heißt es bittersüß in einem Gedicht: "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe." Und eines von Kalékos Chansons geht so: "Ich bin von anno dazumal, /Als man an Liebe glaubte. /Ich habe so verstaubte Ideen ... /Ich finde sogar Treue /Noch schön."

 

Der Autor Hermann Hesse schrieb anerkennend über ihre Kunst: "Es ist eine aus Sentimentalität und Schnoddrigkeit großstädtisch gemischte, mokante, selbstironisierende Art der Dichtung, launisch und spielerisch, direkt von Heinrich Heine abstammend, eine Art, die in der deutschen Dichtung neuerer Zeit nicht sehr häufig war und heute in Deutschland, nach dem Ausscheiden der Juden, eigentlich ganz verschwunden ist."

 

Gerade, als es ihr gut gehen sollte, erhielt die Jüdin, deren Bücher beim Rowohlt Verlag erschienen, ab 1935 Berufsverbot. Sämtliche Werke wurden in die "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums aufgenommen". Die Situation in Nazi-Deutschland verschlechterte sich immer weiter, so dass Kaléko 1938 Berlin verließ und nach New York ins Exil ging. Ihre dort entstehenden Verse sind geprägt von Einsamkeit. Sie unternahm viele Spaziergänge durch die Lower Eastside und Greenwich Village und schrieb: "Schwer ist es nur, durchzuhalten." Doch sie schaffte es.


Das große Mascha Kaléko-Lesebuch "Die paar leuchtenden Jahre" wurde herausgegeben und mit einer Biographie von der geschätzten Maléko-Kennerin Gisela Zoch-Westphal versehen. Hinzu kommt der Essay "Meine Tage mit Mascha Kaléko" von Horst Krüger, eine biographische Zeittafel, eine Kaléko-Bibliographie sowie eine Liste der vorhandenen Sekundärliteratur, die jedoch recht überschaubar ausfällt. Der Buchtitel "Die paar leuchtenden Jahre" ist im Übrigen einem Vortragstitel entlehnt, den Kaléko 1960 in Kassel hielt und in dem sie ihr literarisches Leben sowie ihre ersten Erfolge in Berlin der 1930er Jahre schilderte.


Entstanden ist ein umfangreiches und aussagekräftiges Porträt eines fast vergessenen literarischen Sterns.

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Cover des Buches Mein Lied geht weiter (ISBN: 9783423135634)Perles avatar

Rezension zu "Mein Lied geht weiter" von Gisela Zoch-Westphal

Mascha Kaléko - Mein Lied geht weiter (Hundert Gedichte)
Perlevor 5 Jahren

Klappentext:
Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

Eigene Meinung:
dieses Buch entdeckte ich im Mai-Juni 2016 in der Stadtbücherei. Mascha Kaléko verehre ich schon seit Jahrzehnten. Deshalb nahm ich diesen Gedichtband kurzentschlossen mit.

Am Sonntag kam ich endlich dazu, diese hundert Gedichte auf 153 Seiten von ihr zu studieren. Jedoch die ersten Seiten mit ihren Werken gefielen mir weniger, erst im hinteren Teil wurden sie wieder interessanter und lesbar. Sie hat mit 15 Jahren begonnen Gedichte zu verfassen, genau wie ich auch 1982. Habe in den letzten drei Jahren schon einige Gedichtsbänder von ihr durchgeblättert und fand immer Gefallen und Hoffnung darin. Habe auch mit ihr einiges Gemeinsam - wie mit Rose Ausländer - Autorinnen die um 1900 geboren sind - anscheinend sind sie mir ähnlich - als wenn sie geahnt hätten - dass es mal ein Double von ihnen gibt.

Leider verstarb sie im Januar 1975 viel zu früh, da war ich noch keine 8 Jahre alt und interessierte mich noch nicht für die Poesie und hatte auch noch nichts von ihr gehört. Erst in den 90er Jahren in Radiosendungen, während der Moderator ihre Werke zum Besten gab und wir sehr begeistert waren. Auch heute noch lieben wir ihre Gedichte und lese sie immer wieder gerne.

Das oben genannte Gedicht ist wirklich fast das schönste Gedicht in ihrem Buch - "Mein Lied geht weiter" - in dem ganze Hundert Gedichte von ihr zu finden sind.

Vergebe hierfür gut und gerne liebgemeinte 3 Sterne!


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