Gitta Sereny

 3,9 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor*in von Schreie, die keiner hört, Albert Speer und weiteren Büchern.

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Neue Rezensionen zu Gitta Sereny

Sehr gutes Buch

In "Into that Darkness" spricht die Journalistin Gitta Sereny mit Franz Stangl, der unter anderem Lagerkommandant von Treblinka und involviert in T4 war. Neben Stangl interviewt sie auch noch seine Familie, insbesondere seine Frau, ehemalige Kollegen, Häftlinge und weitere Weggefährten. Beeindruckend ist nicht nur die Fülle an Interviews, sondern auch, wie ehrlich teilweise die Menschen und Täter mit ihr sind. Dies trifft insbesondere auf Franz Stangl zu. Sereny erzählt vom ersten Treffen mit ihm im Gefängnis und wie er erst die bekannte Masche erzählte, aber sie ihm dann von ihrem geplanten Projekt erzählte, mehr über ihn und seinen Hintergrund zu erfahren und wie es dazu kam, dass all diese Verbrechen begangen wurden. Stangls Einordnungen sind über das ganze Buch hinweg sehr interessant. Er scheint an vielen Stellen sehr reflektiert zu sein, und die Autorin stellt gute Fragen, auf die er (meist) eingeht. Beispielweise geht es darum, inwiefern er das Gefühl hatte, dass es sich bei den Juden im Vernichtungslager um Menschen handelt und wie er sie mehr als Masse denn als Individuen wahrgenommen hat. Sehr interessant ist auch die Rolle der Religion und wie es für ihn als religiösen Menschen und sein Umfeld zumindest anfangs nicht im Einklang war, gleichzeitig Nationalsozialist und Christ zu sein. Stangl ist insofern ein gutes Beispiel, weil er nicht von Anfang an offener, überzeugter Nationalsozialist war, sondern ein normaler Polizeibeamter, der durch verschiedene Möglichkeiten und eigenes Geschick es geschafft hat, vom Anschluss zu profitieren. Auch sehr spannend sind die Gespräche mit Stangls Frau, die einerseits ihren Mann liebt und verteidigen möchte, andererseits nicht verstehen kann, was er getan hat.

Into that Darkness ist ein sehr, sehr gutes Buch, bei dem man sehr eindrucksvoll das Innenleben und das Umfeld eines Mannes kennenlernt, der für den Tod von knapp einer Millionen Menschen mitverantwortlich war.

Rezension zu "Schreie, die keiner hört. Die Lebensgeschichte der Mary Bell, die als Kind tötete." von Gitta Sereny

Der Fall "Mary Bell" hat Amerika erschüttert. Ein 11-jähriges Mädchen tötet zwei kleine Jungen, sie wird schuldig gesprochen, als Monster verschrien und kommt ins Gefängnis. Der Fall weckt nicht nur das mediale Interesse auf dem Boulevard-Niveau, sondern auch die Skepsis von Gitta Sereny, die den Prozess damals mitverfolgt. Zusammen mit Mary Bell arbeitet sie viele Jahre später deren Vergangenheit und Kindheit auf, fördert tiefste Abgründe menschlicher Existenz zutage und sucht nach den Gründen für die Tat. Das Buch "Cries Unheard" ist eine Mischung aus Biographie und Sachbuch zu diesem Fall. Es macht Leben, Werden und Handeln des Mädchens Mary Bell nachvollziehbar und verständlich. Sereny füllt das Buch außerdem mit ihren eigenen Einschätzungen und vielen psychologischen Aspekten. Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen, es ist kein Lesestoff, den man sich abends mit einer Tüte Chips zu Gemüte führen kann. Das Buch ist erschütternd, verzichtet aber auf die grausigen Details der Taten oder der Vergangenheit von Mary Bell, sondern konzentriert sich voll und ganz auf ihre Person und ihre Denkweise. Das Leseniveau ist meines Erachtens nach auch sehr hoch, einige Kapitel habe ich mehrfach gelesen, um jede Handlung nachvollziehen zu können. Für Leser, die sich für Psychologie und Kriminologie interessieren, ist es sehr zu empfehlen.

Cover des Buches Schreie, die keiner hört (ISBN: 9783442726387)
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Rezension zu "Schreie, die keiner hört" von Gitta Sereny

leserin
Rezension zu "Schreie, die keiner hört" von Gitta Sereny

Die Lebensgeschichte der Mary Bell, die als Kind tötete.
Eine grausame Geschichte vom Inhalt her, aber journalistisch gut aufbereitet.
Mary Bell wurde sicher auch in ihrer Kindheit auch Opfer.

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