Gitta Jacob Schematherapie in der Praxis

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Inhaltsangabe zu „Schematherapie in der Praxis“ von Gitta Jacob

Die Schematherapie ist eine sinnvolle Ergänzung der Verhaltenstherapie. Schemata werden als überdauernde Eigenschaften verstanden, die sich bereits in der Kindheit ausbilden. Die Autoren legen den Schwerpunkt des Buches auf das Moduskonzept. Ein Modus (z.B. das verletzte Kind) ist der aktuelle Zustand des Patienten, der die Gefühle und Reaktionen stark bestimmt und deshalb im Vordergrund der therapeutischen Arbeit steht. Es wird gezeigt, welche Modusklassen es gibt und wie das Modus-Fallkonzept erarbeitet wird. Die schematherapeutischen Interventionen wie z.B. Stuhldialoge werden modusspezifisch vorgestellt. Fallbeispiele unterschiedlicher Patiententypen veranschaulichen das therapeutische Vorgehen. Typische Fragen werden am Ende jedes Kapitels beantwortet.

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  • Rezension zu "Schematherapie in der Praxis" von Gitta Jacob

    Schematherapie in der Praxis

    michael_lehmann-pape

    02. December 2011 um 12:40

    Weiterentwicklung zum kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansatz Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie stellt dieses Buch die neueren Ergebnisse der durch Jeffrey Young entwickelten Schematherapie ausführlich vor. Das Buch gliedert sich dabei in zwei Teile. Im ersten Teil wird grundlegend das Moduskonzept und die Entwicklung der Schematherapie selbst fundiert vorgestellt, im zweiten Teil des Buches sorgt eine differenzierte und ausführliche Darstellung der Behandlung mittels des Konzeptes anhand vieler Fallbeispiele und konkreter Interventionsmöglichkeiten für ein vertieftes Praxisverständnis des Konzeptes und bietet damit auch eine Handreichung zur Anwendung in der eigenen Praxis. Entstanden ist die Schematherapie im Blick auf jene Klienten, die in einer Behandlung innerhalb der klassischen Verhaltenstherapie keine signifikanten Therapierfolge erlebten. Auf diesem Hintergrund bildet die Schematherapie drei Merkmale besonders aus. Das emotionale Erleben wird stark mit in den Vordergrund gerückt. Klassische Elemente der Gestalttherapie und des Psychodramas dienen hier zur Eröffnung vertieften emotionalen Erlebens. Wichtig ist dies gerade im Blick auf jene Krankheitsbilder, welche durch problematische Emotionen aufrecht erhalten werden. Stärker als gewohnt werden biografische Aspekte als Teil der therapeutischen Arbeit verstanden und genutzt und somit Aspekte des tiefenpsychologischen Ansatzes mit eingebaut. Die Betrachtung aktueller Probleme auf dem Hintergrund der Entwicklungsgeschichte des Klienten nehmen so durchaus spürbaren Raum im therapeutischen Geschehen ein. Eine herausragende Rolle wird innerhalb der Schematherapie der Therapiebeziehung eingeräumt, wobei eine aktive und fürsorgliche Haltung des Therapeuten, der Therapeutin teilweise einen elternartigen Beziehungsstil installiert, immer aber wird dieser Stil konkret ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Schemata des Klienten. Im Rahmen dieser besonderen Merkmale stellen die Autoren im weiteren strukturiert und mit Praxisbeispielen angereichert das Konzept der maladaptiven (oder dysfunktionalen) Schemata vor (umfassende Lebensthemen, die Kognitionen, Emotionen, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Verhaltensweisen und interpersonelle Muster enthalten), worauf die Weiterentwicklung zum Schema-Modus Konzept (18 verschiedene Modi) hin im Buch nachvollzogen wird. Nach Abschluss dieses ersten Teils der Konzeptvermittlung legen die Autoren im Weiteren eine detaillierte Beschreibung der Behandlung im Sinn der Schematherapie vor. Durchaus sinnvoll erscheint es hier, mit dem letzten Kapitel diesen zweiten Teil zu beginnen und von der „Stärkung des gesunden Erwachsenenmodus“ her zunächst mögliche Ziele der Schematherapie zu erfassen, um dann mit höherem Verständnis sich dann der Darstellung der einzelnen Behandlungsformen (Überwindung von Bewältigungsmodi, Umgang mit wütenden Kindmodi, Interventionen bei dysfunktionalen Erwachsenenmodi u.a.) zu nähern. Das Buch fordert eine hohe Konzentration in der Erarbeitung, die nicht nur dem komplexen sprachlichen Stil geschuldet wird, sondern auch der, im therapeutischen Rahmen teils befremdlich anmutenden, fast technisch zu nennenden Sprache und Darstellung. „Modus“, „Schemata“, „Dysfunktion“, „Funktion“, „Überwindung“ sind vielfach technisch belegte Begriffe, die zunächst in diesem therapeutischen Rahmen verstanden werden müssen. Hat man sich darauf aber erst einmal einlassen können, besticht die Schematherapie einerseits durch den Rahmen der „18 Modi“, die als Ordnungsmöglichkeit der Diagnostik eine klare Einordnung der vorliegenden Störungen ermöglichen und zum andern ist die Arbeit innerhalb dieses gesetzten Rahmens dann sehr differenziert und variabel möglich. In seinem klaren logischen Aufbau und den ebenso konkreten Praxishilfen ist es dem Leser durch die Erarbeitung des Buches gut möglich, im Verlauf der Lektüre die Grundlagen und konkreten Wege der Schematherapie vollständig zu erfassen.

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