Berlin – Beirut

von Gitta Mikati 
4,6 Sterne bei15 Bewertungen
Berlin – Beirut
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schmoeker-rikes avatar

sehr vielschichtiger Roman (nicht nur) über Flüchtlinge und Schleuser im Berlin in den 70er Jahren. Erstaunlich aktuell

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Gut geschrieben, über den Menschenhandel DDR/West Berlin. Für mich zu einseitig.

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Inhaltsangabe zu "Berlin – Beirut"

Sommer 2011. Jasmin stößt beim Umgraben im Garten ihrer Familie auf eine Pistole und ein Skelett. Welches Geheimnis verbergen ihre Mutter Maria und deren Onkel vor ihr?
Frühjahr 1977. Die zwanzigjährige Maria wartet am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße auf Mahmoud. Mahmoud kommt aus Beirut. Wie tausende Bürgerkriegsflüchtlinge ist er über Schönefeld in die DDR eingereist und taucht wenig später als Asylbewerber in West­-Berlin auf.
Marias Onkel, Besitzer der legendären Diskothek Big Apple, und seine Helfer organisieren das Einschleusen der Libanesen im großen Stil. Die Kosten für Flug, Papiere und Unterkunft müssen die Flüchtlinge abarbeiten. Beispielsweise mit dem Überführen von Autos in den Nahen Osten. Maria begleitet Mahmoud auf einem Autokonvoi nach Beirut und lernt dort seine Familie kennen. Und den Krieg.
Als sie ein Kind von Mahmoud erwartet, heiraten die beiden und steigen aus dem Schleuser-­Autoschieber­-Geschäft aus. Aber Mahmoud ist mittlerweile in ganz andere Deals verstrickt, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783863270360
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Divan
Erscheinungsdatum:15.09.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    vicky_1990s avatar
    vicky_1990vor 2 Jahren
    Farblos bleiben. Leise, dezent und unaufgeregt durchschlüpfen.

    Das Cover sieht sehr gewaltig und beeindruckend aus. Die Farben des Bildes und der Texte sind super aufeinander abgestimmt. BERLIN BEIRUT springt einem sofort ins Auge und zwingt einen (fast) dazu sich das Buch genauer anzusehen!

    Der Schreibstil und der Aufbau des Romans gefallen mir sehr gut. Der Roman ist leicht zu lesen und man kommt dadurch gut voran! Durch die Beschreibungen der Autorin kann man sich alles gut vorstellen auch wenn man, so wie ich, noch nie in Berlin war. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, nur Maria war mir irgendwie zu sprunghaft.

    Der 'Prolog' im Jahr 2011 ist ein interessanter Einstieg in den Roman, obwohl dann der Großteil der Geschichte ab dem Jahr 1977 spielt und die Kapitel in der Gegenwart nur zwischendurch eingestreut werden. Es wird im Prinzip aus der Sicht von Maria erzählt, welche in der Gegenwart ihrer Tochter von ihrer Vergangenheit berichtet.
    Der Großteil des Romans spielt in Berlin, aufgrund des Titels 'Berlin - Beirut' hätte ich mir allerdings ein eher ausgewogeneres Ergebnis bezüglich der Handlungsorte erwartet. Deswegen muss ich auch einen Stern abziehen, meine Erwartungen an das Buch hinsichtlich des Titels wurde da leider nicht zur Gänze erfüllt. Außerdem bleiben meiner Meinung nach zu viele Fragen offen, deswegen noch ein Stern Abzug.

    Fazit:
    Der Autorin Gitta Mikati ist alles in allem betrachtet ein guter Roman gelungen. Die aufgegriffenen Themen wie Flüchtlinge und Schleußer sowie Ausbeutung und Unterdrückung sind gerade auch in der heutigen Zeit (wieder) aktuell. Schlimm dass es immer wieder Leute gibt welche sich am Leid anderer bereichern und moderne Sklavenhaltung betreiben, ich finde diese Tatsachen vermittelt die Autorin in einem spannenden Roman.

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    Strangervor 2 Jahren
    Berlin - Beirut -> Eine Lüge zu viel von Gitta Mikati

    Sommer 2011. Jasmin stößt beim Umgraben im Garten ihrer Familie auf eine Pistole und ein Skelett. Welches Geheimnis verbergen ihre Mutter Maria und deren Onkel vor ihr? Frühjahr 1977. Die zwanzigjährige Maria wartet am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße auf Mahmoud. Mahmoud kommt aus Beirut. Wie tausende Bürgerkriegsflüchtlinge ist er über Schönefeld in die DDR eingereist und taucht wenig später als Asylbewerber in West­-Berlin auf. Marias Onkel, Besitzer der legendären Diskothek Big Apple, und seine Helfer organisieren das Einschleusen der Libanesen im großen Stil. Die Kosten für Flug, Papiere und Unterkunft müssen die Flüchtlinge abarbeiten. Beispielsweise mit dem Überführen von Autos in den Nahen Osten. Maria begleitet Mahmoud auf einem Autokonvoi nach Beirut und lernt dort seine Familie kennen. Und den Krieg. Als sie ein Kind von Mahmoud erwartet, heiraten die beiden und steigen aus dem Schleuser-­Autoschieber­-Geschäft aus. Aber Mahmoud ist mittlerweile in ganz andere Deals verstrickt, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint …

    Beim Lesen dieses Klappentextes wurde sofort mein Intresse geweckt. Nein. Eigentlich schon viel früher. Der Titel des Buches "Berlin - Beirut" hat schon mein Intresse geweckt. Ich bin zwar gebürtiger deutscher jedoch kommt meine Familie aus dem Libanon und mit dem Libanon kann ich viel in Verbindung bringen. So regte schon allein der Titel des Buches mein Intresse. Ich hoffe ich bin bei dieser Rezension sachlich und lasse nicht zu viel Heimatgefühl mit einfließen.

    Die Autorin Gitta Mikati erzählt in ihrem Debütroman eine spannende Geschichte über das damalige Deutschland und dem illegalen Einschleusen von Ausländern. Dabei wird alles sehr realistisch und authentisch dargestellt. Sowohl Beirut, als auch das damalige Berlin werden gut beschrieben und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Das Buch ist in einer recht einfachen und dennoch spannenden Sprache verfasst. Ab und zu tauchen ein paar arabische Begriffe, die jedoch sofort aufgeklärt werden. Meinen persönlichen Lesefluss hat das nicht gestört. Im Gegenteil. ich fands sogar recht amüsant. Jedoch muss ich auch gestehen, dass ich der arabischen Sprache mächtig bin. Wie gesagt wurden die Wörter allerdings recht schnell aufgeklärt, weshalb ich vermute, dass auch leute die der arabischen Sprache nicht mächitg sind, nicht ein Stören des leseflusses empfinden würden.

    Die Geschichte wird hauptsächlich von Maria selbst erzählt, nachdem Ihre Tochter Jasmin eine Leiche im Garten findet und damit sie und ihren Onkel Albert konfrontiert. Um Jasmin aufklären zu können müssen Maria und Albert sehr weit in die Vergangenheit greifen. Genauer gesagt bis hin nach 1977 wo Onkel Albert noch der "Schleusevater" von West Berlin war und mit Maria libanesische Asylbewerber für sich illegal arbeiten lies. Damals verliebte sich Maria in den Asylanten Mahmud und nachdem sie ein Kind von ihm erwartet, beschließt sie aus den illegalen Geschäften auszusteigen und eine richtige Familie zu gründen. "Aber Mahmoud ist mittlerweile in ganz andere Deals verstrickt, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint …"

    Gitta Mikati schafft es, dass man in ihren Roman sich sofort in die Hauptpersonen versetzen kann. Somit ist man gleich zu Beginn der Geschichte sofort dabei. Beim Lesen dieses Romans hatte ich das Gefühl, dass ich neben Yasmin sitze und Maria zuhöre, wie sie ihre Vergangenheit aufdeckt. Durch diese tolle Erzählweise war es sehr schwer das Buch zur Seite zu legen, da man ungern eine Geschichte mittendrin abbricht. Auch die Gefühle der Protagonisten konnte ich sehr gut mit Ihnen teilen.
    Durch Mikatis toller Recherchearbeit und ihrer persönlichen Erfahrungen war dieser Roman sehr authentisch und realistisch verfasst.

    Auch von der Gestaltung des Covers war ich überzeugt. Auf der linken Seite das Berlin in den 70iger und auf der rechten Seite die Trümmer von Beirut. Beide Hauptstätte stehen sich gegenüber, haben jedoch beide den selben Himmel. Ein Himmel der von Staub und Dreck getrübt ist, was in einem empathische Gefühle aufsteigen lässt. Obwohl Berlin recht modern aussieht und Beirut in Schutt und Asche liegt hat man das Gefühl, dass beide Stätte das gleiche Schicksal teilen.
    Ich finde es immer wieder toll wenn schon alleine das Cover einen berühren kann und dieses Cover schafft es mich zu erreichen und mir eine Botschaft zu übermitteln. Dafür auch ein großes Lob.

    Fazit: Eine klare Leseempfehlung. Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesen. Die Geschichte war realistisch und authentisch gestaltet. Der Schreibstil flüsslig und einfach zu lesen. Emotionen und Empathie konnten hervorgerufen werden.
    Das Buch erhählt volle 5 Sterne.

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    Bücherwurms avatar
    Bücherwurmvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gut geschrieben, über den Menschenhandel DDR/West Berlin. Für mich zu einseitig.
    ich habe Bauchschmerzen!

    "Berlin Beirut" ist ein sehr spröder Roman aus den 70igern des vergangenen Jahrhunderts zu Zeiten des Bürgerkrieges im Libanon. Die Autorin Gitta Mikate greift dieses Thema in ihrem Debüt auf, schildert die damalige politische Situation in der DDR und in West Berlin. Sie beschreibt diesen Menschenhandel, der von der DDR initiiert tausenden von Arabern ein sicheres Leben in der DDR versprach, letztendlich aber eine illegalen geheime Abschiebung nach West-Berlin beinhaltete, wo sich wiederum gewitzte Deutsche an der Hilflosigkeit der Männer bereicherten. 
    Die Autorin lüftet den Vorhang und lässt den Leser einen Blick hinter die alten, schweren Brokatvorhänge der Berliner Diskotheken und bekannten Etablissements werfen, wo wir Dreck, Lügen, illegale Geldwaschanlagen und asoziale, nicht humane Vorgänge erblicken.

    Wie ist es heute? In Berlin gibt es Riesenhallen vollgestellt mit Billigpritschen, ohne Sanitäranlagen oder Küchen, in denen Flüchtlinge schlimmer als Schweine zusammengepfercht über Monate und Jahre wohnen müssen, jeden Tag bedroht von Ausweisung, ohne jegliche Chance auf Arbeit und Wohnung, aber in Gefahr vor wütenden Deutschen, die vor den Toren Naziparolen brüllen. Die Frauen werden vergewaltigt, oft von den deutschen Sicherheitsbeamten, die sich einen Spaß daraus machen, diese Frauen mit Handys zu filmen, wenn diese duschen oder ihre Kinder stillen ... und niemand tut etwas dagegen!

    Hinter dieser politischen Situation, und der leider recht eindeutigen Aussage des Romans, dass Araber hier nicht herpassen, alle lügen, illegalen Geschäften nachgehen (weil man ihnen im Grunde keine Chance für legale Geschäfte gibt, aber das ist nicht Inhalt des Romans!), kriminell sind und immer in undurchsichtigen, verlogenen Geschäften verstrickt sind, habe ich mehr als Bauchschmerzen!

    Ich kann gar nicht beschreiben, wie unangenehm mir das Lesen wurde, wie entsetzt ich bin, dass die deutschen Menschenhändler noch bedauert werden und volles Verständnis finden, während wieder und wieder die Araber als Übel darstellt werden.
    Wobei ich nicht der Autorin eine Absicht unterstelle, aber leider lesen Leser das, was sie lesen wollen.

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    anushkas avatar
    anushkavor 2 Jahren
    Zwischen Krieg und Nachtclub

    Berlin, Sommer 2011: Jasmin gräbt den Garten ihrer Familie um und stößt dabei auf eine Skelett und eine Waffe. Sie konfrontiert ihre Mutter und ihren Onkel und erfährt endlich eine lange begrabene Geschichte.
    Berlin, 1977: Die 20-jährige Maria fängt am Bahnhof Friedrichstraße Bürgerkriegsflüchtlinge ab, die von der DDR nach Westberlin geschleust werden. Doch Maria tut das nur für Flüchtlinge, die auch dafür bezahlen, denn sie ist für ihren Onkel Schleuserin. Der Onkel Albert, auch Ali genannt, ist Besitzer der Diskothek "Big Apple", die vor allem dazu dient, Geld zu waschen. Flüchtlinge, die ihre Flucht nicht bezahlen können, müssen das Geld bei Ali abarbeiten, beispielsweise durch das Überführen von Autos in den Libanon. Einer dieser Flüchtlinge ist Mahmoud, der es Maria gleich angetan hat. Sie begleitet ihn auf einem der Autokonvois und muss erfahren, was Bürgerkrieg wirklich bedeutet.

    Mit diesem Buch entführt die Autorin den Leser in ein ungewöhnliches Milieu. Die Protagonistin Maria ist nicht bedingungslos sympathisch, da sie selbst in kriminelle Machenschaften verstrickt ist und zunächst bei der Schleuserei und der Ausbeutung der Flüchtlinge nichts findet. Durch ihre Augen lernt man ein interessantes Berlin vergangener Zeit kennen, während die Thematik nichts an Brisanz verloren hat. Durch Mahmoud taucht Maria stärker in die Kultur und Lebenswelt der Flüchtlinge ein und sieht sich schon bald mit deren Ansichten, beispielsweise die Rolle der Frau betreffend, konfrontiert. Als Maria ein Kind von Mahmoud erwartet, gerät sie noch tiefer in eine sogenannte Parallelgesellschaft. Diese Konflikte sind sehr überzeugend, glaubhaft und realitätsnah dargestellt. Der Kontrast zwischen einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land und dem Berliner Nachtleben wird sehr eindrücklich deutlich. Das Buch weiß Verständnis und Mitgefühl zu wecken, ohne aber beim Lesen endgültig zu deprimieren. Es zeigt die Notwendigkeit und auch den Prozess, sich einem Alltag zu stellen, obwohl im Heimatland Krieg herrscht.
    Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, die letztlich aufklärt, warum im Garten eine Leiche vergraben war. Es gibt immer mal eine falsche Fährte, sodass nicht ganz vorhersehbar ist, wer der oder die Tote ist und auch der Verlauf der Geschichte birgt einige Überraschungen. Das Buch ist gut zu lesen ohne trivial oder oberflächlich zu wirken. Ich hätte mir ein paar mehr Ausführungen zum Gegenwartsstrang gewünscht, da ich die Dynamik unter den Figuren nicht ganz verstand und wie sich Maria zu dem entwickelt hat, wie sie in der Gegenwart wirkt. Insgesamt aber hat dieses Buch einen starken Eindruck hinterlassen, da es sich einem ernsten und hochaktuellen Thema widmet, es gleichzeitig aber eher "historisch" betrachtet und dabei noch viele neue Informationen bietet.

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    Julitraums avatar
    Julitraumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Toller Roman, beklemmend, atmosphärisch, spannend und wendungsreich - dem Leser eröffnet sich eine ganz fremde Welt
    Toller Roman, beklemmend, atmosphärisch, spannend und wendungsreich

    Berlin 2011. Die junge Jasmin bereitet im Haus ihres Großonkels Albert Kuchen und Kaffe für seinen Geburtstag vor, außerdem hat sie eine tolle Überraschung für ihn. Sie will ihm im Garten einen Teich anlegen. Bei den Vorarbeiten stößt Jasmin auf eine skelettierte Leiche und ist entsetzt. Als ihr Großonkel mit seiner Nichte Maria,  Jasmins Mutter nach Hause zurückkehrt, stellt Jasmin beide zur Rede und erfährt einiges über die Vergangenheit, das sie so niemals für möglich gehalten hätte. Jasmins Mutter Maria beginnt zu erzählen, vom Berlin Ende der 70er Jahre. Maria ist selbst noch jung, Anfang 20. Sie ist bei ihrem Onkel Albert aufgewachsen, der die Disko "Big Apple" betreibt. Hier sitzt Maria am Kassenhäuschen und verkauft Verzehrbons. Aber sie macht noch mehr. Als Buchhalterin wäscht sie für Albert Geld, Geld, daß er als Schleuser für Bürgerkriegsflüchtlinge verdient. Auch Maria hilft ihm dabei. Albert hat eine richtig kleine Organisation aufgebaut. Als Maria den jungen Flüchtling Mahmoud kennenlernt, der aus Beirut kommt, verändert sich einiges. Maria begleitet Mahmout sogar auf einem Autokonvoi nach Beirut und lernt dort seine Familie kennen. Als sie dann ein Kind von Mahmoud erwartet, hofft sie auf ein sicheres Familienleben ohne schmutzige Geschäfte und will sich von ihrem Onkel lösen. Doch mit dem Aussteigen aus dem Schleusergeschäft beginnt für Maria ein ganz anderes Leben als sie sich erhofft hatte, denn Mahoumd hat noch ganz andere Deals am Laufen...

    Eine sehr beeindruckende Geschichte, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Die handelnden Figuren werden ganz wunderbar und intensiv gezeichnet, ebenso das Berlin der 70er und 80er Jahre sowie natürlich die Situation im Kriegsgebiet, die Situation der Flüchtlinge und ihrer Schleuser. Die Autorin verfügt über einen mitreissenden Schreibstil, der eine besondere Atmosphäre erzeugt. Durch die verschiedenen Zeitebenen und duch die sehr wendungsreiche Geschichte um Maria ist der Roman so spannend, daß man ihn gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Sehr empfehlenswerte Lektüre!

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    marpijes avatar
    marpijevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Topaktuell !!
    Topaktuell !!

    Berlin - Beirut ist ein Buch in welchen die Aktion spielt auf zwei Zeitebenem - im Frühjahr 1977 im West Berlin wo Maria wartet auf Mahmoud um ihn in den Westen zu schleusen und in Berlin 2011 wenn Jasmin entdeckt ein Skelet im Garten, welche Geheimnis steckt dahinter ?

    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, leicht und flüssig trotz die schweren, aktuellen Thema bleibt die Autorin immer bei die einfacher Erzählweise welche mir persönlich hat gut gefallen. Die Geschichte ist spannend geschrieben und mit viel Details, ich habe auch etwas neues entdeckt - im 1977 waren auch Flüchtlinge nach Deutschland geschmuggelt und noch der Stadt hat auf diese Sache das Geld verdienen.

    Die Personen sind sehr realistich und lebhaft - Mahmoud kommt aus Beirut und hofft auf bessere Leben, Maria arbeitet als Buchhalterin bei ihren Onkel welche organiesiert das Einschleusen von die Flüchtlingen, sie hilft ihm das "schwarze" Geld weiß machen, Maria lebt in Welt voll mit Illusionen, ihr ist besser die Augen zu machen und über die Sachen nicht reden, alles ändert sich wenn Maria schwanger wird.

    Tolles Buch welche dank die zwei Zeitebenem ist sehr interessant und erweitert das  Thema Flüchtlinge um unbekannte Fakten.

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Berlin-Beirut- ein Buch über Flüchtlinge die illegal nach Deutschland kommen. Und manch einer kann mit der Vergangenheit nicht abschliessen.
    Ein Buch das berührt!

    Berlin 1977- Maria arbeitet als Schleuserin für ihren Onkel Albert.
    Dieser holt illegal Flüchtlinge, meist aus Beirut, nach Deutschland, über die DDR werden sie nach West-Berlin eingeschleust.
    Dann wird ihnen ihr Pass weggenommen und sie müssen für Onkel Ali alias Ali arbeiten- in einem seiner Clubs, in seiner Autowerkstatt oder als Unterhaltung für die Damen.
    Diesmal soll Maria Mahmoud einschleusen was ihr auch gelingt.
    Doch Mahmoud ist ein schwieriger Mensch der sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt und dann beschliesst Maria in nach Beirut zu begleiten, denn Onkel Ali vertickt regelmässig Autos nach Beirut und macht damit eine Menge Kohle.
    So lernt Maria die Familie von Mahmoud kennen, den Krieg in Beirut und auch dass sie nicht jedem trauen kann.... als Maria von Mahmoud schwanger wird heiratet sie ihn, gegen den Willen ihres Onkels und sie fällt vom Regen in die Traufe...

    Der Autorin ist ein Bild über die damalige Zeit sehr gelungen.
    Wie lebte es ich zwischen Ost und West Deutschland, wie gross die Gefahr als Schleuser durch die DDR erwischt zu werden?
    Was war damals alles "in"?
    Ich bin 1979 geboren und konnte so auch ein bisschen in der Erinnerung schwelgen ;)
    Aber auch was es bedeutet illegal in ein anderes Land zu kommen, die Sprache lernen zu müssen, Arbeiten auszurichten die man vielleicht nicht mag, für einen Schleuser ewig arbeiten zu müssen- das kommt in diesem Buch sehr gelungen herüber.
    Der Krieg in Beirut und welche Konflikte sich dadurch ergeben werden hier hautnah aufgezeigt.
    Für mich ein top Thema, welches heute ja wieder aktuell erscheint, super umgesetzt!
    Eine klare Leseempfehlung!

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    irismarias avatar
    irismariavor 2 Jahren
    Flüchtlinge 1977

    Gitta Mikati erzählt in "Berlin – Beirut Eine Lüge zu viel" die Geschichte der Berlinerin Jasmin, die ihrer Vergangenheit auf die Spur kommt. Sie entdeckt 2011im Garten menschliche Knochen und eine Pistole. Sie befragt ihre Mutter und deren Onkel, bei denen sie aufgewachsen ist und erfährt eine unglaubliche Geschichte aus dem Jahr 1977. Damals reisten tausende libanesische Bürgerkriegsflüchtlinge über die DDR nach Westberlin ein und wurden dort mittels krimineller Strukturen als Arbeitskräfte ausgenutzt und für illegale Aktionen eingesetzt. Passfälschungen, Autoschiebereien und Drogenhandel sind die Umstände, in die Jasmin hineingeboren wird. Ihre Mutter erlebt als junge Frau die Hoffnung auf ein normales Leben mit dem Libanesen Mahmoud, aber auch viele Lügen und die schreckliche Lage in Beirut. Die Geschichte ist flüssig zu lesen und spannend. Mir war dieser Teil der deutschen Geschichte nicht bewusst gewesen und das Ausmaß der organisierten Kriminalität ist erschreckend.

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    Nelebookss avatar
    Nelebooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schöner Erzählstil, gut beschrieben, interessant!
    Berlin Beirut

    Allgemein: Das Cover finde ich schön gestaltet und ansprechend. Der Schreibstil ist gut.

    Meinung: Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Es war wirklich sehr interessant, gerade auch diese zwei verschiedenen Welten. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Beschreibungen sind sehr lebendig. Es scheint sehr gut recherchiert zu sein. Viele Dinge waren mir nicht bekannt, da ich auch nicht in dieser Zeit aufgewachsen bin. Auch das Flüchtlingsthema ist ja zur Zeit (immer) wieder aktuell. Das Ende ist passend.

    Fazit: Ein schöner Roman, der für Leser von Büchern mit geschichtlichem Hintergrund zu empfehlen sind.

    (c) Nelebooks

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    Lilofees avatar
    Lilofeevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschöner Roman über zwei Welten die verschiedener nicht sein können
    Berlin - Beirut - Ein Roman über zwei verschiedene Welten


    Berlin Beirut - Eine Lüge zu viel -
    von Gitta Mikati erschienen 2016
    im Divan Verlag

    Berlin Sommer 2011
    Jasmin entdeckt beim Umgraben im Garten der


    Familie ein Skelett und eine Pistole.
    Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?
    West-Berlin 1977
    Es reicht ein Tagesvisum aus um vom Nahen Osten aus nach Schönefeld (DDR)zu fliegen.
    Von dort aus geht es zum Grenzübergang Bahnhof Friedrichstr. damals Berlin-Ost.
    Durch dieses Schlupfloch werden die Kriegsflüchtlinge Richtung West-Berlin geschleust.
    Marias Onkel Ali organisiert das Einschleusen der Libanesen
    im ganz großen Stil. Wer kein Geld hat muss die Schulden
    bei ihm abarbeiten. Entweder arbeiten die Flüchtlinge in
    Alis Diskothek Big Apple oder sie helfen beim Überführen von Autos
    in den Nahen Osten mit.
    Maria ist in diesen Alltag voll intrigiert. Sie arbeitet als
    Buchhalterin bei ihrem Onkel und hilft ihm auch beim Geldwaschen.
    Als Maria Mahmud auf einem Autokonvoi nach Beirut begleitet
    kommt sie ihm näher. Sie lernt seine Familie kennen und
    befindet sich auf einmal mitten in einem krieg.
    Als Maria schwanger wird nimmt das Schicksal seinen lauf.

    Ein wunderschöner Roman über zwei Welten die verschiedener
    nicht sein können.
    Auf der einen Seite die noch recht heile Welt im West-Berlin ende
    der 70iger Jahre und auf der anderen Seite der schlimme Bürgerkrieg
    im weit entfernen Beirut.
    Der Schreibstil ist großartig und atmosphärisch dicht.
    Die Autorin schafft es das man sich mit den Charakteren sehr verbunden fühlt.
    Alles ist sehr gut recherchiert und fesselnd erzählt.
    Eine sehr interessante und vor allem auch brisante Zeitreise.
    Gerade jetzt wieder politisch hochaktuell.
    Ich habe eine Seite aus meinem alten Berlin entdeckt die ich bis jetzt nicht kannte.
    Eine unbedingte Leseempfehlung!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Divan_Verlags avatar

    Eine Lüge zu viel

    Sommer 2011. Jasmin stößt beim Umgraben im Garten ihrer Familie auf eine Pistole und ein Skelett. Welches Geheimnis verbergen ihre Mutter Maria und deren Onkel vor ihr? Frühjahr 1977. Die zwanzigjährige Maria wartet am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße auf Mahmoud. Mahmoud kommt aus Beirut. Wie tausende Bürgerkriegsflüchtlinge ist er über Schönefeld in die DDR eingereist und taucht wenig später als Asylbewerber in West­-Berlin auf.

    Marias Onkel, Besitzer der legendären Diskothek Big Apple, und seine Helfer organisieren das Einschleusen der Libanesen im großen Stil. Die Kosten für Flug, Papiere und Unterkunft müssen die Flüchtlinge abarbeiten. Beispielsweise mit dem Überführen von Autos in den Nahen Osten. Maria begleitet Mahmoud auf einem Autokonvoi nach Beirut und lernt dort seine Familie kennen. Und den Krieg. Als sie ein Kind von Mahmoud erwartet, heiraten die beiden und steigen aus dem Schleuser-­Autoschieber­-Geschäft aus. Aber Mahmoud ist mittlerweile in ganz andere Deals verstrickt, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint …

    Zur Autorin:
    1956 in Konstanz geboren und aufgewachsen, arbeitete fünfzehn Jahre bei der Berliner Polizei, unter anderem der Ausländerpolizei. Mittlerweile lebt die gefühlte Berlinerin im Umland. Macht, Ohnmacht und Grenzüberschreitung sind die Themen, denen sie in ihren Kurzgeschichten, Kurzkrimis und ihrem Romandebüt Berlin–Beirut nachspürt. Das Manuskript wurde 2012 im Rahmen des Werner-Bräunig-Preis in Leipzig mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

    Besucht die Autorin auf www.gittamikati.de/

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    Viel Spaß und viel Glück!
    Susanne
    Zur Leserunde

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